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Zweitligacheck: SEITENWAHLs Borussia-Prognose |
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Geschrieben von www.seitenwahl.de
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Donnerstag, 09 August 2007 |
Die Zu- und Abgänge, die Stärken und die Schwächen. Die Ausrichtung und der Stil, der Trainer, die Fans, und die finanzielle Situation sind analytisch dargelegt. Auch auf die Saisonvorbereitung und auf nachträgliche Kaderveränderungen ist eingegangen worden. Wie zu jedem Bundesligacheck über die Borussia in den vergangenen Jahren, so zählt auch zu diesem die Prognose der SEITENWAHL-Redaktion. Hier ist sie.
Michael Heinen: „Das Spiel in Osnabrück war trotz des positiven Ausgangs eher ernüchternd als ermutigend. Wie so oft in den letzten Jahren sah man über weite Strecken des Offensivspiels die Einfalls- und Hilflosigkeit vergangener Jahre. Und dies mit einem mal wieder runderneuerten Kader. 90% der Spiele in Liga 2 werden nach ähnlichem Muster ablaufen, da wir fast immer der Favorit sein werden, von dem ein Sieg erwartet wird. Borussia sollte sich gar nicht erst darum bemühen, diese ihr zugedachte Favoritenrolle zu leugnen. Trainer Luhukay, dem man ansonsten viel vorwerfen kann, macht es hier im Vergleich zu seinen Amtskollegen Klopp und Daum ganz richtig, selbstbewusst zur eigenen Situation zu stehen. Wenn der FC-Trainer hingegen bemüht ist, sich in eine Außenseiterrolle zu reden, wird dies ohnehin von seinen Zuhörern nur müde belächelt.
Borussia hat sich klar positioniert und Jos Luhukay hat sich dem Druck gestellt, der auch über seine eigene Karriere mit entscheiden wird. Der direkte Wiederaufstieg ist das Ziel und muss es angesichts der Möglichkeiten des Vereins sein. Wer aber erwartet, dass wir eine ruhige, sorgenfreie Saison ohne Diskussionen und stets auf einem gesicherten Aufstiegsplatz verbringen werden, der ist noch nicht lange genug Borussen-Fan. Soweit wird es mit Sicherheit nicht kommen. Dafür bestehen nach den letzten Jahren voller Fehler und Missverständnisse noch zu viele Baustellen. Dafür sind noch zu viele Fragen offen. Die meisten davon liegen im Sturm der Borussia begründet. Wird Oliver Neuville mit seinen 34 Jahren und nach der langen Verletzungspause wieder zu 100% fit und kann er noch einmal an alte Glanzzeiten anknüpfen? Ist Rob Friend die gesuchte torgefährliche Verstärkung, die sich nach Eingewöhnung zumindest zu einer Art Joris van Hout vor der großen Verletzung entwickeln kann? Welche(r) Stürmer werden (wird) uns noch erwarten und was wird von ihnen (ihm) zu erwarten sein?
Für einen Verein, der zwingend wieder aufsteigen möchte, sind dies zu viele Fragezeichen und es ist der einzige Kritikpunkt am bislang hervorragend arbeitenden Christian Ziege, diese noch nicht beseitigt zu haben. Was durch seine Transferpolitik in jedem Fall gewährleistet ist, ist ein zweitligaerfahrener Kader mit einigen Spielern, die bereits bewiesen haben, in dieser Liga Top-Leistungen abrufen zu können. Insbesondere das Mittelfeld sticht hervor, wo zu Beginn wahrscheinlich der letztjährige Kapitän des SC Freiburg sowie der Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft auf der Bank sitzen. Paauwe, Svärd und Rösler stehen für eine Qualität, der durch Talent Marko Marin das geniale i-Tüpfelchen hinzugefügt wird. Wenngleich wir nicht den Fehler machen sollten, von unserem Youngster zu viel auf einmal abzuverlangen. Die 1.Halbzeit in Osnabrück deutete ebenso wie die letzten Testspiele an, dass auch Marin noch seine Schwächen hat, und dass sein Reifeprozess noch lange nicht als abgeschlossen anzusehen ist.
