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10 Punkte
nach 15 Spielen. Keine der bislang 9 Niederlagen war auch nur annähernd
unverdient oder allzu unglücklich. Keine Frage: Platz 18 ist der verdiente Lohn
für eine Mannschaft, der es offensichtlich an Qualität auf entscheidenden Positionen
fehlt.
Qualität bedeutet nicht, dass man in einzelnen Spielen über sich
hinauswächst und überragende Leistungen bringt. So etwas bringt jede
Thekenmannschaft gelegentlich zustande. Selbst der FV Weinheim konnte an einem
besonderen Tag den großen FC Bayern schlagen. Echte Qualität zeigt sich darin,
Leistungen auf hohem Niveau konstant über einen längeren Zeitraum abzurufen.
Hierzu ist Borussia ebenso wie einige ihrer Schlüsselspieler offensichtlich
aber nicht in der Lage.
Alle
Defizite wird man in einem Winter nicht beheben können. Dennoch ist es
fahrlässig, wenn der Verein nicht alles versucht, um so viele von ihnen so gut
wie möglich zu schließen, um die Chancen eines (immer unwahrscheinlicher
erscheinenden) Klassenerhalts so weit wie möglich zu maximieren. Analysiert
wurde die missliche Lage unserer Borussia zu genüge. Es ist Zeit, jetzt schnell
und konsequent zu handeln. Einige Vorschläge sollen im Folgenden
herausgearbeitet werden.
Eingestehen der Realitäten
Wir
belügen uns selbst, wenn wir uns einreden, die aktuelle Mannschaft werde regelmäßig
Leistungen wie in Leverkusen abrufen können, sobald alle aktuell verletzten
Spieler wieder an Bord sind. Zur Klarstellung: Ganze 2 Stammspieler sind
derzeit verletzt. Es gibt nur wenige Bundesligisten, denen es anders geht. Die
Behauptung, die Vertreter dieser beiden Innenverteidiger seien ebenfalls verletzt,
ist schlichtweg falsch. Die Vertreter heißen Anderson und Daems. Letzterer
wiederum sollte auf links ggf. durch Schachten oder Wissing ersetzt werden. Die
tatsächlich verletzten Spieler sind der Ersatz für den Ersatz und dies nicht
ohne Grund. Ob Jaures, Dorda oder Jantschke. Sie alle haben in den vergangenen
zwei Jahren ihre Chancen reihenweise nicht genutzt und es mutet aberwitzig an,
ihnen jetzt hinterherzuweinen.
Nein, es
liegt nicht an den Verletzten und es ist grundfalsch, dies nach verlorenen
Spielen regelmäßig zu suggerieren. Anstatt nach solchen Ausreden zu suchen und
den Spielern Alibis zu liefern, sollten die Verantwortlichen endlich einmal
Klartext reden. Sie sollten zugeben, die Qualitätsdefizite in der Defensive vor
der Saison massiv unterschätzt zu haben. Damit befinden sie sich in guter
Gesellschaft, denn auch von Seiten der meisten Fans und Experten wurde die
Situation dereinst alles andere als besorgniserregend bewertet. SEITENWAHL bezieht
sich hier ausdrücklich ein.
Die
Erkenntnis, sich geirrt zu haben, ist stets der erste Weg zu einer möglichen
Besserung. Die letzten Monate sollten uns allen die Augen geöffnet haben, dass Spieler
wie Schachten, Daems oder Anderson leider keinerlei Berechtigung haben, in der
1. deutschen Fußballliga zu spielen. Sie sind mit dieser Qualität hoffnungslos
überfordert und zumindest bei den ersten beiden besteht wenig Hoffnung, dass
sich dies noch ändern wird.
Es ist eh
eines der größten Mysterien unserer Vereinshistorie, wie sich ein Filip Daems
trotz überwiegend unterirdischer Leistungen über 7 Jahre in der Stammelf
behaupten konnte. Dessen Unfähigkeiten werden seit langem durch seine Position
als Kapitän und vermeintlicher Führungsspieler verklärt und es verwundert, wieso
es der Trainer einem Jens Wissing zutraut, noch schlechter aussehen zu können
als der Belgier.
