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Home 2007/08 19, A, BL, Hoffenheim
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TSG Hoffenheim 1899 - Bor. Mönchengladbach 4:2 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Sonntag, 10 Februar 2008 |
Im neunzehnten Saisonspiel kassierte die Borussia am heutigen Sonntagnachmittag ihre zweite Saisonniederlage und durfte sich am Ende der Begegnung beim ambitionierten Aufsteiger aus Hoffenheim vor allem an die eigene Nase fassen. Zur Halbzeitpause hatte die Mannschaft von Trainer Luhukay noch mit zwei Toren Unterschied in Führung gelegen, doch 25 vollends pomadig wie selbstgefällig absolvierte Spielminuten zu Beginn des zweiten Abschnitts sorgten dann für die erste Niederlage seit dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05. Nachdem die Elf schon an den vorangegangenen Spieltagen in fast anmaßender Manier leichtfertig Führungen verspielt hatte, rächte sich dieses Verhalten nunmehr auf ganzer Ebene; vor diesem Hintergrund bleibt nicht erwähnt, dass ihr im zweiten Spiel in Folge ein korrekt erzieltes Tor vom Schiedsrichtertrio unrichtigerweise aberkannt wurde.
Aufgrund der Spielsperre des Sascha Rösler und der
Erkältung von Marcel Ndjeng und Sebastian Svärd war Trainer Jos Luhukay vor
dieser Begegnung zu Umstellungen genötigt. Ohnehin musste der Venloer ohne die
weiterhin nicht zur Verfügung stehenden Steve Gohouri (Afrika-Pokal), Robert
Fleßers, Johannes van den Bergh, Roberto Colautti (jeweils Reha) und Roel Brouwers
(Trainingsrückstand) auskommen. Er entschied sich in der daraufhin veränderten
Anfangsformation für Marko Marin und Soumaila Coulibaly, im Angriff kehrte Rob
Friend an die Seite von Oliver Neuville zurück.
In einer nur sehr geringfügig temporeichen ersten
Spielhälfte blieb zunächst der ebenfalls ersatzgeschwächte Gastgeber von
Trainer Ralf Rangnick spielbestimmend, die Borussia verlegte sich während
großer Teile der ersten Spielhälfte auf eine konzentrierte Defensivdarbietung,
die ihrerseits mit sporadischen Angriffen auf das Tor der Gastgeber garniert
wurde und insofern von Erfolg gekrönt blieb, weil die Elf aus dem Kraichgau in
ihrem Defensivverhalten zweimal unachtsam war. So führte der von Thomas Kleine
per Abstauber infolge einer Eckballsituation zum 1:0 vollendete Borussenangriff
in der 23. Spielminute einen Hoffenheimer Flüchtigkeitsfehler, Torwart Özcan
konnte den darob gefährlichen Schuß Rob Friends noch gerade so um den
Außenpfosten zu der erwähnt folgenschweren Ecke drehen. Es führte rund fünf
Minuten vor der Halbzeitpause ferner ein Hoffenheimer Ballverlust im eigenen
Spielaufbau zu einem blitzschnellen Zuspiel auf den in den Strafraum
durchstartenden Soumaila Coulibaly. Dieser wurde kurzerhand von dem von der
Torlinie geeilten Torwart der Gastgeber zu Fall gebracht und folgerichtig
erkannte Schiedsrichter auf Strafstoß für die Luhukay-Elf. Einen Elfmeter, den
Oliver Neuville zum vermeintlich vorentscheidenden 2:0 für die Borussia
verwandelte.
Anders als die Borussia vermochten nach dem Ende der
Halbzeitunterbrechung jedoch die Männer aus dem Kraichgau einen nötigen
Tempowechsel zu vollziehen. Während sich die Borussia nun immer
selbstgefälliger präsentierte, und dabei in den ersten sechs Spielminuten nach
Wiederbeginn zwei herrliche Situationen für den zielgerichteten Tempogegenstöße
in fahrlässiger Manier verspielte (u.a. Neuville), suchten die auf zwei
Positionen verändert aufgestellten Hoffenheimer zielgerichtet den Abschluss.
