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Home 2006/07 18, A, BL, Cottbus
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Energie Cottbus - Bor. Mönchengladbach 3:1 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Samstag, 27 Januar 2007 |
Im Stadion der Freundschaft in Cottbus verlor die Borussia am heutigen Samstagnachmittag eine Partie mit 3:1 Toren, die sie vor allem in der ersten Halbzeit den Gastgebern überließ und nach dem Doppelschlag der Lausitzer durch den Rumänen Sergiu Radu trotz einer verbesserten Leistung in der zweiten Spielhälfte nicht mehr gewinnen konnte. Nach dem Anschlusstreffer von David Degen, einer von drei hochkarätigen Chancen der Borussia nach dem Seitenwechsel, fiel das spielentscheidende dritte Cottbusser Tor in bezeichnender Manier, als der ansonsten fehlerfreie Kasey Keller eine Hereingabe von Steffen Baumgart dessen Mitspieler Vlad Munteanu auf den Fuß servierte. In Mönchengladbach wird man sich deshalb bis zum kommenden Spiel gegen Nürnberg am Dienstag wohl vor allem der Frage widmen, wie man im wichtigen Moment den üblich gewordenen Konzentrationsfehlern nicht zum Opfer fällt.
Im Vergleich zum erfolgreich
verlaufenen letzten Test gegen die belgische Spitzenmannschaft vom RSC
Anderlecht nahm Trainer Jupp Heynckes keine Veränderungen in der
Anfangsformation der Borussia vor. Auf die verletzten Oliver Neuville und Filip
Daems verzichtend, die beide noch Rehabilitationsmaßnahmen absolvieren, standen
mit Steve Gohouri und Mikkel Thygesen zwei der drei Neuzugänge dieses Winters
von Beginn an auf dem Feld; mit Alexander Baumjohann begann der dritte Neue die
Partie zunächst auf der Ersatzbank, auf der sich mit Kahê, Michael Delura, Peer
Kluge und Bo Svensson vier in der Hinrunde noch zu dem Stammspielern zählenden
Akteuren wiederfanden.
Schon in der ersten Spielminute
hätte der FC Energie, der Heimvorteil genoss, mit 1:0 in Führung gehen können,
wenn die Männer von Trainer Sander eine Konfusion in der Borussendeckung besser
zu nutzen gewusst hätten, doch so rollte der Schuss des Rumänen Munteanu, nach
Vorlage von Landsmann Radu an den Ball gekommen, am Außenpfosten des
Borussentores vorbei. Noch bevor beispielsweise Mikkel Thygesen für die
Borussia erstmals brauchbar an den Ball gekommen war, hatten die Gastgeber eine
weitere Torgelegenheit. Dieses Mal, in der 10. Spielminute, war es erneut
Munteanu, der auf Vorarbeit von Gunkel das Führungstor für die Brandenburger
hätte markieren können. Erst fünf Minuten später, durch einen Versuch aus der
Distanz des aufgerückten Zé António, gelang der Borussia ein erster Gruß an
ihre mitgereisten Anhänger, der aber ebenso wie ein ähnlicher Versuch von Eugen
Polanski (18.) am Tor vorbeiflog.
In dieser Phase der ersten
Halbzeit schien es so als bekäme die Borussia die Partie in den Griff. So
kurbelte der wiedergenesene Marcell Jansen über die linke Seite mehrmals das
Borussenspiel an, doch im Endeffekt scheiterten die Schützlinge von Jupp
Heynckes an einer fehlenden Zielgenauigkeit im Zusammenspiel. Meistens war man
gerade beim versuchten Paß in die Spitze nicht akkurat genug und musste größere
Ambitionen in Richtung des Gehäuses von Tomislav Piplica früh zu den Akten
legen. Trotzdem, die Gastgeber, die durch einen von Keller vereitelten Versuch
Munteanus in der 20. Spielminute ihre dritte gute Chance besaßen, hatten sich
während dieser Phase, in der das Spiel allerdings im Grunde genommen vor sich
hin plätscherte, zu konsolidieren. Sie taten dies und waren nach 33
Spielminuten schlussendlich die Gedankenschnelleren. Bei einem Ball im
Mittelfeld verkalkulierte sich Bernd Thijs, der nicht damit gerechnet hatte,
dass sein Gegenspieler an den Ball kommen würde, und stand in der folgenden
Situation einen Meter zuviel von Daniel Gunkel weg, der mit einem Geistesblitz
den Ball auf den derweil Steve Gohouri wegflitzenden Sergiu Radu in den
Strafraum spitzeln konnte. Auch wenn Kasey Keller dem Schützen noch entgegen
lief, der US-Amerikaner im Borussentrikot konnte die Führung der Hausherren
nicht mehr abwenden.
Aus dem Nichts fiel bloße sechs
Minuten später dann das zweite Tor der Elf aus Brandenburg an diesem Nachmittag
und dennoch war dieser Treffer bezeichnend, bezeichnend für viel zu viele
Treffer dieser Art gegen Borussia auf fremdem Platz in den letzten Jahren.
