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Home Spielberichte Bor. Mönchengladbach - Bayer Leverkusen 1:3
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Bor. Mönchengladbach - Bayer Leverkusen 1:3 |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Samstag, 06 Dezember 2008 |
Manchmal versinnlicht ein einziger Spieler die verschiedenen
Rollen der kompletten Mannschaft. Am Samstagabend im Borussiapark war das Steve
Gohouri. Rolle eins: „der verhinderte Torschütze". Nach Levels‘ gelupftem
Zuspiel hätte Gohouri in der 22. Minute sein Team um Haaresbreite in Führung
gebracht. Der Ivorer, durch Levels‘ Lupfer in Szene gesetzt, legte den Ball geschickt
an Adler, knapp aber auch am Tor vorbei. Rolle zwei, nur drei Minuten später: „das Opfer des
Schicksals". Im Mittelfeld schien Gohouri einen gegnerischen Angriff durch eine
beherzte Grätsche zu unterbinden, schoss dabei unglücklich Mannschaftskameraden
Christian Dorda an, von dessen Bein ein Querschläger noch unglücklicher zur
unfreiwilligen Vorlage für Stefan Kießling wurde. Der konnte somit allein auf
Gladbachs Tor zueilen und die zu diesem Zeitpunkt überaus glückliche Führung
für die Gäste erzielen. Das Tor nahm bei Gohouri seinen Ausgangspunkt,
ernsthaft zur Verantwortung ziehen konnte ihn dafür aber niemand. Anders war das in der 37. Minute, die uns zu Rolle drei
bringt: „der Überforderte". Zunächst brachte Gohouri ohne jede Bedrängnis per
Fehlpass den Leverkusener Dum ins Spiel. Nachdem der Ball auf dem rechten
Flügel zu Kadlec gelangt war und dieser das Laufduell gegen Gal Albermann
mühelos gewonnen hatte, trabte in der Mitte Gohouri gemächlichen Schrittes Richtung
Tor und blickte interessiert gen Ball, anstatt Stefan Kießling im Auge zu
behalten. So konnte dieser nach Kadlecs Querpass unbehindert zum 2:0 einschieben.
Eine Minute später die Wiederaufnahme von Rolle eins: Nach Marins Ecke wuchtete
Gohouri den Ball per Kopf Richtung Tor, Tranquillo Barnetta aber konnte
vielleicht vor, vielleicht auf, vielleicht auch knapp hinter der Torlinie
klären. Ganz aufklären ließ sich das auch durch die Fernsehbilder nicht.
So wie Gohouri präsentierte sich auch die Gladbacher
Mannschaft: leidenschaftlich und engagiert, mehrfach haarscharf am Torerfolg
scheiternd, in manchen Szenen mit reichlich Pech, gerade in der Defensive aber
auch mit unglaublichen Fehlern. Hans Meyer hatte sich überraschend dafür
entschieden, diesmal mit zwei Spitzen zu beginnen, so dass Roberto Colautti
neben Rob Friend stürmte. Gleich in der 1. Spielminute hätte sich das beinahe
bezahlt gemacht, als Colautti nach Marins Freistoßflanke frei zum Kopfball kam,
aber per Kopf nur den Pfosten traf. Die Borussia zeigte sich gegenüber der
desolaten ersten Halbzeit gegen Cottbus stark verbessert. Von Leverkusen war
außer zwei untauglichen Versuchen, Christopher Heimeroth per Heber aus der
Distanz zu überwinden, kaum etwas zu sehen, und so brauchte es schon des
Querschlägers in der 25. Minute um Bayer ins Spiel und sogar in Führung zu
bringen. Die Gladbacher bemühten sich nach Kräften um den Ausgleich und wurden
vor allem gefährlich, wenn Marin ruhende Bälle in den Strafraum schlug. Dennoch
stand zur Pause ein 0:2, das sogar noch ein Tor höher hätte ausfallen können,
wenn Barnetta kurz vor der Pause seine Schusschance besser genutzt hätte.
