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Geschrieben von Mike Lukanz
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Dienstag, 07 November 2006 |
Lieber Mike,
was war das wieder ein Sch...spiel. Die Gladbacher Umstände
kotzen Dich an,
schreibst Du. Mich auch. Aber bisweilen denke ich, dass wir
alle, Nörgler
und Optimisten, Ausgewogene und Radikale, uns und Borussia mit
unseren
andauernden Diskussionen keinen Gefallen tun. Borussia nicht,
weil
Heynckes-Raus-Rufe gar nichts bringen, Meditationen darüber,
dass
Heynckes-Raus-Rufe gar nichts bringen, aber letztlich nicht minder
Unruhe
stiften. Und uns nicht, weil wir dadurch sicher nicht glücklicher
werden.
Das Leben ist zu kurz, um dauernd in Depressionen und Melancholie
zu
verfallen.
Vielleicht sollten wir einfach schönere Dinge mit unserer Zeit anfangen,
bis
Borussia mal wieder etwas mehr Spaß macht. Das neue Buch von Wolf Haas
zum
Beispiel ist kurzweilig und lesenswert. In dem Roman "Das Wetter vor
15
Jahren" erzählt Haas einmal nicht einen Krimi, sondern
eine
Liebesgeschichte. Die allerdings, wird eigentlich auch gar nicht
erzählt,
vielmehr kann man sie sich als Leser nur erschließen, denn der
eigentliche
Text ist nichts anderes als ein fiktiver Dialog zwischen Wolf
Haas selbst
und einer Literaturjournalistin aus Deutschland. So fügt sich
Reflexion über
Literatur in eins mit einigen witzigen Beobachtungen über die
Unterschiede
zwischen Deutschland und Österreich und praktisch en passant
erfährt man
auch noch alles über einen Roman, der nie geschrieben worden
ist.
Weniger frisch vom Ladentisch, aber auch ein echter Hammer (und
ehrlich
gesagt schon noch einigen Klassen besser als der Haas) ist "Meister
und
Margarita" von Bulgakow. Literaturfreunden werde ich damit nichts
Neues
sagen, aber ich hab das Buch für mich eben erst kürzlich entdeckt,
und
wieder einmal festgestellt, dass die Russen es einfach drauf haben.
"Meister
und Margarita" ist unglaublich witzig, bösartig, skurill und schenkt
der
Welt neben einer der sympathischsten Teufelfiguren auch eine
der
liebenswertesten Katzendarstellungen, die man sich vorstellen kann
(der
Assistent des Teufels ist nämlich eine etwas vorlaute und
selbstverliebte,
menschengroße Katze). Und während der Haas nach gut drei
Stunden auch schon
ausgelesen ist, kann man sich mit Meister und Margarita
einige lauschige
Samstagnachmittage vergnügen.
Was das alles mit
Borussia zu tun hat? Nichts. Ist das nicht schön?
Auf bald,
Martin
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