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Home 2007/08 15, A, BL, Wehen
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SV Wehen Wiesbaden - Bor. Mönchengladbach 1:1 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Freitag, 30 November 2007 |
In einer hektischen Schlußphase, in der Marcel Ndjeng nach einem rüden Foul im Mittelfeld mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde, erzielte der zuvor für Rob Friend eingewechselte Roberto Colautti den insgesamt verdienten Ausgleichstreffer für die Borussia gegen den erwartungsgemäß starken Südaufsteiger SV Wehen Wiesbaden. Dieser war in der ersten Spielhälfte durch einen abgefälschten Freistoß in Führung gegangen und hatte sich hernach sukzessive den Paraden seines Torhüters Thomas Richter, sowie dem Gestänge seines eigenen Tores bedient, dass unter dem Strich gleich dreimal einen Borussentreffer zu verhindern wußte.
Auf lediglich einer Position hatte Jos Luhukay die
Startformation im Vergleich zur Partie gegen Kickers Offenbach verändert, der
wiedergenesene Sascha Rösler übernahm die Rolle im zentralen Mittelfeld von
Soumaila Coulibaly, der sich wie zuvor auch schon Steve Gohouri, Sebastian
Schachten, Robert Fleßers, Kasper Bögelund und Nando Rafael verletzt abgemeldet
und von der Teilnahme an dieser Begegnung abgesehen hatte. Ansonsten beließ es
Luhukay bei jener Elf, die das Gerüst der erfolgreichen letzten Monate bildete
und entschied sich noch dafür Marko Marin anstelle des bei Auswärtsspielen
eigentlich wartenden Johannes van den Bergh links im Mittelfeld beginnen zu
lassen.
In einer Partie, in der die Kräfteverhältnisse klar auf
dem Platz vorzuliegen schienen, benötigten beide Teams zunächst jeweils eine
Halbchance, ehe Oliver Neuville in der sechsten Spielminute erstmals mit einem
Pfostentreffer für echte Aufregung im Sechzehnmeter sorgte. Vorausgegangen war
eine Flanke von Sascha Rösler von der linken Seite, die Rob Friend nicht
erreichte und Kopilas für Wehen nicht zu klären vermochte. Zunächst blockte
Glibo für Wehen den ersten Versuch Neuvilles, doch beim zweiten Versuch musste
der dann geschlagene Glibo genauso auf den linken Außenpfosten vertrauen wie
Torwart Thomas Richter, der den Führungstreffer der Borussia auch nicht mehr
hätte verhindern können.
Nachdem es in der Anfangsviertelstunde nach einer durchaus
abwechselungsreichen Partie ausgesehen hatte, in der die Hessen ihre größte
Torchance in der 8. Spielminute durch Catic bekommen hatten, verlangsamte sich
dann jedoch das Tempo mit zunehmender Spieldauer. In der 19. Spielminute hätte
Marko Marin von einer zu kurz geratenen Faustabwehr des Thomas Richter
profitieren können, doch der Juniorennationalspieler zögerte zu lange und
konnte dem dann folgenden Schuss keine endgültige Gefährlichkeit beibringen.
Ein Manko, so schien es in den folgenden zehn Spielminuten, dass beide
Mannschaften kontinuierlicher heimsuchen könnte; die Gastgeber waren ihrerseits
dabei zunächst bedacht defensiv sicher zu stehen und da auch die Borussia sich
auf die reine Spielkontrolle versteifte, blieben konkrete Torsituationen in
diesen Minuten Mangelware.
Vielleicht ein wenig zu stoisch agierte die Borussia um
die 30. Spielminute herum, weshalb jedoch Schiedsrichter Georg Schalk in der
30. Spielminute für ein zartes Touchieren des Gegenspielers von Borussenspieler
Filip Daems in zentraler Torentfernung gleich einen Freistoß geben musste, es
bleibt wohl das Geheimnis des Referees. In jedem Fall griffen die Gastgeber in
diesen Sekunden noch auf einen zweiten glücklichen Moment zurück, als ihr
aufgerückter Abwehrspieler Simac den von Catic ausgeführten Freistoß (aus
durchaus abseitsverdächtiger Position) unhaltbar für Christofer Heimeroth zur
Führung für sie abfälschte.
Der Gastgeber in Führung und wenn ihr Stürmer Ronny König
nur Sekunden nach dem Wiederbeginn des Spiels ein wenig mehr Zielwasser
getrunken gehabt hätte, die Hessen wären schon mit 2:0 in Führung gelegen. Doch
König, den Borussias Abwehr im Zentrum übersehen hatte, stand zwar frei vor
Heimeroth, den Ball jedoch schickte er etwa einen Meter rechts am rechten
Außenpfosten der Borussia vorbei.
