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Geschrieben von Michael Heinen
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Samstag, 11 August 2007 |
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Es ist schon ein gewisses Mysterium, wie manche Journalisten zu ihren Themen kommen. Vom Boulevard ist man hier eine gewisse eigenwillige Kreativität gewöhnt. Aber auch die (vermeintlich) seriösen Medien, wie in diesem Fall die Rheinische Post, weisen manchmal recht komische Gedankengänge auf.
So wird Herrn O.E. Schütz wohl in den letzten Wochen etwas langweilig gewesen sein, so dass er händeringend nach einem neuen, alten Thema suchte, um zumindest einen Teil seiner Leser anzusprechen. Ein regelmäßiger Besuch in den diversen Borussen-Foren, der für Borussia-Korrespondenten inzwischen regelmäßige Pflicht ist, und schon findet man einen Namen, mit dem sich allzu viele Borussen-Fans seit mittlerweile Jahren kontinuierlich beschäftigen. So beschloss Herr Schütz also in der vergangenen Woche, die Akte Sonck noch einmal zu öffnen. Erst mit einem launigen Kommentar und zuletzt schließlich mit einem mehr als flüssigen Interview mit dem Betroffenen selbst.
Herr Schütz, der als so etwas wie der Piplica des Gladbacher Sportjournalismus gelten darf (mal schreibt er Welt-, mal Kreisklasse), hat bei einigen sicherlich einen wunden Punkt getroffen und somit ein schlagzeilenträchtiges Eisen geschmiedet. Letztlich greift er aber ein Thema auf, das wirklich nur noch bei den Borussen-Fans im Internet eines ist und letztlich der Angst vor einer erneut sturmarmen Saison entspringt. Bei Borussia selbst ist das Thema Wesley Sonck schon lange keines mehr.
Seit mittlerweile über vier Monaten steht fest, dass das Kapitel des Belgiers bei Borussia unwiderruflich beendet ist. Dies wurde seitdem mehrfach klar so geäußert und sämtliche Brücken, die dem umstrittenen Stürmer hätten gebaut werden können, wurden von allen Verantwortlichen eingerissen. Spätestens die Vergabe seines Trikots mit der Nr. 9 – ausgerechnet auch noch an Nando Rafael – hätte selbst Herrn Schütz dies verdeutlichen müssen. Dass es von dieser finalen Entscheidung ein Zurück geben wird, ist so realistisch wie das Erscheinen eines sachlichen Artikels in der Bild-Zeitung.
Christian Ziege, Jos Luhukay und Co. werden über das „Thema“ Sonck nur dann reden, falls sich bis Ende August doch noch irgendeinen Verein finden sollte, der uns den vermeintlichen Torjäger abzunehmen bereit ist. Wird dies nicht der Fall sein, so wird nach Ablauf der Transferfrist der Vertrag wohl oder übel aufgelöst werden und Herr Sonck wird mit der Abfindung das letzte Geld von unserem Verein kassieren. Bis dahin wird er im Übrigen gezwungenermaßen jeden Tag zum Training kommen und seine Runden laufen müssen. Ein zuhause Aussitzen des Vertrags, das er im Interview als potentielles Alternativverhalten beschreibt, wäre ihm arbeitsrechtlich nicht wirklich erlaubt.
Die Diskussion darüber, ob es richtig oder falsch war, Sonck auszusortieren, wollen wir nicht noch einmal führen. Die Argumente hierzu sind seit langem ausgetauscht und jeder darf seine eigene Meinung dazu behalten. Entscheidend ist, dass Borussia seine Meinung extrem klar formuliert hat und damit keinen Zweifel darüber lässt, dass selbst eine Kreuzbandriss-Epidemie sämtlicher Offensivspieler keinen Spielraum für ein Umdenken zuließe. Wesley Sonck ist definitiv und schon lange kein Thema mehr bei Borussia. Und daran werden weder irgendwelche Forum-Threads noch der populistische Drang eines O.E. Schütz etwas ändern.
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