Bundesliga 2011/2012

Tabelle

Intern / Interaktiv

Impressum
Home arrow Christian Spoo arrow SEITENwechsel, der 73.
SEITENwechsel, der 73. Drucken
Geschrieben von Martin Zierold   
Mittwoch, 04 Februar 2009

Image Martin hat sensationelle Neuigkeiten: Die Rückrunde hat begonnen! Er bringt auch neue Erkenntnisse: Nichts ist besser als letztes Jahr, deswegen überspringen wir am besten 2009 komplett. Wir reiben uns verwundert die Augen: Fußball? Borussia? Echt? Geht's schon wieder weiter? Wie gerne wären wir jetzt ein Murmeltier, doch es bleibt uns nichts übrig: Wir müssen beim VfLog antworten.

Lieber Joachim,

zunächst einmal wünsche ich Dir und mir ein frohes neues Jahr! Nach aktuellem Stand kann es sich dabei nur um 2010 handeln, denn 2009 hat genauso doof angefangen, wie 2008 endete. Ganz stimmt das natürlich nicht, Silvester war schön und Neujahr auch. Doch fußballerisch läuft alles ganz wie eh und je, wobei sich unser Trainerhans offenbar zwar im Ergebnis an den Jahren 2008 und vorherige (mit Ausnahme der läppischen 12 Monate Liga 2) orientiert, in der Spielweise aber an 1959. Da ist es auch nachvollziehbar, dass Marin nicht spielt, schließlich war der noch gar nicht geboren. Logisch, dass er nur auf der Ersatzbank landet.

Joachim, ich frage mich, ob wir gute Vorsätze fassen sollen für das neue Jahr. Wie wäre es, wir widmen unsere Briefe um in einen Lektürekreis für konkrete Poesie? Dann könnten wir Originelleres und Abwechslungsreicheres schreiben, beim Thema Fußball fühle ich mich inzwischen wie in einem ewigen Murmeltiertag, der passenderweise ja ohnehin tatsächlich gerade war. Aber Du bist wahrscheinlich gnädig gestimmt wie viel zu oft bisher. Komm mir jetzt nicht mir „Wir haben Stuttgart 70 Minuten dominiert, das ist ein Anfang!“ Mit 8,5 Abwehrspielern haben wir trotzdem ein Tor bekommen und keins geschossen. Das ist die Wahrheit, und ich wünschte Heinz von Foerster hätte recht, dass diese die Erfindung eines Lügners sei. Und Stuttgart ist nach dem Bayernspiel nun wirklich nicht gerade in Topverfassung.

Am Wochenende kommt nun also der Herbstmeister, und auch wenn man in Hoffenheim vielleicht noch nicht ganz im Tritt ist nach den Rückschlägen der Winterpause, ist Borussia doch klarer Außenseiter. Man stelle sich das vor und denke an die Tabelle der zweiten Bundesliga der letzten Saison. Wie haben sich diese beiden Vereine entwickelt, vom souveränen Meister zum Abstiegskandidaten und vom No Name, der überraschend aufsteigt, zum heimlichen Lieblingsklub all jener, die schönen Fußball lieben und nicht zugeben wollen, dass es den derzeit auch in Leverkusen gibt.

Aber ich eile zu weit in die Vergangenheit und zu weit in die Zukunft. Sprechen wir erst noch einmal über die Winterpause. Unsere Borussia hat ja wieder einmal getan, was sie des Winters tut: Während die Eichhörnchen im Herbst Nüsse sammeln, um sich für den Winter zu rüsten, schafft Borussia alljährlich im Winter Spieler aus aller Welt an, um im Frühjahr Vorrat zu haben. Wer pro Jahr sechs Spieler feuert, muss eben auch welche auf Halde haben, sicherheitshalber. Doch was halten wir von den konkreten Nasen? Bailly, Dante sind die Guten? Stalteri ein altes Wrack? Und wie gehen wir damit um, dass Borussia zwar diesmal nicht nur malade Spieler von früher kauft, aber die eigenen Talente wie Marin nach Strich und Faden demotiviert und aufs Abstellgleis stellt? Der HSV reibt sich die Hände.

Ach, es gibt schon wieder in diesem jungen Jahr so viel an meinem VfL, das mich verärgert, nervt, beängstigt. Wie sagte Niklas Luhmann: Fast alles könnte anders sein, und fast nicht können wir ändern. Das ist das VfLebensgefühl.

Sprechen wir über konkrete Poesie. Eines meiner Lieblingsgedichte geht so:

SAU
AUS
USA

Aber selbst dieses Feindbild ist ja mit dem neuen Jahr verloren gegangen. So dass wir nur nach an Borussia verzweifeln können. Trübe Aussichten für die nächsten elf Monate. Oder kannst Du etwas Sonnenschein spenden? 
Fragt bang in Reclamheftchen blätternd,

Dein Martin