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Bayern München - Bor. Mönchengladbach 2:1 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Samstag, 02 Mai 2009 |
Ohne Auswärtspunkt kehrt die Borussia vom heutigen 30. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga heim. Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer bot im Münchener WM-Stadion über zwei Spielhälften eine ordentliche Defensivleistung, ihr unterliefen allerdings vor dem Halbzeitpfiff in zwei Situationen Fehler, die die gastgebenden Bayern von Jupp Heynckes zu zwei Toren nutzen konnten. Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und der türkische Auswahlspieler Hamit Altintop trafen dabei für den Deutschen Meister, Filip Daems war bei der 1:2-Niederlage für die Borussia per Foulelfmeter erfolgreich.
Ohne den gelbgesperrten Alexander Baumjohann, der ja in
der kommenden Saison dem Kader des FC Bayern München angehören wird, reagierte
die Borussia mit Umstellungen auf die seit dem Remis gegen Arminia Bielefeld am
letzten Wochenende zum Schlechten veränderte Ausgangssituation im Abstiegskampf.
Trainer Hans Meyer entschied sich gegen den ehemaligen Verein des in der
Vorwoche geschassten Jürgen Klinsmann mit einer massiv defensiven
Grundausrichtung anzutreten: für den erwähnten Baumjohann rückte Tobias Levels
in die Startelf, Marko Marins Platz in der Anfangsformation übernahm Jan-Ingwer
Callsen-Bracker, der im Kalenderjahr 2009 erstmals von Beginn an auflaufen
durfte. Borussias defensiver Mittelfeldspieler Tomas Galasek verschob sich hierbei
zugunsten Callsen-Brackers auf eine Spielposition neben und teilweise auch
hinter die Innenverteidigung.
Gleich von Spielbeginn an wurde somit deutlich, wie sich
die Borussia das Auswärtsspiel bei ihrem ihr längst über den Kopf gewachsenen
alten Rivalen von der Isar angehen wollte: sie probierte solide zu verteidigen,
den durch den vollzogenen Trainerwechsel gewiss euphorisierten Bayernspielern
in Borussias eigener Hälfte möglichst wenig Raum zu bieten. Nicht allein direkt
im Zentrum vor Logan Bailly sollten die Bayernspieler keinen Raum haben, die
Außenbahnen blieben gleichermaßen defensiv besetzt.
Dort sollte, was im Spielverlauf jedoch nur auf der linken
Abwehrseite ausreichend genug gelang, vor allem die Gefahr der nachrückenden
Außenverteidiger eingedämmt werden. Mit Karim Matmour in vorderster Front, der
wie gegen Bielefeld sich unermüdlich um den Gewinn und den Erhalt des
Spielgeräts mühte, hatte Hans Meyer seiner Elf die Anspielstation nicht
verwehrt, die sie auch einmal mit einem sogenannten langen Ball auf die Reise
schicken konnte.
Die Taktik der Borussia funktionierte in beachtlichem
Maße, den gastgebenden Bayern gelang es in den ersten fünfzehn Minuten allenfalls
durch einen Freistoß des Lukas Podolski eine Tormöglichkeit zu erhalten (9.).
Abgefälscht von Tomas Galasek sprang für den FC Bayern bei dem Versuch des
zukünftigen Kölners sogar noch eine Eckballsituation heraus, auf der Gegenseite
hatte sich Karim Matmour zwischenzeitlich mehrfach vergeblich um die
Aufrechterhaltung des kurz zuvor erzielten Ballbesitzes bemüht und Jan-Ingwer
Callsen-Bracker köpfte bei Borussias erstem Eckball (12.) zu ungenau.
Erstmals ein wenig Unordnung in die geordnet
verteidigenden Borussenreihen brachte eine zweite Freistoßsituation für die
Gastgeber in der 32. Minute, von der rechten Angriffsseite des FC Bayern kam so
ein tückisch fliegender Ball in den Sechzehnmeterraum der Borussia, den Filip
Daems mit seinem Abwehrversuch beinahe in das eigene Tor geköpft hätte. Die wenige
Situationen später ausgeführte Ecke der Gastgeber zeigte sich dem Borussentor
schon erheblich näher: Abwehrspieler Lucio traf den Pfosten. Die Borussia
konnte den Abpraller zwar aufnehmen, rückte aber in der Konsequenz zu weit mit
auf und fing sich dadurch vor Torwart Bailly zu viele freie Räume ein, in die
ein Ball auf Luca Toni und dessen Torschussflanke auf den am langen Pfosten
gegen Paul Stalteri siegreich grätschenden Schweinsteiger dem Favoriten dieses
Spiel die 1:0-Führung ermöglichte.
