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SEITENwechsel, der 53. Drucken
Geschrieben von Martin Zierold   
Dienstag, 11 März 2008
ImageLieber Mike,

zunächst einmal Danke. Danke dafür, dass Du uns wie so oft die Drecksarbeit abnimmst und Dich um "die Aktualität" kümmerst. Das ist ja auch wichtig, und zugleich wissen wir, dass das niemand von uns so gut könnte wie Du. Topaktuell stellst Du also fest, "dass es sportlich einfach rund läuft zurzeit". Diese differenzierte und ausgeklügelte Analyse beeindruckt nicht nur, sie kann, sie muss unwidersprochen hingenommen werden und fast müsste ich verstummen.

Wenn da nicht noch dieses andere Thema wäre. Nein, nicht Deine Reflexionen über die Nähe von SZ und BILD-Zeitung, nicht Dein Plädoyer für die Grasnarben-Arbeit der basalen Fußballspielanalyse. Maren heißt das Stichwort und erneut kann ich nur seufzen: Danke! Danke für diese weekly soap, die Du uns da zuletzt geboten hast, und Danke für das geradezu literarische sad end, das ich letzte Woche lesen durfte. Das war großes emotionales Kino und insofern durchaus vergleichbar mit einem am letzten Spieltag gescheiterten Wiederaufstieg. Möge uns letzterer also erspart bleiben, da Du bereits das Jahresmaß an notwendigem Leid auf Dich genommen hast - ein geradezu österlicher Zug, wenn ich das so haltlos sagen darf.

Und wo Dir gerade so sachlich analytisch zumute ist: Was wäre eigentlich, wenn unsere Analysen alle Humbug wären, wenn ein Großteil des Fußballs vom Zufall (nicht umsonst die klangliche Nähe der zwei Wörter!) abhinge?! Dies jedenfalls wollen Wissenschaftler festgestellt haben: Die haben am Computer 18 gleichstarke Teams gegeneinander antreten lassen und erwartet, dass am Ende alle ungefähr gleich viele Punkte haben. Aber nix da! Jede Saison wieder hatte das beste Team ca. 65, das schlechteste ca. 35 und der Rest irgendwas dazwischen. 30 Punkte Differenz nur ein Ergebnis von Fortuna? Kannst Du Dir das vorstellen? Ich mag es ja nicht glauben - und werde es auch nicht, denn es stand ja in der Süddeutschen...

Unsachlich grüßt Dich
Martin



Neues Jahr, neue Saison, neue (und gleiche) Liga, aber altes Prinzip. Auch in dieser Saison heißt es: Auf schillernde Juwelen kann man von vielen Seiten blicken und staunen. Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für seine Leser auf das Gladbacher Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Beide Projekte haben ihren eigenen unverwechselbaren Charme. Seit Beginn der Saison 06/07 kommt es zum SEITENwechsel: SEITENWAHL und VfLog pflegen einen Briefwechsel, in dem alles möglich ist: Fachsimpelei, Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte reicht, wird auf www.seitenwahl.de und http://www.vflog.de/ künftig nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite veröffentlicht. Auch in der neuen Saison - wenn nicht jetzt, wann dann? - werden der VfLog und SEITENWAHL die Lage der VfLs aus ganz persönlicher Sicht kommentieren.