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Home 2006/07 10, A, BL, Frankfurt
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Eintracht Frankfurt - Bor. M'gladbach 1:0 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Sonntag, 05 November 2006 |
Dass auf Bundesliganiveau Fehler rigoros bestraft werden, ist gerade
auch für Borussia Mönchengladbach keine wirkliche Neuigkeit. Am
heutigen Sonntagabend verlor die Borussia so auch ihr fünftes
Auswärtsspiel der laufenden Saison, mit 1:0 bei Eintracht Frankfurt. In
einem dürftigen Bundesligaspiel, in dem die Borussia nach der
Gelb-Roten Karte gegen Thomas Helveg noch dazu in Unterzahl agierte,
hatte die Elf von Trainer Jupp Heynckes im Spielverlauf das Pech, dass
ein reguläres Tor von Youngster Marvin Compper zuvor von Schiedsrichter
Dr. Wack annulliert worden war.
Im Vergleich zum verlorenen Heimspiel gegen Bayer
Leverkusen hatte Heynckes die Mannschaft auf drei Positionen verändert, so kam
Thomas Helveg für Oliver Kirch, Nando Rafael für Oliver Neuville und der
wiedergenesene Eugen Polanski für Bernd Thijs zum Zug. Eine Aufstellung, die
darauf hinwies, dass die Borussia gedachte zunächst ihr eigenes Tor ausreichend
zu sichern.
Entsprechend gestaltete sich das Spiel der
Borussia, die eben ähnlich wie beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin agierte
und versuchte dem Gegner möglichst geringfügigen Raum für dessen Spiel zu
geben. Auch der Gegner sah sein erstes Ziel in der Sicherung des eigenen Tores
und so entwickelte sich für den Beobachter ein zögerliches Spiel zweier
Mannschaften, die den Respekt vor dem ersten und gegebenenfalls bereits
entscheidenden Fehler über weite Phasen der ersten Spielhälfte nicht abstreifen
konnten. Löblich, dass die Borussia die ersten kleineren Torgelegenheiten der
Partie haben wollte und diese keinesfalls glücklich zu Wege zu bringen
gedachte, auch wenn ein Schussversuch des gerade in den ersten zwei Dritteln
der Partie verunsichert wirkenden Nando Rafael in der 18. Spielminute das Tempo
und die Zielgenauigkeit vermissen ließ.
Insgesamt ließ die Borussia wesentlich zu viele
Perioden mit eigenem Ballbesitz auch in einen Torschussversuch auf das
gegnerische Gehäuse münden, viel zu oft wurde die Chance auf eine sich bietende
Gelegenheit über einen Tempogegenstoß durch „zu flaches" Passspiel in die
Breite abgewürgt. Allenfalls Michael Delura schien sich der Direktive der
erhöhten Handlungsschnelligkeit in Richtung des gegnerischen Kastens ernsthaft
angenommen zu haben, denn der gebürtige Gelsenkirchener konnte immerhin
vereinzelt über die Außenbahn in die Nähe des Strafraums der Gastgeber
vordringen, auch wenn sein „finaler Pass" dann meist zu ungenau wurde. Einen ob
seiner Ansehnlichkeit bemerkenswerten Tempogegenstoß fuhr die Borussia so in
der 30. Spielminute. Zügig und im Direktspiel wurde Peer Kluge am linken Rand
freigearbeitet, der bis zur Grundlinie durchzustoßen schien und dann flüssig
versuchte den am Fünfmeterraum kurz gekommenen Federico Insúa zu bedienen. Auch
als Insúa dort von Kyrgiakos abgedrängt wurde und nicht zum Ball kam, die
Chance verebbte erst durch Carlos Eduardo de Souza Florestas Entscheidung auf
den zweiten Pfosten zu laufen und nicht im Rückraum, wo der Ball schlussendlich
versandete, zu verharren.
Eine halbe Stunde der ersten Spielhälfte war zu
diesem Zeitpunkt bereits gespielt, doch die Gastgeber von Trainer Friedhelm
Funkel mussten noch auf ihren ersten echten Ball vor dem Tor von Kasey Keller
warten. Dies war, wie angesprochen, der guten Defensivarbeit der Borussia
geschuldet, zu der nicht nur das Duo Peer Kluge und Eugen Polanski vor ,
sondern auch ein Mann wie Thomas Helveg innerhalb der Abwehr beitrug. Der
dänische Routinier sorgte mit einer aufmerksamen Darbietung einige Male dafür,
dass sich aufkommende Nervosität, die sich zum Beispiel bei seinem Pendant auf
der linken Abwehrseite, Marvin Compper, gerade in der Vorwärtsbewegung hin und
wieder eklatant auch im einfachen Ballverlust niederschlug, nicht allzu sehr
ausbreitete; in der 33. Spielminute blockte der dänische Nationalspieler
folgerichtig auch den ersten Schussversuch der Frankfurter auf das Tor von
Keller ab.
