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Home 2006/07 14, A, BL, Stuttgart
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VfB Stuttgart - Bor. M´Gladbach 1:0 |
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Geschrieben von Mike Lukanz
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Sonntag, 26 November 2006 |
Nach einer bis zur 70. Spielminute katastrophal schlechten Vorstellung verliert Borussia das Auswärtsspiel in Stuttgart mit 0:1. Lediglich in den letzten 20 Minuten des Spiels verstand es Borussia ansatzweise, gegen einen sich zurückziehenden und abbauenden Gastgeber etwas Druck aufzubauen und sich Torchancen herauszuspielen. Der Ausgleichstreffer wollte jedoch nicht mehr gelingen, so dass im neunten Auswärtspflichtspiel die siebte Niederlage zu Buche stand. Das Tor des Tages erzielte Cacau bereits in der 5. Spielminute nach einer abgefälschten Flanke. Gleichwohl Borussia als Außenseiter in die Partie gegangen war, muss man sich ob der vergebenen Chance ärgern, gegen einen heute am Ende schwach spielenden Gastgeber aus Stuttgart nicht mindestens einen Punkt mitgenommen zu haben.
Jupp Heynckes stellte die Anfangself erneut auf fünf Position um,
wenngleich überwiegend gezwungen, da Keller, Neuville und Rafael
verletzungsbedingt ausfielen. Vor Torhüter Christofer Heimeroth agierte
die Viererkette in gleicher Formation mit Thomas Helveg, Bo Svensson,
Ze António und Marvin Compper. Die bereits in dieser Woche angekündigte
Version mit zwei defensiven Mittelfeldspielern wurde von Heynckes exakt
umgesetzt. Neben Eugen Polanski spielte Tobias Levels vor der Abwehr.
Oliver Kirch und Peer Kluge flankierten den wieder in die Startelf
berufenen Federico Insua auf den Außenpositionen. Die einzige nominelle
Spitze wurde von Kahê gestellt.
Bereits in der sechsten
Spielminute wurde das defensive Grundkonzept der Mannschaft über den
Haufen geworfen. Der Stuttgarter Hilbert, von Compper eigentlich
zugestellt, von der rechten Seite geflankt. Der Ball wurde von Compper
jedoch so abgefälscht, dass er in einem hohen Bogen Richtung Heimeroth
flog. Die Flugbahn wurde immer länger, so dass der Ball von der Latte
zurück ins Feld prallte. Cacau musste aus kurzer Distanz nur noch
abstauben, um die frühe Führung für sein Team erzielen zu können. Auch
wenn Heimeroth in dieser Situation unglücklich aussah, ist ihm kein
Vorwurf zu machen. Viel mehr den Innenverteidigern, die den langen Ball
gedanklich bereits abgeschrieben hatten und so Cacau in dieser
Situation nicht entscheidend zustellten.
Dass Borussia in der
Folgezeit keine wütenden Angriffe auf das Tor der Gastgeber startete,
überraschte den Beobachter nicht. Zu wenig Selbstvertrauen besitzt das
Team zur Zeit, als dass der Hebel innerhalb weniger Minuten umgelegt
werden könnte. Am Spielverlauf änderte sich demnach wenig. Die
selbstbewusst auftretenden Stuttgarter dominierten das Spiel nach
Belieben, ohne zwingend in der Offensive eine frühe Vorentscheidung zu
suchen. Der Ball lief in Stuttgarter Reihen sauber und flüssig,
Borussia war viel zu sehr mit der Einhaltung der defensiven
Grundordnung beschäftigt. Speziell in dieser Anfangsphase wurde
deutlich, dass das Duo Levels / Polanski mit der taktischen Aufstellung
und den Aufgaben, die an eine solche Position gebunden sind,
überfordert waren. Speziell der junge Levels produzierte den ein oder
anderen haarsträubenden Fehlpass in der Vorwärtsbewegung.
Das
Offensivspiel war in der gesamten ersten Halbzeit eine einzige
Katastrophe. An Insua lief das Spiel weitestgehend vorbei, und weder
Peer Kluge noch Oliver Kirch konnten auf den Flügeln für die nötige
Entlastung sorgen. Ein Fehlpass jagte den nächsten, lediglich die
Abwehrreihe stand einigermaßen sicher, was mehr an den nicht minder
schlechten Offensivbemühungen der Stuttgarter Mannschaft lag. Den
ersten Torschuss für Borussia notierten die Beobachter in der 23.
Spielminute, wobei die Beschreibung "Schuss" für den Ball von Kahê
eigentlich eine maßlose Übertreibung ist. Stuttgart kam nur
gelegentlich zu Torchancen, so in der 28. Minute, als es erneut Cacau
war, der vor Heimeroth auftauchte, den Ball jedoch im Fallen keinen
nötigen Druck mehr geben konnte. Weitere neun Minuten später bewies
Hitzlsperger seine enorme Schusskraft, als sein strammer Linksschuss
nur knapp am Borussengehäuse vorbeistrich.