Nichtsdestotrotz bietet er eine der inzwischen wieder vielfältigen Möglichkeiten, kompakte Abwehrreihen des Gegners mit einem genialen Moment zu knacken. Nimmt man noch die hinzugewonnene Gefahr bei Standards dank kopfballstarker Spieler (Paauwe, Gohouri, Brouwers) sowie die torgefährlichen Mittelfeldspieler (Rösler, Coulibaly, Touma) hinzu, so sollte eine Schwachstelle aus dem Vorjahr wegfallen. Fehlt nur noch (mindestens) ein Stürmer, der die viel zitierten „15 Tore" wenn schon nicht garantieren, dann aber jedenfalls anvisieren kann.
Defensiv ist die wichtige 6er Position mittlerweile das Prunkstück des Teams. Brouwers und Gohouri bilden eine solide Innenverteidigung. Etwas bedenklich erscheint, dass kein echter Spezialist als Ersatz zur Verfügung steht. Voigt oder Paauwe sind eher Notlösungen, wobei letzterer auf dieser Position verschenkt wäre. Levels konnte letztes Jahr nicht nachweisen, dass mit ihm für die Zukunft zu rechnen ist.
Auf der Außenbahn ist man links in der Breite gut besetzt. Compper und Voigt sollten sich aber gegenüber den letzten Eindrücken zu steigern wissen. Eine (baldige) Rückkehr von Filip Daems mag man sich gar nicht mehr zu erträumen, würde uns aber endgültig aller Sorgen auf dieser Position entledigen. Rechts defensiv ist Kasper Bögelund ebenso zu unumstritten, was angesichts seiner Verletzungshistorie und seinen schwankenden Leistungen beunruhigt. Svärd wird im defensiven Mittelfeld ebenso gebraucht wie Paauwe. Ob Schachten hingegen Zweitligatauglichkeit besitzt, ist zumindest eine optimistische Einschätzung.
Im Vergleich zur Ligakonkurrenz ist der Kader sehr ordentlich besetzt. Außer dem 1.FC Köln gibt es keinen Verein, der uns qualitativ überragt. Da wir in jedem Spiel mit hoch motivierten Gegnern rechnen müssen, für die das Spiel gegen die „große Borussia" etwas Besonderes sein wird, wird uns diese nominelle Stärke nicht automatisch den 2. Platz sichern. Jos Luhukay wird schon tatsächlich aus dieser Ansammlung ordentlicher Einzelspieler „ein Team" kreieren müssen, damit das vorgegebene Saisonziel realistisch ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass ihm dies weitgehend gelingen wird, wenngleich nicht ohne holprige Leistungsschwankungen gerade zu Beginn der Saison.
Borussia wird die Saison im oberen Tabellendrittel der 2. Liga abschließen. Da ich von der Verpflichtung mindestens eines weiteren Stürmers bis Ende August ausgehe und da wir finanziell bei Bedarf in der Winterpause noch einmal nachlegen könnten, tippe ich auf Platz 2 in der Endtabelle und damit auf den direkten Wiederaufstieg dorthin, wo unser Verein hingehört."
Mike Lukanz: „Am Ende stand also der Abstieg. Was für viele die logische Entwicklung einer jahrelangen Fehlplanung war, stellte für die anderen lediglich die Verkettung unglücklicher Umstände innerhalb einen Spielzeit dar. Was ist schon logisch in einem Sport, bei dem Erfolg und Misserfolg so nah beinander liegen? Einem Bundesliga-Abstieg folgt zudem meist die große Zäsur, wenngleich nicht immer freiwillig. Die Spieler, die man halten will, verlassen den Verein und umgekehrt. Zwangsläufig folgen Transfers in hoher Anzahl. Christian Ziege und Jos Luhukay hatten hierbei einen schwierigen Weg zu gehen. Auf der einen Seite muss ein Kader zusammengestellt werden, der einen sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga zwar nicht garantieren, aber möglich machen kann. Auf der anderen Seite mussten die Lehren aus der vergangenen Abstiegssaison gezogen werden. Ziege und Luhukay erkannten sehr schnell, was die Fans und das Umfeld nicht mehr sehen wollten: lustlose Fußballer, denen Ehrgeiz, Einstellung und professionelles Verhalten oft zu fremd sind und waren. Alexander Voigt, Sascha Rösler, Patrick Paauwe, dazu u.a. Steve Gohouri und Sebastian Svärd vom Vorjahreskader. Es stehen wieder "Typen" auf dem Feld und tragen das "B" vom Niederrhein.
