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Geschrieben von Mike Lukanz   
Mittwoch, 20 Juni 2007

ImageAm gestrigen Nachmittag vermeldete der 1.FSV Mainz 05 etwas überraschend die Verpflichtung von Borussias Verteidiger Bo Svensson. Der Däne wechselt mit sofortiger Wirkung rheinaufwärts zu den Mainzern, unterschreibt dort einen Dreijahresvertrag. Damit endet das nur 18 Monate dauernde Gastspiel des Dänen an der Hennes-Weisweiler-Allee. Im Gegensatz zu den Abgängen von Peer Kluge und Marcell Jansen, die vor allem sportlich einen herben Verlust darstellen, sollte man bei Borussia froh sein, Svensson transferiert haben zu können. Bei der Abwägung seiner charakterlichen und sportlichen Fähigkeiten hat sich Borussia mit diesem Transfer deutlich verbessert.


Als sich Borussia in der Winterpause der Saison 2005/06 und kurz vor Ende der Transferperiode mit Bo Svensson verstärkte, schien dem damaligen Sportdirektor Peter Pander ein Glücksgriff gelungen zu sein. Nur wenige Tage nach seiner Ankunft in Mönchengladbach stand Svensson in der Startelf beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 und bot eine beeindruckende Leistung und agierte, als spielte er schon über Monate in Borussias Abwehrverbund. Seine sportliche Leistung sank während seiner Vertragslaufzeit zwar ebenso ab wie die seiner Mannschaftskollegen, doch galt der Däne zusammen mit dem Portugiesen Ze António als solides Verteidigerpaar, das nur selten durch gravierende oder spielentscheidende Fehler auffiel. Eine Führungspersönlichkeit auf dem Platz war Svensson jedoch nie. Zwar engagierter als Ze António neben ihm, aber nicht so energisch, als dass ihm von Beobachtern das Attribut der Führungsfähigkeit nachgesagt werden konnte.

Seine Berufsauffassung und seine Loyalität ließen jedoch weitaus mehr zu wünschen übrig. So erfuhr SEITENWAHL bereits wenige Wochen nach Svenssons Vertragsunterschrift aus Spielerkreisen, wie der Däne damit auffiel, in der Kabine zur Belustigung aller Gestiken und Mimiken von Horst Köppel nachzustellen und Witze über ihn zu machen. Eine bemerkenswerte Tatsache für einen Spieler, der erst wenige Wochen bei seinem neuen Verein unter Vertrag steht! Mit der Verpflichtung von Jupp Heynckes im Sommer 2006 war er bereits recht schnell nicht einverstanden, auch hier äußerte er mehr oder weniger offen seinen Unmut, gleichwohl er einen Stammplatz innehatte. Den Entschluss Borussias, die Arbeit mit Jupp Heynckes trotz anhaltender sportlicher Misserfolge auch nach der Winterpause fortzusetzen, kommentierte Svensson an anderer Stelle als „Fehler" und „bedauerlichen Schritt". Er warf Jupp Heynckes taktische Fehler und Unverständnis vor und tat dies recht offen und unverblümt. Statt den direkten Konkurrenzkampf gegen den neu verpflichteten Steve Gohouri anzunehmen, benahm sich Svensson wie ein beleidigtes Kind und schmollte. Doch selbst unter seinem Wunschtrainer Jos Luhukay, für den er sich in der Winterpause noch vehement ausgesprochen hatte, kam der Neu-Mainzer nur noch zu Kurzeinsätzen oder sporadischen Einsätzen in der Startelf, als es sportlich um nichts mehr ging.


Selbst wenn man geneigt ist, Bo Svensson in einigen Kritikpunkten inhaltlich recht zu geben, so unprofessionell und billig ist seine Handlungsweise. Sich auf dieser geschehenen Art Journalisten anzubiedern und die ohnehin angespannte Stimmung gegen Trainer Heynckes auszunutzen, ist eines Profis unwürdig. Manch einer mag Svenssons Art gar als für heutige Zeiten normal einstufen. ImageDoch sollten Borussia und ihre Fans froh sein, dass Bo Svensson nun in Mainz die Fußballschuhe schnürt. Wenn Christian Ziege und Jos Luhukay zu Beginn der Sommerpause betonten, nur noch Spieler mit der richtigen Einstellung zum Job und zum Verein verpflichten zu wollen, dann hat der FSV Mainz 05 den beiden einen wichtigen Teil der Arbeit abgenommen.