Die zweite Halbzeit
begann beinahe wie die erste. Die Gastgeber suchten erneut schnell den
Weg zum Tor, um eine frühe Vorentscheidung herbeizuführen. Keine 60
Sekunden nach Wiederanpfiff des heute souverän leitenden Dr. Fleischer
schoss Gomez mit links aufs Tor. Der Ball erreichte fast den am zweiten
Pfosten lauernden Cacau, wenn Ze António nicht mit einer beherzten
Grätsche geklärt hätte. Der portugiesische Nationalspieler blieb zuerst
angeschlagen auf dem Rasen liegen, konnte aber weiterspielen. Weitere
zwei Minuten später hatte Tasci eine weitere Chance, den Spielstand auf
2:0 zu erhöhen. Nach einer Ecke von der rechten Seite stand der
19jährige Tasci völlig frei am Elfmeterpunkt und köpfte platziert ins
rechte Eck des Borussentores. Für den bereits geschlagenen Heimeroth
klärte Peer Kluge allerdings auf der Linie, so dass Borussia im Spiel
blieb.
In den folgenden zehn Minuten plätscherte das Spiel
ohne weitere Höhepunkte vor sich, was beide Trainer wohl zum Anlass
nahmen, mit Auswechslungen dem Spiel neue Impulse zu geben. Jupp
Heynckes wechselte den heute erneut schwach spielenden Polanski aus und
brachte mit Michael Delura einen frischen Offensivspieler. Delura
agierte fortan an zweite Spitze neben Kahê, ließ sich jedoch immer
wieder ins Mittelfeld fallen. Kurze Zeit nach seiner Einwechslung
schlug Delura eine Ecke von der linken Seite an den zweiten Pfosten des
Stuttgarter Tores, wo Insua nach einem Stellungsfehler seines
Gegenspielers zum Kopfball kam. Der Ball traf jedoch nur die Latte und
auch den zurückgesprungenen Ball konnte Svensson, der noch im Strafraum
lauerte, nicht im Tor unterbringen.
Diese Chance muss in der
Rückbetrachtung als eine Art "Startschuss" für die Schlussoffensive der
Gäste angesehen werden. Gegen eine sich immer weiter zurückziehende
Stuttgarter Mannschaft, die ihre eigenen Offensivaktionen nahezu völlig
einstellte, kam Borussia zu immer mehr Spielanteilen. Spätestens mit
der Einwechslung von Bernd Thijs für Marvin Compper übernahm Borussia
vollends die Kontrolle und speziell Insua steigerte sich nun von Aktion
zu Aktion. In der 77. Minute bediente er den im Strafraum stehenden
Kluge, der aufgrund enger Manndeckung zurück an den Strafraum passte.
Der Schuss von Oliver Kirch strich jedoch knapp am Tor vorbei. Keine
Minute später schickte Insua Michael Delura mit einem schönen Pass in
die Gasse, der Schuss des von Schalke 04 ausgeliehenen Delura flog
Stuttgarts Torhüter Hildebrand genau in die Arme. Die größte Chance zum
Ausgleichstreffer hatte Tobias Levels, der nach der Einwechslung von
Thijs als linker Verteidiger spielte, fünf Minuten vor dem Ende, als er
eine Flanke von der rechten Seite im Strafraumzentrum volley nahm. Der
Ball strich jedoch nur wenige Zentimeter am Torwinkel vorbei.
Alle
Bemühungen wurden am Ende nicht belohnt. Borussia verlor schlussendlich
etwas unglücklich bei sehr schwachen Stuttgarter Gastgebern. Auch wenn
in der zweiten Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung festzumachen
war, so darf nicht vergessen werden, dass Borussia eben bis zur Chance
von Insua aus der 69. Spielminute den gleichen katastrophalen und
planlosen Offensivfußball spielte, mit dem man bereits seit Wochen in
der Bundesliga die eigene Erfolglosigkeit begründet. Ein stärker
spielender Gegner hätte das Spiel gegen Borussia schon früher vorzeitig
entschieden und womöglich auch deutlicher gewonnen. Sicher darf man das
Bemühen und das Aufraffen der Schlussphase positiv erwähnen, doch darf
es nicht über den erneut sehr schwachen Gesamtauftritt hinwegtäuschen.
Wie schon so oft in der laufenden Saison merken Borussia und ihre Fans,
dass eine gute Halbzeit pro Spiel eben nicht ausreicht. Am Ende der
Partie stehen zwar erneut zum Teil lobende und aufmunternde Worte der
sportlichen Führung, aber eben auch null Punkte zu Buche. Um in der
nächsten Woche beim FC Bayern München bestehen zu können, muss eine
deutliche Leistungssteigerung her, die dann über eine längere Zeit
abgerufen werden muss.
Tore: 1:0 Cacau (6.)
Stuttgart: Hildebrand – Tasci, Meira, Delpierre, Boka – Pardo –
Hilbert, Hitzlsperger (Osorio, 81) – da Silva (Bierofka, 68) – Cacau
(Streller, 76), Gomez.
Borussia: Heimeroth – Helveg, Svensson, Zé Antonio, Compper (Thijs, 70) – Levels, Polanski (Delura, 61) – Kirch, Kluge – Insua – Kahê.
Ersatz: Richter - El Fakiri, Bögelund, Sonck, Degen.
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer
Zuschauer: 53.000
Datum, Spieltag: 26. November 2006, 14. Spieltag 2006/07
Gelbe Karten (Borussia): Svensson, Delura, Kirch
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Das
heutige 0:1 war Borussias siebte Niederlage im neunten
Auswärtspflichtspiel der Saison, gleichzeitig das achte Spiel in Folge
ohne Sieg. Insgesamt reichte es in 92 Auswärtsspielen seit dem Wiederaufstieg einzig zu 9 Erfolgen und 27 Remis.
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