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Home 2007/08 23, A, BL, Augsburg
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FC Augsburg- Borussia Mönchengladbach 0:2 |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Samstag, 08 März 2008 |
Schließlich wurde es den Borussen einfach
zu blöd. Wer gegen ein massiertes Abwehrbollwerk das erlösende 2:0 erzielt, der
hofft darauf, dass der Gegner nun mehr riskieren und damit endlich Räume
eröffnen muss. An diesem Freitagabend aber waren die meisten Augsburger offenbar
wild entschlossen, die Mittellinie nur in Ausnahmefällen, vorzugsweise bei
Standards, zu überqueren. Nachdem daran auch Borussias zweiter Treffer wenig geändert
hatte, drehte Sascha Rösler so um die 65. Minute den Spieß einfach um.
Gladbachs Mann hinter den Spitzen ließ sich weit in die eigene Hälfte
zurückfallen, in deren entvölkerten Weiten sich die Borussen den Ball nun ausgiebig
hin und her passten. Die Augsburger indes ließen sich nicht locken, und im
Grunde hätte man die letzte halbe Stunde schiedlich und friedlich so bestreiten
können : jeder in seiner eigenen Hälfte. Irgendwann aber packte Steve Gohouri der
Ehrgeiz: Sein schöner Steilpass erreichte auch Rob Friend, der aber den Ball mit
dem Arm annahm und so die Gastgeber wieder zur Teilnahme am Spiel nötigte.
Schon in der ersten Hälfte und vor allem
nach der Pause zogen die Gastgeber sich oft weit zurück. Borussia war mit
zunehmender Spieldauer immer deutlicher feldüberlegen und setzte die Augsburger
durch engagiertes und konsequentes Mittelfeldpressing unter Druck. Nach vorne
aber probierte der Tabellenführer es zu oft mit hohen Bällen auf Rob Friend,
der gegen den kopfballstarken Benschneider einen schweren Stand hatte. Keine
Hilfe war dabei, dass der ansonsten sichere Schiedsrichter Peter Gagelmann in
zahlreichen Fällen und oft aus schwer nachvollziehbaren Gründen auf Stürmerfoul
des Kanadiers entschied. Es spricht dabei für Friend, dass er auf lautstarke
Proteste verzichtete und es bei zunehmend verzweifeltem Kopfschütteln beließ.
So war es vor allem Marko Marin, der für
Überraschungsmomente verantwortlich zeichnete. Augsburgs Trainer Ralf Loose mochte
etwas hochgegriffen haben, als er nach dem Spiel den Vergleich mit Thomas
Häßler zog. Sicher aber zeigte Borussias U21-Nationalspieler seine beste
Saisonleistung und narrte Gegenspieler Möhrle ein ums andere Mal. Bereits nach
sechs Minuten hätte Marin sich um ein Haar in die Scorerliste eingetragen,
als sein inspiriertes Zuspiel Friend frei vor Neuhaus auftauchen ließ, der
Augsburger Keeper die Situation aber in letzter Sekunde entschärfen konnte.
Chancenlos war Neuhaus dagegen in der zehnten Minute: Marin hatte diesmal vom
Tor weggedribbelt und dann aus der Drehung eine exzellente Flanke geschlagen,
die Rösler aus sieben Meter ins Tor köpfte. Bei Röslers achtem
Saisontreffer, davon dem sechsten per Kopf, hatte indes die Augsburger
Innenverteidigung durch eine missglückte Abseitsfalle kräftig mitgeholfen.