Wiedereingliederung von Paul
Stalteri in den Spielbetrieb
Aber
selbst wenn man in den 22jährigen, an dem vor der Saison u. a. Dortmund und
Schalke Interesse zeigten, keinerlei Vertrauen hat. Für die Außenverteidigung
steht noch ein Spieler unter Vertrag, der über die Erfahrung von 170
Bundesligaspielen verfügt, der vor zwei Jahren mit soliden Leistungen wesentlich
zu unserem Klassenerhalt beitrug und der gerade einmal ein Jahr älter ist als
der „unumstrittene“ Daems. Was genau hat Paul Stalteri verbrochen, dass über
ihn selbst dann nicht nachgedacht wird, wenn Woche für Woche über die ach so
dramatische Verletztenmisere in der Defensive lamentiert wird? Mit Sicherheit
wäre der Kanadier nicht die Lösung all unserer Probleme. Eine Chance zum
Comeback hat er in unserer derzeitigen Situation allemal verdient.
Sicher, wenn
Dante und Brouwers mit Beginn der Rückrunde wieder bereitstehen und direkt zur
Form der Vorsaison finden sollten, wären die Probleme zumindest weniger gering.
Aber: Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Eine Faustregel lautet, dass
Spieler nach ihrer Verletzung noch einmal dieselbe Zeit benötigen, ehe sie ihre
einstige Form wiedererlangen. Dies käme für unseren Verein definitiv zu spät.
Zudem kassierte Borussia auch mit ihnen 15 Gegentore in den ersten 4 Spielen. Im
guten Vorjahr waren es insgesamt 60.
Herr Königs, Open the Geldbörse
Borussia wird
nicht darum herumkommen, im Winter wieder einmal deutlich nachzubessern. Die
Aussagen der Verantwortlichen lassen darauf schließen, dass für Wintereinkäufe
nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung gestellt werden soll. Ein Hassan
Salihimidzic z. B. soll aufgrund seiner finanziellen Ansprüche unerschwinglich
sein. Dies mag nur der übliche Poker sein, um den Preis nicht unnötig nach oben
zu treiben. Die Vehemenz, mit der immer wieder darauf verwiesen wird, dass im
Winter nichts bis wenig geschehen soll, klingt aber mit jeder Niederlage
bedrohlicher.
Sollte es
wirklich so sein, dass Borussia ein gesunder Haushalt wichtiger ist als
sportlicher Erfolg, so wäre dies nicht anders als vereinsschädigend zu nennen.
Niemand verlangt einen finanziellen Harakiri-Kurs der Marke Michael Meier. Es
ist den Fans aber nicht länger vermittelbar, wenn sich die Verantwortlichen
Jahr für Jahr dafür feiern lassen, zu den finanziell gesündesten Vereinen der
Liga zu gehören, ohne dass dies jemals in einen sportlichen Gegenwert mündet.
Kauf von mindestens zwei echten
Qualitätsspielern in der Defensive
Spätestens,
wenn in diesem Winter nur halbherzig eingekauft wird und dann am Ende der
Abstieg steht, werden sich die Verantwortlichen hierfür rechtfertigen müssen.
Sicher: Auch ein noch so großer Griff ins Portemonnaie wird die Möglichkeit des
Abstiegs nicht ausschließen können. Dafür ist die Situation bereits zu
verfahren. Und dafür ist der Wintermarkt zu schwierig. Es war ein absoluter
Glücksfall, wie er vermutlich einzigartig in der Bundesliga-Geschichte gewesen
sein mag, als man vor 2 Jahren gleich 4 (kurzfristige) Volltreffer landete. Selbst
dies hätte beinahe nicht ausgereicht in einer Situation, die damals noch weit
weniger prekär gewesen ist als jene von heute.
Doch diese
ernüchternde Ausgangsbasis darf uns nicht davon abhalten, ab sofort alle
möglichen Register zu ziehen. Genauso wie man von den Spielern ab sofort
erwarten muss, dem Kampf um den Klassenerhalt alles andere unterzuordnen, haben
die Vereinsoffiziellen die verdammte Pflicht, alles Ihnen mögliche zu tun. Ob
Königs, Schippers, Bonhof oder Eberl. Sie alle stehen in der Pflicht und werden
sich am Ende gemeinsam gegenüber den Fans und Mitgliedern verantworten müssen.
