|
Dank eines hoch verdienten 1:0-Sieges über den 1. FC Nürnberg ist Borussia
zumindest für ein paar Stunden der Sprung zurück an die Tabellenspitze der
Fußball-Bundesliga gelungen. Die – gemeinsam mit dem 4:1 über den VfL Wolfsburg
– beste Saisonleistung gibt den Hoffnungen Nahrung, dass der aktuelle Höhenflug
mehr als nur eine schöne Momentaufnahme sein könnte.
Der Sieg wurde nicht etwa glücklich gegen einen schwächelnden Gegner
ohne Selbstvertrauen erzielt. Der 1. FC Nürnberg entpuppte sich von Beginn an
als unangenehmer Gegner, der mit gnadenlosem Pressing das Spiel der Gastgeber
zu unterbinden versuchte. Dies gelang über eine knappe halbe Stunde hinweg sehr
ordentlich. Dennoch gelangte Gladbach insbesondere durch den überragenden Marco
Reus zu einigen Großchancen, durch die es bereits zum Seitenwechsel 2:0 für die
Elf von Lucien Favre hätte stehen können.
Die mangelnde Chancenverwertung sollte auch in Halbzeit 2 ein zentrales
Thema bleiben. In der ersten Viertelstunde fand Borussia zwar nur
schleppend ins Spiel und sah sich mutigeren Nürnbergern gegenüber. Mit der
Einwechselung von Raul Bobadilla zog man das Tempo aber wieder an und kam
beinahe im Minutentakt zu hochkarätigen Chancen. Fahrlässig jedoch, wie diese
reihenweise liegen gelassen wurden, so dass sich mit zunehmender Spieldauer die
Frage stellte, wann sich dies endlich rächen würde. Die allgemeine
Fußballweisheit sagt schließlich aus, dass solche Spiele in aller Regel
verloren gehen.
Doch bei Borussia gelten aktuell andere Regeln, die sich letzten Endes
durchsetzten. Regel 1: Berühre niemals Marco Reus im eigenen Strafraum, denn
dies führt zwangsläufig zum (gerechtfertigten) Elfmeter. Regel 2: Filip Daems
verwandelt jeden Elfmeter eiskalt, so auch jenen in der 75. Minute. Regel 3:
Borussia siegt am Ende mit 1:0.
Gegen die letzte Regel stemmten sich die Gladbacher Stürmer weit
vehementer als die Gäste, die selbst nach dem Rückstand zu kaum noch gefährlichen
Szenen kamen. Ganz anders die Herren Bobadilla, Reus, Neustädter oder de
Camargo, die das Ergebnis bis zum Ende gut und gerne auf 4:0 hätten
hochschrauben müssen. So musste bis zum Ende gezittert werden, was aber mit dem
guten Gefühl eines erneuten Sieges und eines erneut hochklassigen Spiels
belohnt wurde.
Marco Reus, Filip Daems und Roman Neustädter waren die besten von 12 ganz
starken Borussen an diesem Nachmittag, die sich in dieser Verfassung vor keinem
Gegner in der Bundesliga verstecken müssen.
Borussia: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Reus, Marx
(88. Nordtveit), Neustädter, Arango – Hanke (63. Bobadilla), de Camargo
Nürnberg: Stephan – Chandler, Klose, Wollscheid, Pinola – Hegeler (78. Eigler),
Feulner, Simons, Mendler (46. Cohen), Esswein (80. Bunjaku) – Pekhart
Tor: 1:0 (75.) Daems
Zuschauer: 51.117
Gelbe Karten: Bobadilla, Klose
|