Bundesliga 2011/2012

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Sieg in letzter Sekunde Drucken
Geschrieben von Michael Heinen   
Donnerstag, 19 Mai 2011

Nach einem nervenaufreibenden Spiel musste Borussia dieses Mal gleich 92 Minuten Geduld aufbringen, ehe in der allerletzten Sekunde Igor de Camargo den viel umjubelten 1:0-Siegtreffer erzielte und der Borussia damit eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch verschaffte.

In Halbzeit 1 hatte sich eine sehr ausgeglichene Partie entwickelt, in der beide Mannschaften überraschend offensiv auftraten. Auch die sehr kompakt auftretenden Bochumer beschränkten sich nicht – wie von einigen befürchtet – ausschließlich auf die Zerstörung des Spiels. Ein Lattenkopfball von Yahia und ein blitzschneller Konter über Maltritz verschaffte ihnen sogar die ersten beiden Großchancen der Partie. Borussia antwortete mit zwei Riesengelegenheiten, die Dante und Neustädter nicht zu nutzen verstanden.

Mit einem gerechten 0:0 ging es somit in die Kabine und es folgte eine zweite Halbzeit, in der die Gäste mit zunehmender Spieldauer dem hohen Tempo Tribut zollen mussten. Borussia nutzte dies anfangs etwas zu zögerlich, kam aber immer wieder zu Chancen, die insbesondere der gute Torhüter Luthe zunichte machte.

Ein torloses Remis schien sich anzubahnen, als es nach 1:45 Minuten in der Nachspielzeit noch einmal Einwurf für die Elf von Lucien Favre gab. Nordtveit warf diesen gewohnt weit in den Strafraum, wo de Camargo zunächst erneut an Luthe scheiterte. Über Arango und Hanke prallte der Ball aber erneut vor die Beine des brasilianischen Belgiers, der diesen ins Tor bugsieren konnte.


Die Bochumer blamierten sich nach der Partie – insbesondere in Person von Trainer Friedhelm Funkel – indem sie dem Schiedsrichter eine zu lange Nachspielzeit vorwarfen. Abgesehen davon, dass die angezeigten 2 Minuten einen Ermessensspielraum des Schiedsrichters erlauben, ist es der absolute Regelfall, das Spiel nicht inmitten einer Torchance abzupfeifen. Ausgeführt wurde der Einwurf wohl gemerkt nach 1:58 Minuten, also innerhalb der angezeigten Zeit. Anschließend befand sich der Ball dauerhaft gefährlich im Strafraum und es hätte schon eines Deniz Aytekins bedurft, um in diesem Moment zum Schlusspfiff anzusetzen.


Für das am Mittwoch in Bochum anstehende Rückspiel bedeutet der knappe Heimsieg eine gute Ausgangsposition, auf der sich die Mannschaft aber keinesfalls ausruhen darf. Es wird nun am VfL Bochum sein, das Spiel selbst aktiv gestalten zu müssen, was der Spielweise der Gladbacher aus den letzten Wochen entgegen kommen sollte. Mit Kopplin, der seine 5. Gelbe Karte sah, wird Bochums Rechtsverteidiger nicht einsatzfähig sein. Marco Reus überstand die Partie zwar erneut ohne Sperre. Dafür plagten ihn schon nach wenigen Minuten Oberschenkelprobleme, die ihn sichtlich handicappten und die er in den verbleibenden 6 Tagen hoffentlich wird auskurieren können.

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Reus (84. Matmour), Arango – Hanke, Idrissou (67. de Camargo)

VfL Bochum: Luthe – Kopplin, Maltritz, Yahia, Ostrzolek – Freier, Dabrowski, Johansson, Toski (83. Azaouagh), Korkmaz (71. Federico) – Aydin (46. Tese)

Tore: 1:0 (90.) de Camargo

Gelbe Karten:
Neustädter – Toski, Kopplin, Ostrzolek

Schiedsrichter: Günter Perl

Zuschauer: 54.057