Bundesliga 2011/2012

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Deutliche Niederlage bei der Generalprobe Drucken
Geschrieben von Mike Lukanz   
Samstag, 28 Juli 2007
ImageMit einem deutlichen 0:3 und einer in weiten Teilen erschreckend schwachen Leistung verlor Borussia am heutigen Samstag ihr letztes Vorbereitungsspiel beim Bundesligisten VfL Bochum. Vor 9132 Zuschauern trafen Dabrowski, Ilicevic und Epalle für die Gastgeber, denen eine ebenfalls durchschnittliche Leistung reichte, um die harmlosen Gladbacher zu beherrschen und zu besiegen. Aufgrund der heute gezeigten Leistung muss mit Sorge auf die in wenigen Tagen beginnende Saison geblickt werden.

Vor dem letzten Test der Vorbereitungsphase wurde gespannt auf die Elf geschaut, die Trainer Jos Luhukay aufbieten würde. Allgemein gilt das letzte Spiel der Vorbereitung als Generalprobe für die anstehende Saison. Vor Christofer Heimeroth begannen Kasper Bögelund, Steve Gohouri und Patrick Paauwe in der Verteidigung. Auf der linken Seite erhielt Marvin Compper den Vorzug für Alexander Voigt. Sebastian Svärd spielte wie gewohnt im zentralen, defensiven Mittelfeld. Moses Lamidi, Marko Marin und Sascha Rösler komplettierten das Vierer-Mittelfeld. Im Sturm fand sich der Kanadier Rob Friend überraschend auf der Bank wieder, für ihn agierte Nando Rafael neben Kapitän Oliver Neuville.

Bereits in den ersten Minuten übernahm der Erstligist und Gastgeber das Geschehen. Borussia agierte vorsichtig, die Bochumer wirkten präsenter und aggressiver. In der 7. Minute zog Ilicevic vom linken Flügel nach innen, seinen Schuss ließ Heimeroth nach vorne abklatschen, so erhielt Ilicevic eine zweite Schusschance, der diesmal knapp am rechten Pfosten vorbeistrich.

Ab der 15. Minute gestaltete sich das Spiel ausgeglichener. Borussia startete eine Reihe Angriffe, die jedoch spätestens am gegnerischen Strafraum alle Herrlichkeit verloren. Einzig Moses Lamidi und Marko Marin erzeugten durch ihre Dribblings so etwas wie Torgefahr, so in der 23. Minute, als Marin mit einer schönen Körperdrehung Gegenspieler Zdebel aussteigen ließ und Neuville mit einem schönen Lupfer Richtung Tor schickte, doch Bochums Torwart Lastuvka antizipierte hervorragend konnte mit einem Hechtsprung den Ball vor Neuville klären.

Epalle hatte dann in der 26. Minute eine sehr gute Torchance für seine Mannschaft, als der Ball eher unfreiwillig zu ihm kam. Meichelbeck hatte aus der Distanz abgezogen, der Ball wurde von Rösler leicht abgefälscht und erreichte Epalle, der zu überrascht schien, um einen platzierten Torschuss abzugeben, so konnte Heimeroth ohne Mühe halten.
Insgesamt bewegte sich das Spiel beider Mannschaften in dieser Phase auf keinem hohen und schnellen Niveau. Beide Mannschaften standen in der Defensive recht sicher, was eher den harmlosen Offensivbemühungen beider Offensivreihen zu verdanken war. Speziell am defensiven Mittelfeld der Bochumer um Kapitän Zdebel und Dabrowski bissen sich Rösler, Marin und Lamidi zu oft die Zähne aus.

Wie aus dem Nichts fiel in der 33. Minute der Führungstreffer für den VfL Bochum. Marvin Compper verstolperte auf der linken Bahn einen leichten Ball. Der Einwurf fand Dabrowski, der aus der Distanz abzog. Diesen ersten Schussversuch konnte Gladbachs Defensive noch blocken, beim Nachschuss zielte Dabrowski dann genauer. Unhaltbar für Torhüter Heimeroth schlug der Ball ins linke Eck ein.

Acht Minuten vor Ende der ersten Halbzeit erhielten die Gäste einen Freistoß aus viel versprechender Lage zentral vor dem Strafraum. Patrick Paauwe trat an, sein mit links getretener Schuss strich knapp über die Querlatte von Jan Lastuvka.
Im direkten Gegenzug war es wieder der gastgebende VfL, der seinerseits eine gute Tormöglichkeit erhielt. Ein Freistoß in der Nähe der rechten Eckfahne kam zu Meichelbeck am zweiten Pfosten, der in den Ball rutschte, allerdings nur den Pfosten traf.

Die Chancen wechselten nun im Minutentakt. In Folge einer Ecke für Borussia von der rechten Seite kam der Ball erneut zu Marko Marin, der sich auch heute für die meisten Standards verantwortlich zeigte. Seine Flanke kam zu Steve Gohouri am zweiten Pfosten, der sich artistisch den Ball selber zweimal mit Kopf und Schulter vorlegte, mit einem gesprungenen Volleyschuss das Tor jedoch verfehlte. Auch diese Chance war mehr das Resultat von Zufällen und das Ergebnis einer Einzelleistung denn im klassischen Sinne herausgespielt.

Die Bochumer taten in dieser ersten Halbzeit nicht mehr als nötig und gingen durch einen schönen Schuss von Dabrowski in Führung. Borussia hielt optisch gut mit, konnte sich jedoch kaum zwingende Torchancen herausspielen. So ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen, der nicht gänzlich unverdient ist, dennoch dem eigentlichen Spielverlauf nicht entspricht.

