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Geschrieben von Martin Zierold
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Donnerstag, 19 Februar 2009 |
Martin erfindet einen neuen Ausdruck und ernennt ihn gleich zum "Wort des Jahres", das zeugt von Selbstbewußtsein. Nur: Was meint er? Die Begriffsdeutung ist genauso wenig offensichtlich wie die Lehren, die wir aus dem Bremen-Spiel ziehen. Nächste Woche sind wir klüger oder auch nicht (auf jeden Fall sind wir dann eine Woche älter). Bis dahin spielen wir Fernschach mit den beiden Dantes. Das Vorgeplänkel lest Ihr beim VfLog, anschließend eröffnet Martin weiter unten die Partie.
Lieber Joachim,
es ist wieder mal so schön, von Dir zu lesen. Du schaffst es, auch aus zutiefst deprimierenden Entwicklungen noch einen Funken Zuversicht zu schlagen. Mir geht es anders. Ich bin zutiefst deprimiert, was ja prinzipiell nichts Neues ist, aber immerhin zunehmend fakten- statt sorgenbasiert. Auch wenn wir erst Februar haben, möchte ich zwei große Thesen für das Jahr 2009 wagen:
1. Das Wort des Jahres wird „Abwackprämie“ werden.
2. Wenn Hans Meyer die Fohlenelf am Ende der Saison bei der DFL abgibt, wird man ihm schweigend 2.500€ in die Hand drücken, die Schrottpresse anwerfen und ein kleines, handliches Paket in die 2. Liga schieben.
Seien wir ehrlich, wir können einpacken. Bailly kann zwar Tore verhindern, aber keine schießen, und genau dies wäre notwendig, um vom 18. Platz wegzukommen. Ich fürchte, ich spreche hier für Hans Meyer eine Sensation aus, aber mit Unentschieden hat noch keine Mannschaft den Abstieg verhindert, dafür braucht es Siege. Es ist daher unbegreiflich, warum wir in diesem Jahr noch nie auf Sieg gespielt haben. Die einzige Erklärung, die einen nicht am Verstand unseres Trainers zweifeln lässt: Die Jungs können es wirklich nicht. Dies wiederum wäre in der Tat bitter, würde aber an der Perspektive nichts ändern.
Oder kann uns doch noch Dante retten aus dem Wald des Abstiegskampfes? Werden wir irgendwann aus dem Himmel der Champions League zurückblickend seufzen:
„Wie schwer ist’s doch, von diesem Wald zu sagen,
Wie wild, rauh, dicht er war, voll Angst und Not;
Schon der Gedank’ erneuert noch mein Zagen.Nur wenig bitterer ist selbst der Tod.“
Vielleicht erleben wir das noch. Aber vorher müssen wir wohl noch einige Kreise der Hölle durchschreiten. Schön immerhin, dass wenigstens die belgischen Medien ganz ohne Häme Gefallen an der Lage Borussias finden. Dieses Land irrtiert mich doch immer wieder, gibt es dort wirklich so wenig gute Fußballer, dass eine Berufung in die Elf des Tages des kickers derartigen landesweiten Freudentaumel rechtfertigt? Oder ist einfach Bailly so was wie ein belgischer Popstar, der besondere Aufmerksamkeit erfährt? Vorstellen kann man sich das bei ihm ja irgendwie, der Beckham des Fünf-Meter-Raums…
Joachim, ich bin müde. Ich versuche einmal mehr, unser Gespräch, vor allem aber meine Gedanken, in andere Gefilde zu führen, weg von Borussia, weg von der Bundesliga, weg von Platz 18. Wollen wir nicht lieber Fernschach spielen? e2-e4.
Nächste Woche mehr. Und am Ende der Saison einigen wir uns auf ein Remis, OK?
Von Sieger zu Sieger,
Dein Martin
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