|
Mit viel
Glück und dank eines wie immer hervorragenden Marc-André ter Stegen ist Borussia
durch ein 4:3 gegen den 3. der 3. Liga in die 3. Runde des DFB-Pokals eingezogen.
Selbst 120 Minuten reichten der Mannschaft von Lucien Favre nicht, die
Abwehrreihe der unterklassigen Gastgeber aus Heidenheim zu knacken. So musste
letztlich das undankbare Elfmeterschießen herhalten, in dem zwei gehaltene Bälle
des Gladbacher Keepers den Sieg bewerkstelligten.
Borussia
knüpfte nahtlos an die Leistung vom vergangenen Samstag an. Defensiv ließ man auch mit ausgetauschten Außenverteidigern - Stranzl und Daems spielten für Jantschke und Wendt - kaum
etwas anbrennen, so dass selbst der zuletzt so gefährliche Nico Frommer keine Möglichkeit
zum Torerfolg bekam. Im Spiel nach vorne blieb Gladbach aber viel zu harmlos
und in vereinzelt guten Ansätzen stecken. Marco Reus war wie immer sehr bemüht,
scheint von den vielen vergebenen Chancen der letzten Wochen aber sichtlich
beeindruckt, so dass ihm die einstige Leichtigkeit immer mehr verloren geht. Seinem
Sturmpartner Mike Hanke geht es nicht besser. War er noch gegen Leverkusen ein
belebendes Element, so wirkte er bei den letzten beiden Auftritten sehr
verunsichert.
Grundfalsch
wäre es aber, die wiederholt schwache Leistung an einzelnen Spielern
festzumachen und allein darauf zu setzen, dass andere Akteure automatisch eine
Besserung herbeiführen könnten. Die eingewechselten Offensivspieler Leckie und
Otsu bekamen dieses Mal 30, bzw. 15 Minuten Gelegenheit, sich zu präsentieren. Allzu
viele Argumente dafür, sie zukünftig stärker zu fördern, lieferten sie nicht.
Die
einfache Lösung der aktuellen Schwierigkeiten liegt darin, dass der sensationelle
Lauf der vergangenen Monate schlicht vorbei ist. Wer darüber jammert, dass diverse
Spieler schwächeln, der sollte vielmehr in Erwägung ziehen, dass diese nicht
länger in der Lage sind, wie zuletzt 120 % ihres Leistungsvermögens abzurufen.
Wenn es in einer Mannschaft läuft, dann profitieren davon auch die weniger
begabten Spieler. Nimmt dieser Lauf ein Ende, dann landen vormals brillante Zuspiele
ein paar Zentimeter weiter links oder rechts und verpuffen wirkungslos. Dann
gehen die Schüsse an den Pfosten, die vorher zumindest ab und an im Tor
landeten. Und dann pfeifen selbst die Schiedsrichter nicht mehr in Situationen,
die zuvor einen Elfmeter nach sich gezogen hätten. In der Saisonanfangsphase
bekam Marco Reus drei Strafstöße zugesprochen, die nicht zwingend jeder
Schiedsrichter gegeben hätte. In Heidenheim entschied sich Schiedsrichter
Wingenbach in Halbzeit 1 dagegen, einen Kann-Elfer für Borussia auszusprechen.
Die besten
Borussen-Feldspieler waren die soliden Verteidiger sowie der unermüdliche Juan
Arango, wenngleich auch dieser zu keinem zwingenden Abschluss kam.
Verbesserungsfähig zudem seine Freistöße, die er in letzter Zeit allzu harmlos
ausführt. Überstrahlt wird die Leistung aller Borussen von Torhüter ter Stegen,
der schon in der regulären Spielzeit einen gefährlichen Konter der Heidenheimer
in Weltklasse-Manier entschärfte. Während er beim ersten verschossenen Elfmeter
vom schwachen Abschluss des Ex-Gladbachers Spann profitierte, war die Abwehr
des zweiten Balles eine Glanztat, wie sie ein Uwe Kamps dereinst nicht besser
hinbekommen hätte.
So bleibt
zum einen zu hoffen, dass es Max Eberl gelingt, den Vertrag des Keepers
möglichst bald über das Jahr 2014 hinaus zu verlängern und ter Stegen dabei eine
angemessene Aufstockung seines Gehalts erfährt, die er sich allein schon durch
seinen Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals verdient hat. Bis dieses im
Dezember stattfindet, sollte sich Borussia aber wieder gesteigert haben, denn
in der Form der letzten beiden Partien wird es kaum ein weiteres so glückliches
Ende geben können.
Heidenheim: Lehmann – Sirigu (120. Krebs),
Göhlert, Tausendpfund, Feistle – Essig (66. Bagceci), Sauter, Schittenhelm,
Weil, Spann – Frommer (64. Heidenfelder)
Borussia: ter Stegen – Stranzl, Brouwers,
Dante, Daems – Herrmann (106. Otsu), Marx (62. Nordtveit), Neustädter, Arango –
Reus, Hanke (91. Leckie)
Gelbe Karten: Sirigu, Schittenheim, Spann –
Dante
Elfmeter: 1:0 Sauter, 1:1 Daems, 2:1 Krebs,
2:2 Dante, ter Stegen hält gegen Spann, 2:3 Nordtveit, 3:3 Schittenheim, 3:4
Stranzl, ter Stegen hält gegen Tausendpfund
|