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Home 2006/07 34, H, BL, Bochum
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Vorbericht, Spieltag 34: VfL Bochum |
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Geschrieben von Joachim Schwerin
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Donnerstag, 17 Mai 2007 |
Nach sechs Jahren erneuter Bundesligazugehörigkeit verabschiedet sich Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Bochum zum zweiten Mal aus Deutschlands höchster Spielklasse. Während die Gäste noch eine theoretische Chance auf einen UI-Cup-Platz nähren, erscheint die Partie aus Sicht der Gastgeber bedeutungslos. Zutreffend ist dies freilich nicht ganz, denn der letzte Eindruck währt am längsten. Borussias vermeintlich erste Mannschaft hat somit die Chance, sich mit Ehre und Anstand zu verabschieden und dabei wenigstens dieses eine Mal die U23 von Horst Wohlers als Vorbild zu nehmen, die hier den vereinsinternen Maßstab gesetzt hat. Unabhängig vom Resultat steht jedoch bereits fest, daß die Bundesligaelf nicht nur mit ihrer mickrigen Punktausbeute, sondern ihrer gesamten Arbeitsauffassung einen „Ehrenplatz“ in der Vereinsgeschichte, gleichberechtigt neben der Abstiegsmannschaft aus dem Spieljahr 1998/99, einnehmen wird.
Zieht man ein Fazit der insgesamt 204
Bundesligaspiele, die die Elf vom Niederrhein zwischen 2001 und 2007 erneut
bestreiten durfte, so findet man nichts von sportlich bleibendem Wert. Der
beste Rang in einer Abschlußtabelle, Platz zehn 2005/06, war ein Irrläufer nach
desaströser Rückrunde. Nie plazierte sich der Verein nach dem 34. Spieltag in
der oberen Hälfte der Liga, ein einziges Mal gewann man mit mehr als drei Toren
Unterschied (und nur einmal in den letzten drei Jahren mit mehr als zwei
Treffern Differenz), und auswärts blieb man beharrlich ein gern gesehener
Punktelieferant. Stattdessen sorgte der Klub für Schlagzeilen Marke „Kaufhaus
des Westens", fungierte als Durchlauferhitzer für Trainer und diente den
Fußkranken der Liga als Aufbaugegner zum Beenden von allerlei Negativserien. Für
sich allein genommen mag jeder dieser Punkte noch als Zufall oder
aufgebauschtes Medienkonstrukt abgetan werden. In der Summe jedoch ergibt sich
blanke Unfähigkeit. Kurzum: Wer sechs Jahre so agiert, hat sich den Abstieg
redlich verdient.
Borussia
Das beliebteste Spiel dieser Tage
ist, sich eine Theorie des Niedergangs zu basteln und am Ende der
vermeintlichen Analyse unvermeidlich beim derzeitigen Präsidenten zu landen. Richtig
daran ist, daß die Gesamtverantwortung für die aktuelle Lage bei der
Führungsspitze des Vereins liegt. Falsch ist, sich mit dem Fingerzeig auf „den,
der das zu verantworten hat" (so Rolf Rüssmann vor einigen Tagen in einem
Gespräch mit mir, wobei er konsequent die Nennung des Namens unterließ, als ob
der „Teufel" dann persönlich erschiene) zu begnügen und im Auswechseln
einzelner Personen das Allheilmittel zu sehen. Es ist ja geradezu grotesk und
darüber hinaus bezeichnend für den Stand dieser „Analysen", daß die Kritiker -
zu denen sich etliche Meinungsführer und Journalisten, meist aber solche, die
sich für eines von beidem halten - damit genau den Fehler wiederholen wollen,
den sie dem Vorstand über die vergangenen Jahre immer wieder vorgehalten haben.
