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VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach 1:0 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Samstag, 03 März 2007 |
Möglicherweise ist es lediglich die Tatsache ein auf auswärtigem Platz über mehr als zwei Drittel der Partie klar bestimmtes Spiel mit 0:1 verloren zu haben, dass die Niederlage der Borussia beim VfL Wolfsburg so erbarmungslos bitter erscheinen lässt, möglicherweise paart sich dieses Gefühl aber auch einzig unterbewusst mit der immer mehr zur Tatsache werdenden Wahrscheinlichkeit, dass die sechste Saison nach dem Wiederaufstieg das vorläufig letzte Erstligajahr der Borussia werden wird. Ganz sicher aber sind diese Gefühle von Niedergeschlagenheit eng mit brutaler Hilflosigkeit verbunden, denn gerade diese Niederlage ist unter Umständen so unverdient wie keine andere Auswärtsniederlage in den letzten ein bis zwei Jahren und basiert dabei auf einer völlig miserablen Chancenverwertung.
Auf einer Position verändert, David Degen startete für den
aus privaten Gründen in Mönchengladbach verbliebenden Bo Svensson im
Mittelfeld, begann die Borussia beim ehemaligen Verein ihres derzeitigen
Sportdirektors Peter Pander mit einer druckvollen Anfangsviertelstunde. In
dieser erarbeitete sich die Mannschaft auch erste Möglichkeiten vor dem Tor des
nicht in Mönchengladbach geborenen Wolfsburger Kapitäns Simon Jentzsch, hatte auf der
Gegenseite aber auch Glück, dass nach einem Freistoß des insgesamt
unauffälligen Marcelinho Paraiba nicht Wolfsburgs Isaac Boakye in der siebten
Spielminute einen Stellungsfehler der gesamten Borussenmannschaft zur Führung
für die Heimelf verwertete. Abgesehen von der Kopfballmöglichkeit, die Diego
Fernando Klimowicz in der 18. Spielminute sich in Folge eines Fouls gegen Steve
Gohouri erschlich, verblieb diese Einschusschance Boakyes allerdings die
einzige der Wolfsburger in der gesamten ersten Halbzeit.
Während sich die Gastgeber ähnlich uninspiriert zeigten
wie der bei aufziehender Gefahr meist vom guten Hassan El Fakiri übernommene
Marcelinho Paraiba, dem bis zu seiner Auswechslung gegen Ende der Partie
abgesehen von vereinzelten Hereingaben bei Standardsituation keine guten Szenen
gelangen, agierte die Borussia eigentlich von Beginn an mit einem engagierten
Spiel in Richtung des Gehäuses der Niedersachsen. Bereits in der elften
Spielminute, der schon einige meist zu kurz geratene Abwehrversuche der
Wolfsburger bei Flankenbällen vorausgegangen waren, hätte es durchaus ein
erstes Borussentor geben können, doch leider endete der Torschuss Nando Rafaels
am Gestänge des Tores der Hausherren und nicht im Tornetz.
Ungeachtet dieser demzufolge
ohne Torerfolg verstrichenen Situation festigte sich sie die Borussia in den
Folgeminuten auch innerhalb der gegnerischen Hälfte und, wiederum also
Konsequenz, gelangen ihr weitere Spielzüge, die durchaus mit einem Torerfolg
hätten Belohnung finden können. Die nächste wirklich große Möglichkeit auf
einen Führungstreffer durch die Borussia war in der 30. Spielminute zu
verzeichnen, als der erwähnte Jentzsch einen Angriff der Borussia über Kluge
und Degen bis tief in den Wolfsburger Strafraum durch eine reaktionsschnelle
Bewegung vereiteln konnte.
Auf eine Reaktion der
Heimmannschaft warteten die Heimfans vergebens, ganz im Gegenteil dabei die
mitgereisten Anhänger der Borussia, die bis zur Halbzeitpause einer relativ
blitzsaubere Vorstellung ihrer Mannschaft mit Wohlwollen entgegennehmen konnten.
