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Home 2006/07 02, A, BL, Nürnberg
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1. FC Nürnberg - Borussia M'gladbach 1:0 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Freitag, 18 August 2006 |
Im ersten
Auswärtsspiel der neuen Bundesligasaison unterliegt Borussia dem 1. FC Nürnberg von Hans Meyer durch einen einzigen
Konzentrationsfehler während der ersten fünf Spielminuten. Vor allem nach der
Halbzeitpause machte die Borussia dabei aber eine sehr ordentliche
Figur und zeigte sich vor allem im flüssigen Kombinationsspiel mit Ausrichtung zum
gegnerischen Tor besser als das schnöde Resultat vermuten lässt. Mit ein bisschen
mehr Fortune in den richtigen Momenten, die Borussia konnte allein fünf
Großchancen nicht verwerten, wäre zumindest ein Punkt im ehemaligen
Frankenstadion der verdiente Lohn gewesen.
Im Vergleich zur Vorwoche, dem Heimsieg über
Energie Cottbus, veränderte Trainer Jupp Heynckes die Startformation auf zwei
Positionen. U21-Nationalspieler Nando Rafael beließ er auf der Bank, dafür
setzte er auf der rechten Seite von Beginn an auf Oliver Kirch. Daneben
ermöglichte er Hassan El Fakiri eine Chance in der Startelf, der Norweger
ersetzte den (wie Daems, Degen und Sonck) verletzungsbedingt verhinderten Peer
Kluge.
Fünf Minuten mussten die Zuschauer im ausverkauften
Stadion in der Stadt an der Noris warten, dann konnte sich zumindest die in den
Farben der Heimelf gewandeten über ein Tor freuen. Vorausgegangen war ein Foul
von Marcell Jansen, hereingebracht wurde der von Schiedsrichter Wagner
daraufhin ausgesprochene Freistoß durch den Dänen Kristiansen. Dessen
Freistoßflanke senkte sich im Sechzehnmeterraum der Borussia auf den Kopf von
Abwehrspieler Glauber, der gedankenschneller als sein Gegenspieler Delura den
Ball in Richtung des abstaubenden Markus Schroth bugsieren und sich im Anschluß
daran erfreuen konnte, dass der einstige Karlsruher weder dem verzweifelt
grätschenden Svensson, noch Torwart Kasey Keller eine Abwehrchance erlaubte und
stattdessen über seinen Treffer jubelnd abdrehen konnte. In den ersten Minuten
nach diesem sofort bestraften Fehler musste sich die Borussia zunächst neu
aufstellen und tat dies vor allem dadurch, dass der eigentlich im Mittelfeld
vorgesehene Michael Delura vermehrt in die Rolle eines zweiten Stürmers
wechselte und Hassan El Fakiri ein wenig stärker nach links einrückte. Dafür
begann Federico Insúa stärker im Mittelfeld aus der Tiefe zu spielen - nicht
verkennen sollte man aber, dass die Gastgeber während dieser Neujustierung
Torchancen hatten, durch die ihre Führung durchaus sofort komfortabler hätte
aussehen können (10., 14.).
Der soeben erwähnte Insúa trat erstmals in der 15.
Minute auf den Plan, als er in Folge einer Standardsituation in die Weite des
Mittelfelds zurückgedrängt schien, aber von dort einen exzellenten Lupfer auf
den in der Mitte durchbrechenden Oliver Neuville spielen konnte. Neuville, der
in dieser Szene auch von einer Nachlässigkeit seines Gegenspielers profitierte,
war jedoch zu überrascht, um dieses Zuspiel gewinnbringend im gegnerischen
Gehäuse unterzubringen. Noch während sich der Nationalspieler ob dieser Chance
zu winden schien, hatte die Borussia eine abermalige Gelegenheit den Spielstand
umgehend zu egalisieren, doch Marcell Jansens gutgetimte Hereingabe erreichte
Insúa am fernen Pfosten lediglich so, dass dieser mit seinem schwächeren Fuß
abschließen musste und infolgedessen den Ball am Torwart vorbei in den
Abendhimmel schlug.