Etwas, womit die Borussenmannschaft aufgrund gedanklicher Gemächlichkeit
zusehends Probleme bekam und so beispielsweise schon vor dem Anschlusstreffer
durch Teber (55.) ein Dankesschreiben an ihren Torwart Heimeroth hatte
verfassen dürfen, der etwa in der 54. Spielminute einen gefährlichen
Hoffenheimer Versuch geistesgegenwärtig parierte.
In der 55. Spielminute konnte dann jedoch auch Christofer
Heimeroth nicht verhindern, dass sich Tobias Levels im Zweikampf vor dem
Strafraum wesentlich zu ungestüm verhielt und der Schiedsrichter den Gastgebern
daraufhin jenen Freistoß zuerkennte, den Selim Teber ausführte und Soumaila
Coulibaly unhaltbar in die eigenen Tormaschen abfälschte.
Der Borussenfreund im Stadion wartete zu diesem Zeitpunkt
vergebens auf ein Zeichen aus der Borussenelf, die angesichts des Gegentreffers
ihre zu Beginn der zweiten Spielhälfte angefangene Schläfrigkeiten eben nicht
aufzugeben bereit war. Die wesentlich aggressiveren Hoffenheimer, die weiterhin
zielgerichtet agierten, hätten bereits drei Minuten nach dem Anschlusstreffer
den Ausgleich markieren können, doch Jaissles Kopfball infolge einer
Standardsituation verfehlte das Borussengehäuse. Sechs Minuten später hatte die
inaktive Borussia zum wiederholten Mal Glück, dass Teber bei einem
Schussversuch aus der zweiten Reihe die sich dabei selbst entblößende Borussia
nicht bereits mit dem fälligen Ausgleichstreffer bestrafte; dieser fiel nur
unwesentlich später, wieder war der Ball dabei für Torwart Heimeroth von einem
Borussenspieler bis zur Unhaltbarkeit abgefälscht worden (66.).
In Folge des daraufhin erfolgten Wiederanstoßes durch die
Borussia hätte Oliver Neuville beinahe eine Fahrlässigkeit der Hoffenheimer
Abwehr zum erneuten Führungstor für Borussia genutzt, doch der
Mannschaftskapitän bugsierte den als Volleyschuß angesetzten Versuch aus kurzer
Entfernung über das Tor - dies sollte indes bis in die Schlussphase hinein der
einzig nennenswerte Angriff der Borussia sein, die sonst nur noch einen
jämmerlich aus der Distanz vorgetragenen Freistoß von Soumaila Coulibaly auf
der Habenseite verbuchen durfte.
Die bereits erwähnte Schläfrigkeit, die man bei etwas
weniger wohlwollender Betrachtung sicher auch als Arroganz und Überheblichkeit
bezeichnen könnte, ergab sich in der Folge dann abermals. So durfte in der 69.
Spielminute zunächst Copado an den Außenpfosten köpfen und hernach den von
Heimeroth noch parierten ersten Abpraller mit dem zweiten Versuch im
Borussentor versenken. Die Borussenmannschaft ließ dies einfach zu und diese
gefühlte Gleichgültigkeit hielt auch dann noch an, nachdem der nicht überzeugende
Eugen Polanski und der ebenso agierende Tobias Levels ausgetauscht waren. Erst
rund zehn Minuten vor dem Spielende riss sich die Borussia gemächlich zusammen
und probierte sich strukturiert in Richtung des Tores der Gastgeber zu
schieben, derweil Christofer Heimeroth kontinuierlich gefordert blieb den
Hoffenheimern weitere Treffer zu verwehren.
In der 83. Spielminute schien sich das Blatt für die
mitunter zum Teil erschreckend teilnahmslos wirkende Borussia dann zu wenden.