Die Borussia bewies während dieser Phase nicht allein ein durch die Partie
gegen Bremen (2:2) erkämpftes Selbstvertrauen, ihr Spiel zeichnete nicht nur
eine freudig zu bemerkende Ballsicherheit und steigendes Variantenreichtum aus,
nein, vor allem bewies sie mit ihrer Darbietung eine gesunde Ordnung innerhalb
ihres Spiels, die in einer gedeihenden Staffelung zum gegnerischen
Strafraum aufging und ihr neben
eindeutigen Feldvorteilen auch immer wieder Gelegenheiten am oder im
Wolfsburger Strafraum ermöglichten. Doch weder Gohouri per Kopf, noch Delura, Degen und Kluge
konnten den Ball am Schluss in das Wolfsburger Tor bugsieren und damit die
Partie mit einem mit dem Spielverlauf korrespondierenden Resultat in die
Halbzeitunterbrechung schicken - bedenkt man die beiden Wolfsburger Chancen, so
wäre eine 3:1-Halbzeitführung Borussias nicht allein aufgrund der
Chancenvorteile und der Spielanteile ein zu jenem Zeitpunkt verdientes Resultat
gewesen.
Letztlich stand es bei
Wiederbeginn des Spiels weiterhin 0:0. Durch ein noch vor dem Halbzeitpfiff des
Schiedsrichter begangenes Foul hatte sich beim früh gelbverwarnten Kasper
Bögelund eine Rote Karte angedroht und so beließ ihn der Trainer in der Kabine
und ermöglichte Bögelunds Landsmann Sebastian Svärd seinen zweiten
Saisoneinsatz. Der Mann aus Hvidovre verteidigte fortan für Bögelund auf der
rechen Außenbahn. Ansonsten veränderte sich am Spielgeschehen auch in den
ersten zehn bis zwölf Spielminute nach der Pause nichts, die Borussia war dem
Führungstreffer weitaus näher als der gastgebende VfL und hatte durch David
Degen in der 58. Spielminute die klarste seiner in dieser Spielphase
herausgespielten Gelegenheit, doch der Schweizer platzierte seinen Schuss
während eines Tempogegenstoßes weit rechts am rechten Pfosten vorbei und beließ
es dadurch beim torlosen Remis.
Ein bisschen ebbte Borussias
Elan und ihre Dominanz in den folgenden Minuten ab. Wolfsburgs Trainer
Augenthaler hatte während dieser Anfangsviertelstunde durch eine Auswechselung
(Santana kam für Boakye nach 53 Minuten) die Spielweise seiner Elf ein wenig
variiert und bei der Borussia machte sich schleichend bemerkbar, dass sie durch
diese Umstellung das Spiel nicht mehr so einfach im Griff würde halten können.
Insgesamt verzeichnete sie ab dieser Phase weniger Attacken auf den Wolfsburger
Strafraum, unter dem Strich begann sie sich nach eben einer vollen Stunde
Spielzeit diesbezüglich eine kleine Verschnaufpause.
Bereits wenige Minuten vor dem
letztlich über Klimowicz herausgearbeiteten Tor hatten die Wolfsburger eine
gute Torszene gewinnen können. Klimowicz hatte sich von Gohouri am Strafraum
foulen lassen und war beim folgenden Freistoß von Marcelinho Paraiba so
eingesetzt worden, dass nur der Körper Kasey Kellers die Wolfsburger Führung
unterband. Der letztlich zur Wolfsburger Führung führende Angriff ereignete
sich über dieselbe Seite und geradezu nach demselben Muster, nur ließ sich
Klimowicz diesmal nicht von Gohouri foulen, sondern umrundete ihn auf Höhe der
Torauslinie und wusste von dort aus so punktgenau auf den Kopf des
heranstürzenden Cedrick Makiadi zu flanken, dass dieser den Ball ins Tor
bugsieren konnte. Zu allem Verdruss über diese Einlage der beiden Wolfsburger
Offensivspieler gesellte sich, dass Marcell Jansen unmittelbar vor dem entscheidenden
Duell mit Makiadi aus dem Tritt kam und so einzig in das Duell hineinstolperte
und seinen Größenvorteil nicht ausspielen konnte.