In der nächsten Szene der Partie kam dann Michael
Delura zu gänzlich unrühmlicher Berühmtheit, drosch er doch dem herannahenden
Nürnberger Tomas Galasek in einer Situation fernab beider Tore die Stollen so
derart ins Gesicht, dass er einerseits mit einer gelben Verwarnungskarte noch
gut bedient schien, Galasek andererseits trotz intensiver Behandlungspause die
Partie nicht fortsetzen konnte. Überhaupt muss man konstatieren, dass der aus
Gelsenkirchen geliehene ehemalige deutsche U20-Nationalspieler seinen eher
schwachen Eindruck aus der Vorwoche am heutigen Tage nicht revidieren konnte
und folglich zur Halbzeit richtigerweise in der Kabine bleiben musste.
Die Gastgeber wirkten zunächst ob der schweren
Verletzung ihrer ordnenden Hand im Mittelfeld nicht sonderlich geschockt, Kasey
Keller musste nach 25 Minuten gegen Dominik Reinhardt parieren, doch im
weiteren Verlauf der ersten Halbzeit verlagerte sich das Geschehen zunehmend.
Die Borussia hatte nun bisweilen erheblich mehr Ballbesitz und versuchte schon
hier ansehnlich sich in Richtung des Nürnberger Gehäuses zu kombinieren. Oft
aber scheiterten gescheite Anspiele am (noch) fehlenden Verständnis
untereinander, wobei man allerdings zu erwähnen hat, dass der nach einigen
Jahren erstmals wieder von Beginn an agierende Oliver Kirch einen sehr
ansehnlichen Eindruck vermittelte und Ballverluste auf seiner rechten Seite
eher dann zu registrieren waren, wenn sich der ungestüm scheinende Kasper
Bögelund begann nach vorne zu verschieben.
Ein wenig Pech für die sich scheinbar von Angriff
zu Angriff besser „einrollende" Borussia notierten die Chronisten in der 40.
Spielminute, als die Kombo Neuville/Insúa sich aufmachte den Strafraum der
Gastgeber unsicher zu machen. Unvorteilhafterweise für die Borussia erkannte
das Schiedsrichtergespann um Lutz Wagner, obschon der Schiedsrichterassistent
auf der Haupttribünenseite in dieser Situation federführend blieb, beim Zuspiel
von Neuville auf den sechsfachen argentinischen Nationalspieler auf Abseits,
ansonsten hätte sich der gastgebende FCN so unmittelbar vor der Halbzeitpause
nicht über einen ausgeglichenen Spielstand beschweren können.
Wie erwähnt blieb Delura zur Halbzeit in den
Katakomben, durfte Kahê sich an seiner Stelle probieren. Noch bevor die
Borussia in Form von Federico Insúa das erste Mal nach dem Seitenwechsel vor
dem FCN-Gehäuse auftauchen konnte, musste sie sich einem intervallgleichen
Ansturm der Heimelf erwehren. Dies gelang ihr, wie auch den Gastgebern in jener
49. Minute gelang ohne Gegentreffer zu bleiben. Auch ein Gewaltschuss von
Oliver Kirch aus knapp Sechzehnmeter halbrechter Torentfernung kam in jenen
Momenten zustande, diesen konnte Torwart Schäfer für Nürnberg lediglich in
Richtung Neuville abklatschen und darüber glücklich sein, dass Schiedsrichter
Wagner in dieser Folge richtigerweise erkannte, dass der den Nachschuss
Neuvilles abblockende Reinhardt im Strafraum dafür zwar seine Hand zur Hilfe
nahm, von dieser allerdings unbeabsichtigt Gebrauch machte. Neuvilles Wehklagen
hinsichtlich eines ihm zuzuerkennenden Elfmeters verblieben somit ungehört.
Auch knappe zehn Minuten später wurde ein Versuch
Neuvilles zum Torerfolg zu kommen abgeblockt, diesmal vom eingewechselten
Pinola, diesmal allerdings zur vollständigen Zufriedenheit eines jeden
Regelkundlers. Pech hatte die Borussia in jener Szene nur, dass Kahê, für den
die vorausgehende Flanke Jansen hervorragend geeignet schien, nicht am langen,
sondern am kurzen Pfosten auf sie wartete und von daher nicht gewinnbringend
eingreifen konnte.
