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Home 2006/07 03, H, BL, Bielefeld
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Borussia M'gladbach - Arminia Bielefeld 1:0 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Samstag, 26 August 2006 |
Durch einen 1:0-Heimerfolg über Arminia Bielefeld hat die Borussia am
Samstagnachmittag die ersten drei Spieltage der laufenden
Bundesligasaison doch mit sechs Zählern auf dem Konto beenden können.
In einem blassen Spiel ohne viele Höhepunkte war Carlos Eduardo de
Souza Floresta, kurz Kahê, während der zweiten Halbzeit der umjubelte
Siegtorschütze auf Seiten der Heynckes-Mannschaft. Ansonsten
beschränkten sich beide Mannschaften weitgehend auf die Neutralisierung
ihres Gegners, wobei die Borussia in der Phase zwischen der 35. und der
60. Minute ihre stärksten Momente hatte, hernach allerdings die
Spielkontrolle konsequent den mit zunehmender Spielzeit couragierten
Gästen aushändigte und letztlich froh sein darf, dafür nicht wenigstens
mit dem Ausgleich bestraft worden zu sein.
Nur mit einer Umstellung reagierte Jupp Heynckes
auf die Niederlage in der Vorwoche beim 1. FC Nürnberg, er beorderte Neuzugang
Michael Delura für Kahê, wie auch schon in der 2. Halbzeit in Franken, auf die
Auswechselbank. Ansonsten beließ es der Trainer der Borussia bei exakt
derselben Aufstellung, der in der Vorwoche gut spielende Oliver Kirch durfte
abermals von Beginn an mittun.
Die ersten gut zehn Spielminuten der Partie
verliefen zwar zügig, jedoch ohne wirkliche Tornähe beider Mannschaften. Die
Borussia postierte sich zwar schleichend immer stärker in der Hälfte der
ostwestfälischen Gäste, doch hatte ihrerseits auch Acht zu geben, deuteten die
mit Jörg Böhme und Bernd Korzynietz angetretenen doch immer mal wieder kurz an,
dass sie über zügige Tempogegenstöße gedachten für Gefahr zu sorgen. Erst in
der 10. Minute dann eine erste Möglichkeit, doch der von Oliver Neuville
getretene Freistoß aus zentraler Position wurde von einem Gästeakteur zum
Eckball abgewehrt. Schon nur zwei Minuten später konnten die etwa 40.000
Zuschauer an der Hennes-Weisweiler-Allee fast Borussias beste Möglichkeit der
gesamten ersten Spielhälfte begutachten, doch Polanski war zu überrascht um den
von Bielefelds Keeper Hain nicht abgefangenen Freistoßball Neuvilles zu
verwerten.
Auf der Gegenseite die Bielefelder, die ihrerseits
nach etwa zwanzig Minuten eine erste längere Phase in der Hälfte der Borussia
zubrachten. In der 23. Spielminute erhielten sie einen Freistoß aus
halbrechter, erheblich strafraumnaher Position, den unter den Pfiffen des
Heimpublikums Borussias ehemaliger Spieler Jörg Böhme knöcheltief in Borussias
Abwehrmauer drosch. An diesen Freistoß schloss sich seitens der Gäste ein wenig
Courage an und so gehörte der Abschnitt bis zur 35. Minute hauptsächlich den
Arminen, die einige Male (u.a. über Masmanidis) beinahe frei vor Kasey Keller
auftauchen durften, doch das weniger akkurate Defensivspiel in Borussias
zentralem Mittelfeld, das jeder dieser angedeuteten Möglichkeiten vorausging,
konnte letztlich von einem völlig aufmerksamen Keller ausgebügelt werden.
Erst mit der 35. Spielminute setzte bei der
Borussia wieder eine signifikantere Vorwärtsbewegung ein, festgemacht werden
durfte dies vor allem an einem guten Kombinationsspiel von Marcell Jansen und
Hassan El Fakiri. El Fakiri konnte dann, fast bis zur Grundlinie
durchgebrochen, auch noch einen störenden Bielefelder zur Seite schicken, doch
anstatt den Ball in den Strafraum zu bringen, produzierte der ehemalige Spieler
des AS Monaco einen unterdurchschnittlichen Torschuss, der eine kümmerlich
leichte Beute für den Gästetorwart blieb. Immerhin jedoch wusste die Borussia
einen Vorstoß wieder abzuschließen, wie man nämlich festhalten musste, war
fernab allem einzuräumenden Bemühen gerade die Präzision und der Abschluss das
Problem der Elf von Kapitän Keller.
