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Borussias neuer Assistenztrainer: Jürgen Raab Drucken
Geschrieben von seitenwahl.de   
Montag, 20 Oktober 2008
Jürgen RaabMit dem Dienstantritt von Hans Meyer am heutigen Vormittag begann auch für den zusätzlich engagierten Assistenztrainer Jürgen Raab die Arbeit bei der Borussia. Raab war mit Meyer zuletzt beim 1. FC Nürnberg tätig gewesen und hatte bereits dort als Assistenztrainer Meyers gearbeitet. Er komplettiert das Trainerteam der Borussia zu dem nun auch Christian Ziege in seiner neuen Funktion zählt.

Der 49-jährige ehemalige DDR-Nationalspieler Raab gehörte im Sommer 1981 zu jenen Akteuren des FC Carl Zeiss Jena, die unter Jenas damaligem Trainer Hans Meyer im Europapokalfinale der Pokalsieger im Düsseldorfer Rheinstadion dem sowjetischen Vertreter Dynamo Tiflis mit 1:2 unterlegen waren. Ein Jahr später debütierte der Mittelfeldspieler, der 1975 aus dem heimatlichen Zeulenroda in die Obhut Meyers beim FC Carl Zeiss Jena gekommen war, für die Nationalmannschaft der DDR auf internationaler Ebene. Insgesamt absolvierte Raab unter den Trainern Rudolf Krause und Bernd Stange 20 Länderspiele für die Deutsche Demokratische Republik, in diesen erzielte er 2 Tore.

FC Carl Zeiss JenaAb 1986 bis zu seinem Karriereende aus gesundheitlichen Gründen im Alter von 33 Jahren im Jahr 1992 fungierte Raab auch als Mannschaftskapitän seines einzigen Lizenzvereins, bei dem er zunächst bis 1983 unter Meyer und später unter dessen sechs Nachfolgern (namentlich: Dietmar Pfeifer, Lothar Kurbjuweit, Bernd Stange, Konrad Weise, Klaus Schlappner, Reiner Hollmann) insgesamt 376 Ligaspiele (120 Tore) absolvierte. Seine Trainerkarriere erreichte ihren ersten Höhepunkt, als er mit dem FC Rot-Weiß Erfurt 1998 den Verbandspokal des Landes Thüringen gegen Wacker Nordhausen (4:1) errang, zuvor hatte er von Januar 1995 zweieinhalb Jahre lang den VfB Pößneck aus der Nähe Jenas hauptverantwortlich betreut und war mit dem Klub nach dem Aufstieg in die Landesliga 1996 zum Ende seiner Tätigkeit Vizemeister in der neuen Spielklasse geworden. In Erfurt, wo er im Juli 1997 als Nachfolger des früheren Borussenspieler Rudi Gores Trainer des bereits damals in der Dritten Liga spielenden FC Rot-Weiß wurde, ereilte ihn im Frühjahr 2000 auf einem Mittelfeldrang liegend der Rauswurf, da die finanziell in Mitleidenschaft gezogenen Thüringer die Qualifikation zur existentiell notwendig erachteten, eingleisigen Regionalliga Nord gefährdet sahen - in der Spielzeit 1997/98 und 1998/99 hatte Raab den Zweitligaabsteiger des Sommers 1992 auf Platz 5 und 10 der Regionalliga Nordost geführt.

Seine Trainerkarriere bereicherte er anschließend mit einer kuriosen Episode in der Türkei, wo er während des Kurzzeitengagements des früheren Meyer-Assistenten Jörg Berger beim Tabellenzehnten der Saison 1999/2000, Bursaspor, über neun Partien hinweg als Bergers Assistenztrainer arbeitete. Noch in der selben Saison begann Raab ein Engagement beim finanziell schiefliegenden FC Sachsen Leipzig in der drittklassigen Regionalliga. Er blieb auch nach dem Lizenzentzug bei dem dann viertklassigen Klub, der in der ersten vollen Saison unter seiner Regie Fünfter in der Oberliga des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) wurde. In seiner zweiten Saison als Chefcoach der Elf aus dem Leipziger Stadtteil Leutzsch beendete er die Spielklasse vor seinem Ex-Klub Carl Zeiss Jena als Tabellenerster; in der notwendig gewordenen Relegation gegen den Meister der NOFV-Oberliga Nord, dem FC Schönberg 03, behielt die Raab-Elf die Oberhand und kehrte nach zweijähriger Abstinenz in die Drittklassigkeit zurück.

In der Regionalliga Nord der Saison 2003/04 errang der FC Sachsen erst nach vier Spieltagen seinen ersten Punkt, nach sieben Spieltagen wurde Jürgen Raab von seiner Cheftrainerfunktion entbunden. Nachdem sich der Vorstand des Klubs auf den zwischenzeitlichen Erfolgstrainer von Rot-Weiss Essen, Harry Pleß, als Nachfolger Raabs geeinigt hatte und Interimstrainer Hans-Jörg Leitzke nach Spieltag neun der Saison wieder in den Hintergrund trat, wurde Raab im Frühling 2004 durch den Klub für die restlichen Spiele wieder zum Cheftrainer ernannt: vorausgegangen war am zehntletzten Spieltag bereits der praktische Wiederabstieg des Klubs in die Viertklassigkeit.
Bis zum Ende jener turbulenten Saison betreute er die abgestiegene Elf aus Leipzig-Leutzsch dann noch - er holte mit ihr aus neun Spielen zwei Remis - dann folgte ihm der frühere Mainzer Cheftrainer und ehemalige Bundesligastürmer Wolfgang Frank nach und Raab blieb bis unmittelbar nach der Anstellung von Hans Meyer als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg am 9. November 2005 ohne weitere Traineranstellung.

Andy Raab (1. FC Gera 03)Unter seinem früheren Trainer Meyer war Raab - wie nun bei der Borussia - dann als Assistenztrainer im Trainerteam Nürnbergs aktiv und durfte nach dem Klassenhalt 2006 & dem UEFA-Pokaleinzug auch den DFB-Pokalsieg der Franken im Sommer 2007 von der Seitenlinie aus miterreichen. Er wurde, praktisch zeitgleich zur Freistellung Meyers durch den 1. FC Nürnberg, am 11. Februar diesen Jahres von seinen Pflichten am Valznerweiher entbunden und war zuletzt noch im September als Nachfolger des entlassenen Henning Bürger beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena, seinem Langzeitklub, ins Gespräch gebracht worden. Diesen Posten übernahm allerdings kurz darauf der Niederländer René van Eck.

Jürgen Raabs sechsundzwanzigjähriger Sohn Andy (Foto links) spielt nach Stationen bei diversen unterklassigen Klubs, vorwiegend aus dem Bereich des nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), seit der Saison 2005/06 im Mittelfeld des derzeitigen Fünftligisten 1. FC Gera 03 (NOFV-Oberliga, Staffel Süd).