Wie immer im Leben, so auch hier, ist
alles eine Frage der Alternativen. Borussia hätte sich (zurecht) in der Liga
gehalten, wenn es drei noch unbedarftere Vereine gegeben hätte. Die gab es aber
nicht. Rolf Königs und seine Getreuen hätten weniger Argumente auf ihrer Seite,
um weiterzumachen, wenn es öffentlich erkennbar eine auf ein solides Konzept
gestützte Opposition gäbe. Die gibt es nicht (interessierte Seiten murmeln
manchmal von diesem und jenem Konzeptpapier einiger „Alt-Borussen", die in
einer einmaligen Aktion irgendwann einmal vorgebracht worden sind - nichts von
Bedeutung ist daraus jemals gefolgt). Jos Luhukay hätte in den fünfzehn ihm
verbleibendem Spielen den Abstieg noch verhindern können, wenn er sowohl eine
besser funktionierende Mannschaft als auch mehr Erfahrung und mehr Fortune
gehabt hätte. Nichts davon hatte er, und manches spricht nach wie vor dafür,
daß er unter den real existierenden Alternativen für seinen Posten eine der
besseren war und noch ist. Fazit: Man kann manches besser machen, aber dafür
reicht es nicht, sich im Lehnstuhl hinzusetzen und das einfach mal so in die
Welt hinauszuposaunen, im Glauben, da werden sich schon genug Deppen finden,
die das auch glauben (was unstrittig der Fall ist, gerade im Rheinland). Und
solange das so ist, bleiben alle Handelnden in Amt und Würden, und dies ist
nicht die schlechteste aller Borussenwelten.
Anders sieht es hingegen bei den
Spielern aus, denn hier gibt es Alternativen, wie nicht nur die Torwartfrage
gezeigt hat. Marcell Jansen hat als Spieler und als Mönchengladbacher
Identifikationsfigur wichtige Dienste geleistet, doch mit Marvin Compper steht sein
Nachfolger vereinsintern bereit, und mit seinem Transfererlös wird er noch
einen letzten Beitrag zur Zukunftssicherung des Vereins leisten. Damit sollte
es dann für beide Seiten getan sein, und ihn nun für die Zweite Liga zwangsverpflichten
zu wollen, mag populistisch sein, ist aber wirtschaftlich unsinnig und
sportlich nicht zwingend. Zu Eugen Polanski - dem ich nach dem HSV-Spiel vor
anderthalb Jahren eine Eloge gewidmet habe - sei nur gesagt, daß der junge Mann
seitdem nichts, aber auch rein gar nichts geleistet hat, um seine
Vorschlußlorbeeren zu rechtfertigen. Ich widme ihm daher am Samstag noch ein
kühles Pils zum Abschied und stoße darauf an, daß er beim VfL Wolfsburg jetzt
ein gänzlich emotions- und espritloses Umfeld findet, das seiner Auffassung von
Fußball eher entsprechen wird. Was die anderen Spieler betrifft, so bleiben sie
oder sie gehen eben, das war auch 1999 bereits so. Am Ende aber, und da darf
man Christian Ziege durchaus ein wenig Vertrauen schenken, wird eine Mannschaft
stehen, mit der man die Zweite Liga angehen kann. Sten Nadolny schrieb einmal
ein schönes Buch über „Die Entdeckung der Langsamkeit". Wenn man diesem Verein
und seinen Fans eines wünschen darf, dann ist es dieses: etwas mehr Geduld und
Nachhaltigkeit auf allen Ebenen, das entspannt ungemein und ist sicher nicht
weniger erfolgsträchtig als das, was bislang probiert wurde.
Borussen-Defensive
Was nun die Aufstellung betrifft, so
hängt manches davon ab, wie konsequent Luhukay nur noch Spieler einsetzt, mit
denen er nächstes Jahr fest plant. Die angespannte Personalsituation läßt aber
nicht so viel Raum für Manöver wie vielleicht gewünscht. Klar ist, daß im Tor
Christopher Heimeroth die nächste Gelegenheit erhält, sich auszuzeichnen und
als neue Nummer eins weiter zu etablieren. Vor ihm in der Viererkette sind die
Außenverteidiger Compper und Bögelund, zwei designierte Stammkräfte für die Zweite
Liga, gesetzt. Robert Fleßers könnte erneut als Innenverteidiger auflaufen,
eine Position, die ihm ebenso liegt wie die des Abräumers im defensiven
Mittelfeld. Nach der Rotsperre von Gohouri, die zum Glück auf ein Spiel
beschränkt blieb, dürfte die Vakanz auf dem zweiten Innenverteidigerposten wohl
von Tobias Levels gefüllt werden, wenngleich Svensson und eventuell Zé Antonio
als Alternativen bereitstehen, sofern sie wieder vollumfänglich trainieren
können. Im defensiven Mittelfeld gibt Kluge seine Abschiedsvorstellung von
Borussia.