Eigentlich war die Gefahrensituation, die heraufzog, nämlich schon geklärt,
doch weil Steve Gohouri zu rasch in Richtung Mittelfeld aufrückte und nicht nur
Kasper Bögelund auf der rechten Seite beim Stellen einer möglichen Abseitsfalle
infolgedessen überrumpelte, konnte es dem Energie-Abwehrspieler McKenna
gelingen seinen Kopfball in Richtung Borussenstrafraum an seinen Mitspieler
Munteanu zu bringen. Bögelund, der in dieser Situation verloren zwischen Baum
und Borke kauerte, konnte trotz eines gespreizten Schrittes den Rumänen nicht
mehr von der Vorlage auf seinen Landsmann Radu abhalten, der sich im Rücken des
Gohouri in Richtung Borussenstrafraum
aufgemacht hatte und für Munteanu die ideale Anspielstation war. Kasey Keller
und vor allem der verbliebene Zé António waren, bei dem verzweifelten Versuch
das zweite Tor der Gastgeber zu verhindern, schließlich völlig machtlos.
Mit diesem unter dem Strich
verdienten Vorsprung für die Heimelf ging es sechs Minuten später in die
Halbzeitunterbrechung. Aus dieser kamen beide Mannschaften unverändert wieder
heraus, doch hatte sich die Spielanlage während der Halbzeitpause verschoben.
Die Gastgeber waren fortan bemüht über ihre flinken Konterspieler
Tempogegenstöße zu fahren und dabei gegebenenfalls die Entscheidung zu finden,
die Borussia versuchte möglichst das Anschlusstor zu finden, dass diese Partie
noch einmal hätte spannend machen können. Dabei stellte sich die Heynckes-Elf
zunächst nicht sonderlich klug an, bis Marcell Jansen Tomislav Piplica in der
60. Spielminute mit einem Distanzschuss zum Nachfassen zwang, den der glücklos
agierende Mikkel Thygesen beinahe als Nachschussmöglichkeit auf den Fuß
bekommen hätte.
In der 64. Spielminute
entschied sich Heynckes aufgrund der uninspirierten Verfahrensweise seiner
Mannschaft zu einem Kräftetausch, er brachte mit Michael Delura für Bernd Thijs
und Kahê für Debütant Thygesen zwei frische Leute und beorderte den
U21-Nationalspieler Eugen Polanski für Thijs auf die Position des zentral
defensiven Mittelfeldspielers und fortan schien die Borussia besser zurecht zu
kommen. So hatte unmittelbar nach diesen Wechseln David Degen eine
Schussgelegenheit, die Piplica jedoch vereiteln konnte und so verschob sich das
Spielgeschehen immer sukzessiver in Richtung des Gehäuses der Lausitzer, die
ihrerseits seltener zu Angriffen auf das Borussentor Gelegenheit hatten - in
der 73. Spielminute erfolgte Borussias finaler Tausch der Partie, Alexander
Baumjohann ersetzte den zum wiederholten Male nicht stattfindenden Wesley Sonck,
der Minuten zuvor die bis dato größte Borussenchance des Spiels am rechten
Außenpfosten der Gastgeber vorbeigesetzt hatte.
Bei einem der seltenen
Tempogegenstöße der Lausitzer in dieser Phase der Begegnung vereitelte Kasey
Keller einen Schnitzer Steve Gohouris, der beinahe Francis Kioyo zum
entscheidenden Trefferverholfen hätte und erhielt der Borussia ihre Chance auf
ein Comeback. Dies versuchte der in der zweiten Spielhälfte stärker werdende
David Degen auf Vorlage Federico Insúas einzuleiten, als er in der 79.
Spielminute aus Nahdistanz per Kopf auf 1:2 verkürzte. Die Borussia versäumte
es jedoch in den folgenden Spielminuten die Cottbus-Elf von Trainer Sander
entscheidend zu verunsichern, vor allem weil vereinzelt Akteure (Kasper
Bögelund und Eugen Polanski) glaubten Aggressivität und Einsatzbereitschaft
müsse man in erster Linie zeigen, wenn man sich mit dem Schiedsrichter über
dessen Zweikampfbeurteilung austauscht. Beide schafften es ihre Verwarnungskarten in Situationen anzuhäufen,
in der der Borussia ein Freistoß zugesprochen und dessen schnelle Ausführung
ihr weitaus mehr geholfen hätte als ein sinnfreies Herumgeschubse des
Gegenspielers wie im Falle Bögelunds oder das ausschweifende Gezeter Polanskis
nach einem Allerwertsfoul Mitreskis schon während der ersten Spielhälfte.