In dieser Spielphase schien diese Problematik
jedoch zu verwischen, denn auch drei Minuten später suchte Oliver Kirch, der
nunmehr besser ins Spiel kam, den Abschluss. Er fand ihn nicht und so hatte die
Borussia infolge eines Remplers zum Nachteil von Bernd Korzynietz an ihrer
eigenen Sechzehnmeterlinie abermals einen gefährlichen Standard der Gäste zu
überstehen - glücklicherweise verfehlte der Kopfball von Marcio Borges in den
Bielefelder Farben das Borussengehäuse.
Wer zu dieser Zeit nach Differenzen zwischen der
vergangenen und der aktuellen Saison im Borussenspiel fahndete, bekam dies in
den zwei restlichen Gelegenheiten vor dem Halbzeitpfiff vor Augen geführt.
Zunächst war es Nationalspieler Marcell Jansen der einen Flankenlauf über die
linke Seite überaus geistesgegenwärtig mit einer Ablage in den Rückraum
abschloss, jedoch Pech hatte, dass Abnehmer Kirch mit seinem Versuch an den
Ausmaßen des Tores scheiterte. Hernach führte Federico Insúa mustergültig eine
Eigenschaft vor Augen, die man sich in den letzten Jahren von seinem Vorgänger
Thomas Broich immer sehnlichst gewünscht hatte. Als er, in einer
Tempogegenstoßsituation auf Höhe der Mittellinie am rechten Rand des
Spielfeldes, von seinem Bielefelder Gegenspieler am Weiterspiel gehindert zu
werden schien, brillierte Insúa mit einem unwiderstehlichen Vorwärtsdrang. Dass
er diese Situation noch dadurch abschließen konnte, dass er Kahê zu einer
nennenswerten Torchance (45.) verhalf, blieb die Sahne auf jenem Kuchenstück.
Ob der in den Minuten vor der Halbzeit offenbarten
Drangphase verkniff sich Jupp Heynckes Wechsel während der Halbzeitpause,
musste aber wenige Sekunden nach Wiederbeginn wie die mit der Borussia
fiebernden Zuschauer mit Entsetzen mitansehen, wie Verteidiger Zé António
völlig desorientiert mit einem kapitalen Schnitzer im Aufbauspiel Jörg Böhme
zum Torerfolg quasi einzuladen schien. Erfreulich wenigstens, dass Böhme ebenso
verblüfft war und aus dieser Leichtfertigkeit kein Kapital zu schlagen wusste.
Offensichtlich aufgewühlt von dieser Situation arbeitete sich die Borussia
wieder kontinuierlich in die Nähe des Bielefelder Tores und versuchte, ob über
Neuville oder Kirch oder den weite Wege absolvierenden Kahê, Situationen zu kreieren.
Diese Entschlossenheit mündete um die sechzigste
Minute herum in eine Art Powerplay. Das Spiel hatte unweigerlich seinen
Höhepunkt erreicht, als Korzynietz in allerletzter Sekunde vor dem
einschussbereiten Insúa zur Ecke klären konnte, seine Mitspieler es bei dem
folgenden Standard aber nicht verhindern konnten, dass Kahê mit all seiner
physischen Wucht den zwischenzeitlich nun längst verdienten Führungstreffer für
Borussia herbeiführte.
Die Borussia in Führung, den Großteil der Zuschauer
erfreute dies. Und auch die Borussia schien von sich selbst so überwältig, dass
sie schließlich fast komplett ihre Offensivbewegungen einstellte und quasi
mehrheitlich beschloss sich in stupiden Abwehrmanövern zu trainieren. Richtiger
umschrieben, zog sie sich zu weit in ihre eigene Hälfte zurück, überließ den
Gästen völlig die Initiative und den Ballbesitz und ließ ihre eigenen
Angriffsversuche durchgehend dürftiger werden. So hatte sie sich nicht zu
wundern, dass Bo Svensson, im Grunde als Turm in der Schlacht, mehrfach mit
seinem Kopf klärend zur Stelle sein musste. Auch nicht wundern durfte sie sich,
dass Marcell Jansen nach 70 Minuten als Nothelfer Retter zu spielen hatte, als
er dem gerade eingetauschten Bielefelder Kucera, der frei vor Keller den Ball
in den Fuß gespielt bekam, das Spielgerät im letzten Moment noch vom Spann
spitzeln konnte; Ndjeng hatte blitzartig mit einem einzigen Paß die defensive
Schaltzentrale um den (angeschlagenen) Eugen Polanski ausgehebelt.