Borussen-Offensive
Ähnliches gilt für Marcell Jansen,
der aller Voraussicht nach in der nächsten Spielzeit höhere Aufgaben als den
Wiederaufstieg in die Bundesliga in Angriff nehmen wird. Jansen, Marin und
Lamidi könnten erneut das Bubi-Mittelfeld bilden, wenn der gelbgesperrte Nando
Rafael im Sturm nicht von Lamidi, sondern etwa von Kahê ersetzt wird.
Voraussetzung ist, daß Insua in der Startelf verbleibt, was nach den jüngsten
Leistungen und Scharmützeln außerhalb des Platzes mit Jos Luhukay unsicher erscheint.
Der weitere Wochenverlauf dürfte hier Klärung bringen. Eine durchaus
naheliegende Variante wäre es, nach dem nun definitiv feststehenden Abstieg der
U23-Mannschaft aus der Regionalliga René Schnitzler zu seinem Bundesligadebüt
zu verhelfen.
Der Gegner aus Bochum
Über weite Strecken der Hinrunde
stand der VfL Bochum auf einem Abstiegsplatz, und noch im Spätherbst galt er
als einer der ernsthaftesten Kandidaten für den freien Fall in Liga zwei. Spott
und Häme ergossen sich über die Fahrstuhlmannschaft aus dem Ruhrgebiet, und
Kollegen aus anderen Teams (so die niederländischen Spieler des VfL Wolfsburg
in einem Interview mit dem Fachblatt „Nummer 14") kürten die Mannschaft von
Marcel Koller zur mit Abstand spielschwächsten Elf der Liga. Ein halbes Jahr
ist seitdem vergangen, und inzwischen blinzelt Bochum gar mit einem halben Auge
auf einen UI-Cup-Platz, der rechnerisch am letzten Spieltag noch erreichbar
ist.
Fragt man sich, warum ein Sinnbild
für Zweitklassigkeit wie der VfL Bochum im gesicherten Mittelfeld der
Bundesliga steht, ein Verein mit normalerweise höherem Anspruch wie Borussia
aber verdient am Tabellenende darbt, so finden sich drei Antworten. Die erste
besteht im Gemenge der gladbachspezifischen Probleme, die bereits angesprochen
wurden und dazu führten, daß die Elf vom Niederrhein aus sich selbst heraus
nicht mehr konkurrenzfähig ist, sei es gegen Bochum oder wen auch immer in der
Bundesliga. Antwort zwei heißt Gekas und belegt, welchen Unterschied es
ausmacht, wenn ein mehr schlecht als recht kickendes Kollektiv einen Spieler in
den eigenen Reihen weiß, der regelmäßig Tore erzielt. Was ein Forssell für
Mönchengladbach einmal war, ist derzeit ein Gekas für Bochum, und so bleibt
Sascha Theisen vom footage-Magazin beileibe nicht der einzige, der bei der
Wunschfee „Einmal Gekas komplett, bitte!" in Auftrag geben möchte (auch wenn
ich dabei bleibe, daß man keinen Gekas brauchen sollte, wenn man einen Sonck
hat, aber damit sind wir schon wieder bei Gladbacher Unverständlichkeiten). Die
dritte Antwort schließlich heißt Auswärtsstärke: Während Borussia und der VfL
ähnlich heimstark sind, erspielten sich die Bochumer viermal so viele
Auswärtspunkte - nicht weil sie so gut waren, sondern weil sie die richtige
Mischung aus Einstellung, taktischem Konzept und Effizienz (sprich: der letzte
Paß geht immer zum Knipser) gefunden haben. Tja, und dann hält man eben doch
verdient die Liga, egal wie unterdurchschnittlich man sonst in anderen
Statistiken erscheinen mag.
Bochum-Defensive:
Das Bochumer Tor hütet Jaroslav
Drobny, der im Winter vom FC Fulham kam und seitdem mit zumeist tadellosen
Auftritten seinen Stammplatz sichern konnte. In der Viererabwehrkette bilden
Heiko Butscher und Oliver Schröder, der gegen den VfB Stuttgart am letzten
Wochenende seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte, das
Außenverteidigerduo. In der Innenverteidigung agieren Abwehrchef Maltritz und
der zuletzt schwächelnde Algerier Yahia, den der VfL jüngst für weitere drei
Jahre unter Vertrag nahm.