Während die Gastgeber sich mit fortschreitender
Spieldauer immer stärker der Idee des möglichst schnellen Tempogegenstoßes
hingaben, begann die Borussia sich gerade jetzt die guten Kritiken zu
verdienen, unterstrich sie doch ein gewisses Potential im zielgerichteten
Kombinationsspiel, welches man von ihr auf fremdem Platz in den letzten Jahren
nicht sehr häufig geboten bekommen hatte. Hierbei brachte sich die erhöhte
Ballsicherheit, die ordentlichen Fähigkeiten in der Ballbehauptung, etlicher
Spieler förderlich ein. Zwar gelang es der Borussia noch zu selten sich
eindeutige Chancen herauszuspielen, sie machte andererseits keinesfalls den
Eindruck einer in sich zusammengeklappten oder zusammenfallenden Mixtur
hilfloser Einzelkönner. War in der ersten Halbzeit noch die rechte Seite die
Haupttriebfeder des Borussenspiels, trat nun die linke Seite mit Marcell Jansen
mehr und mehr in den Vordergrund - dass der nächsten Großchancen der Borussia
vorausgehende Foul passierte jedoch über die rechte Angriffsseite (73.).
Aus dem Halbfeld brachte Insúa den Ball von dort in
den Nürnberger Strafraum und Borussias Südamerikaner hatte sich den Kopf Zé
Antónios, der aufgerückt war, als Zuspielpunkt erdacht. Punktgenau endete die
Freistoßflanke Insúas auf dem Kopf des Portugiesen, dessen anschließender Kopfballversuch
suchte sich allerdings am Ende die falsche Seite des blanken Nürnberger
Torpfostens und tröpfelte somit in Seitenaus; ebenso knapp neben dem Torpfosten
endete Sekunden später ein strammer Schuss des zuvor eingewechselten
Nürnbergers Marek Mintal, der in der zweiten Halbzeit durch die Gastgeber oft
nur bei Standards geprüfte Kasey Keller wäre allerdings andernfalls wohl doch
haltend zur Stelle gewesen.
Auch trotz der immer drohenderen ersten
Saisonniederlage entschied sich Jupp Heynckes während dieser Phase nicht für
Spielerwechsel, sicher auch weil ihm nicht entgangen war, dass die sich auf dem
Platz befindlichen Borussenakteure immer harmonischer zu kombinieren schienen
und sukzessive die nächsten Attacken auf das Nürnberger Gehäuse anvisierten. In
der 77. Spielminute dann ein kleiner Schreckensmoment, verlängerte der solide
Eugen Polanski doch eine Halbfeldfreistoß der Gastgeber an den Außenpfosten des
Gehäuses von Kasey Keller.
Nach 83 Minuten erfolgte dann allerdings ein
zweiter Spielerwechsel bei der Borussia, Sverkos ersetzte den in den
Schlussminuten nicht mehr benötigten El Fakiri. Trotz anhaltendem
Kombinationsspiel in durchaus flottem Tempo beanspruchte die Borussia eine
weitere Standardsituation um dabei ihre nächste Großchance „an das Bein zu
binden". In der 87. Spielminute verführte obendrein jener Freistoß Insúas den
Schiedsrichterassistenten auf der Seite der Gegengerade dazu ein Auge auf die
Position von Insúas Mannschaftskameraden zum Zeitpunkt des Zuspiels von Insúa
zu werfen. Während sich der so zu einer Kopfballgelegenheit gekommene Kahê, der
ansonsten blass blieb, mit Vehemenz mühte den Ball wenigstens im Nachschuss
über die Torlinie zu bugsieren, sah der Schiedsrichterassistent die Gelegenheit
als günstig an und begann heftigst mit seiner Signalfahne zu wedeln. Deshalb
auch unterband Schiedsrichter Wagner die Partie umgehend, nicht ohne dabei
einem Irrtum seines offensichtlich Aufmerksamkeit bedürftigen Assistenten
aufzusitzen: Zweifelsohne war ein Mönchengladbacher zum Zeitpunkt des Abspiels
im Abseits, jedoch nicht der aktiv eingreifende Kahê.