Eine ordentliche, dennoch aber keinesfalls
erstklassige, erste Halbzeit der Borussenmannschaft neigte sich in der 45.
Spielminute gerade ihrem Ende entgegen, da kam es zum einen durch eine erste
Unaufmerksamkeit in der Borussenverteidigung zu einer Kopfballgelegenheit für
den griechischen Internationalen Ioannis Amanatidis. Jener reagierte
freistehend auf den Flankenball des U21-Nationalspielers Patrik Ochs, doch zur
Freude des Borussenanhangs endete der Kopfball des ehemaligen Kaiserslauterers
fernab vom Borussentor im Toraus. Unmittelbar davor hatte der bis dahin kaum
geforderte Schiedsrichter Dr. Wack Thomas Helveg die Gelbe Karte gezeigt,
nachdem dieser in Folge eines riskanten Anspiels von Delura im Rücken des
Frankfurters Michael Thurk endete und dann sofort per Trikotvergehen eine
aufkommende Konterchance der Gastgeber unterbunden hatte.
Offenbar angestachelt von der Gelegenheit für
Amanatidis vor der Pause, suchte der Gastgeber schon unmittelbar nach
Wiederbeginn den Weg zum Tor von Kasey Keller. Die Borussia begünstigte dies
dadurch, dass sie selbst erst wieder eine Grundordnung in ihr Spiel bringen
musste und hatte das Glück auf ihrer Seite, als der Schweizer Spycher nach 49
Spielminuten frei vor Borussias Torwart den Ball um Nuancen am rechten
Außenpfosten vorbeispitzelte. Auch die folgenden Spielminuten gehörten den
Gastgebern, so hielt Michael Fink Keller in der 51. Minute mit einem
Distanzschuss und vier Minuten später Albert Streit ihn mit einem Freistoß
warm.
Borussias erster ernsthafter Zug in Richtung des
Tores der Hessen ereignete sich nach 56 Spielminuten und mündete in einen
Eckstoß, den die überwiegende Mehrheit der Elf von Trainer Heynckes im Strafraum
der Gastgeber erwartete und das Spielgerät dort dennoch nicht halten konnte. Im
Gegenteil, die Frankfurter befreiten sich und versuchten den von einem der
wenigen defensiv verharrten Borussen, Thomas Helveg, eng bewachten Albert
Streit einzusetzen. Als Streit im Begriff war sich um den dänischen Verteidiger
der Borussia zu drehen und dem an dem Duo vorbeigehenden Ball nachzusetzen, kam
er zu Fall und die Frankfurter zu einem Freistoß, den der bereits wieder auf
den Füßen stehende Streit mit einer Verwarnungskarte für Thomas Helveg im
Grunde garniert sehen wollte. Schiedsrichter Dr. Wack kam diesem Wunsch
umgehend nach und da Helveg am Ende der ersten Halbzeit bereits verwarnt worden
war, musste er nun den Rasen vorzeitig verlassen und seine Elf in numerischer
Unterzahl zurücklassen.
Diese sah sich in den folgenden Minuten einer
Angriffswelle der Hausherren ausgesetzt, ohne jedoch großartig in
Schwierigkeiten zu kommen. In der 66. Spielminute ersetzte Heynckes dann
Federico Insúa durch Bernd Thijs, doch auch hernach waren die Hausherren von
der Eintracht allenfalls in der Lage vermehrten Ballbesitz für sich zu
reklamieren. Die Borussia verteidigte ordentlich, ließ keine nachdrückliche
Gelegenheit für den Pokalfinalisten der vergangenen Saison zu.
Im Gegenteil, Borussia war sogar in der Lage als
erste der beiden Mannschaften das gegnerische Tor zu treffen. Hierbei tat sich
in der 70. Spielminute Borussias junges Duo auf der linken Seite, Nando Rafael
und Marvin Compper, hervor. Mit Rafael als umsichtiger Vorbereiter und Compper
in seinem vierten Saisonspiel als der noch umsichtigere im Torabschluss. Im
richtigen Moment hatte Rafael gut getimt den die Abwehr geschickt überlaufenden
Compper eingesetzt und dieser hatte, nicht wie vom herausstürzenden Torwart Nikolov
erwartet, seinen linken Fuß benutzt, sondern den Ball mit dem rechten Fuß um
den Torwart herum in das lange Eck des Frankfurter Gehäuses gedreht.
Unbändig freute sich der U20-Nationalspieler über
den von ihm erzielten Führungstreffer, der immerhin seinen ersten Treffer in
seiner Bundesligakarriere bedeutet hätte. Doch als er merkte, dass seine
Mitspieler ihn nicht beglückwünschten, sondern frustriert abdrehten, erahnte
er, dass das Schiedsrichtergespann einen Grund gefunden haben musste, um den
Treffer zu annullieren. Eine Abseitsstellung wollte nämlich der der
Haupttribüne entgegengesetzt eingesetzte Schiedsrichterassistent erkannt haben.