Ein
Abstieg würde rein finanziell einen zweistelligen Millionenbeitrag kosten und
er würde unser Ziel, sich in der 1. Bundesliga zu etablieren und sich in
kleinen Schritten nach vorne zu arbeiten, ad absurdum führen. Der Verein muss
zwingend ein kalkuliertes finanzielles Risiko und hierfür auch den Weg zur
Kreditabteilung gehen. Dem Management müssen die nötigen Mittel in die Hand
gegeben werden, damit man sich um echte Qualität bemühen kann. Ein
Innenverteidiger und ein defensiver Mittelfeldspieler, die notfalls je 4-5 Mio.
Euro kosten könnten, dafür dann aber einen echten Qualitätssprung erhoffen
lassen, könnten die bedeutendsten Baustellen stopfen. Borussia wird Wege finden
müssen, dies zu ermöglichen.
Versuch des Verkaufs von Logan
Bailly und Raul Bobadilla
Ein Weg
könnte darin bestehen, sich schweren Herzens von zwei jungen Perspektivspielern
zu trennen, von denen man sich noch vor kurzem eine glorreiche Zukunft
versprochen hatte. Nur bestehen mittlerweile doch erhebliche Zweifel, ob diese
Erwartungen an Raul Bobadilla und Logan Bailly nur ansatzweise gerechtfertigt
gewesen sind. Eine Entwicklung ist bei beiden eher in negativer Richtung zu
erkennen. Auffallen tun sie weniger durch gute Leistungen als durch
Undiszipliniertheiten auf und neben dem Platz sowie durch gnadenlose Selbstüberschätzung.
Mit Raul
Bobadilla hatten wir eine Menge Geduld und gerade Frontzeck hat ihm immer
wieder die Stange gehalten. Welchen Dank er dafür erhalten hat, konnte man in
dieser Woche lesen und beobachten. Vor einigen Wochen noch wurde das Interesse
diverser ausländischer Vereine am Argentinier kolportiert. Der Verein sollte
diesen Quellen nachgehen und sehen, ob ein vorzeitiger Verkauf nicht Sinn
macht, sofern sich eine erträgliche Ablöse einstreichen lässt, die nicht zu
weit unter dem einstigen Einkaufswert liegt. Gleichfalls spricht viel für einen
Verkauf von Bailly, der als belgischer Nationalspieler ebenfalls noch Geld
einbringen dürfte.
Ersatzweise
sollte man eine jeweils billige Alternative für die Ersatzbank suchen, da für
die Stammelf Christofer Heimeroth und Mo Idrissou bereitstehen. Mit etwas Glück
und Verhandlungsgeschick könnten sich so ca. 4 Mio. Euro Gewinn einfahren
lassen. Geld, das in Spieler investieren werden kann, die uns in der Realität
weiterhelfen und nicht in einer potentiellen, aber doch eher utopischen
Zukunft.
Trennung von Michael Frontzeck
Bleibt
schlussendlich noch die Frage zu klären, die Christoph bereits in seinem
Kommentar vom Samstag abend aufgeworfen hat: Wie viel Kontinuität ist gut für
uns? „Von Gladbach lernen“, so hieß eine Schlagzeile in der Süddeutschen
Zeitung nach dem Sieg beim 1.FC Köln. Im darauf folgenden Fohlenecho berauschte
sich Präsident Königs an dieser (verfrühten) Einschätzung der bayrischen
Gazette. Er zeigte sich offensichtlich stolz, den so genannten „Mechanismen des
Geschäfts“ entsagt zu haben und jetzt Kontinuität um jeden Preis zu predigen.
Es ehrt
die Verantwortlichen, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat
und nicht bedingungslos beim ersten auftretenden Misserfolg das schwächste
Kettenglied entlässt, um auf den erstbesten Feuerwehrmann zu setzen. Kontinuität
ist grundsätzlich eine gute Idee in einem Geschäft, das von allzu hastigen und
übereilten Entscheidungen dilettierender Ex-Profis in für sie völlig
ungeeigneten Positionen zersetzt ist. Doch Kontinuität ist nur dann gut, wenn
man sich auf dem richtigen Weg befindet. Um das überstrapazierte
Autobahn-Beispiel ein letztes Mal zu bemühen: Wenn man auf dem Weg in den
Borussia-Park die falsche Autobahnauffahrt gewählt hat, dann besteht die
Gefahr, früher oder später in Venlo zu landen. In diesem Fall kann es durchaus
Sinn machen, in Süchteln den kontinuierlichen, aber falschen Weg in die
Niederlande zu verlassen und eine andere Richtung einzuschlagen.