Abgesehen von einem kleineren Fehler in den restlichen 14
Spielminuten der ersten Hälfte, sowie einer niedlichen Freistoßstafette der
Wehener während diesen, war es nun an der Borussia für die Aktionen des Spiels
zu sorgen. In der 33. Spielminute wäre der Mannschaft von Jos Luhukay dieses
beinahe mit einem Torerfolg - und der im Grunde noch prompten Antwort auf das
Wehener Führungstor - geglückt, doch der sehr sehenswerte Distanzversuch des
Patrick Paauwe knallte lediglich gegen den Torpfosten; mit einem gekonnten
Schlenzer aus mehr als 20 Metern Torentfernung hatte der fünfmalige
niederländische Internationale Thomas Richter im Wehener Tor zu überwinden
gehofft und wenn die Torstange nicht unerbittlich im Weg gestanden hätte, dem
Niederländer wäre dies in herrlicher Form gelungen.
So verblieb das Resultat im Sinne der Wehener und forderte
die Borussia gerade hinsichtlich der zweiten Spielhälfte zu einer aktiveren
Spielteilnahme auf. Als Maßnahme während der Halbzeitpause reagierte Jos
Luhukay darauf mit der Auswechselung Marko Marins zugunsten von Sharbel Touma.
Gleichzeitig erhofften sich die Gastgeber dadurch Freiräume im Tempogegenstoß.
Hierfür brachte Wehens Trainer, Ex-Borussenspieler Christian Hock, mit Nicu für
Willmann seinerseits auch einen neuen Akteur.
Der Notwendigkeit das Spiel aktiver zu gestalten als vor
dem Seitenwechsel, dieser kam die Borussia nach und hatte gleich in den ersten
zehn Spielminuten des zweiten Durchgangs erste kleinere Torchancen gegen die
fortan konsequent auf den erwähnten Tempogegenstoß ausgerichteten Gastgeber.
Die größte Möglichkeit die Borussia in diesen ersten Minuten nach dem
Seitenwechsel im Ergebnis wieder auf Höhe mit den Hausherren zu bringen, diese
vergab in der 55. Spielminute Sascha Rösler, als er nach einer Flanke von
Marcel Ndjeng am zweiten Pfosten mit einem Kopfball an Torwart Richter
scheiterte. Zwei Minuten später setzte der im Strafraum freistehende Oliver
Neuville, wiederum nach Anspiel Marcel Ndjengs, einen Drehschuss rechts am
rechten Wehener Außenpfosten vorbei.
Nach etwa einer Stunde versuchte Jos Luhukay mit der
Hereinnahme von Roberto Colautti für Rob Friend die Angriffsbemühungen der
Borussia vor allem hinsichtlich des Sechzehnmeterraumes der Hausherren zu
optimieren, denn Friend hatte sich in den ersten sechzig Spielminuten in den
Duellen gegen die körperlich gleichwertigen Wehener Abwehrspieler vor allem
kräftemäßig aufgerieben und kam, abgesehen von einem zaghaften Versuch in Folge
eines Einwurfes von der rechten Spielfeldseite, nicht wie gewünscht zur
Entfaltung. Daher schien es nur sinnvoll den kanadischen Internationalen aus-
und den israelischen Nationalspieler dafür einzuwechseln.
Colautti hatte dann zunächst einmal das Pech, dass die
Borussia nach der Anfangsviertelstunde der zweiten Spielhälfte ein wenig die
nötige Ordnung in der Offensivbewegung vermissen ließ und der Ball von ihr
zunächst einmal nicht mehr regelmäßig in Richtung Wehener Strafraum gebracht
werden konnte. Dies lag sicher an einer kleineren Form der Verkrampfung im
Borussenspiel (Sharbel Touma als Ersatz von Marko Marin wusste nur geringe
Wirkung zu erzielen und Marcel Ndjeng stand manches Mal zu tief und wusste
ebenso wenig den Weg in den Strafraum zu suchen), aber auch daran, dass die
Wehener Spieler sich zum Teil sehr extrem um den eigenen Strafraum
zusammenzogen und somit dem Borussenspiel zum Strafraum die Luft zum Atmen
nahmen - in der 70. Spielminute wäre Roberto Colautti dann allerdings beinahe
erstmals in der Torschützenliste dieser Saison aufgetaucht, wenn nicht Wehens
Schlussmann seinen herrlichen Distanzschuss in Richtung Torwinkel mit einem
Hechtsprung noch über die Torlatte bugsiert hätte.