Obschon der Referee die Situation unterband, auch
in dieser Situation war der Borussia das Schussglück keinesfalls hold und so
durfte sich der von Borussias Ehrenmitglied Hans Meyer instruierte „Club" in
den restlichen Minuten der Begegnung auf den eintretenden Siegesjubel
vorbereiten. Die Borussia war nach jenem peniblen Eingriff des Referees
jedenfalls nicht mehr imstande abermals torgefährlich vor dem Tor des Raphael
Schäfer zu erscheinen und verließ den Platz zwar erhobenen Hauptes, jedoch als
Verlierer.
In gewisser Weise ist es natürlich müßig sich nach
einem verlorenen Spiel über das Resultat zu unterhalten, doch wenigstens ein
Tor - und somit ein Punkt - wäre für die Elf von Trainer Heynckes bei diesem
Auftritt im Frankenland möglich, ja sogar verdient gewesen. Die Mannschaft
machte im Grunde nur während zehn bis vielleicht 15 Minuten der Partie keinen
sehr ordentlichen Eindruck, die Restzeit hingegen ließ den interessierten Beobachter
wenigstens ansatzweise etwas erahnen. Erahnen zu welcher Art Fußball die
Mannschaft in der Lage sein dürfte, wenn sich ihre einzelnen Mannschaftsteile
noch besser aufeinander abgestimmt haben. Auch wenn das Resultat letztlich
schlecht blieb, die Konstruktivität, die flüssigen Spielzüge in Richtung
gegnerisches Gehäuse konnten in Teilen den Realität gewordenen, abermaligen
Verlust dreier Auswärtszähler wenigstens ideell auffangen. Dieser erreichte
virtuelle Wert entschädigt zwar nicht für die Niederlage, verhindert aber eine
sonst nach Auswärtsniederlagen nicht unübliche Frustration und Depression schon
gewaltig.
Vom Gesichtspunkt der individuellen Leistung
innerhalb des doch homogenen Mannschaftsgefüges sei an diesem
flutlichtgetränkten Freitagabend die Darbietung von Federico Insúa
hervorgehoben. Alle Aktionen des Argentiniers hatten „Hand und Fuß", wie man
dies sprichwörtlich zu sagen pflegt. Darüber hinaus gefiel der erwähnte Oliver
Kirch, der in seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an seit fast drei Jahren
Ansätze zeigte, die ihm berechtigte Chancen auf eine gute Rolle in dieser
Saison einräumen sollten.
Tor: 1:0 Schroth (5.)
Nürnberg: R. Schäfer - Reinhardt, A. Wolf, Glauber, Kristiansen (Mintal 63)
- Polak, Galasek (Pinola 27), Banovic, Mnari - Saenko, Schroth (T. Paulus 90).
Borussia: Keller - Bögelund, Svensson, Zé António, Jansen -
Kirch, Polanski, Insúa, El Fakiri (Sverkos 83) - Delura (Kahê 46) Neuville.
Ersatz: Heimeroth (Tor), Helveg, Levels, Thijs,
Rafael.
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)
Zuschauer: 46.780 (ausverkauft)
Datum;
Spieltag: Freitag, 18. August 2006; 2. Spieltag 2006/07
Gelbe Karten (Borussia): Delura, Zé António, Insúa
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Ausgelöst durch den neuen TV-Vertrag der Bundesliga
fand erstmals seit dem 27. April 2001 (0:1 am Bökelberg gegen Arminia
Bielefeld) wieder ein reguläres
Bundesligaspiel der Borussia an einem Freitagabend statt. Zuletzt an einem
Freitag aktiv war Borussia in der vergangenen Saison beim Saisoneröffnungsspiel
in München (0:3 gegen Bayern München). Erstmals seit dem 4. Oktober 2003 (0:2
beim Hamburger SV, 2. Spiel der Ära Holger Fach) stand der 2003 vom SC Verl
verpflichtete Oliver Kirch in einem Bundesligaspiel von Beginn an für die Borussia
auf dem Feld.
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