Vom angekündigten Prinzip, einen Großteil der Mannschaft unter Wettbewerbsbedingungen durchspielen zu lassen, rückte Trainer Luhukay bereits nach 45 Minuten wieder ab. Für den äußerst schwachen Compper rückte Alex Voigt auf die Position des linken Verteidigers. Ebenso mussten Kasper Bögelund und Sebastian Svärd in der Kabine bleiben, dafür kamen Tobias Levels und Eugen Polanski in die Mannschaft.

Das schon in der ersten Halbzeit recht schwache Spiel verlor in den ersten 15 Minuten des zweiten Abschnitts weiter an Niveau und Tempo. Nando Rafael geriet nach einem Zweikampf mit Zdebel aneinander, für das anschließende Gerangel kassierten beide die gelbe Karte. Dies war Rafaels letzte Aktion, denn im direkten Anschluss wurde er ausgewechselt. Ebenso Kapitän Neuville, für die beiden kamen Rob Friend und Coulibaly. Der Kanadier orientierte sich direkt ins Sturmzentrum, hinter ihm spielten Coulibaly und Marin im offensiven Mittelfeld.

Noch bevor sich die neue Formation finden konnte, um das Ergebnis zu korrigieren, fiel der zweite Treffer für den Gastgeber ebenso plötzlich wie der erste. Alex Voigt verlor einen Zweikampf auf der linken Abwehrseite, Epalle passte im zweiten Anlauf flach in die Mitte, wo Ilicevi aus kurzer Distanz abstaubte (65).

Am Spiel selber änderte auch dieser Treffer wenig. Bochum hatte keine Mühe, die meist harmlosen Angriffsversuche des Zweitligisten unter Kontrolle zu halten. Stattdessen verloren sich die Gladbacher in unnötige Provokationen, wie Rafael kurz vor dem zweiten Treffer und Sascha Rösler einer Viertelstunde vor dem Ende.
Borussias Spielfluss war schlicht nicht vorhanden, wenngleich ein Bemühen aller Akteure durchaus zu erkennen war. In manchen Situation hatte man als Beobachter den Anschein, dass das heutige Spiel eines der ersten der Vorbereitung war und nicht die oft als so wichtig eingestufte Generalprobe. Dies galt freilich für beide Mannschaften, denn auch der Erstligist agierte auf äußerst magerem Level.
Dies hinderte die Bochumer schließlich nicht daran, in der 80. Minute das dritte Tor zu erzielen. Erneut war es Alex Voigt, der einen einfachen Ball auf Höhe der Mittellinie vertändelte, Bochums Bechmann zog Richtung Strafraum, legte in die Mitte auf den völlig freistehenden Epalle ab, der ohne Mühe ins lange Eck zum dritten Tor für die Gastgeber traf.

In der Schlussphase plätscherte das Spiel nur noch vor sich hin. Gladbach hatte sich aufgegeben, Bochum stellte sich nur noch hinten rein. Mit 0:3 fiel diese Niederlage dann auch recht deutlich aus. Sie war aufgrund der Gladbacher Abwehrleistung und individuellen Fehler auch in dieser Höhe verdient, denn allen drei Toren gingen grobe und unnötige Abwehrfehler voraus.

Der von vielen Außenstehenden als wichtig eingestufte Test gegen den Erstligisten aus Bochum wurde eine einzige Enttäuschung. Borussia konnte gegen keinesfalls starke Bochumer nicht an die mitunter guten Leistungen anknüpfen, die man in den Vorbereitungsspielen zeigte. Das Offensivspiel war ohne Esprit und Ideen, die Fehler im Abwehrverhalten waren teils haarsträubend. Warum Trainer Jos Luhukay auch in diesem Spiel mehrfach wechselte und eben nicht seine stärkste Elf aufbot und durchspielen ließ, ist fraglich. Die Experimentierphase hätte schon vor diesem Spiel abgeschlossen sein sollen. Die Frage, ob man nun mit zwei oder einem defensiven Mittelfeldspieler agieren möchte ist ebenso unbeantwortet wie die Frage nach einzelnen Positionen.
So konnten sich weder Marvin Compper noch Alex Voigt für einen Stammplatz empfehlen, beide zeigten heute eine Besorgnis erregende Leistung. Oliver Neuville ist nach wie vor weit von seiner Form entfernt, und weder Rob Friend noch Nando Rafael präsentierten sich in einer Form, die für die kommenden Aufgaben optimistisch stimmen könnten.

Die Art der Niederlage und deren Zustandekommen beunruhigt und war so nicht erwartet worden. Nach den anfangs guten Leistungen der Vorbereitungen mit dem recht überzeugenden 2:1-Sieg gegen die Münchener Bayern waren die beiden vergangenen Auftritte gegen Bergisch-Gladbach und heute in Bochum ein deutliches Zeichen dafür, dass die in einer Woche beginnende Saison schwerer wird, als von vielen erhofft und erwartet. Es bleibt zu hofffen, dass das Trainerteam um Jos Luhukay diese schlechten Auftritte aus den Köpfen der Mannschaft bekommt und bis zum Pokalspiel in Osnabrück endlich eine Formation gefunden haben wird.

Borussia: Heimeroth - Bögelund (Levels, 46.), Gohouri, Paauwe, Compper (Voigt, 46.)-Svärd (Polanski, 46.) - Lamidi (van den Bergh, 78.), Rösler, Marin - Neuville (Friend, 63.), Rafael (Coulibaly, 63.)

Tore: 1:0 Dabrowski (33.), 2:0 Ilicevic (65.), Epalle (80.)

Zuschauer: 9132