So konnte sich Gästetrainer
Sander freuen, dass die Borussia sich quasi selbst um die Restspielzeit brachte
und Schiedsrichter Kircher eben nicht auf den plumpen Schwalbenversuch Insúas
hereinfiel, der sich zwischen dem Degenschen Anschlusstreffer und dem
entscheidenden Tor Munteanus zutrug und dem Argentinier innerhalb der deutschen
Refereegilde keine neuen Freunde eingebracht haben dürfte. Es passte zum
Verlauf der Partie, dass der Munteanusche Treffer aus der 90. Minute von einem
biltzsauberen Torwartfehler Kasey Kellers begünstigt war, als dieser eine
überhastete Flanke Steffen Baumgarts auf den Schuh Munteanus abfälschte.
Auch in einem weiteren Duell
gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten vermochte die Borussia an diesem
ersten Rückrundenspieltag nicht zu punkten. Nachdem sie gegen Mainz in den
letzten Minuten einen Sieg hergeschenkt hatte und in Bochum nicht über die
Funktion eines Sparringspartners für den nicht minder Not leidenden VfL
hinausgekommen war, blieb sie auch in diesem Spiel im Startblock hängen und
verschärfte somit ihre ohnehin schon prekäre Situation weiter. Jupp Heynckes
hat zwar vor allem in der 2. Spielhälfte Aktionen seiner Mannschaft gesehen,
die deutlich machten, dass sie es können müsste, solange sie aber den
üblich gewordenen Konzentrationsfehlern - wie beim 2:0 oder 3:1 - nicht aus dem Weg gehen kann, wird die
simple Aufgabenstellung des Klassenverbleib immer deutlicher zur
Sisyphosaufgabe.
Bilanziert man allein das heutige Spiel, so dürften die
Stammplatzherausforderer von Eugen Polanski und Wesley Sonck, aber auch die von
Mikkel Thygesen und Steve Gohouri auf die Ersatzbank verdrängten ehemaligen
Stammspieler nunmehr ein großes Stück Hoffnung mehr auf eine Bewährungschance
machen.
Während man bei Gohouri und Thygesen nachsichtig von einem
völlig in die Hose gegangenen Debüt sprechen sollte, wäre es an der Zeit sich
bei Eugen Polanski und Wesley Sonck bereits zu fragen, inwiefern sie mit der
Situation überfordert sind von ihrem Cheftrainer eine erneute Bewährungschance
eingeräumt bekommen zu haben. Polanski zeigte sich zwar verbessert als in der
von ihm selbst als sehr schlecht eingestuften Hinrunde, Sonck verdaddelte wie
schon in Bochum am letzten Spieltag eine wahrlich hundertprozentige Torgelegenheit
und beraubt sich so, als ohnehin wenig mannschaftsdienlich denkender Stürmer,
den während des Winters stets hübsch eingeklagten Argumenten hinsichtlich einer
über dieses Match hinausgehenden Probezeit als Stammkraft in der
Angriffsspitze. Der Borussia ist nach diesem Spiels gar unzweifelhaft dringend
anzuraten einen vernünftigen Angreifer zu verpflichten, so lange dies noch möglich
ist und so lange es noch einen Unterschied machen kann!
Cottbus: Piplica - Szelesi, McKenna, I. Mitreski,
Cvitanovic - Kukielka - Munteanu (Küntzel 90), T. Rost - Gunkel (Baumgart 64) -
Kioyo (Shao 82), Radu.
Borussia: Keller - Bögelund, Gohouri, Zé Antonio, Jansen -
Thijs (Delura 64) - D. Degen, Polanski - Insua - Thygesen (Kahê 64), Sonck
(Baumjohann 73).
Ersatz: Heimeroth - Helveg, Svensson, Kluge
Tore: 1:0 Radu (33.), 2:0 Radu (39.), 2:1 D. Degen (79.), 3:1
Munteanu (90.)
Zuschauer: 13.044
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Gelbe Karten (Borussia): Polanski, Gohouri, Bögelund.
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Für
Borussias Trainer Jupp Heynckes (*09. Mai 1945) war die Partie das 500. Spiel
in seiner Karriere als Bundesligacheftrainer. Sein Debüt auf der Trainerbank in
der Bundesliga gab Heynckes am 11. August 1979 beim 1:1 (Borussentor: Harald
Nickel) auf dem Bökelberg gegen den FC Schalke 04, einen von insgesamt vier
deutschen Klubs, die er im Verlauf seiner Laufbahn einmal betreuen sollte.
Ferner betreute er im Ausland die Klubs Benfica Lissabon, CD Teneriffa,
Athletic Bilbao und Real Madrid, mit denen er 1998 die Champions League gewann.
Das heutige Auswärtsspiel der Borussia beim FC Energie Cottbus war das 95.
Auswärtsspiel seit dem Wiederaufstieg 2001 (9 Siege, 28 Remis, 58 Niederlagen).
Für die im Winter von Borussia verpflichteten Steve Gohouri, Mikkel Thygesen
und Alexander Baumjohann war es das erste Pflichtspiel für ihren neuen Verein.
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