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Home 2007/08 24, H, BL, St. Pauli
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Bor. Mönchengladbach - FC St. Pauli 1:0 |
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Geschrieben von Mike Lukanz
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Sonntag, 16 März 2008 |
In ihrem 24. Saisonspiel besiegte die Borussia am heutigen Sonntagnachmittag im Heimspiel den gastierenden FC St. Pauli aus Hamburg durch den 15. Saisontreffer von Rob Friend mit 1:0. Bereits in der ersten Spielhälfte hatte der kanadische Nationalspieler einen Treffer erzielt, diesen von Schiedsrichter Rafati allerdings nicht anerkannt bekommen. So mussten die Borussenfreunde unter den nicht ganz 50.000 Zuschauern bis in die 63. Spielminute warten, ehe die Borussia mit einem dann auch seine Anerkennung findenden Tor die Weichen auf Heimsieg stellen durfte. Am Ende stand für die Mannschaft von Jos Luhukay unter dem Strich ein Arbeitserfolg, in dem sich die Gastmannschaft durch eine über weite Strecken beachtliche Darbietung als veritabler Kontrahent sehr achtbar aus der Affäre zog.
Mit der
seit einigen Spielen bewährten und erfolgreichen Formation begann Borussia die
Partie gegen die Gäste aus Hamburg. Bereits in der sechsten Minute durfte sich
Paulis Torwart Borger beweisen. Marcel Ndjeng zog einen seiner gefährlichen
Freistöße von der linken Seite in den Strafraum, doch Rösler konnte dem Ball
keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben, so dass Borger mit dem Knie
abwehren konnte. Der FC St. Pauli trat bereits in dieser Anfangsphase
erfreulich offensiv auf und agierte nicht tief in der eigenen Hälfte stehend,
wie es nahezu alle Mannschaften praktizieren, die als Gast in den BorussiaPark
kommen. Diese Offensivbemühungen fanden dann in der 13. Minute ihren
vorläufigen Höhepunkt, als Marvin Braun per Hackentrick nach gutem Zuspiel von
Schultz nur knapp scheiterte.
Den
Höhepunkt einer jeden Offensivbemühung sah der gut gefüllte BorussiaPark acht
Minuten später: Rob Friend drehte nach einem Torerfolg jubelnd ab, doch
registrierte wenige Momente später, dass Schiedsrichter Babak Rafati seinem 15.
Saisontreffer wegen Foulspiels die Anerkennung verweigert. Marko Marin hatte vom linken Flügel
in den Strafraum geflankt, der Kanadier Friend und Paulis Torwart Borger
stiegen hoch, Borger konnte den Ball nicht festhalten und Friend schob den Ball
ins leere Tor. Es
verstrichen weitere 120 Sekunden, bis Borussias bester Torjäger erneut eine
große Chance erhielt, sein Trefferkonto zu erhöhen. Gouhouris Pass verlängerte
Ndjeng in den Lauf auf Oliver Neuville, der von der rechten Seite butterweich
über Borger in die Mitte auf Friend flankte. Doch weder Friends Körpergröße
noch seine Sprungkraft reichten aus, um den Ball per Kopf ins Tor zu befördern.
Borussias bisher bester Spielzug endete spektakulär, doch ohne Torerfolg.
Insgesamt
bewegte sich die Partie in der ersten Halbzeit trotz der genannten Torchancen
auf einem eher mäßigen Niveau. Obwohl Pauli den Gastgebern den Gefallen tat und
selber verhältnismäßig offensiv agierte, tat sich der Tabellenführer ungewohnt
schwer, die sich bietenden Freiräume zu nutzen. Vor allem in der Spieleröffnung
gab es einige Abspielfehler, insgesamt fehlte Tempo in der Lauf- und
Ballbewegung. Dennoch, zwischen der 20. und 30. Minute hatte Borussia ihre
beste Phase im ersten Abschnitt. Als Marin in der 27. Minute im Strafraum fiel,
forderte der Gastgeber den Elfmeterpfiff von Rafati, doch auch hier lag der
Unparteiische richtig, denn der Körpereinsatz von Rotherbach gegen den
19-jährigen Mitelfeldspieler war hart, aber noch im Rahmen eines normalen
Zweikampfverhaltens. Röslers direkter Freistoß, der nur knapp am rechten Pfosten
vorbeiflog, bedeutete nach einer halben Stunde Spielzeit die vorerst letzte
nennenswerte Aktion aus Gladbacher Sicht. Die letzte Chance der ersten 45
Minuten hatte dann wieder St. Pauli. Roel Brouwers versäumte es, einen langen
Pass der Gäste zu klären und auf Heimeroth zurückzuspielen. Gästestürmer Sako ging
mit gestrecktem Bein dazwischen und hatte Glück, dass Rafati den Einsatz als
nicht foulwürdig ansah, doch der Stürmer schaffte es nicht, Christofer
Heimeroth in direkter eins-zu-eins-Situation zu bezwingen. So ging es torlos in
die Kabinen.
Das Spiel
war mäßig im ersten Abschnitt. Dies waren sich scheinbar auch beide beteiligten
Mannschaften bewusst, denn als ein Großteil des Publikums noch mit den üblichen
Halbzeittätigkeiten beschäftigt war, hatte erneut Marvin Braun die große
Chance, sein Team in Führung zu bringen, doch er scheiterte aus kurzer Distanz
kläglich und setzte die Kugel nebens Tor (46.). Den schnellen Start wollte sich
Borussia nicht von den Gästen nehmen lassen, denn nur eine Minute später
scheiterten nacheinander Rob Friend und Oliver Neuville am starken Patrik
Borger. Der entwickelte sich im Laufe des Spiels zum besten Mann auf dem Platz,
nachdem er in der laufenden Saison seinem Team durch haarsträubende Fehler schon
oft Punkte gekostet hat. Auch Marcel Ndjeng konnte sich zwei Minuten nach der
Doppelchance von Friend und Neuville von Borgers guter Form überzeugen, der
Ndjengs Linksschuss zur Ecke abwehrte.