Fünf Minuten dauerte es bis zur nächsten größeren
Torchance für Borussia, diesmal von dem sich in den Zweikämpfen der zweiten
Halbzeit eher merklich zurücknehmenden Sascha Rösler, der in Folge eines zu
früh ausgeführten Freistoßes in der ersten Spielhälfte von dem das Spiel
leitenden Georg Schalk mit Gelb verwarnt worden war. Rösler war in dieser 75.
Spielminute am linken Rand des Wehener Strafraums unbedrängt gewesen und an den
Ball gelangt. Diesen versuchte der ehemalige Mannschaftskapitän Alemannia
Aachens mit einem gefühlvollen Schlenzer in das lange Toreck zu spielen und
dies wäre ihm auch beinahe gelungen, wenn der Ball nicht im quasi letzten
Augenblick gegen die Torlatte geflogen wäre. Es blieb somit bei der Wehener
Führung, auch weil der mitgelaufene Roberto Colautti zuvor im Strafraum leicht
ausgerutscht war und sich in dieser Folge nicht zum Abstaubertor bereitstellen
konnte.
Mit Anbruch der letzten Spielviertelstunde schien der sich
anbahnende Wehener Erfolg dennoch durchaus realistische Züge anzunehmen und das
nicht nur weil Marcel Ndjeng sich in der 77. Spielminute eine törichte
Verwarnung einhandelte, als er nach einem Foul gegen sich beim anschließenden
Kontakt mit dem nächsten Wehener diesen unnötig zu Fall brachte und den
Schiedsrichter dazu im Grunde zwang ihn ad hoc zu verwarnen. Während die tief
gestaffelten Hessen sich weiter redlich mühten ihre Führung zu verteidigen,
schien die Borussia ihre wieder zunehmende Feldüberlegenheit eher sinnlos zu
vergeuden. Genannt sei hier in der 82. Spielminute der überhastete Versuch des
Sharbel Touma, der insgesamt keinen guten Einduck machte und weit von der Form
entfernt schien, in der er schon kurzfristig einen Stammplatz im Borussenspiel
erlangen könnte.
Dennoch bedeutete natürlich weiterhin allein der Umstand
des fortwährenden Ballbesitzes für die Borussia für die Hausherren eine
potentielle Gefahr für ihr Tor. Über die linke Abwehr- und Angriffsseite der
Borussia entwickelte sich dann in der 88. Spielminute jene Situation, die
Roberto Colautti seinen ersten Saisontreffer ermöglichte. Oliver Neuville bekam
den Ball von dem nach vorne drückenden Alexander Voigt zugespielt und versuchte
sich an einem (erneuten) Drehschuss. Diesen konnte Thomas Richter für Wehen
nicht sichern und in dieser Folge durfte Colautti dann den Ball aus nicht einmal
drei Metern Entfernung zur Torlinie über die selbige drücken.
Erlösend jubelte der gebürtige Argentinier, den das
Verletzungspech in seinen ersten Borussenmonaten gebeutelt hatte, über seinen
ersten Treffer für seinen neuen Arbeitgeber. Die sich mit ihm freuende
Mannschaft jubelte auch über den doch noch zustande gekommenen
Ausgleichstreffer. Trotzdem war das Spiel noch nicht beendet, denn
Schiedsrichter Schalk bekam durch ein rüdes Foul des Marcel Ndjeng die
Gelegenheit den letzten Höhepunkt des Spiels zu setzen. So sehr der Augsburger
bei dieser Entscheidung vollkommen richtig gelegen hat(te), so sehr wird ihn im
Anschluss an die Partie der zuständige Schiedsrichterbeobachter sicherlich
profund darüber in Kenntnis setzen, dass er einige Male die von den Unparteiischen
gern eingeforderte „klare Linie" vermissen lassen hatte und damit sich selbst
um die mögliche Höchstwertung bei der Beurteilung seiner Leistung gebracht
haben dürfte.
