Bundesliga 2011/2012

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Tag der Arbeitsverweigerung Drucken
Geschrieben von Michael Heinen   
Samstag, 01 Mai 2010
ImageDrei Eigentore einer Mannschaft in einem Spiel stellten in der Hinrunde einen wenig schmeichelhaften Bundesligarekord für Hannover 96 dar. Im Vergleich zu dem, was Borussia Mönchengladbach an diesem Wochenende in der niedersächsischen Landeshauptstadt ablieferte, waren aber all diese Peinlichkeiten kaum der Rede wert. Während sich die Herren Haggui, Djakpa und Co. immerhin auf eine gewisse Unbeholfenheit herausreden konnten, gibt es für die unverschämte Arbeitsverweigerung der Elf von Michael Frontzeck an diesem vorletzten Spieltag der Saison 2009/10 keine akzeptable Entschuldigung.

Schon nach wenigen Spielminuten wurde klar, dass sich die Borussen-Elf am „Tag der Arbeit“ offensichtlich frei genommen hatte. Während Hannover hochmotiviert um seine große Chance zum Klassenerhalt kämpfte, sonnten sich die Borussen-Spieler gemütlich auf dem Rasen und ließen das Unvermeidliche auf sich zukommen. Die Treffer fielen zwangsläufig. Schon zur Halbzeit waren es vier, nach dem Seitenwechsel gab sich der Gastgeber mit zwei weiteren zufrieden. Einzig der eingewechselte Patrick Herrmann setzte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer einen kleinen positiven Akzent. Es ist schade für ihn, dass dieser vom Auftreten seiner Mitspieler dermaßen überschattet wird.
 

Es ist keine Schande, nach erreichtem Saisonziel nicht mehr die absolute Motivation zu haben und den bedingungslosen Kampf nicht mehr zu 100% aufrecht zu erhalten. Dies rechtfertigt aber in keiner Weise, vollständig auf jeden Einsatzwillen zu verzichten. Die Partie dermaßen demotiviert abzuschenken ist insbesondere gegenüber den tausendfach mitgefahrenen Fans eine bodenlose Frechheit, mit der sich die Spieler den bislang ordentlichen Eindruck in dieser Saison gehörig negativ eingefärbt haben.  

Ferner wirft diese Partie berechtigte Fragen über den so oft gelobten Charakter der neuen Borussen-Mannschaft auf, die wieder einmal den Titel der schwächsten Auswärtsmannschaft der Liga gewonnen hat. Während dies resignativ als unabwendliches Murmeltier-Erlebnis hingenommen werden kann, muss man sich als Fan von Borussia Mönchengladbach für das Geschehen an diesem 1. Mai 2010 schämen wie es nur selten in der langen Vereinsgeschichte nötig gewesen ist.  

Hannover 96: Fromlowitz – Cherundolo, Eggimann, Haggui, Schulz – Schmiedebach, Pinto (60. Rausch), Bruggink (75. Stajner), Balitsch – Ya Konan (46. Chahed), Hanke 

Borussia M'gladbach: Bailly - Levels, Dante, Brouwers, Daems (22. Jaures) – Reus, Bradley, Meeuwis, Arango (59. Jantschke) – Matmour (46. Herrmann), Friend

Tore: 1:0 Haggui (16.), 2:0 Pinto (23.), 3:0 Ya Konan (27.), 4:0 Hanke (39.), 5:0 (53.) Chahed, 5:1 (69.) Herrmann, 6:1 (74.) Bruggink

Gelbe Karten: Dante, Jaures, Levels

Zuschauer: 49.000

Schiedsrichter: Wolfgang Stark