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Experiment gescheitert - Patient tot |
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Geschrieben von Michael Heinen
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Sonntag, 12 Dezember 2010 |
Eine durchschnittliche Leistung
reichte dem SC Freiburg, um einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg gegen eine erneut desolate
Gladbacher Borussia einzufahren. Das Experiment des Vereins, einem jungen
Trainer auf Gedeih und Verderb beiseite zu stehen und auf eine wundersame
Wendung zu hoffen, ist spätestens mit dieser Partie endgültig gescheitert. Zu
befürchten ist allerdings, dass die Verantwortlichen selbst jetzt noch stur an
ihrem Trainer festhalten. Wer seinen Kritikern mit so viel Sturheit dermaßen
Nahrung liefert, darf sich über das Entstehen moralisch fragwürdiger Initiativen
zur Rettung des Vereins nicht beschweren.
Die ersten 18 Minuten begann Borussia ordentlich mit der einen oder anderen
kleineren Chance, insbesondere über die engagierten Ex-Freiburger Matmour und Idrissou.
In Führung gingen aber die Freiburger mit ihrem ersten ernsthaften Angriff. Sebastian
Schachten, dem Michael Frontzeck unerklärlicherweise eine weitere Chance zur
Wiedergutmachung geboten hatte, ließ sich anfängerhaft überlaufen. In der Mitte
wies Roel Brouwers nach, dass er alles andere als ein Heilsbringer ist, indem
er den 9cm kleineren Cissé zu viel Raum zum Kopfball ließ.
Wie immer in den letzten Wochen brach das schwarz-weiß-grüne Kartenhaus mit
diesem Gegentor in sich zusammen und das Spiel war bereits frühzeitig entschieden.
Im Folgenden hatte Borussia Glück, nicht schon nach einer halben Stunde
unaufholbar zurückzuliegen. Pech war hingegen, dass sich Brouwers kurz vor der Halbzeit
eine Gehirnerschüttung zuzog, die aber keine Ausrede für das gebotene Spiel
liefern darf. Die einzige Torchance nach dem 0:1 kam durch einen Aussetzer der
Freiburger Defensive zustande, den Torhüter Baumann soeben noch kurz vor Mo
Idrissou kompensieren konnte.
Ansonsten war es ein Trauerspiel, in das sich bei den Gegentoren 2 und 3 sogar
der zuletzt solide Heimeroth einreihte. Der Freiburger Bescheidenheit, nicht
vehementer auf weitere Tore zu drängen, war es zu verdanken, dass sich letzten Endes
ein 0:4 verhindern ließ – also jenes Ergebnis, das Max Eberl vorige Woche als „exorbitant“
definiert hatte. So wird Borussia auch gegen den HSV mit demselben Trainer in
die Partie gehen, obwohl dieser mit zunehmender Hilflosigkeit auf die Misere
reagiert und zudem mit seinen Personalentscheidungen erneut massiv falsch
gelegen hat. Die Verantwortlichen werden sich spätestens bei der
Jahreshauptversammlung in Mai erklären müssen, inwieweit sie durch ausbleibende
Handlungen den Abstieg mit zu verantworten haben.
SC
Freiburg: Baumann – Mujdza, Barth,
Butscher, Bastians – Rosenthal (68. Flum), Schuster, Nicu, Makiadi (76. Pamic),
Abdessadki – Cissé (80. Reisinger)
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth – Levels, Brouwers (41. Callsen-Bracker),
Daems, Schachten – Matmour, Marx, Bradley, Arango – de Camargo (76. Neustädter),
Idrissou (46. Herrmann)
Tore: 1:0 Cisse (19.),
2:0 Barth (41.), 3:0 Cissé (59.)
Gelbe Karten: Cissé –
Schachten, Levels
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 22.700
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