Und da er diese - die allenfalls gänzlich passiv und dann durch den vom
unmittelbaren Geschehen gleich mehrere zehn Meter entfernt stehenden Kahê
gegeben war - stur anzeigte, konnte Dr. Wack die Gelegenheit ergreifen und dem
Tor seine hoheitliche Anerkennung verweigern; schlussendlich ist, wie wieder
einmal verdeutlicht worden ist, eben Abseits wenn der Schiedsrichter pfeift.
Zwei Halbchancen und jeweils einen Spielerwechsel
auf beiden Seiten später, bei der Borussia ersetzte David Degen Peer Kluge, tat
sich Herr Wack aus Sicht der Borussia ein nächstes Mal negativ hervor, als er
einen Freistoß für Frankfurt nicht durch seinen Pfiff, sondern durch die
Frankfurter Spieler höchst selbst freigab und den Hausherren damit die Chance
bot, den von Marvin Compper unzureichend beaufsichtigten Naohiro Takahara so
anzuspielen, dass der ehemalige Hanseate den Ball ungehindert an Kasey Keller
vorbei zur Frankfurter Führung ins Tor bugsieren konnte.
Auch der für die verbleibenden neun Minuten auf das
Feld geschickte Oliver Neuville konnte, obschon er beinahe noch eine gute
Gelegenheit ergattern konnte, das Ergebnis für die Borussia nicht mehr anders
gestalten. Eher noch hätten die Gastgeber in der Restspielzeit dem Resultat
einen weiteren Treffer beisteuern könnten, doch war Kasey Keller gegen Markus
Weissenberger (83.) entsprechend auf seinem Posten.
Unter dem Strich büßt die Borussia hier erneut für
eine einzige leichtfertige Unachtsamkeit, die zu einer von zwei Schlüsselszenen
verkommt. Sie verliert deshalb vor allem wie gegen Nürnberg oder gegen Berlin
wiederholt mögliche Punkte auf fremdem Platz, denn ein Zähler war am heutigen Tage
für die Elf von Trainer Heynckes - der sich nach dem Schlusspfiff sehr über die
Schiedsrichterleistung erregte - allemal möglich. Seine Mannschaft agierte in
der Defensive über den großen Teil der Partie kontrolliert und aufmerksam,
hatte aufgrund ihrer Verlagerung auf eine solide Verteidigungsarbeit bis zur
sogenannten Ampelkarte für Thomas Helveg die Frankfurter Bemühungen auch
souverän im Griff gehalten und war hernach nicht nur eigentlich in Führung
gegangen, sondern war auch in der Verteidigungsarbeit nicht wirklich tief in
eine unruhige See hineingeschlittert.
Umso ärgerlicher, dass sie wiederholt punktlos in
ihre niederrheinische Heimat heimkehren muss. Will man die heutige Niederlage
als unglücklicher Zusammenschluss von Umständen darstellen, tut man dem
Spielverlauf in der Tat kein Unrecht. Deshalb wird es umso wichtiger sein, dass
die Mannschaft und der Trainer ihren Kurs weiter fahren und in der Niederlage
eher Bestätigung sehen. So kurios dies klingen mag. Doch wenn die Elf noch den
genickbrechenden letzten Fehler ausmerzt, kann sie auswärts punkten und
gleichzeitig daran arbeiten, dass Auswärtsspiele auch wieder häufiger gewonnen
werden.
Tore: 1:0 Takahara (78.)
Frankfurt: Nikolov - P. Ochs, Russ, Kyrgiakos, Spycher - M. Fink - Köhler
(Takahara 66) - A. Meier - A. Streit, Thurk ((Weissenberger 75) Huggel 86),
Amanatidis.
Borussia: Keller - Helveg, Levels, Zé António, Compper -
Delura, Polanski, Insúa (Thijs 66), Kluge (Degen 77), Rafael (Neuville 81) -
Kahê.
Ersatz: Heimeroth - El Fakiri, Degen, Sonck.
Schiedsrichter: Dr. Franz-Xaver Wack (Biberbach)
Zuschauer: 50.050
Datum;
Spieltag: Sonntag, 5. November 2006; 10. Spieltag 2006/07
Gelbe Karten (Borussia): Zé António
Gelb-Rote Karten: Helveg (57., wiederholtes Foulspiel)
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Das Spiel war Borussias 90. Spiel auf fremdem Platz
seit dem Wiederaufstieg 2001. In diesen 90 Spielen erzielte sie 9 Erfolge, 26
Remis und nunmehr 55 Niederlagen. Borussias letzter Auswärtssieg datiert vom
13. Mai diesen Jahres und wurde durch ein 2:0 (Tore: Oliver Neuville, Nando
Rafael) in Frankfurt bei Eintracht Frankfurt erzielt. Neben der Borussia,
Bayern München und dem FC Schalke 04 war die Eintracht der vierte Verein, den
Borussentrainer Jupp Heynckes in seiner Laufbahn als Trainer in der Bundesliga
betreute.
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