Die Gastgeber ihrerseits beschränkten sich
bei ihren wenigen Offensivbemühungen zum einen auf zumeist harmlose Distanzschüsse,
zum anderen auf ihre Kopfballstärke bei Standards, vor allem von
Innenverteidiger Benschneider. Die Borussen taten ihnen dabei den Gefallen, zu
viele solcher Gelegenheiten zuzulassen, insbesondere durch einige reichlich
überflüssige Fouls in Strafraumnähe. Die beste Ausgleichchance ergab sich denn auch aus einer Freistoßflanke,
nur eine Minute nach dem Führungstreffer. Benschneider aber konnte den Ball per
Kopf nur touchieren und Hdioudad rutschte im Anschluss knapp vorbei. Borussia wurde
ihrerseits erst nach gut einer halben Stunde wieder wirklich gefährlich,
als Marin sich mit tollem Trick nahe der Torauslinie durchsetzte, dann aber aus
spitzem Winkel an dem heraus eilenden Neuhaus scheiterte. Die erste gute
Chance, an der nicht Marin beteiligt war, bot sich nach vierzig Minuten: Ndjeng hatte mit einem sehr gescheiten
Flügelwechsel Neuville steil geschickt, der von rechts in den Strafraum flankte,
wo Neuhaus Ball und Friend wegfaustete. Röslers Nachschuss verfehlte das Tor
deutlich. Durchatmen musste man auf Gladbacher Seite unmittelbar vor der Pause,
als Brouwers ausrutschte und Felix Luz dadurch eine gute Schusschance
eröffnete. Augsburgs Stürmer, für Diabang in die Startelf gerutscht, verfehlte
das Tor aus 20 Metern nur knapp.
Wer nach dem Seitenwechsel auf vermehrte
Augsburger Offensivbemühungen spekuliert hatte, sah sich getäuscht. Daran
änderte weder ein positionsgleicher Doppelwechsel (Strauß für Kern, Ledezma für
Luz) etwas, noch das zweite Gladbacher Tor in der 59. Minute: Marin hatte gleich
drei Gegenspieler beschäftigt und sich dabei zwar letztlich nicht durchsetzen
können, sehr wohl aber Räume für seine Kollegen geschaffen. Von Rösler gelangte
der Ball nach missratenem Schussversuch etwas glücklich zu Friend, der von der
Strafraumkante aus unhaltbar ins rechte obere Eck abschloss.
Die Borussen verwalteten nun entspannt den
Vorsprung, ohne spielerischen Esprit zu verbreiten. Da die Augsburger von ihrer
Defensivtaktik nur unwesentlich abrückten, blieb das Spiel über weite Strecken
aufregungsarm. Strauß fiel nach leichter Berührung Bøgelunds im Strafraum,
Gagelmann aber nicht darauf herein. Einzig Mourad Hdioudad kam mit
Distanzschüssen in die Nähe des Anschlusstreffers: Konnte Heimeroth eine
Viertelstunde vor Schluss Hdioudads Heber noch ohne größere Mühe entschärfen,
so verhinderte drei Minuten später nur die Querlatte den fünften Saisontreffer
des Marokkaners. Kurz zuvor hätte Neuville nach schönem Zuspiel Ndjengs beinahe
das dritte Tor erzielt, kam aber gegen den gut mitspielenden Neuhaus einen
Schritt zu spät. Unter dem Strich indes blieb es bei einem ungefährdeten 2:0-Sieg
der Borussia. Das Spiel kann man, je nach Stimmung, als souverän oder als über
weite Strecken langweilig bezeichnen.
FC
Augsburg: Neuhaus - Möhrle, Hertzsch, Benschneider, Wenzel - da
Costa, Hdioudad - Kern (Strauß 58), Müller (Küntzel 85) - Luz (Ledezma 58),
Thurk.
Borussia: Heimeroth - Bøgelund, Gohouri, Brouwers, Daems - Paauwe - Ndjeng (Touma
86), Marin - Rösler (Coulibaly 74) - Friend, Neuville (Voigt 81).
Tore: 0:1 Rösler (10.), 0:2 Friend (59.)
Schiedsrichter:
Peter
Gagelmann (Bremen)
Zuschauer:
20024
Gelbe
Karte (Borussia): Paauwe
Rote
Karten: -
Besondere
Vorkommnisse: Die Partie war für die Borussia das erste
Pflichtspiel im Augsburger Rosenaustadion seit dem 16.09.1970, als man das
dorthin verlegte Hinspiel im Europapokal der Landesmeister gegen EPA Larnaca
aus Zypern mit 6:0 für sich entschied. Nach Erzgebirge Aue (3:2, 2:0) ist der
FC Augsburg der zweite Ligakonkurrent gegen den die Borussia in dieser Saison
beide Saisonspiele gewann. In der Hinrunde hatte sie mit 4:2 die Oberhand
behalten. Inklusive ihrer beiden Treffer am Freitagabend markierten Rob Friend
und Sascha Rösler 18 der 26 Auswärtstore von Borussia in dieser Saison.
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