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Geschrieben von Mike Lukanz
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Mittwoch, 09 Mai 2007 |
Lieber Mike,
ich erfreue mich in diesen Tagen des Elends an offenkundigen
Parallelen der Borussia zum FC Bayern: Beide Klubs sind passabel in die Saison
gestartet; beide haben, als es bergab ging, einen Trainer gefeuert, der einst
als Heilsbringer gefeiert wurde; bei beiden Klubs hatte der Trainerwechsel gar
sensationelle Folgen, schließlich stehen beide heute schlechter dar als dazumal;
beide spielen, seitdem klar ist, dass die Saison gelaufen ist, nicht etwa
befreit auf, sondern auf genau dieselbe uninspirierte Weise weiter, die sie erst
in die aktuelle Lage hat reingeraten lassen. Entsprechend erwartbar war das
Ergebnis vom Wochenende, 1:1. Unschön allein, dass die Folgen der jeweiligen
Talfahrt doch recht unterschiedlich katastrophal sind.
Womit wir bei deinem Brieflein wären, denn du hast recht: Gar zu unschön wäre
die Aussicht auf die kommende Saison nicht, wäre denn gewährleistet, dass unsere
VfLs sich künftig gemeinsam in einer Liga tummeln. Hier liegt das berühmte
Fohlen im Pfeffer. Unsere "Bundesliga der Herzen"
verkauft sich wie warme Semmel, jetzt scheint es, als sei der Osnabrücker
Aufstiegszug dabei zu entgleisen. Die Gründe kennt kein Mensch, schlimmstenfalls
nicht einmal der Trainer. Die Angst vor der DFB-Pokal-Revanche gegen die
Borussia kann es nicht sein - leichte Heimspiele muss die Mannschaft doch nicht
fürchten!
Nun ist noch nicht aller Tage Abend, und angesichts des
Restprogramms der Osnabrück-Konkurrenten - St. Pauli spielt noch gegen Dresden
und Magdeburg; Magdeburg spielt außerdem noch gegen Emden; und Emden noch gegen
Dresden und Wuppertal - ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es am Ende
doch noch klappt. Nötig dafür sind indes vier Siege in den letzten vier Spielen,
und damit am 26. Mai auch ein Dreier im Borussia-Park - du magst es verzeihen.
Wie das gelingen soll, ist mir nach den Leistungen der letzten Partien
allerdings schleierhaft.
Was die Jungs zu großen Taten anspornen könnte:
Die Borussia vielleicht, die in Liga zwei mit offenen Armen wartet und sich
bereits jetzt schon auf die tolle Atmosphäre an der Bremer Brücke freut. In
jedem Fall aber: Du, der du frustriert schon im Mai ein "Jahr zum Vergessen"
ausrufst und den man gern ein bisschen trösten will.
Ich wünsche uns also
einen Osnabrücker Sieg am Donnerstag in einem anderen Bundesligastadion: der
AOL-Arena. Dort gewinnen Auswärtsteams ja eigentlich ganz gerne
mal.
Glück auf,
Maik
Auf schillernde Juwelen kann man von vielen Seiten blicken und staunen.
Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für seine Leser auf das Gladbacher
Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Beide Projekte haben
ihren eigenen unverwechselbaren Charme. Zu Beginn der Saison 06/07
kommt es nun zum SEITENwechsel: SEITENWAHL und VfLog beginnen
einen Briefwechsel, in dem alles möglich ist: Fachsimpelei,
Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte reicht, wird auf
www.seitenwahl.de und www.VfLog.de künftig nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite veröffentlicht.
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