Bochum-Offensive
Vor der Abwehr versinnbildlicht
Tomasz Zdebel den VfL Bochum wie kaum ein zweiter Spieler: ein Tor, zwölf gelbe
Karten und kaum einmal eine wirklich überzeugende Leistung, aber irgendwie
reicht es dennoch für die Liga. Neben ihm spielt Christoph Dabrowski, links
Grote und rechts der torgefährliche Misimovic. Im offensiven Mittelfeld agiert
der Kameruner Epalle, vor ihm als einzige Spitze Theofanis Gekas, der
Top-Torjäger der Bundesligasaison 2006/07.
Schiedsrichter
[stand bei Redaktionsschluß noch
nicht fest]
Bilanz
Borussias Bundesligabilanz gegen
Bochum ist immer noch ausgesprochen positiv: Von 29 Spielen wurden 18 gewonnen,
nur drei gingen verloren. Der letzte Sieg hat freilich schon ein ganzes
Jahrzehnt auf dem Buckel, seitdem gab es viermal in Folge die inzwischen
legendären und höchst unterhaltsamen 2:2-Unentschieden, unterbrochen von einer
Heimniederlage in der Zweiten Liga. Bezeichnend für den Trend der letzten Jahre
ist die Tatsache, daß Borussia inzwischen seit zwölf Pflichtspielen auf einen
Sieg gegen den Noch-Ligakonkurrenten wartet.
Aufstellungen
Borussia: Heimeroth – Bøgelund, Levels, Fleßers, Compper – Lamidi, Kluge, Marin, Jansen – Insúa, Kahê.
Reserve: Keller, Löhe (Tor), Svensson, Zé Antonio, Baumjohann, El Fakiri, Polanski, Thygesen, Schnitzler
Es fehlen: Gohouri (Rotsperre), Nando Rafael (Gelbsperre), Daems, Delura, Kirch, Neuville, Svärd (verletzt bzw. mit Trainingsrückstand), Degen, Melka, Sonck, Thijs (nicht berücksichtigt)
Bochum: Drobny – Butscher, Yahia, Maltritz, Schröder – Dabrowski, Zdebel, Grote, Misimovic, Epalle – Gekas.
Reserve: Skov-Jensen, Bade, Bönig, Drsek, Lense, Pallas, Ilicevic, Imhof, Trojan, Bechmann, Fabio Junior, van Hout.
Es fehlt: Meichelbeck (verletzt)
Schiedsrichter: [stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest]
Assistenten: [stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest]
4. Offizieller: [stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest]
SEITENWAHL-Meinung
Christoph
Clausen: Noch einen Auftritt in einer Liga, die sie rettungslos
überfordert, muss Borussia hinter sich bringen. Das zu Tippende reduziert sich
auf eine einzige Frage: Wieviele Tore schießt Bochum? Wohl mindestens zwei,
denke ich, dafür wird schon Gekas sagen. In Bochum waren die Transferplanungen
dann wohl doch zielführender.
Hans-Jürgen Görler: Als ob wir es nicht besser gewusst hätten. Wenn
wir nach den ersten Spieltagen der Saison bereits nach den Sternen greifen
konnten, folgte stets - naja, bisher einmal, und nun halt zum zweiten Mal - der
Totalabsturz. Wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich durchaus auf die 2.
Liga. Ein paar Tore und Siege würden uns mal wieder gut tun. Lieber den FC mit einem
3:0 heimschicken als Langweilklubs wie Hannover und Cottbus mit 1:0 besiegen,
um dann wieder gegen Bayern und Bremen den Kürzeren zu ziehen. In den
europäischen Wettbewerb gelangen wir auch über den DFB-Pokal. Damit auch jeder
die Aufbruchstimmung im Nordpark erkennt, schlägt die Borussia den Verein für
Langweiler Bochum mit 4:0. Ich wünsche einen schönen Sommer.
Christian Heimanns: Na toll. Nur
wenige Äonen ist es her, dass wir dachten, am letzten Spieltag gegen Bochum
unser Schicksal selbst in der Hand zu haben. Treppenwitz der Clubgeschichte.
