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Home 2006/07 05, H, BL, Dortmund
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Bor. M'gladbach - Bor. Dortmund 1:0 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Freitag, 22 September 2006 |
Ein Tor von Carlos Eduardo de Souza Floresta, mittelbar vor dem
Seitenwechsel, ebnete der Borussia am Freitagabend den Weg zu einem
1:0-Heimerfolg über Borussia Dortmund und ließ die Mannschaft von Jupp
Heynckes nach diesem vorgezogenen Spiel des 5. Spieltag wenigstens die
Nacht auf den Samstag an der Tabellenspitze der Bundesliga verbringen.
In einem Spiel, das gegenüber der Leistung beim 2:4 in Aachen am
vergangenen Wochenende als Leistungssteigerung umrissen werden muss,
hatte die Borussia mit einer kontrollierten Mannschaftsleistung über
die 2. Spielhälfte hinweg etliche Gelegenheiten den Sieg höher
ausfallen zu lassen, genoß vorher aber ebenso Situationen, in denen der
Gast aus Westfalen beste Einschußgelegenheiten verstreichen ließ.
Weiterhin auf die verletzten David Degen und Wesley
Sonck verzichtend, hatte Jupp Heynckes vor Spielbeginn von den jüngst verletzt
ausgefallenen Filip Daems und Peer Kluge entscheiden lassen, dass sie beim
heutigen Match wenigstens als Reserve zur Verfügung stehen konnten. So hatte
Heynckes in seiner Startformation einzig noch den in der Woche verletzt
ausfallenden Kasper Bøgelund zu ersetzen. Er
tat dies indem er Bernd Thijs in die Anfangsformation beorderte und Eugen
Polanski aus dem Mittelfeldzentrum auf die rechte Mittelfeldseite verschob. Der
zuletzt dort tätige Oliver Kirch nahm Bøgelunds
Rolle auf der rechten Außenbahn ein.
Das Duell der beiden Borussias begann vor nicht
ganz ausverkauftem Haus an der Hennes-Weisweiler-Allee mit einem Vorstoß
Marcell Jansens, doch der Schuß des Nationalspielers strich meterweit am
Dortmunder Gehäuse vorbei. Es sollte für eine recht große Periode Borussias
einziger Schuß auf das Gehäuse von Dortmunds Torwart Weidenfeller sein, da sich
die Elf vor Mannschaftskapitän Kasey Keller zuvorderst defensiv aufstellte und
hinzukommend oft leichtfertige Ballverluste schon in der neutralen Zone
produzierte. Die Gäste aus Westfalen kamen deshalb öfter und nachhaltiger in
Ballbesitz, freilich ohne riesiges Kapital aus ihrer doch mehr als schemenhaft
vorhandenen optischen Überlegenheit zu machen; so galt ein eher harmloser und
aus Instinkt vollführter Drehschussversuch des polnischen Nationalstürmers
Smolarek auf Seiten der Dortmunder (4.) zu dieser Phase der Begegnung bereits
als zu notierender Torversuch, Kasey Keller fing jenen Beitrag des ehemaligen
Rotterdamers jedoch mit der sprichwörtlichen „Mütze".
Mitte der ersten Halbzeit konnte die Borussia immer
sukzessiver Abspielfehler und Ballverluste vermeiden und kam zunächst dank
eines Freistoßes von Neuville (20.) und hernach durch einen durch Insúa
initiierten und von Kahê zum Abschluß gebrachten Tempogegenstoß (25.) zu
kleineren Möglichkeiten. Der Brasilianer wurde, sechs Minuten später, beinahe
zum Nutznießer einer Unsicherheit in der Dortmunder Deckungszentrale, als
Phillip Degen eine Polanski-Flanke nicht sofort zu klären vermochte und
Brzenska doch noch vor dem
einschussbereiten Kahê das nahende Tor verhindern konnte.
In der 34. Minute dann die erste wirkliche
Torgelegenheit auf beiden Seiten. Infolge einer Übereifrigkeit von Oliver
Kirch, der den besserpostierten Bo Svensson förmlich ignorierte und bei seiner
Rettungsaktion auch noch zwischenzeitlich kampfunfähig machte, kam Dortmunds
Schweizer Nationalstürmer Alexander Frei am Rande des Sechzehnmeterraums der
Borussia unbedrängt zu einer Einschusschance, während der er jedoch eine Nuance
zu weit nach links zielte und so das Gehäuse des verzweifelt hechtenden Kasey
Keller verfehlte. Ebenso hechtete Keller nur drei Minuten später, diesmal allerdings
erfolgreich, denn abermals war Frei völlig frei vor ihm mit dem Ball am Fuß
aufgetaucht. Schiedsrichterassistent Mike Pickel hatte zuvor,
irrtümlicherweise, nicht auf Abseits erkannt und so die Chance für die
Westfalen ermöglicht.
