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SEITENwechsel, der 55. |
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Geschrieben von Maik Gizinski
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Mittwoch, 02 April 2008 |
Lieber Christoph,
es darf einem schwer fallen, dieses Glück in Worte zu fassen. Schwarz auf weiß und unwiderbringlich stimmt: Die VfLs haben zusammen 14 Punkte Vorsprung auf das Elend! Gladbach trennen acht Punkte vom schäbigen vierten Platz, Osnabrück rangiert sechs Punkte vor dem Abgrund. Komfortabler könnte die Ausgangslage vor dem 27. Spieltag nicht sein. Noch dazu: Die Haare in der Suppe machen sich rar.
Warnen könnten
wir: Davor, dass die VfLs jetzt überheblich werden und denken könnten, alles
sei schon in trockenen Tüchern. Doch so richtig überzeugend kommt das nicht
rüber, angesichts zweier Teams und Trainer, denen unentwegt das große Ziel in
den Augen flackert und nicht die Freude, es schon erreicht zu haben. Gladbach,
das mit einer Energieleistung das 1:0 in letzter Sekunde erzwingt, und
Osnabrück, das zum wiederholten Mal in dieser Saison nach einer Talfahrt
aufgestanden, nein: aufgesprungen ist, darf man wohl abnehmen, dass sie jenes
große Ziel nicht voll von früher Freude aus den Augen verlieren.
Hadern könnten wir: Dass beide Mannschaften so oft so viele Chancen vergeben
und sich das am Ende rächen könnte, schließlich mag ein Tor zu wenig über alles
und nichts entscheiden. Mäßig einleuchtend klingt das.
Dummschwätzen könnten wir: Darüber, dass es für die kommende Saison schlecht
sei, in dieser Spielzeit frühzeitig alles klar zu machen, weil die VfLs sich
dann künftig zu sicher und unangefochten wögen. Ähem...
Haltung ist gefragt. Dringend. Was ist eine angemessene Haltung für den stets
besorgten, doch zuversichtlichen, den aktuell zufriedenen, doch vorsichtigen,
den begeisterten und doch Kummer gewohnten Beobachter?
Bundes-Jogi habe sich übrigens festgelegt, heißt es, er werde fünf Stürmer mit
zur WM nehmen. Klose, Podolski, Gomez, Kuranyi und noch jemanden. Weiter heißt
es, Stefan Kießling habe die besten Karten, dieses fünfte Ticket zu lösen. (Der
spielt bei einem Verein namens Bayer Leverkusen, das liegt im Rheinland.) Als
am Wohl des deutschen Fußballsports Gelegener frage ich dich: Wie können wir
das verhindern? Wie können wir gewährleisten, dass entweder der - nach Gomez -
erfolgreichste deutsche Profi-Stürmer Thommy Reichenberger oder WM-Held Oliver
Neuville mitfahren? Den Titel gibt's nämlich nicht mal eben so im Vorbeigehen,
dafür braucht es schon einen VfLer im Kader.
(A propos Stürmer: Ein Freund verstieg sich dieser Tage zum Bonmot, Rob Friend
sei der Luca Toni der 2. Liga. Bitte um kurze Pro-/Contra-Liste zu dieser
These!)
Vor der EM allerdings folgt das Wochenende. Osnabrück spielt in Aachen um Platz
10 - es darf aber auch gern bis zum Saisonende der 11. Rang bleiben! Und
Gladbach wird in Köln den 11. Mai 1984 wiederholen. Damals führten die Fohlen
im Müngersdorfer Stadion nach 32 Minuten 4:0, Köln hatte zu diesem Zeitpunkt
schon zwei Elfmeter verschossen, und das Spiel endete 5:1. Wer das mit Uwe
Bein, Pierre Littbarski, Hans-Peter Lehnhoff, Klaus Allofs und Toni Schumacher
veranstaltete, der wird auch gegen die Losertruppe von Daum gewinnen, oder?
Also: Was wird aus den 14 Punkten Vorsprung am kommenden Montagabend geworden
sein? Und: Ist Mike dann zerdrückt von 130 Kilo Kölner Leidenschaft??
Vom Inselchen der Seligen grüßt:
Maik
Neues
Jahr, neue Saison, neue (und gleiche) Liga, aber altes Prinzip. Auch in dieser
Saison heißt es: Auf schillernde Juwelen kann man von vielen Seiten blicken und
staunen. Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für seine Leser auf das Gladbacher
Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Beide Projekte haben ihren
eigenen unverwechselbaren Charme. Seit Beginn der Saison 06/07 kommt es zum
SEITENwechsel:
SEITENWAHL und VfLog pflegen einen Briefwechsel, in dem alles möglich ist:
Fachsimpelei, Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte reicht, wird
auf www.seitenwahl.de und http://www.vflog.de/
künftig nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite veröffentlicht.
Auch in der neuen Saison - wenn nicht jetzt, wann dann? - werden der VfLog und
SEITENWAHL die Lage der VfLs aus ganz persönlicher Sicht kommentieren.
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