Michael
Frontzeck ist zweifelsohne ein sehr sympathischer Mensch und ein echter
Borusse. Ob er allerdings die beste Wahl ist, um mit ihm durch dick und dünn zu
gehen, da wachsen die Zweifel immer mehr. Es wäre unfair, ihm die Abstiege von
Aachen und Bielefeld sowie den drohenden unserer Borussia ganz alleine
anzulasten. Fakt ist aber, dass er bei seinen mittlerweile 3 Stationen als
Cheftrainer bislang noch nicht unter Beweis stellen konnte, ein guter und
erfolgreicher Trainer zu sein. Niemand wird verhehlen können, dass er in dieser
Spielzeit einige Fehler gemacht hat, die mit zum katastrophalen
Zwischenresultat beigetragen haben. Fehler in der Personalpolitik, das
Festhalten an Spielern und Systemen, mit denen es offensichtlich nicht
funktioniert, die Rat- und Hilflosigkeit, auf die Misere zu reagieren. Die
einzige Hoffnung, auf die Frontzeck seit Wochen setzt, ist die Rückkehr der
beiden verletzten Innenverteidiger. Im offensichtlich verzweifelten Glauben, die
Mannschaft werde dann auf einmal so sehr an Qualität gewinnen, dass sie plötzlich
im Stile eines Europacup-Anwärters punktet. Denn mittlerweile wäre dies nötig,
um eine Aufholjagd in der Rückrunde erfolgreich zu gestalten.
Nein, so
weh es tut. Leider gehen die Argumente aus, warum der Trainer unserer Borussia
auch in der Rückrunde noch Frontzeck heißen sollte. Der Einwand, etwaige
Alternativen seien nicht besser, ist irrelevant. Wer kannte vor 11 Jahren einen
Hans Meyer ehe er bei uns anheuerte? Zudem sind Trainer wie Gross, Favre,
Stevens oder Daum auf dem Markt, die bereits beachtliche Erfolge in der
Bundesliga vorzuweisen haben. Ein neuer Trainer wird ebenso mit den Defiziten
der Mannschaft leben müssen und niemand sollte erwarten, dass eine solche
Maßnahme automatisch den Klassenerhalt bringen wird. Dennoch besteht zu einem
Wechsel auf der Trainerbank mittlerweile kaum noch eine Alternative. Der Verein
muss sich jetzt schon den Vorwurf gefallen lassen, sehr spät reagiert zu haben.
Viel spricht dafür, sofort einen sauberen Schlussstrich zu ziehen, der aber
spätestens zum Winter vollzogen werden muss.
Stärkeres Einbringen von Rainer
Bonhof
Max Eberl
hat ebenso Fehler gemacht wie Frontzeck. Auf seiner Habenseite stehen aber
immerhin einige gute Transfers und Vertragsverlängerungen (insbesondere Dante,
Reus). Da man voraussetzen kann, dass unser Management bereits seit einigen
Wochen nach Verstärkungen für den Winter sucht, wäre es schwierig, zum jetzigen
Zeitpunkt den Hauptverantwortlichen auszutauschen. Ein neuer Mann müsste
zunächst einmal gefunden werden und anschließend die gewachsenen Strukturen im
Scouting durchdringen. Bis ihm dies gelungen ist, könnte es angesichts der
kurzen Winterpause für adäquate Transfers zu spät sein. Es steht außer Frage,
dass sich auch Eberl der Verantwortung zu stellen hat, da insbesondere seine
Millionentransfers nicht ausreichend gut eingeschlagen haben. Hier sollte sich
Rainer Bonhof (und/oder ein anderer Experte) aktiver in die Transferaktivitäten
einbringen, da er mit seiner Erfahrung im Profifussball und insbesondere als
Ex-Scout beim FC Chelsea über entsprechendes Know-How verfügt.
Selbst
wenn alle genannten Vorschläge und ggf. noch weitere denkbare Maßnahmen umgesetzt
werden sollten. Der Abstieg wird angesichts der Ausgangslage nur noch schwer zu
vermeiden sein. Immerhin hätte der Verein dann aber alles versucht, ihn doch
noch irgendwie abzuwenden. Nicht weniger als das dürfen wir Fans erwarten.
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