Reicht der Kampf alleine? Zumindest kann er dafür sorgen, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und aus Mannschaft und Anhängerschaft wieder ein großes Ganzes zu machen. Denn spielerisch ist noch vieles aufzuholen. Das liegt auch daran, dass sich der Trainerstab um Jos Luhukay bis zum heutigen Tag nicht auf ein Spielsystem festgelegt hat. Man verfügt in dieser Saison zwar über Spieler, die variabel einsetzbar sind und grundsätzlich variable Systeme zulassen, doch die Sturmfrage ist bis heute nicht zufriedenstellend gelöst, weder personell noch taktisch. So ist Kapitän Oliver Neuville weder in einem 4-2-3-1-System noch im ebenso angedachten 4-3-3 mannschaftsdienlich unterzubringen. Nando Rafael und Kahê haben auch in dieser Sommervorbereitung keinen Anlass gegeben, auf den so lange erwarteten Durchbruch zu hoffen. Neuville selber ist nicht nur sehr verletzungsanfällig, er läuft nach wie vor seiner Form hinterher. Ist der zweite Punkt aufgrund seiner langen Ausfallzeit der vergangenen Saison noch zu entschuldigen, so wird der erste Faktor zu einem Problem, falls man sich zu sehr auf die Dienste des Nationalspielers verlässt. Neuzugang Rob Friend verlangt schon fast nach einem 4-3-3 mit zwei starken Außenstürmern, damit der Kanadier seine physische Qualität einbringen kann. Mit Sharbel Touma konnte man bisher lediglich einen Außenstürmer zum Borussia-Park locken, wenngleich der Schwede über qualitative Fähigkeiten verfügt, die selbst einigen Erstligisten sehr gut zu Gesicht stehen würden. Mit weiteren Transfers für den Sturm ist aufgrund der aufgezeigten Problematik nicht nur zu rechnen, sie sind gar zu fordern. Hierbei sollte das Augenmerk mehr auf Mittel- denn auf Außenstürmer gelegt werden.
Wohin führt also der Weg? Borussia verfügt über eine für Zweitligaverhältnisse deutlich überdurchschnittliche Qualität im Kader. Im Mittelfeld ist kein Liga-Konkurrent gleichwertig oder besser besetzt. Patrick Paauwe, Sebastian Svärd, Marko Marin, Soumaila Coulibaly, Eugen Polanski, Moses Lamidi und Sharbel Touma. Hier sind Qualität, Flexibilität, Torgefahr, Technik und Hierarchie vertreten. Der Abwehrverbund um Steve Gohouri und Roel Brouwers gehört zum oberen Drittel dessen, was die 2. Liga zu bieten hat. Ebenso ist die Dichte in der Abwehr erhöht worden, was verletzungsbedingte, längere Ausfälle leichter verkraften lässt. Sebastian Svärd könnte für Kasper Bögelund einspringen, Tobias Levels ebenso. Mit Patrick Paauwe steht ein erstklassiger Innenverteidiger zur Verfügung, der jederzeit Gohouri oder Brouwers ersetzen könnte, dazu Allrounder Alex Voigt und Robert Fleßers. Auf der linken Seite darf man auf eine Rückkehr von Filip Daems hoffen, der, im vollen Besitz seiner körperlichen Kräfte, sowohl Compper als auch Voigt auf dieser Position verdrängen dürfte.
