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Wer
geglaubt hatte, Borussia Mönchengladbach könnte seinen Auftritt aus dem
DFB-Pokal gegen Schalke 04 in der Liga nicht wiederholen, wurde auf imposante
Weise bestätigt. Im Vergleich zum 3:1-Sieg aus dem vorigen Dezember trat die
Elf von Lucien Favre sogar noch dominanter auf und deklassierte den
Tabellennachbarn noch deutlicher.
Während Lucien
Favre seine Startelf aus Berlin unverändert ließ, erwies sich Schalke-Trainer
Huub Stevens als übertrieben wagemutig. Nicht nur, dass er seine Abwehr
umstellte, Höwedes in die Mitte und Matip ins defensive Mittelfeld verschob. Letzterem
wurde mit Jurado ein defensiv unfähiger Spieler auf der zweiten 6er-Position
beiseite gestellt, so dass Schalke mit 5 rein offensiven Akteuren in die Partie
startete. Eine Strategie, die gründlich nach hinten los ging, denn die
anfällige Defensive der Gäste war in Halbzeit 1 völlig überfordert mit dem schnellen
Kombinationsspiel der Gladbacher.
111
Sekunden brauchte es, ehe Herrmann über die rechte Seite anstürmte, auf Marco
Reus passte, der sich 10 Meter vor dem Tor um seine beiden passiven
Gegenspieler drehte und ins lange Eck schoss. In der Folge drückte Borussia voller
Spielfreude auf weitere Treffer, die sich zwangsläufig einstellten. Zwei geniale
Doppelpässe von Hanke mit Herrmann und Arango nach 15 Minuten hebelten die
Schalker Defensive in Weltklasse-Manier aus, so dass der Ex-Schalker gekonnt
zum 2:0 einschieben konnte. Als dann Juan Arango in Minute 32 einen Freistoß
ins Tor zwirbelte, war die Messe gelesen und Schalke 04 demontiert.
Was folgte
war die wunderschön langweiligste Halbzeit der Borussen-Geschichte. Von den
Schalkern ist es bekannt, sich nach dem Seitenwechsel enorm steigern zu können.
Dies gelang zumindest dem Ergebnis nach, denn weitere Gegentore gab es nicht. Borussia
demonstrierte vielmehr seine taktische Dominanz, mit der sie den hilflosen Gegner
beherrschten und keine einzige Torchance der zweitbesten Offensive der Liga
zuließen. Notorische Kritiker könnten sich sogar grämen, dass die Chance ungenutzt
blieb, dem direkten Konkurrenten um Platz 3 noch stärker im Torverhältnis zu
enteilen. Doch wenn es der Mannschaft gelingt, demnächst auch auswärts regelmäßiger
etwas von der Dominanz zu zeigen, die daheim bereits zur Regel geworden ist, könnten
trotz der starken Konkurrenz selbst höhere Ziele in den Bereich des Möglichen
rücken.
Borussia: ter Stegen – Jantschke, Brouwers,
Dante, Daems – Herrmann (79. de Camargo), Nordtveit (72. Marx), Neustädter,
Arango – Reus, Hanke (89. Wendt)
Schalke: Unnerstall – Höger, Papadopoulos,
Höwedes, Fuchs – Farfan (63. Draxler), Matip, Jurado (46. Metzelder), Raul,
Obasi – Huntelaar
Tore: 1:0 (2.) Reus, 2:0 (15.) Hanke, 3:0
(32.) Arango
Gelbe Karten: Nordtveit – Papadopoulos, Höwedes,
Obasi
Zuschauer: 54057
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