Obschon eine Führung für die Dortmunder zu jener
Zeit der ersten Halbzeit als wahrscheinlicher zu gelten hatte, gelang der
Borussia auf der Gegenseite diese Vorteilsnahme. Bernd Thijs, der im Gegensatz
zur Vorsaison in diesem Spiel einen aufgeräumten Eindruck machte und insgesamt
eine als ordentlich zu klassifizierende Leistung in der Mittelfeldreihe
zustande brachte, hatte zunächst in Ermangelung einer Anspielstation auf der
rechten Außenbahn das Spiel verzögert, dann jedoch blitzgescheit den
aufrückenden Oliver Kirch mitgenommen und eingesetzt. Aus vollem Lauf
produzierte der gebürtige Soester eine Flanke in Richtung Dortmunder
Elfmeterpunkt. In diese Flanke spritzte Kahê relativ geistesgegenwärtig hinein
und konnte das lederartige Spielgerät so mit dem Schienbein zum umjubelten
Führungstreffer hinter die Torlinie bugsieren.
Wie schon in Aachen beim nicht rühmlichen 2:4 in
der Vorwoche zog Jupp Heynckes es auch an diesem Spieltag vor, Federico Insúa
in der Kabine zu lassen. Für ihn brachte Borussias Trainer Michael Delura und
jener fügte sich prächtig in die nun wieder defensiv agierende Borussenelf ein.
In der 50. Spielminute ließ erneuter Torjubel das Stadion frohlocken, doch
Eugen Polanski hatte beim Zuspiel im Strafraum der Gastmannschaft im Abseits
gestanden und dieser Regelverstoß war von dem bereits erwähnten
Schiedsrichterassistenten Pickel korrekt gedeutet und angezeigt worden. Referee
Herbert Fandel, der das Spiel am heutigen Abend für seine Verhältnisse
erfreulich selten unterbrach, hatte keine Wahl und musste folgerichtig den
Treffer Polanskis aberkennen.
Die Gäste aus der ehemaligen Krawattenstadt mühten
sich infolge dieser Szene um eine Verlagerung der Gefahrenzone in die Hälfte
der Borussia und obschon es ihnen gelang die unmittelbare Zweikampfzone mehr in
Richtung Kasey Keller zu verlagern, die Borussia blieb gerade über den
herzerfrischend spritzigen Michael Delura immer in der Position zu kontern. So
in der 52., so vor allem in der 62. Spielminute, in der der gebürtige
Gelsenkirchener mit herrlichem Vorwärtsdrang den Ball durch das halblinke
Mittelfeld trieb und mit einer Finte mehrere Gegenspieler narrte. Hierdurch
gelangte er in einen Freiraum vor dem Dortmunder Strafraum, von dem ihn nur der
letzte verbliebene Verteidiger trennte. Jetzt machte Delura abermals alles
richtig, er schob den Ball butterweich in den Lauf des tempomitnehmenden Kahê.
Unglücklicherweise verkalkulierte sich der kahlköpfige Brasilianer und so
vermochte er das Spielgerät lediglich unmittelbar neben das Tor der Gäste zu
schlenzen; drei Minuten später endete eine von Bernd Thijs erkämpfte Torchance
Kahês ebenda.
Die erste wirkliche Torchance für die Dortmunder
Gäste während der zweiten Spielhälfte deutete sich in der 72. Spielminute an,
als Eugen Polanski in einem gedankenlosen Moment am rechten Rand des
Borussenstrafraums einen bereits eroberten Ball vertändelte und Zé António mit
einer fairen Grätsche Dortmunds Dede den Ball vom Fuß jagen musste.
Erfreulicherweise berührte der Dortmunder den Ball zuletzt und verzichtete im
Sinne eines fairen Spiels auf eine unter Umständen mögliche Schauspieleinlage.
So durfte Kasey Keller die Partie mit einem Abstoß weiterführen und drei
Spielerwechsel beobachten, von denen zwei auf das Konto der Dortmunder gingen
und der dritte schließlich Oliver Neuvilles Arbeitstag zugunsten von Vaclav
Sverkos beendete.