Besser machte es in der 54. Minute Patrick Helmes, der nach
simplem Doppelpass mit Stefan Kießling frei aus Gladbacher Tor laufen durfte
und den Ball zwischen Heimeroths Beine hindurch zum 3:0 ins Tor schob. Und
hätte Gohouri Helmes nur eine Minute später nicht noch knapp vor der
Strafraumgrenze von den Beinen geholt, die Gäste hätten womöglich noch einen
Treffer nachgelegt.
Vor knapp einem Monat hatte Bayer 04 in Karlsruhe eine
3:0-Führung noch aus der Hand gegeben. Kurzzeitig werden Bruno Labbadia
diesbezüglich ungute Erinnerungen gekommen sein. In der 61. Minute nämlich
verkürzte die Borussia in Person von Tony Jantschke, der eine Freistoßflanke
Marins per Kopf ins Tor verlängerte. Jantschke, dem Hans Meyer nach seinem
guten Debüt gegen Cottbus quasi eine Einsatzgarantie ausgestellt hatte, lief
von Beginn an im defensiven Mittelfeld auf und gehörte zu Gladbachs
Aktivposten. Die Borussia drückte nach dem 1:3 mit Macht auf den Anschlusstreffer,
wobei vor allem zwei Spieler in den Vordergrund traten, auf die Meyer zunächst
verzichtet hatte: Michael Bradley und Alexander Baumjohann.
Baumjohann war zur Pause für den gerade auch defensiv
enttäuschenden Gal Albermann eingewechselt worden, Bradley folgte in der 63.
Minute für Patrick Paauwe. Zwei Minuten später schickte Baumjohann Bradley,
dessen strammen Schuss Adler nicht festhalten konnte. Den Abpraller aufnehmend,
hatte Rob Friend das ganze Tor zur freien Verfügung, schaffte es aber, den noch
halb liegenden Adler anzuschießen. Fünf Minuten später legte Friend Baumjohanns
Flanke geschickt auf Bradley ab, der sich aber einen Tick zu langsam um die
eigene Achse drehte, so dass der aus dem Tor stürzende Adler den Schuss aus
kurzer Distanz gerade noch abblocken konnte.
Die Borussia spielte in dieser Phase teilweise sehr
ansehnlichen Fußball, allein die Chancenverwertung und René Adler hinderten sie
daran, es den Karlsruhern gleichzutun. Nach und nach aber schwand der Glaube
und verebbten die Gladbacher Angriffswellen. Auch die Einwechslung Matmours für
Friend konnte daran nichts mehr ändern. So standen am Ende die dritte
1:3-Niederlage in Folge und der Sturz auf den letzten Tabellenplatz.
Pessimisten werden auf die kapitalen Schnitzer in der Abwehr und die
mangelhafte Chancenverwertung verweisen, Optimisten darauf, wie viele
exzellente Chancen sich die Borussia überhaupt erarbeiten konnte.
Borussia: Heimeroth - Levels, Gohouri, Daems, Dorda - Jantschke
- Alberman (Baumjohann 46), Paauwe (Bradley 63) - Marin - Colautti, Friend
(Matmour 82).
Bayer Leverkusen: Adler - Castro, M. Friedrich, Henrique, Kadlec -
Rolfes - Barnetta, Renato Augusto (Hegeler 86), Dum (Djakpa 67) - Helmes (Gekas
86), Kießling.
Tore: 0:1, 0:2 Kießling (25., 37.), 0:3 Helmes (54.), 1:3 Jantschke
(61.)
Schiedsrichter:
Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer:
44.161
Gelbe Karten (Borussia):
Paauwe, Daems, Baumjohann
Besondere Vorkommnisse: Die Borussia blieb im 17. Bundesligaheimspiel in
Folge gegen Bayer Leverkusen sieglos. Dabei war es im 27. Heimspiel erst das
dritte Mal, das Bayer mehr als zwei Tore in Gladbach erzielen konnte. Zum
ersten Mal in einer Bundesliga-Startelf stand auf Gladbacher Seite
U19-Nationalspieler Tony Jantschke, der gleich seinen ersten Bundesligatreffer
erzielen konnte.
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