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Vorwärts in die Vergangenheit |
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Geschrieben von Christian Spoo
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Samstag, 26 Februar 2011 |
Eine schmeichelhafte Niederlage - so muss man wohl das bezeichnen, was Borussia am Freitag Abend in Wolfsburg kassiert hat. 75 Minuten war der Gegner zwei bis drei Klassen besser. Die vor dem Spiel gemachte Einschätzung des Wolfsburger Verteidigers Simon Kjaer traf zu: Wolfsburg war auf allen Positionen besser besetzt als Borussia. Daneben lag allerdings Trainer Pierre Littbarski. Der hatte gemutmaßt, Borussia wolle ihm und seinen Spielern die Arbeitsplätze wegnehmen. Davon allerdings war nichts zu spüren. Der einzige Arbeitsplatz, den die Herren in hellblau mit einer solchen Leistung in Gefahr bringen, ist der von Sportdirektor Max Eberl.
Es ist müßig, Spieler hervorzuheben, die womöglich Nuancen besser oder schlechter Spielten, als der Durchschnitt an diesem Abend. Gut war niemand, schlecht waren sie alle. Wolfsburg war nicht nur spielerisch haushoch überlegen, auch der Einsatz stimmte bei den Niedersachsen in jeder Minute, bei Borussia war nichts davon zu sehen, dass die Mannschaft den Kampf um den Klassenerhalt angenommen hat. Wolfsburg gewann nahezu jeden Zweikampf und spielte stellenweise Katz und Maus mit den hilflosen Gladbachern. So war es nur großem Glück zu verdanken, dass Borussia nicht mehr als zwei Tore kassierte. Zwei weitere erkannte Schiedsrichter Drees, der auf beiden Seiten teilweise erstaunliche Dinge pfiff, wegen Abseits bzw. Foulspiels nicht an. Dazu vergab Diego einen Foulelfmeter, den Arango verursacht hatte. Beinahe unglaublich ist es angesichts dieses Spielverlaufs, dass Borussia am Ende beinahe doch noch einen Punkt ergattert hatte. Filip Daems verwandelte einen "Kann-Elfmeter" (Polak hatte sich beim Kopfball im eigenen Strafraum bei Stranzl aufgestützt) und plötzlich schienen die Gladbacher doch noch willens, mitzuspielen. In den letzten Minuten des Spiels kamen sie prompt noch zu drei guten Chancen, Reus und Nordtveit scheiterten mit Distanzschüssen, Stanzl bei der Ballannahme kurz vor dem gegnerischen Tor. Unter dem Strich bleibt aber eine hochverdiente Niederlage und die Erkenntnis, dass der "Neue-Besen-Effekt" verpufft ist, bevor er richtig wirksam wurde. Wer 15 Prozent mehr Aufwand betreibt, als Schalke vor Wochenfrist im Borussia-Park, der dürfte mit der Gladbacher Mannschaft in dieser Saison keine großen Probleme bekommen. Statistik Wolfsburg: Hitz - Pekarik, Kjaer, Friedrich, Schäfer - Hasebe, Polak - Riether, Cicero - Mbokani (80. Mandzukic), Diego (90. Koo) Borussia: Bailly - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter (38. Marx) - Herrmann (46. de Camargo), Arango - Reus, Idrissou (61. Hanke) Tore: 1:0 Diego (36.), 2:0 Diego (45.), 2:1 Daems (FE, 74.) |