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Viel Bemühen und ein Tölpel Drucken
Geschrieben von Christoph Clausen   
Samstag, 04 Dezember 2010

Hannover 96Trotz kämpferisch engagierter Leistung konnte Borussia Mönchengladbach auch das achte Heimspiel der Saison nicht gewinnen. Gegen Hannover 96 unterlag das Team von Michael Frontzeck mit 1:2. Entscheidenden Anteil an der Niederlage hatte die berechtigte rote Karte für Raul Bobadilla.

 

In der ersten Hälfte bekam die Borussia, bei der Bobadilla und Arango in die Startelf zurückkehrten, ihre anfänglichen Schwierigkeiten mit Hannovers Angreifern bald in den Griff. So kamen die Gäste trotz optischer Überlegenheit kaum zu echten Torchancen. Die Borussia ihrerseits versuchte es nach vorne oft mit langen Bällen, die zumeist eine sichere Beute der 96-Verteidiger wurden. Ärgern mussten sich die Gladbacher in der 11. Minute, als der in der Offensive sehr dynamische Daems zu Unrecht wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen wurde. Acht Minuten später war es dann eine Standardsituation, die den Gastgebern die etwas überraschende Führung bescherte. Bradleys langgezogene Freistoßflanke, an der Bobadilla und de Camargo knapp vorbeisprangen, fand den direkten Weg ins Tor.

 

Einige Chancen zum zweiten Tor blieben in der Folge ungenutzt. Arango, von Schlaudraff nicht verfolgt, lief sich nach einem Eckball zwar klug frei, verfehlte mit seinem Volleyschuss aus gut sieben Metern aber deutlich das Tor. Später schoss der Venezuelaner aus exzellenter Position einen Freistoß nur in die Mauer. De Camargo legte nach einem starken Konter über Daems zu ungenau auf Reus zurück und blieb anschließend im Abseits stehen. Vor dem Gladbacher Tor beschränkten sich die aufregenden Situationen auf ein kniffliges Duell zwischen Callsen-Bracker und Ya Konan, nach dem die Gäste erfolglos Elfmeter forderten.

 

Die Freude über die Pausenführung vergällte den Gladbachern Raul Bobadilla. Nach einem Hakeln Pintos ließ sich der Argentinier in der 43. Minute zu einem Nachtreten hinreißen und wurde von Schiedsrichter Fritz völlig zu Recht des Feldes verwiesen. Die zu erwartende lange Sperre maximierte Bobadilla durch Unbeherrschtheit im Anschluss: Erst konnte er nur mit Mühe daran gehindert werden, auf Pinto loszugehen, dann belegte er den vierten Offiziellen mit einigen offenbar unschönen Worten. Unverständlich allerdings, dass der schon vorher permanent provozierende und protestierende Pinto selbst ohne gelbe Karte davon kam. Die kassierte kurz darauf wegen Meckerns Marco Reus, der damit in Freiburg gesperrt ist.

 

Reus hätte nach der Pause beinahe auf 2:0 erhöht, als er nach feinem Pass von Thorben Marx an der Strafraumgrenze frei zum Schuss kam, das Tor aber knapp verfehlte. Kurz darauf spielte Reus stark Tobias Levels frei, der allerdings aus spitzem Winkel selbst abschloss, anstatt den in der Mitte hineingelaufenen Reus zu bedienen.

 

Die Gladbacher Offensivbemühungen hatten sich damit weitestgehend erschöpft. Die Borussen zogen sich nun immer weiter zurück. Gästetrainer Slomka wechselte nach knapp einer Stunde nicht nur Topjoker Mike Hanke ein, sondern stellte auch taktisch um. Hanke rückte als Stoßstürmer ins Zentrum, Schlaudraff auf den Flügel. Die Gäste versuchten nun, die zahlenmäßige Überlegenheit zu nutzen, indem man das Spiel breit machte und Flankengelegenheiten auf den Flügeln suchte.

 

Auf diese Weise kam kurz nach Hankes Einwechslung zunächst Ya Konan zu einer guten Gelegenheit, spitzelte den Ball aber knapp am Tor vorbei. Besser zielte Hanke in der 73. Minute, als ihm durch einen wuchtigen Kopfball der Ausgleich gelang. Nur zwei Minuten später nutzte Schmiedebach die plötzlich entstehenden Lücken in der Gladbacher Defensive für einen überlegten Querpass auf Ya Konan, der den Ball unbehelligt ins Tor schob.

 

Diesem Rückschlag hatten die Borussen wenig entgegenzusetzen. Auch die eingewechselten Offensivkräfte Idrissou und Matmour kamen zu keinen ernstzunehmenden Chancen. Auf der anderen Seite verpassten die Gäste  zweimal das mögliche dritte Tor: Erst verfehlte Hankes Fallrückzieher knapp das Ziel; in der Nachspielzeit traf Rausch die Latte.  Am Ende verblieb die Borussia nach dem 1:2 auf dem letzten Tabellenplatz. Sportdirektor Max Eberl bekräftigte nach der Partie, dass der Trainer weiterhin nicht zur Disposition stehe.

 

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth – Levels, Anderson, Callsen-Bracker, Daems – Marx (82. Matmour), Bradley – Reus, Arango – de Camargo (72. Idrissou), Bobadilla.

Hannover 96: Fromlowitz – Cherundulo, Eggimann, Pogatetz, Schulz – Schmiedebach, Pinto – Stindl (59. Hanke), Rausch – Schlaudraff (82. Chahed), Ya Konan (89. Forssell).

 

Tore: 1:0 Bradley (19.), 1:1 Hanke (73.), 1:2 Ya Konan (75.).
Gelbe Karten: Reus, Daems – Stindl.
Rote Karte: Bobadilla.

 

Schiedsrichter: Fritz.
Zuschauer: 38.000.