Borussia
erhöhte den Druck, das Spiel war nun abwechslungsreich und hatte ein hohes Tempo.
Sharbel Touma, schon recht früh während der zweiten Halbzeit für den schwachen
Ndjeng gekommen und nun für die Standards verantwortlich, lief in der 63.
Minute zu einem Freistoß von der rechten Seiten an. Der Flankenball, eigentlich
leicht getreten, war lange in der Luft, aber nicht lange genug für den für Rob
Friend eingeteilten Abwehrspieler, denn der Kanadier löste sich geschickt und
nutzte sein überragendes Sprungtiming, um den Ball wuchtig und ohne
Abwehrchance für Gästetorwart Borger ins kurze Eck zu köpfen, 1:0.
Das Tor
löste bei Borussia die letzte Verkrampfung, denn nach der insgesamt verdienten
Führung agierte weiterhin nur die Mannschaft von Jos Luhukay. Marko Marin
versuchte ein ansehnliches Dribbling mit einem Torerfolg zu krönen, doch
übersah den deutlich besser postierten Patrick Paauwe im Rückraum, was ihm
postwendend einen Rüffel vom defensiven Mittelfeldspieler Borussias einbrachte
(69.). Weitere zwei Minuten später war es Sharbel Touma, der vom rechten Flügel
in den Strafraum zog, doch auch diesen Schuss konnte Patrik Borger parieren. St.
Pauli agierte zwar offensiver, doch die veränderte Taktik der Gäste machte sich
weniger in eigenen Chancen als in noch mehr Kontergelegenheiten für Borussia
bemerkbar. Rob Friend schickte seinen Sturmpartner Neuville mit einem schönen
Pass auf die Reise, Borussias Kapitän lief alleine auf Borger zu, vergab diese
hochkarätige Chance aber zu leichtfertig (78.). Bis zum Schlusspfiff kamen die
Hamburger nur noch zu einer Schusschance, während Borussia alles daran setzte,
Patrik Borger zum besten Mann des Spiels zu machen. Coulibaly mit gutem
Linksschuss (79.), Rösler per Kopf (85.) und in der Schlussminute noch einmal
Touma freistehend scheiterten am Schlussmann des FC St. Pauli.
Das 1:0
stand wenige Minuten später fest, dem Jubel im Stadion war eine große Portion
Erleichterung beigemischt. Ein Arbeitssieg in einem vor allem in der zweiten
Halbzeit ansehnlichen Spiel beschert Borussia ihren dritten Sieg in Folge und
zumindest bis Montagabend sieben Punkte Vorsprung auf den ersten
Nicht-Aufstiegsplatz. Einziger Wermutstropfen am gestrigen Tag war die fünfte
gelbe Karte für Mittelfeldchef Patrick Paauwe, der damit beim wichtigen Spiel
auf dem Aachener Tivoli in der kommenden Woche fehlen wird. In einer insgesamt
guten Gladbacher Mannschaft stachen Rob Friend und Christofer Heimeroth hervor,
der seinen Kasten wie schon so oft unspektakulär, aber wirksam sauber halten
konnte. Mann des Spiels war allerdings Patrik Borger im Tor der Gäste, der eine
deutlich höhere Niederlage seiner Mannschaft quasi im Alleingang verhinderte. Sein
Trainer Stanislawski haderte nach Schlusspfiff mit den vergebenen Möglichkeiten,
die durchaus vorhanden waren. Nach drei Pflichtsiegen in Folge steht für
Borussia nun auf dem Aachener Tivoli ein wichtiges und schwieriges Spiel bevor.
Auch dort wird es nur drei Punkte geben, doch für Fans und Umfeld sind Siege
gegen Aachen mehr wert als nur diese drei Punkte.
Borussia: Heimeroth
- Bögelund, Brouwers, Gohouri, Daems - Paauwe - Ndjeng (Touma 60), Marin (Coulibaly 76) - Rösler - Neuville
(Voigt 83), Friend.
St. Pauli: Borger - Rothenbach, Morena, Eger, Braun (Schnitzler 78) -
Schultz (Kuru 72), Boll - Biermann (Bruns 82), Trojan - Sako, Takyi.
Tor: 1:0 Friend (62.).
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer: 48.418 (89,63 %)
Gelbe Karte (Borussia): Paauwe (5, im nächsten Spiel gesperrt)
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Auch im sechsten Zweitligaspiel beider Teams gegeneinander hieß der Sieger zum sechsten Mal Borussia, in der Hinrunde dieser Saison trafen Friend, Rafael und Rösler zu einem 3:0-Auswärtssieg. Im dritten Spiel in Folge blieb Christofer Heimeroth im Borussentor ohne Gegentor, genauso oft dauer Borussias jüngste Siegesserie. Im vierten Spiel in Folge holte Borussia wenigstens einen Punkt. Unter den eingesetzten 28 Spielern in dieser Partie befand sich ein gebürtiger Mönchengladbacher - der frühere Borussenjunior René Schnitzler im Dress des Gastes.
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