Wie aus manchem Spiel bekannt, so zog sich auch jetzt in
dieser Begegnung die in Führung liegende Elf (die in der ersten halben Stunde
der Begegnung zweifelsfrei einen hohen Aufwand betrieben hatte) ein wenig vor
das eigene Tor zurück. Der Borussia gelangen so mehrere Ballstafetten, die bei einzelnen
Beobachter einen Eindruck hinterlassen konnten. Viel wichtiger aber noch, die
Bayern ermöglichten der Borussia in der 37. Spielminute durch ein ihrem
Strafraum bedenklich nahes Foulspiel einen Freistoß, den Michael Bradley
ausführte und Bayerntorwart HansJörg Butt nur unzureichend abwehren konnte. Der
aufgerückte Roel Brouwers, der sich um den Abpraller bemühte, wurde von dem früheren
Leverkusener Schlussmann anschließend noch gefoult und so blieb Schiedsrichter
Babak Rafati keine andere Möglichkeit: Strafstoß für die Borussia.
Anders als im vorherigen Auswärtsspiel in Frankfurt, kümmerte
sich in dieser Situation gleich Mannschaftskapitän Filip Daems um diese Chance.
Und der belgische Nationalverteidiger enttäuschte die in ihn gesetzten
Hoffnungen nicht (37.), er erzielte den von Borussenseite vielumjubelten
Ausgleich.
In den an dieses Tor anschließenden Minuten suchte der gastgebende
FC Bayern von Trainer Heynckes dann zunächst den soliden Ballbesitz, die
Borussia probierte hier und da einen eroberten Ball in Richtung Bayerntor zu
lancieren. Dies gelang ihr nicht in einer nachdrücklichen Art und Weise. Und
weil Jan-Ingwer Callsen-Bracker in der 42. Minute ein Zuspiel von Lukas
Podolski auf den durchstartenden Hamit Altintop nicht unterbinden konnte, war
es den Gastgebern schließlich doch möglich am Ende der 1. Halbzeit mit einer
Pausenführung in die Katakomben zu entschwinden. Diese war ganz gewiss dem
Spielverlauf entsprechend, dennoch aus Borussensicht eben sehr unnötig und ausnahmslos
vermeidbar.
Unverändert kamen die Bayern und die Borussia aus der
Pause. Die Borussia konzentrierte sich auch im Anschluss an den Wiederbeginn
des Spiels zunächst in vollem Umfang auf die Verteidigung des eigenen Tores und
ihr gelang dies in der Anfangsviertelstunde des zweiten Spielabschnitts auch.
Erst in der 60. Spielminute zeigte sie in der Abwehrbewegung einen Schnitzer,
den Luca Toni fast genutzt hätte. Doch Paul Stalteri war noch rechtzeitig und
klärend zur Stelle. Zwei Minuten später war es erneut der italienische Stürmer,
der vor einem Torerfolg zu stehen schien, doch vergab der ehemalige Angreifer
des AC Florenz in jener Szene die Chance per Kopf in ebenso kläglicher Form wie
später es ihm nicht gelang ein aussichtsreiches Zuspiel von der rechten
Angriffsseite (gewinnbringend) in Richtung Borussentor zu berühren; würde sich
der FC Bayern in Abstiegssorge befinden und hätte er nicht seine Tauglichkeit
schon längst nachgewiesen, der bei den Schiedsrichtern so gern lamentierende
und reklamierende hätte sich von den Zuschauern und den Sportjournalisten der
Bundesrepublik damit bestimmt das ein oder andere abschätzig gemeinte
Gesamturteil gesichert.
Die erwähnten Minuten zwischen der 60. und der 70.
Spielminute blieben die offensivfreudigsten der Gastgeber nach dem
Seitenwechsel. Sie beschränkten sich ansonsten auf das Nötigste und hofften mit
fortschreitender Spieldauer von der Borussia zu Tempogegenstößen und
vergleichbaren Situationen eingeladen zu werden. Die Borussia, die über 65
Minuten und mit den gewohnten Aussetzern beachtlich verteidigt hatte, tat den
Bayern diesen Gefallen in der erhofften Form jedoch nicht. Dennoch zeigte sie
selbst mit fortschreitender Spieldauer, dass auch die konsequente Verteidigung
des Tores am eigenen Kräftehaushalt nagen kann. Als ihr Trainer nämlich
beginnend mit der Einwechselung von Roberto Colautti in der 65. Spielminute
sukzessive von seinem Recht des Spielerwechsels Gebrauch zu machen begann,
ebbte ihr zwischenzeitlich durchaus forscher Offensivgeist schrittweise ab.
Als sie mit Marko Marin (74., für Callsen-Bracker) und
Oliver Neuville (80., für Levels) schließlich ihr Auswechselkontingent dann ausgeschöpft
hatte, bewies sich zeitgleich, dass es eben nicht die Anzahl an
Offensivspielern auf dem Platz ist, die generell eine offensive Ausrichtung belegt.
