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Nostalgische Nacht im Borussia-Park Drucken
Geschrieben von Michael Heinen   
Mittwoch, 27 Oktober 2010
Ein Hauch von Bökelberg wehte durch den Borussia-Park. 34.500 Zuschauer, ein packender Pokalfight unter Flutlicht, und am Ende ein Sieg über Bayer Leverkusen im Elfmeterschießen, in dem die Spieler von Borussia die Treffsicherheit an den Tag legten, die sie in den 120 Minuten zuvor vermissen ließen.

Bereits nach 25 Minuten hätte die Elf von Michael Frontzeck vorentscheidend in Führung liegen müssen. Durch Reus, Idrissou und Bobadilla wurden gleich 5 Großchancen teils kläglich vergeben vergeben, teils vom überragenden Rene Adler pariert.

Die Gäste aus Leverkusen fanden erst nach einer knappen halben Stunde besser in die Partie, übernahmen dann aber das Kommando auf dem Feld. Fortan wurde Borussia weit zurückgedrängt, setzte aber immer mal wieder einen ordentlichen Konter.

Die Borussen-Defensive, die sensationelle 106 Minuten ohne Gegentor blieb, präsentierte sich leicht verbessert, aber noch lange nicht fehlerfrei. Einige haarsträubende Patzer führten zu diversen Großchancen, welche von den eigentlich so offensivstarken Leverkusenern zum Glück nicht genutzt werden konnten.

Christofer Heimeroth überzeugte durch gutes Stellungsspiel und bot insgesamt eine gute Leistung, die er später im Elfmeterschießen durch den gehaltenen Elfmeter von Patrick Helmes krönte. Jener Nationalstürmer hatte sich bereits in der regulären Spielzeit durch einen verschossenen Strafstoß hervorgetan und bekam damit die Lehre erteilt, dass (Ex-)Kölner gegen Borussia in aller Regel erfolglos bleiben.

Nach 107 Minuten schien es jedoch ganz anders zu kommen, als Eren Derdiyok eine Unachtsamkeit im Borussen-Strafraum zur unglücklichen, aber bis dato nach den Spielanteilen nicht unverdienten Führung der Gäste nutzte. Erst danach legten die zuvor allzu passiven Borussen wieder einen Gang zu und kamen keine zwei Minuten später bereits zum Ausgleich, den Mo Idrissou ins lange Eck schlenzte. Igor de Camargo hätte die Partie kurz darauf sogar noch freistehend entscheiden können, scheiterte aber einmal mehr an Adler.

So gipfelte das Spiel in einem dramatischen Elfmeterschießen mit insgesamt 9 von 10 möglichen Toren, das Borussia in Person von Filip Daems jubelnd abschloss. Bleibt zu hoffen, dass mit dem Einzug in die 3. Runde des DFB-Pokals gleichfalls die Negativtendenzen der letzten Wochen aufgehalten worden sind.

Ein – weil in letzter Zeit so selten zu vergebenes – Lob gebührt dem Schiedsrichter der Partie. Wolfgang Stark, hatte einen komplizierten Abend mit drei strittigen Entscheidungen, die er allesamt hervorragend löste. Helmes wurde vor seinem ersten Elfmeter von Daems unglücklich getroffen. Das Foul an de Camargo kurz vor Spielende fand hauchdünn vor der Strafraumgrenze statt. Und Mo Idrissou konnte bei seinem „Handspiel“ vor dem 1:1 nicht ernsthaft Absicht unterstellt werden.

Statistik


Borussia Mönchengladbach: Heimeroth – Levels, Anderson, Daems, Schachten – Marx, Bradley – Reus, Arango – Idrissou, Bobadilla (71. de Camargo).

Bayer Leverkusen: Adler – Schwaab, Friedrich, Reinartz, Kadlec – Barnetta (103. Sam), Bender (100. Rolfes), Balitsch (100. Jörgensen), Vidal – Derdiyok, Helmes

Tore: 0:1 Derdiyok (107.), 1:1 Idrissou (109.)

Elfmeterschießen: 1:2 Vidal, 2:2 Marx, 2:3 Rolfes, 3:3 de Camargo, Heimeroth hält gegen Helmes, 4:3 Idrissou,  4:4 Derdiyok, 5:4 Bradley, 5:5 Kadlec, 6:5 Daems

Gelbe Karten: Reus – Vidal, Helmes, Reinartz
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 34.500