Sicherlich waren die Bemühungen der Arminen, die
nun erheblicher den Weg zum Borussentor suchten, nicht von oberster
Güteklasse, jedoch unterbot sich die Borussia während dieser Phase in
Gruseligkeiten. Keine ordentliche Bewegung zum Ball wurde mehr vollzogen,
selten endete ein Zuspiel beim Mitspieler, kaum wurde in dieser Phase agiert.
Hatte Borussia vor und nach der Pause ihre beste Phase der Partie, nach dem
Führungstreffer begann ihre abscheulichste. Sie schwamm, ließ sich treiben und
blieb selbst ihr hartnäckigster Widersacher. Trotzdem hielt Jupp Heynckes bis
zur 81. Spielminute an seiner Anfangskomposition fest und entschied sich erst
dann für einen Doppelwechsel, der Delura und Thijs neunminütige Spielpraxis
vermitteln konnte. Weiterhin änderte sich an dem nun vorherrschenden Bild an
der Hennes-Weisweiler-Allee nichts, Borussia wurde defensiv gebunden, wirkte
zeitweise ein noch bisschen überforderter, mogelte sich letztlich aber noch am
bösen Ende lang. Beinahe hätten die wackeren Arminen, denen am Ende vor allem
Zielwasser fehlte, sogar noch einen zweiten Gegentreffer durch einen Eckball
kassiert, doch Hain vermochte den platzierten Kopfball von Thijs in der
Nachspielzeit mit der Brust auf der Torlinie zu blockieren.
Vom individuellen Gesichtspunkt her gefielen bei
der Borussia, dem Siegerteam, der sich aufopfernde Kahê und
Abwehrspieler Bo
Svensson, auf den defensiv Verlass war und der dem wesentlich
beschäftigungsfreieren Kasey
Keller freundlicherweise das Gros jener Aufgaben vorenthielt. Positiv
anzumerken ist darüber hinaus auch, dass die Mannschaft (so sehr man
ihr ob
dieser Leistung fußballerische und auch taktische Mängel vorhalten
kann) sich
bis zum Schluss als arbeitendes Team bewähren wollte und konnte. So
wird von
dieser Begegnung in erster Linie das Ergebnis in der Erinnerung haften
bleiben,
da Trainer Heynckes sich in der nun anstehenden Spielpause (bis zum
Pokalspiel
gegen Roßbach) den angedeuteten Mängeln in eingehender Form abermals
widmen
können sollte. Insofern gilt es also vordergründig das Ergebnis zu
verbuchen
und zu registrieren, dass sich doch schon sechs Zähler auf dem Konto
angesammelt haben. Zähler, die selbstredend Verpflichtung sind, sich
ausdauernd fürsorglich der weiterhin vorhandenen und hier vereinzelt
doch
in eklatanter Weise zu Tage gekommenen Mängel im Spiel zu widmen.
Tor: 1:0 Kahê (60.)
Borussia: Keller - Bögelund, Svensson, Zé António, Jansen - Kirch, Polanski
(Thijs 81), Insúa (Helveg 87), El Fakiri - Kahê (Delura 81), Neuville
Ersatz: Heimeroth (Tor), Sverkos, Levels, Thijs,
Rafael.
Bielefeld: Hain - Korzynietz,
Westermann, Borges, Schuler - Kauf - Kamper, T. Marx (Kucera 56), Masmanidis,
Böhme (Kobylik 78) - Eigler (Ndjeng 65).
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 41.129 (76,13 %)
Datum;
Spieltag: Samstag, 26. August 2006; 3. Spieltag 2006/07
Gelbe Karten (Borussia): -
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Erstmals trat Jörg Böhme, der im Sommer die
Borussia verlassen hatte, wieder in einem Punktspiel gegen sie an. Mit Bernd
Korzynietz stand ein weiterer ehemaliger Borussenspieler für Bielefeld aktiv am
Ball.
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