Zwar kam die Borussia gerade nach der Hereinnahme von Marko Marin gleich zu
drei erwähnenswerten Situationen (von denen insbesondere der Kopfball Michael
Bradleys auf Flanke von Tobias Levels in der 78. Spielminute zu erwähnen bleibt),
doch zwingend war die Borussia vor dem Tor nicht mehr - erst recht nicht
zwingender als etwa in all den Minuten ohne Marin oder Colautti und/oder Neuville.
Somit war es konsequent, dass der Borussia der so genannte
„lucky punch", auf den sie natürlich dennoch weiter gehofft hatte, eben nicht doch
noch plötzlich über den Weg lief. Dafür spielte sie insbesondere in den Schlussminuten
zu wenig zielstrebig, so blieb sie gemessen an der zum Schluss auf dem
Spielfeld stehenden Offensivspieler gerade in jener Phase offensiv zu harmlos
und uninspiriert.
Unter dem Strich muss man natürlich die Berechtigung
anerkennen, mit der der um die Meisterschaft mitspielende Gastgeber, der FC Bayern,
diese Begegnung im Endergebnis für sich entscheiden konnte. Unter dem Strich
muss man allerdings trotzdem sagen, dass die Borussia aufgrund ihrer soliden
Abwehrarbeit einen Auswärtszähler dennoch hätte bekommen können, wenn sie die
in großen Phasen der Begegnung bewiesene Konsequenz im Defensivzweikampf nicht mit
zwei Fehlern quasi gegen sich selbst gerichtet hätte. Damit lässt sich dann
auch in einem von den Kräfteverhältnissen von vornherein völlig ungleichen
Kampf zweier in der Liga unterschiedlich aufgestellter Mannschaften eben kein
positiv zählbares Ergebnis gewinnen. So nüchtern muss man da in der
Bilanzierung schon bleiben.
Aufgrund der anderen Resultate an diesem Spieltag bleibt
die Borussia in der Rangelei um den Relegationsplatz trotzdem mit von der
Partie. Das Heimremis der Bielefelder gegen den VfB Stuttgart vergrößert zwar
den Abstand auf Rang 16 auf jetzt zwei Zähler und ein Tor, aber das torlose
Remis zwischen den in der Vorwoche jeweils siegreichen Mitbewerbern aus Karlsruhe
und Cottbus war ja vor dem Spieltag ohnehin so etwas wie ein Wunschresultat für
die Borussenfans unter den knapp 70.000 im Münchener WM-Stadion. Allein bleiben
solche Blicke auf die parallelen Resultate der ebenso um das pure Überleben
kämpfenden Mannschaften dann in den letzten 4 Spielen Makulatur, sollte es der
Borussia nicht mehr gelingen in ausreichendem Maße zu punkten. Das ist
deutlich.
Bayern: Butt - Lell (Oddo 46), Lucio, Demichelis, Lahm -
van Bommel - Hamit Altintop (Ottl 81), Schweinsteiger - Zé Roberto - Toni,
Podolski (T. Müller 78).
Borussia: Bailly - Stalteri, Brouwers,
Dante Bonfim, Daems - Levels (Neuville 80), Galasek, Bradley, Callsen-Bracker (Marin
74), Paauwe (Colautti 65) - Matmour.
Tore: 1:0 Schweinsteiger (33.), 1:1 Daems (38.,
Foulelfmeter), 2:1 Hamit Altintop (42.).
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten (Borussia): Brouwers, Stalteri,
Matmour (4)
Rote Karten: Fehlanzeige
Besondere Vorkommnisse: Der der Borussia am
heutigen Spieltag zuerkannte Elfmeter war Borussias dritter Elfmeter innerhalb ihrer
letzten beiden Auswärtsspiele. Zweimal trat dazu Filip Daems an und traf,
Michael Bradley vergab in Frankfurt einen dieser drei Strafstöße. Insgesamt hat
die Borussia nach 30 Saisonspielen jetzt sechs Strafstöße zuerkannt bekommen
und fünf davon erfolgreich verwandelt (Bradley (2), Daems (2), Marin). Durch
ihre heutige Niederlage wartet die Borussia weiterhin auf ihren ersten
Auswärtssieg in München beim FC Bayern seit dem 13.10.1995 (2:1). Von ihren 15
Auswärtsspielen im bisherigen Saisonverlauf gewann Borussia zwei und spielte in
drei weiteren Remis. Jupp Heynckes bestritt heute sein erstes Pflichtspiel
seiner zweiten Amtszeit als Trainer des FC Bayern München. Dabei traf er auf
seinen letzten Arbeitgeber, die Borussia. Bei seinem bisher letzten Bundesligaspiel
als Cheftrainer hatte Heynckes mit der Borussia gegen einen vom heutigen
Borussentrainer Hans Meyer trainierten 1. FC Nürnberg torlos Remis gespielt.
Wie an jenem 30.01.2007, so hieß der Schiedsrichter der heutigen Partie ebenfalls
Babak Rafati.
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