Es dürfte unterdessen keine Frage sein, dass das Ergebnis
für die Borussia verdient ist. Nach einer nicht optimal verlaufenen ersten
Halbzeit, in der sie gelegentlich ein wenig zu stoisch wirkte, probierte sie
die ganze zweite Halbzeit hindurch das Tor der Gastgeber in Gefahr zu bringen
und nicht allein die Glanztaten eines Thomas Richter, besonders jene drei
Pfosten- bzw. Lattentreffer im Verlauf der Partie, sind die besten Zeugen
dafür, dass das Ergebnis mit Sicherheit völlig in Ordnung geht. Einen Sieg der
Borussia verhinderte gleichzeitig nicht nur das Gestänge des Gehäuses der
Hessen, sondern in erster Linie die tapfer und aufopferungsvoll kämpfende Elf
von Ex-Borussenprofi Christian Hock, die bei dieser Gelegenheit unterstrich,
dass sie völlig zurecht als bester Aufsteiger neben Hoffenheim 1899 zu gelten
hat. Dass sie darüber hinaus eine echte Bereicherung für diese 2. Bundesliga
ist und, wenn sie die Leistung des heutigen Spiels in Zukunft wieder regelmäßig
beweist, in dieser Spielzeit mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben
wird.
Für die Borussia gilt, dass auch vor der Partie stets
gegolten hat: die Mannschaft ist kompetent und ausreichend bestückt, um in
Bestbesetzung jede ihr gestellte Aufgabe in dieser Liga lösen zu können.
Nachdem sie in der ersten Spielhälfte heute nicht ganz
ihre Form der letzten Monate erreichen konnte, in erster Linie beim
Torabschluss und bei der Zielstrebigkeit hin zum gegnerischen Gehäuse, hatte
sie in der zweiten Spielhälfte oft ein bisschen zu viel intuitiven Drang zum
Gegnertor und ließ dabei dann die gewohnte Übersicht und die vernünftige
Struktur in ihren Angriffen vermissen. Etwas, dass ihre zu lobenden Bemühungen,
die letztlich durch Colauttis ersten Saisontreffer belohnt wurden,
verkomplizierte, zum Schluss einem erfolgreichen Ende jedoch nicht im Wege
stand.
Geradezu beispielhaft bewies die Partie in dem neuen
Wiesbadener Stadion derweil, dass diese 2. Bundesliga genau so ist, wie sie die
Mannschaft und der Trainerstab in den letzten Wochen immer und immer wieder
jenen wirren Stimmen entgegnete, die sich angesichts manches Erfolges der
Borussia schon wieder mit einer zur Zeit noch sehr fernen Zukunft des Klubs zu
beschäftigen meinten. Es ist beruhigend zu wissen, dass der Borussenelf diese
Art einer verachtenswerten Überheblichkeit fremd ist.
Wehen: Richter - Kokot, Glibo, Kopilas, Simac - Hoffmann
(Atem 64), Schwarz, Catic, Bick (Siegert 79) - Willmann (Nicu 46), König.
Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers,
Daems, Voigt - Paauwe - Ndjeng, Rösler, Marin (Touma 46) - Neuville (Svärd 90), Friend (Colautti 63).
Tore: 1:0 Simac
(30.), 1:1 Colautti (88.)
Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg)
Zuschauer: 12.066
Gelbe Karten (Borussia): Rösler, Voigt
Gelb-Rote Karten: Ndjeng (90, wiederholtes
Foulspiel)
Besondere
Vorkommnisse: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte beider dieser Klubs trafen
sich beide Mannschaften zu einem Punktspiel. Borussia ist auch im 12.
Punktspiel in Serie (9 Siege, 3 Remis) ungeschlagen geblieben und hat somit
auch im siebten Spiel in Folge an einem Spieltag die Tabellenführung in der 2.
Fußball-Bundesliga verteidigt. Roberto Colautti erzielte erstmals ein
Bundesligator für die Borussia, der Stürmer absolvierte seinen zweiten Einsatz.
Erstmals seit dem Feldverweis für den Kölner Mitreski am 10. Spieltag wurde
während eines Borussenspiels wieder ein Spieler des Feldes verwiesen. Erstmals
in dieser Saison traf dies einen Borussenspieler, zuletzt traf dies Steve
Gohouri in der vergangenen Saison beim Auswärtsspiel in Mainz. Dort sah der
Ivorer in der 87. Spielminute die Rote Karte, zwei Spieltage zuvor gegen den
VfB Stuttgart (0:1) war Gohouri auch der letzte Borussenspieler gewesen, der
mit einer Gelb-Roten Karte das Feld verlassen musste. Interessanterweise
erhielt Gohouri damals seinen Feldverweis in derselben Spielminute wie Ndjeng
an dem heutigen Spieltag. Christofer Heimeroth kassierte erstmals seit Sandor
Torghelles Tor für Jena gegen die Borussia am 12. Spieltag wieder einen
Gegentreffer, das Tor für Wehen am heutigen Spieltag war das erste Gegentor
Borussias auf fremdem Platz seit Stefan Reisingers Treffer für Fürth am 11.
Spieltag.
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