Gerade frisch auf dem Spielfeld nutzte Dortmunds
Bundesligadebütant Sebastian Tyrala einen nicht akkurat gespielten Ball Oliver
Kirchs am Strafraum der Borussia dazu seinem Teamgefährten Smolarek eine Schusschance
zu ermöglichen. Hier war Kasey Keller mit gewohntem Einsatz auf dem Posten und
konnte einen drohenden Ausgleichstreffer abwenden (77.). Während sein
Dortmunder Kollege van Marwijk sein Wechselkontingent acht Minuten vor dem
Schlusspfiff völlig ausschöpfte - um mit Verteidiger Martin Amedick seiner
flankenfreudigen Offensive einen großgewachsenen Akteur zur Auswahl zu stellen
- beließ es Jupp Heynckes seinerseits bei zwei Auswechselungen und konnte sich,
in der Restspielzeit, an einer weiteren von Michael Delura initiierten
Torgelegenheit erfreuen. Diesmal war es Delura quasi selbstpersönlich, der
diese Möglichkeit verstreichen ließ, denn obwohl er im Strafraum mit dem Ball
am Fuß zwei verzweifelt grätschende Dortmunder verladen konnte, spitzelte ihm
der sich ihm bereits entgegengeworfene Torhüter Roman Weidenfeller den Ball
noch vom Pantoffel.
Der wenig später erfolgte Schlusspfiff des, wie
erwähnt, angenehmen unauffälligen Fandel besiegelte einerseits die Dortmunder
Niederlage, andererseits Borussias dritten Heimsieg im lediglich dritten
Saisonheimspiel. Mit den somit erwirkten neun Punkten auf dem tabellarischen
Guthaben beendete Borussia ihren fünften Punktspielauftritt der laufenden
Saison vorübergehend an dem beständig als „Platz an der Sonne" skizzierten
Tabellenplatz 1, wenngleich die unmittelbar hinter ihr platzierten Mannschaften
sie durch die restlichen Spiele des Spieltags an diesem Wochenende noch mit
Leichtigkeit überflügeln können sollten. Dennoch bugsierte sich die Borussia
damit vor dem sicher kniffligen Auswärtsspiel beim Meisterschaftsfavoriten
Bremen am folgenden Wochenende in eine positiv anmutende Grundsituation aus der
sie nützliches und nötiges Selbstvertrauen ziehen können müsste.
Unter dem Strich ging Borussias Erfolg über die
Dortmunder Borussia sicher in Ordnung. Die Gäste mühten sich zwar redlich,
ließen allerdings Konsequenz in ihrer Chancenauswertung vermissen. Die Borussia
bot derweil mitnichten ein spektakuläres Offensivfeuerwerk, doch überzeugte sie
mit einer kontrollierten wie geschlossenen Mannschaftsleistung aus der in der
Spitze neben dem Siegtorschützen Carlos Eduardo de Souza Floresta
vor allem der eingewechselte Michael Delura mit einer blitzsauberen Darbietung
einen erheblichen Anteil hatte und nebenbei andeutete, weshalb Trainer Heynckes
ihn auf nicht unerhebliche Art und Weise fördert und offensichtlich anzuspornen
versteht.
Tor: 1:0 Kahê (39.)
Borussia: Keller - Kirch, Zé António, B. Svensson, Jansen - Polanski,
Thijs, El Fakiri - Insua (Delura 46) - Kahê, Neuville (Sverkos 73).
Ersatz: Heimeroth - Helveg, Daems, Levels, Kluge.
Dortmund: Weidenfeller - P. Degen, Brzenska, Wörns, Dede - Kruska -
Tinga, Kringe (Ricken 74) - Pienaar (Amedick 81) - Smolarek, Frei (Tyrala 74).
Schiedsrichter: Herbert Fandel
(Kyllburg)
Zuschauer: 53.531 (99,01 %)
Datum;
Spieltag: Freitag, 22. September 2006; 5. Spieltag 2006/07
Gelbe Karten (Borussia): Polanski, El Fakiri
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Erstmals seit dem 27. Januar (1:3
gegen Bayern München) fand wieder
ein Bundesligaheimspiel der Borussia an einem Freitagabend statt. Durch
den Erfolg in diesem seicht vorgezogenen Spiel des 5. Spieltags
bugsierte sich die Borussia in einer knapp 19 Stunden währenden
Momentaufnahme an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga, ehe sie
von Titelverteidiger Bayern München dort wieder abgelöst wurde.
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