Viel wird von den noch ausstehenden Transfers für den Sturm abhängen. Hier sehe ich den Knackpunkt der Saison. Sowohl die Leistungsdichte als auch deren Tiefe muss dringend erhöht werden. Die neu und endlich gewonnene Torgefahr aus dem Mittelfeld alleine wird nicht ausreichen, um am Ende zu den drei Teams zu gehören, die in der Saison 2008/2009 in der 1. Bundesliga spielen dürfen. Borussias Führung hat bisher in weiten Teilen ihre Hausaufgaben gemacht, man verfügt über variable Spieler mit Qualität, der richtigen Einstellung und einer notwendigen Hierarchie auf dem Platz. Ebenso stimmt die Mischung zwischen Alter, Erfahrung und Spielertypen. Borussias große Stärke könnte auch zum größten Problem werden: die Variabilität. Wenn die Offensive ähnlich gut verstärkt wird wie die restlichen Mannschaftsteil und sich Jos Luhukay bald auf ein Spielsystem mit klaren Eckpfeilern festlegt, ist der Wiederaufstieg möglich und sollte realisierbar sein. Nach jetzigem Stand gehört Borussia lediglich zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten."
Christoph Clausen: „Manchmal würde man sich gern überraschen lassen. Überraschen würde es mich zum Beispiel, sollte Borussias zweite Zweitligazugehörigkeit nur ein Jahr dauern. Vorbereitung und Auftaktprogramm lassen mich einen holprigen Start erwarten, in dessen Verlauf der Trainer unter Beschuss geraten wird. Gleichwohl rechne ich damit, dass Präsidium und Sportdirektor an Jos Luhukay festhalten werden und die Borussia sich allmählich im oberen Mittelfeld stabilisieren wird, durchaus mit Kontakt zu den Aufstiegsrängen. Um aber wirklich auf die Ränge Eins bis Drei vorzustoßen, dazu müsste sich mehr verbessern, als ich mir im Moment vorstellen kann."
Christian Heimanns: Das Desaster der letzten Saison ist vorbei, der Kader vom Torwart bis zum Linksaussen runderneuert, und im ersten Pflichtspiel spielten drei der Neueinkäufe. Borussia stellt seine leidgeprüften Fans weiter vor Rätsel. Die Einkaufspolitik ließ quantitativ nichts zu wünschen übrig und produzierte eine sicher sehr gute Zweitligaabwehr und ein mutmaßlich ordentliches Zweitligamittelfeld, in dem ein 18jähriger ungewöhnlich viele Hoffnungen auf seinen handtuchbreiten Schultern tragen muss. Dazu einen Sturm, in dem bisher alles und nichts möglich scheint, vermutlich aber nicht alles, zumal Neuville gegenwärtig das Verletzungspech weiter an den Stiefeln klebt.
Die Personalpolitik war zumindest in einem Punkt realistisch und konsequent: Auch unserer sportlichen Leitung blieb nicht verborgen, dass im letzten Jahr zu viele Leute auf dem Platz standen, die vor ihrem eigenen Schatten kapituliert hätten, geschweige denn vor einem Gegenspieler, einem Rückstand oder einem Auswärtsspiel. Die Verpflichtungen von Voigt, Paauwe und Rösler sowie das Beharren auf Gohouri sind auch unter dem Gesichtspunkt zu sehen, der Mannschaft ein Rückgrat zu verleihen, das nicht bei jedem kleinsten Widerstand bricht. Zu diesem Zeitpunkt, sprich nach einem Sieg in Osnabrück, scheint die Rechnung in Teilen aufzugehen.
Ein Aufstieg aber führt über gewonnene Spiele, und die rühren aus erzielten Toren, was wiederum einen effizienten Sturm voraussetzt. In diesem Moment müsste man vermuten, dass wir eher nicht die nötigen Siege für 60 Punkte holen werden. Ich tippe aber darauf, dass auch Borussias Führung annimmt, dass unsere Chancen für einen Aufstieg dieses Jahr besser liegen als nächstes oder in noch fernerer Zukunft; und dass sie der Mannschaft mit einem weiteren Mittelstürmer wirkliche Aufstiegsmöglichkeiten gibt.
