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Paranoid oder diskriminiert? |
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Geschrieben von Christian Spoo
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Dienstag, 28 September 2010 |
Borussia fühlt sich einmal mehr unfair behandelt: Innenverteidiger Roel Brouwers ist nach seiner Roten Karte beim 2:2 im Auswärtsspiel bei Schalke 04 für sage und schreibe vier Bundesligaspiele gesperrt worden. "Überzogen" nennt Sportdirektor Max Eberl das Urteil des DFB-Sportgerichts in einer ersten Reaktion. Der Verein hat die Möglichkeit, Einspruch einzulegen und wird das, wenn man die Aussagen Eberls richtig deutet, auch tun.
Nun ist es bereits das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass Borussia
sich um die Korrektur einer Sperre bemüht. Schon die Gelb-rote Karte für
Mo Idrissou in der Schlussminute des Heimspiels gegen St. Pauli war
nach Ansicht von Borussias Verantwortlichen eine Fehlentscheidung. Der
Protest gegen diesen Feldverweis wurde allerdings brüsk abelehnt, im
Nachhinein konstruierten DFB und/oder Schiedsrichter eine mehr als
merkwürdig anmutende Begründung für die zweite gelbe Karte gegen
Idrissou.
Angesichts der jetzt erfolgten völlig rätselhaften Sperre für Brouwers
(der ein Allerweltsfoul gegen Jan-Klaas Huntelaar begangen hatte, das
nach Ansicht auch neutraler Beobachter mit rot schon sehr streng
bestraft wurde) könnte der geneigte Borussenfan schon zum
Verschwörungstheoretiker werden. Steht die harte Strafe für den
Niederländer womöglich in einem Zusammenhang zum unbotmäßigen Verhalten
Borussias nach dem Feldverweis gegen Idrissou? Selbst wenn das
Sportgericht DFB diesmal ein Einsehen haben sollte, um mehr als ein
Spiel wird die Sperre für Brouwers wohl nicht reduziert werden. Drei
Spiele - immer noch eine extrem strenge Maßregelung für das, was sich in
der 78. Minute in der Arena auf Schalke ereignet hat.
Es bleibt eine Konstante in dieser Saison: Borussia und ihre Fans fühlen
sich verschaukelt. Die zumindest strittigen
Schiedsrichter-Entscheidungen zu Lasten der Mannschaft lassen sich an
zwei Händen nicht mehr abzählen, mindestens zwei glasklare
Fehlentscheidungen ohne wenn und aber haben mit dazu geführt, dass das
Team da steht, wo es steht.
Um es klar zu sagen: diese Entscheidungen sind nicht der Hauptgrund für
die aktuelle Situation, die trotz des Remis von Schalke wohl immer noch
als Krise bezeichnet werden muss. Sie sind lediglich einer von vielen
Gründen dafür, dass es bei Borussia bis dato nicht so läuft, wie
gewünscht. Dennoch ist es - wohlwollend ausgedrückt - ärgerlich, dass
die nominell neutralen Instanzen im Bundesligafußball im Moment den
Eindruck erwecken, einem Verein schlichtweg nicht gewogen zu sein.
Ob das nun eine berechtigte Klage ist oder doch nur der Ausdruck einer
gewissen Paranoia im Angesicht des Abstiegskampfes - diese Frage kann
SEITENWAHL kaum beantworten.
Es ist uns kaum möglich, diese Situation aus gänzlich
neutraler Position zu betrachten. Wir sind Fans. Wir haben bei aller
kritischen Distanz wohl auch die schwarz-weiß-grüne Brille auf.
Dennoch: das hier Angeführte hat einen merkwürdigen Geschmack.
Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen...
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