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SEITENwechsel, der 11. Drucken
Geschrieben von Mike Lukanz   
Mittwoch, 18 Oktober 2006
Auf schillernde Juwelen kann man von vielImageen Seiten blicken und staunen. Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für seine Leser auf das Gladbacher Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Beide Projekte haben ihren eigenen unverwechselbaren Charme. Zu Beginn der Saison 06/07 kommt es nun zum SEITENwechsel: SEITENWAHL und VfLog beginnen einen Briefwechsel, in dem alles möglich ist: Fachsimpelei, Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte reicht, wird auf www.seitenwahl.de und www.VfLog.de künftig dienstags nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite veröffentlicht.

Lest in dieser Woche meine Gedanken über die kommenden Auswärtspartien beim VfLog, direkt im Anschluss die wie immer lyrisch anmutende Antwort von Martin.

Lieber Mike,
 
die journalistischen Reflexe sind in der Tat leicht zu durchschauen: Hält man dem Sportreporter einen Sieg von Borussia hin, finden sich im Kader noch dazu mehr als drei Spieler unter 29, so wird der gemeine Berichterstatter sofort mit Speichelfluss und "Fohlenelf, Fohlenelf, Fohlenelf"-Geseire reagieren. Natürlich ist es schön, wenn Gladbach mit jungen Spieler beeindruckt. Aber der mediale Einheitsbrei ist in der Tat eher öde.
Ähnlich öde wie die Auswärtsdebatte. Wollen wir also darüber schweigen? Nein! Ich bewundere Peter Panders "Wir werden in Berlin gewinnen"-Ausspruch sehr. Robert Gernhardt hat einmal sinngemäß gesagt, wer zuerst "Lust" und "Brust" reimte, sei ziemlich unoriginell gewesen. Mutig hingegen sei es, das millionste Gedicht mit diesem Reim zu wagen, und der Angst vor der Wiederholung ins Auge zu sehen. So ist auch Peter Panders Mut, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, rühmlich. Aber ich vermute andererseits, wenn er einen Auswärtssieg ankündigt, dann tut ihm das nicht weiter weh. Es glaubt ja eh keiner. Gewinnen wir, kann er stolz behaupten, er habe ja immer dran geglaubt. Verlieren wir, wird keiner sich über den lächerlichen Satz äußern, dann ist wieder kollektive Depression angesagt. Mit vier sieglosen Spielen wie Du will ich aber nicht gleich rechnen. In Osnabrück sollten wir schon gewinnen. Das ist ja nicht auswärts, der Himmel gehört allen.
 
Voll Vorfreude,
Martin