Fünfundzwanzig Minuten
verblieben der Borussia nach Wiederanstoß der Partie für einen
Ergebnisumschwung, doch sie vermochte hernach nicht mehr wirklich an ihre
Drangphase und an ihre gut gestaffelten Angriffsspielzüge von vor und kurz nach
der Halbzeit anzuschließen. Die Mannschaft schien verstört, ihr Vermögen fortan
verschütt und so reichte es zwar zu gelegentlichen Halbchancen, wie etwa der
Kopfball Nando Rafaels nur eine Minute nach der Wolfsburger Führung, den
Jentzsch zum Unglück des auf den Abpraller lauernden Steve Gohouri fest in
seinen Händen behielt, und einer weiteren halben Gelegenheit für den zehn Minuten
vor Schluss eingewechselten Kahê. Auch dieser Versuch endete nicht hinter,
sondern vor der Wolfsburger Torlinie.
Alles in allem blieb der VfL
Wolfsburg auch nach Beendigung der zweiminütigen Nachspielzeit mit einem Tor im
Vorsprung und verließ den Rasen der Volkswagen-Arena somit als ein Sieger, der
sich mit einem Erfolg über einen direkten Konkurrenten im Rennen gegen den
Klassenverlust am Leben hielt und die über weite Strecken der Partie bessere
Elf durch das in der 65. Spielminute von Makiadi erwirkte Tor buchstäblich
strangulierte.
Wäre der Partie, und ihrem
Ausgang, aufgrund der Tabellenkonstellation und lediglich zehn noch
ausstehenden Partien bis zum Saisonschluss nicht ein erhöhter Stellenwert
zuzumessen gewesen, von Seiten der Borussia aus Mönchengladbach würde sich der
Spielverlauf und die Art und Weise der Mannschaftsleistung geradezu anbieten,
um ein hoffnungsfrohes Bild für kommende Wochen und Monate zu zeichnen, aber
wie dieser Leistungsanstieg seit der Bremenpartie am vergangenen Wochenende, dürfte
folglich auch so eine Sicht auf die Dinge zu spät kommen; zwar verblieben noch
30 auszuspielende Punkte, wenn man jedoch in Partien wie eben Bremen und
Wolfsburg, in denen man gut spielt und Punkte verdient hat, nur einen Zähler
mehr auf der Habenseite verbuchen kann, dann sollte man wohl den ohnehin erklecklich
dargebotenen Zweckoptimismus hinten an stellen und sich realitätsnäher am
Tabellenstand orientieren.
Wolfsburg: Jentzsch - Möhrle, Madlung, Quiroga, van der
Heyden - Makiadi (Menseguez 79), van der Leegte, Krzynowek - Marcelinho (Sarpei
85) - Boakye (Santana 53), Klimowicz.
Borussia: Keller -
Bögelund (Svärd 46), Gohouri, Zé António, Jansen - El Fakiri (Kahê 82) - Degen
(Thygesen 77), Kluge - Insua, Delura - Rafael.
Ersatz: Heimeroth - Compper, Polanski, Fleßers.
Tore: 1:0 Makiadi (65.)
Zuschauer: 21.343
Schiedsrichter: Peter Sippel (München).
Gelbe Karten (Borussia): Bögelund
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Besondere Vorkommnisse: Das
heutige Auswärtsspiel der Borussia war das 98. Auswärtsspiel seit dem
Wiederaufstieg 2001 (bisher: 10 Siege, 28 Remis, 59 Niederlagen). Sechs Mal
pfiff Schiedsrichter Peter Sippel die Borussia seit jenem 30. Juni 2001 in der
Bundesliga: Während Borussia unter seiner Leitung auch eines der erwähnten 10 Matches
gewann (bei Hertha BSC Berlin in der Saison 2002/03), verlor sie viermal
(darunter zweimal kontrovers beim 1. FC Kaiserslautern (in der Spielzeit
2001/2002 und in der Saison 2002/03)); die letzten zwei Spiele (daheim gegen
den FC Schalke in dieser und auswärts beim SV Werder Bremen in der vorigen
Spielzeit) ebenso ohne eigenen Treffer. Unter den besagten 10 Auswärtssiegen in
diesem Zeitraum von mehr als fünfeinhalb Jahren befindet sich auch ein Match
beim VfL Wolfsburg. Am 22. November 2003 schlug die Borussia den heimischen VfL
mit 3:1, die Tore erzielten Joris van Hout, Arie van Lent und Joonas Kolkka.
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