Sie hatte sich zu Angriffen in Richtung Hoffenheimer Tor aufgerafft und war
durch Alexander Voigt in der Hoffenheimer Hälfte im Ballbesitz. Gefühlvoll hob
der Linksverteidiger den Ball in den Strafraum, unglücklich verlängerte der
Hoffenheimer Luis Gustavo diese Hereingabe hinter die eigene Abwehr. Von dort
stach Nando Rafael erfolgreich zu und war gerade im Begriff sich für diesen
Ausgleichstreffer feiern zu lassen, als der Pfiff von Schiedsrichter Wingenbach
dieser juvenilen Freude ein jähes Ende bereitete. Der Schiedsrichterassistent
hatte entschieden das Tor annullieren zu wollen und der erst viermal zuvor im
deutschen Profifußball aktive Referee ließ sich von dieser Sichtweise schnell
überzeugen. Die urplötzlich doch sehr vehementen Borussenspieler protestierten
vergeblich, Hoffenheim blieb mit einem Treffer im Vorteil und konnte dieses
Resultat in den Schlussminuten durch den Senegalesen Ba noch auf 4:2 ausbauen.
Zusammenfassend ist zu einem nicht unerheblichen Teil auf
die sogenannten Herberger-Weisheiten zurückzugreifen. Zunächst einmal dauert
ein Spiel nun einmal 90 Minuten, ferner ist auch eine Saison nicht nach 17
Partien beendet. Sie dauert 34 Spieltage und wie in jeder Liga der Welt wird
man auch in der 2. Bundesliga keinen Erfolg haben, wenn man nicht über die
gesamte Spielzeit und Saison leistungsbereit ist. Außerdem ist, vollends
plakativ gesprochen, „der Weihnachtsmann" natürlich „kein Osterhase".
Eine Niederlage in jedem 16. Spiel (!) ist, andererseits,
nun wirklich keine zur Gemeinheit ausufernde Unredlichkeit und ihre mitunter
glänzend anmutende Ausgangsposition hat die Borussia in nur unwesentlich
verändertem Rahmen weiterhin. Dies bleibt bei allem Selbstgefallen und aller
Pomadigkeit, die die Mannschaft am heutigen Spieltag bis zur Brillanz
vorexerzierte, festzuhalten. Allerdings lässt und ließ die Mannschaft zuletzt
einen Schlendrian erkennen, den die Mannschaft in erster Linie selbst
verschuldet hat. Die Mannschaft - aus der heute wiederholt Christofer Heimeroth
ob seiner konstant ordentlichen Leistungen positiv zu erwähnen bleibt - ist
dementsprechend nunmehr aufgerufen etwas dagegen zu unternehmen. Sie muss den
seit mehreren Spieltagen aufgekeimten Hang zur fröhlichen Selbstzerstörung
wieder vertreiben. Dazu wird sie die Leistungen zeigen müssen, die sie auf
ihrem Weg an die Tabellenspitze dieser Liga über viele Wochen gezeigt hatte.
Hoffenheim: Özcan - Ibertsberger (Copado
46), Jaissle, Compper, Löw - Teber, Luis Gustavo - Seitz, Paljic (Ibisevic 46)
- Obasi, Ba.
Borussia: Heimeroth - Levels (Lamidi
85), Kleine, Daems, Voigt - Coulibaly, Paauwe, Polanski (Schachten 69), Marin
(Rafael 77) - Neuville, Friend.
Tore: 0:1 Kleine (22.), 0:2 Neuville (40., Foulelfmeter), 1:2
Teber (55.), 2:2 Copado (66.), 3:2 Copado (69.), 4:2 Ba (88.).
Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)
Zuschauer: 6.350 (ausverkauft)
Gelbe Karten (Borussia): Kleine, Polanski,
Paauwe
Rote Karten: -
Gelb-Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Erstmals trat die
Borussia in einem Punktspiel bei der TSG Hoffenheim 1899 an. Diese Partie war
Borussias erste Niederlage in der 2. Fußball-Bundesliga nach 15
niederlagenlosen Partien, zuletzt verlor die Borussia am 3. Spieltag (24.
August 2007) beim FSV Mainz 05; übrigens ebenfalls mit vier Gegentreffern.
Durch seinen Einsatz für die TSG Hoffenheim 1899 ist Marvin Compper der erste
Akteur, der in den beiden bisherigen Partien zwischen Hoffenheim und der
Borussia bereits für beide Mannschaften jeweils einmal bei diesen
Aufeinandertreffen aufgelaufen ist. Anders als beim bislang einzig fällig
gewordenen Elfmeter für die Borussia, am 5. Spieltag bei Erzgebirge Aue,
verwandelte Oliver Neuville den heutigen Strafstoß.
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