Dazu passend werden wir auch dieses verhinderte Schicksalsspiel noch mit 1:2
versemmeln.
Michael Heinen: Nach den Mainzern werden uns auch die Bochumer
eindrucksvoll vorführen, dass selbst die so genannten Kleinen der Liga
qualitativ besser sind als wir. Was man bewirken kann, wenn man im Winter
vernünftig einkauft, erkennen wir spätestens nach dem verdienten 0:1 gegen den
VfL Bochum.
Mike Lukanz: Schon nach dem erneut hilf- und seelenlosen Auftritt in
Mainz hätte man sich gewünscht, dass die Saison möglichst bald vorbei ist. Am
Samstag wird Borussias vorerst letzter Auftritt in der Bundesliga zu bewundern
sein. Ein vor Wochen noch von vielen erhofftes Abstiegsendspiel verkommt nun
zum belanglosen Freundschaftsspiel zweier Mannschaften, die mit vollends
unterschiedlichen Ambitionen in diese Saison starteten. Warum der VfL aus
Bochum auch in der kommenden Spielzeit im Oberhaus des deutschen Fußballs
spielen darf und der aus Mönchengladbach nicht, hat eigentlich nur einen Grund:
die Gäste haben einen Gekas, Borussia nicht. Und so wird in diesem Spiel noch
einmal in aller Brutalität das aufgezeigt, was zur sportlichen Katastrophe
führte: Gekas trifft doppelt, Borussia gar nicht. 2:0 für die Gäste, ich habe
fertig.
Joachim Schwerin: Ich schenke der SEITENWAHL-Redaktion hiermit ein paar
„ß", so daß die werten Kollegen bei ihren Tips „daß" mal wieder als „daß"
schreiben können. Das Spiel geht übrigens 2:2 aus. Wir sind ja noch in der
Bundesliga.
Thomas Zocher: Es wird ein Ende haben. Nachdem die Mannschaft gesamtheitlich niemals die Motivation fand, die ein Verein für seine Gegenleistung einfach verlangen darf und nachdem die Mannschaft ein wirklich penetrantes Desinteresse am Wohl und Wehe des Klubs bewies, dass darin gipfelte, dass sie - wie Jupp Heynckes es treffend äußerte - Niederlagen bereits unter der Dusche mit dem Seifenwasser möglichst elegant vom eigenen Gewissen abwischte. Dass manch Spieler dann noch so tat als sei die Niederlage sein persönlicher Triumph. Das gehört zur Saison wie Borussia auf den Abstiegsplatz. Kurzgefasst war die Saison wie ein Marathonlauf, der einem zu Beginn blumig erscheint, ehe er einem bei Kilometer 10 die ersten Konditionsprobleme beschert und faktisch ab Kilometer 22 eine einzige Quälerei ist. Wie in Trance dahingeschleppt, auf das (halt, hier hatte doch jemand gerade ein paar Esszet spendiert!) der Mist möglichst rasch vorüber ist. Im Grunde hat die Mannschaft einen damit auf ihr jämmerliches Niveau heruntergerissen, dass emotionalere Mitmenschen gewiss irgendwo zwischen Tasmania 108 und Kaiserslautern 31 ansiedeln dürften. Wirklich? Nein. Während sich ein guter Teil von ihr vom Acker macht, sich trollt und man nur Wenige vermissen wird (sei es weil sie talentierte Kerle sind oder Professionalität ihr zweiter Vorname ist), werden die Leute, die den Klub ohnehin ausmachen, ab August wieder dabei sein. Ein Grund zu jubilieren? Nein, ein Grund endlich einen Deckel auf diese Saison zu machen und der Vermutung freien Lauf zu lassen, dass die Bochumer durch ein 3:2 über die Borussia dem interessierten Publikum an der Hennes-Weisweiler-Allee nochmal zeigen, wo der Unterschied zwischen einer eben tauglichen und einer untauglichen Equipe besteht, die es kontinuierlich schaffte die für sie Eintretenden oder Geradestehenden mit einer atemberaubend präzisen Systematik immer wieder neu lächerlich zu machen.
Der VfL Bochum im Internet: www.vfl-bochum.de
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