Joachim Schwerin: „Seit Jahren erinnert das Handlen der Verantwortlichen bei Borussia an die Versprechungen von Alkoholikern, ihr Problem umgehend in den Griff bekommen zu wollen und auch zu können. "Noch dieses eine Mal ein Gläschen, ab morgen bin ich dann abstinent. Ich schaffe das schon - irgendwie!" So gab es jedes Mal gute Gründe, noch dieses eine Mal die Verantwortlichen nach kurzer Zeit wieder zu ersetzen - danach wird schon Kontinuität einsetzen. Die Probleme im Sturm, im Spielaufbau und bezüglich des Mannschaftsgefüges sind ebenfalls seit Jahren dieselben, doch während der Transferperioden hört man stets, daß gerade keine geeigneten Leute verfügbar, bezahlbar oder willens seien, um den Weg an die Hennes-Weisweiler-Allee zu finden - nächstes Mal wird das anders. Das Ergebnis dieses Handelns war eines der groteskesten Mißverhältnisse zwischen Aufwand und Potential einerseits und sportlichem sowie imagemäßigem Ertrag andererseits in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse.
Nichts deutet darauf hin, daß dieser Trend kurzfristig umzukehren ist. Ein williger, doch noch lernbedürftiger Sportdirektor und ein hungriger, doch hinter der freundlichen Fassade mit reichlich Unsicherheiten ausgestatteter Trainer haben bislang einen Kader zusammengestellt (und unzulänglich einspielen lassen), der einige ordentliche Neuzugänge enthält, die Kernprobleme der Mannschaftszusammensetzung aber großräumig umfährt. Immerhin ging die Philosophie auf, Spieler zu verpflichten, die die Zweite Liga kennen und/oder dort zu überleben im Stande sein werden. Doch was ist man, wenn man gezielt einen Zweitligakader zusammenstellt? Eben, halt ein typischer Zweitligist.
Wohin führt also der Weg Borussias? Entscheidend ist, ob Ziege und Luhukay den Kopf frei haben werden, ihr Aufbauwerk langsam fortsetzen zu können, oder ob sie von Beginn an mit dem Retten ihres eigenen Kopfes beschäftigt sein müssen (was ohnehin nie lange gut geht). In keinem Fall aber ist Borussia ein Aufstiegsfavorit, und der Erfahrung nach deutet fast alles darauf hin, daß dies nicht die einzige Zweitligasaison der näheren Zukunft bleiben wird. Irgendwann wird schließlich auch der wohlwollendste Betrachter einmal die Vereinsbrille ausziehen dürfen und im Nebel der Verlautbarungen und Absichtserklärungen das sehen können, was er tatsächlich vor sich hat: einen Zweitligisten, der sich den Luxus höherer Ambitionen erst wieder mühsam wird verdienen müssen."
Thomas Zocher: „In einer Hinsicht gibt es kein Vertun - alles andere als der unmittelbare Wiederaufstieg wäre in der kommenden Saison eine Riesenenttäuschung und dürfte dem wieder einmal rund um die Hennes-Weisweiler-Allee Einzug gehaltenen Glauben an eine nun aber einsetzende Kontinuität erneut eine sehr deftige Absage erteilen.
Auch wenn ein Klub wie Borussia Mönchengladbach finanziell ohne Zugzwang erscheint, auf sportlichem Gebiet ist dieser Zugzwang immens und gleichwohl unübersehbar. Rein von der Papierform her entschieden, erscheint der Kader allerdings nicht als der stärkste in der 2. Bundesliga und somit dürfen sich cirka sechs Mannschaften natürlich im Grunde ebenbürtige Hoffnungen auf dasselbe Ziel machen. Ohne eine kontinuierliche Leistung nahe des Machbaren - und vor allem ohne das definitive Ende der den Klub seit Jahren quälenden Auswärtsmisere - wird mit der Borussia im Aufstiegsrennen somit kein Start zu machen sein.
Aber das wissen die Verantwortlichen selbst und haben sicher (wieder) ihr Bestes dagegen unternommen. Nichtsdestotrotz sind in der jetzigen Phase Zweifel am reibungslosen Gelingen des Wiederaufstiegs von Borussia Mönchengladbach alles andere als obsolet. Dennoch basieren Teile dieser Einschätzung selbstverständlich auf der Entwicklung der letzten 18 Monaten, in denen aus einem zurecht ambitionierten Tabellensiebten der 1. Bundesliga ein Klub geworden ist, der dank einer der schlechtesten Bilanzen der Bundesligageschichte einen Neuanfang in der 2. Bundesliga durchzuführen hat."
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