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Home 2007/08 13, A, BL, TSV 1860
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1860 München - Borussia M'gladbach 0:0 |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Montag, 12 November 2007 |
Muss man es laut herumerzählen, wenn man
jemandem einen Korb gegeben hat? Guter Stil wäre es, die Abfuhr diskret für
sich zu behalten. Dass der Profifußball nicht die allerbeste Benimmschule ist, dafür
lieferte unlängst Daniel Bierofka einen weiteren Beweis. Der in Diensten von
1860 München stehende Flügelspieler tat vor der Partie gegen Borussia
Mönchengladbach kund, er hätte vor der Saison auch beim Gegner unterschreiben
können, habe Christian Ziege aber „nach nur einem Gespräch" abgesagt. Vor allem
diese letzte Spitze ist unschön, aber mehr als durch Worte hatte Bierofka die
Borussia in der Vergangenheit durch Tore verstimmt. Besonders schmerzlich in Erinnerung sind
jene zwei, darunter ein irreguläres, mit denen er vor ziemlich
genau fünf Jahren einen Gladbacher Sieg in Leverkusen vereitelte. Es fehlte
nicht viel, und solchen Ärgernissen wären am Montagabend weitere gefolgt.
Es war nämlich der sehr bewegliche und
variabel aufspielende Bierofka, der vor allem in der ersten Halbzeit die rechte
Abwehrseite der Borussia in einige Verwirrung stürzte. Allein, in der Mitte
fand sich diesmal niemand, der seine Vorlagen in Tore umgesetzt hätte, und Bierofka
selbst scheiterte, teils knapp, mit diversen Schussversuchen. Auch dass Christofer
Heimeroth dreimal in Sachen Strafraumbeherrschung schwächelte, blieb folgenlos,
und Josh Wolffs Treffer in der 44. Minute wurde wegen Abseits zu Recht nicht
anerkannt.
Da auf der anderen Seite Sharbel Touma nach schöner Einzelleistung
nur den Innenpfosten traf, gingen beide Teams mit einem torlosen Remis in die
Pause. Touma, überraschend für Marin in die Startelf gerückt, blieb von diesem
Highlight abgesehen über weite Strecken noch ohne Bindung zum Spiel. Aber auch
der mehrfach heftig mit Toumas Laufwegen hadernde Rob Friend, ein diesmal
ungenau flankender Marcel Ndjeng und Wieder-Nationalspieler Oliver Neuville
blieben unter ihren Möglichkeiten. Das lag zum Teil auch an der Münchner
Verteidigung, die trotz des kurzfristigen Ausfalls des grippekranken Gregg
Berhalter gut organisiert war und die Gladbacher Offensive mit enormen
Laufpensum und aggressivem Zweikampfverhalten an der Entfaltung hinderte. Es
ist in solchen Fällen üblich, von einer taktischen geprägten Partie, wahlweise
auch von einem rassigen Kampfspiel zu sprechen.
Den Einsatz konnte man auch der Borussia
nicht absprechen, und in den zweiten 45 Minuten riskierte Jos Luhukays Mannschaft dann
auch ein wenig mehr nach vorne. Der in der ersten Hälfte noch unglücklich
agierende Tobias Levels schaltete sich nun zunehmend in die Offensive ein, und es
gab Momente, da gelang es, so etwas wie Pressing auf die Beine zu stellen.
Große Torchancen blieben dennoch aus, und auch die Einwechslung Marins für Touma
verpuffte. Elf Minuten vor Schluss bot sich Rob Friend nach schöner Flanke von
Sascha Rösler recht unerwartet die Chance zum Siegtreffer, aber der Kopfball
des Kanadiers geriet zu ungenau.
Einem Erfolg etwas näher waren die
Gastgeber. Josh Wolff, von Danny Schwarz steil geschickt, und Berkant Göktan,
nach energischer Einzelleistung, verfehlten das Borussentor nur knapp, Bierofka
und erneut Göktan es, jeweils aus guter Position, sehr viel deutlicher.
Ansonsten aber kombinierten die Sechziger meist nur bis zur Strafraumgrenze
ansehnlich, und kamen gegen die Gladbacher Deckung, in der vor allem Filip
Daems beeindruckend souverän agierte, nur selten zu wirklich zwingenden
Gelegenheiten. Aufregend wurde es noch einmal zwei Minuten vor Schluss, als
erst Göktan quer durch den Gladbacher Strafraum dribbelte, ohne eine Lücke zu
finden, und dann Wolffs Schuss abgeblockt wurde. Unter dem Strich stand beim beinahe sekundengenauen Abpfiff des ulkig frisierten Schiedsrichters aber
ein 0:0 - ein Ergebnis, mit dem die Borussia angesichts der Tabellensituation
wie auch des Spielverlaufs gut leben kann.
1860 München: Hofmann - Thorandt (Johnson
35) , Ghvinianidze, Sven Bender, Hoffmann (Baumgartlinger 82) - Schwarz, Lars
Bender - Wolff, Göktan, Bierofka - Di Salvo.
Borussia: Heimeroth - Levels (Polanski 76), Brouwers, Daems,
Voigt - Paauwe - Ndjeng, Touma (Marin 64) - Rösler - Neuville (Gohouri 84),
Friend.
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf).
Gelbe
Karten (Borussia): Levels,
Neuville, Gohouri.
Rote Karten: -
Zuschauer: 28.000.
Besondere Vorkomnnisse: Die Serie von zuletzt vier
Auswärtssiegen in Folge konnte die Borussia zwar nicht ausbauen, bleibt aber im
zehnten Zweitligaspiel hintereinander ungeschlagen. Beim Gastgeber saß als
Ersatztorwart der 41-jährige Torwarttrainer Jürgen Wittmann auf der Bank. Auf den
frisch operierten Stammkeeper Philip Tschauner mussten die Sechziger ebenso
verzichten wie auf den rotgesperrten Regionalligatorwart Andreas Rössl. Dessen Ersatz
bei der U23, Rodolfo Rodriguez, mangelt es wiederum an der Spielerlaubnis für
die zweite Liga, weil sein früher argentinischer Verein im August die Freigabe nicht
fristgemäß an den DFB gefaxt hatte. Interesse an Jens Lehmann - er hatte bekundet,
sich auch einen Wechsel in die zweite Liga vorstellen zu können - wurde indes vom
Münchner wie auch vom Gladbacher Trainer strikt dementiert. Mit nunmehr 28 Punkten erlöste die Borussia zum jetzigen Zeitpunkt der Hinrunde exakt so viele Zähler wie aus der gesamten Hinrunde ihrer letzten Aufstiegspielzeit, 2000/2001.
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