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U17-Nationaltrainer Paul Schomann bescheinigt Borussia hervorragende Nachwuchsarbeit |
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Geschrieben von Joachim Schwerin
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Mittwoch, 02 Mai 2007 |
Borussia Mönchengladbach zählt seit Jahren zu den deutschen Vereinen, deren Nachwuchsförderung sich als besonders erfolgreich erweist. Sichtbar wird dies alljährlich bei den internationalen Finalturnieren auf Länderebene in den verschiedenen Junioren- und Jugendaltersklassen. Bei der diesjährigen U17-Europameisterschaft in Belgien, die am Mittwoch beginnt und bis Ende nächster Woche dauern wird, vertreten mit Dennis Dowidat, Tony Jantschke und Eric Tappiser gar drei Borussen die Farben ihres Landes. SEITENWAHL nutzt den erfreulichen Anlaß zur regelmäßigen Berichterstattung, zeigt sich hier doch erneut, daß „Borussia“ weit mehr ist als die derzeit überaus enttäuschende erste Elf. Den Anfang unserer kleinen EM-Serie bildet ein Gespräch mit dem für die U17 verantwortlichen DFB-Trainer Paul Schomann, das wir im Anschluß an die Eröffnungs-Pressekonferenz zur EM in Malmedy führten.
Wir treffen uns mit Paul Schomann im Hotel Val d’Arimont bei Malmedy, in dem neben dem deutschen Team auch die Mannschaften der weiteren Gruppengegner Frankreich, Spanien und Ukraine untergebracht sind. Der DFB-Trainer zeigt sich ob der ausgezeichneten Unterbringung inmitten einer Ardennen-Freizeitidylle, doch unweit des Vorrundenspielortes Eupen, in bester Laune. Einzig das trockene Wetter, das zu Anpassungen des Trainingsschemas zwingt und die Spielflächen zu harten Äckern dörrt, trübt das Bild ein wenig, doch gilt dies natürlich für alle Teams gleichermaßen. Nach drei Tagen gemeinsamen Trainings in Aachen traf Schomann mit seinen Schutzbefohlenen am Montag in Malmedy ein und freut sich nun, daß mit dem Auftakt gegen die unbequemen, doch schlagbaren Ukrainer am Mittwoch im deutschsprachigen Teil Belgiens – und damit gleichsam vor eigenem Publikum – das Turnier nun bald beginnt.
Im offiziellen Teil der Pressekonferenz nach den Zielen seiner Elf gefragt, verweist Schomann auf den Erfolg, den bereits die Teilnahme an der Achter-Endrunde darstellt. Nun wolle man natürlich mehr, sprich als Mindestziel Platz fünf und damit die Qualifikation zur U17-Weltmeisterschaft in Südkorea im August und September, „alles weitere wäre die Kür“. Die Gruppe der deutschen Elf, die allgemein als die schwierigere angesehen wird, sei äußerst ausgeglichen. Das DFB-Team schaue von Spiel zu Spiel, wobei schon dem Auftaktgegner Ukraine, der unter anderem Italien eliminiert hatte, höchster Respekt entgegengebracht werde. Die Tagesform und das Glück entschieden über den Spielausgang mit, und Schomann richtete abschließend nachdrücklich seine Hoffnung auf eine möglichst breite Unterstützung der deutschen Mannschaft vor Ort in Eupen.
Nach der Pressekonferenz stand uns Paul Schomann noch für ein ergänzendes Gespräch zur Verfügung.
SEITENWAHL: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat in einem
Interview auf dfb.de seine Erwartung geäußert, die U17-Nationalmannschaft könne
bei dieser EM um den Titel mitspielen und damit den Aufwärtstrend in der
Nachwuchsarbeit nach 1992 endlich wieder mit einem zählbaren Erfolg
untermauern. Wie beeinflußt diese Erwartungshaltung Sie und Ihre Spieler?
Paul Schomann: Zunächst einmal geht es in der Jugendausbildung
darum, die Spieler zu Persönlichkeiten zu entwickeln. Die Mentalität des
„Gewinnen wollen" zählt dazu, und in einem solchen Turnier versucht die
Mannschaft alles, dies in den Spielen umzusetzen. Letztlich spielt aber auch
das berühmte Quentchen Glück eine Rolle, das haben wir in den vergangenen
Jahren und Jahrzehnten leider häufig genug erlebt. Ein Turniererfolg bleibt
aber unser Traum und unser Wunsch, gerade bei der guten Arbeit, die wir seit
Jahren leisten.
SEITENWAHL: Woran machen Sie
diese gute Arbeit im Detail fest?
Paul Schomann: Wir sehen, daß
seit einiger Zeit wieder viele junge Spieler in die Bundesliga hineinstoßen. In
den letzten zwei, drei Jahren haben auch viele Nachwuchsakteure den Sprung in
die A-Nationalelf geschafft. Daran wollen wir mit unserem aktuellen Jahrgang
anknüpfen. Wenn am Ende der Titel dabei herauskommt, haben wir nichts dagegen!
SEITENWAHL: Welche Bedeutung
spielt bei dieser Entwicklung die Arbeit, die bei den Bundesligavereinen
verrichtet wird, in denen ja zuletzt verstärkt in die Nachwuchsarbeit
investiert wurde?
Paul Schomann: Der zentrale
Punkt in Deutschland war im Jahr 2000 - nach dem Debakel bei der
Europameisterschaft der A-Teams - die Entscheidung, bei den Bundesligisten
systematisch Nachwuchs-Leistungszentren einzurichten. Die Vereine haben dies
sehr penibel und umfangreich umgesetzt, was man an der gestiegenen Qualität der
Spieler sieht. Das gilt insbesondere für Borussia Mönchengladbach. Nicht
umsonst sind drei Spieler in meinem aktuellen Kader und drei weitere Spieler im
erweiterten Kader bzw. bei den Lehrgängen dabei.
SEITENWAHL: In welchem
Zustand präsentieren sich die drei genannten EM-Teilnehmer, also Dennis
Dowidat, Tony Jantschke und Eric Tappiser, derzeit?
Paul Schomann: Alle drei
haben das letzte Meisterschaftsspiel in Köln am vergangenen Mittwoch gesund
überstanden. Sie mußten zwar zuletzt mehrere englische Woche bestreiten, so daß
ich froh bin, daß sie fit an uns abgegeben wurden. Glücklicherweise hat
Borussias U17-Trainer aber bei den Belastungen Rücksicht darauf genommen, daß
die Spieler nun der EM teilnehmen müssen, und beispielsweise den ein oder
anderen einmal früher vom Platz geholt. Ich freue mich, daß zwischen Borussia
und mir diesbezüglich beste Absprachen bestanden und auch eingehalten wurden.
Das liegt halt im intensiven Austausch begründet, den wir schon seit vielen
Jahren pflegen. Bei der Ausbildung von Talenten ziehen wir hier am selben
Strang!
SEITENWAHL: Dann bedanken wir
uns und wünschen Ihnen viel Erfolg bei der EM!
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