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Home 2007/08 01, A, BL, Kaiserslautern
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1. FC K'lautern - Bor. Mönchengladbach 1:1 |
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Geschrieben von seitenwahl.de
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Dienstag, 14 August 2007 |
Mit einer Punkteteilung im Gepäck machte die Borussia sich nach der Partie beim 1. FC Kaiserslautern in ihrem ersten Saisonspiel auf die Heimreise. Zwei Tore in der Schlussphase hatten eine durchschnittliche Partie zum Ende hin in eine hektische verwandelt, in der die Borussia einen Rückstand in unmittelbarer Form wettmachen konnte.
In einer im Vergleich zur Pokalpartie in Osnabrück
veränderten Startformation begann die Borussia in Kaiserslautern die
diesjährige Spielzeit, so war beispielsweise Steve Gohouri kurzfristig
krankheitsbedingt ausgefallen. Trainer Jos Luhukay zog dafür Patrick Paauwe
neben Roel Brouwers in die Innenverteidigung, ließ neben Kasper Bögelund auch
Alexander Voigt statt Marvin Compper auf Außen verteidigen. Durch die
Versetzung von Paauwe in die Abwehr war im defensiven Mittelfeld Eugen Polanski
in die Anfangsformation gerutscht, dort agierte er neben Sebastian Svärd und
hinter Soumaila Coulibaly, der von Marko Marin (links) und dem erst kürzlich
zur Borussia gestoßenen Marcel Ndjeng (rechts) flankiert wurde. Ersatzkapitän
Sascha Rösler war es vorbehalten, die vorderste Speerspitze zu verkörpern.
Knall auf Fall begann die Partie, gleich mit ihrer ersten
Aktion kam die Borussia einem Torerfolg nahe, doch der von Coulibaly steil
geschickte Marcel Ndjeng kam mit dem Ball nicht am herauseilenden Torwart der
Heimelf vorbei, so dass die Chance letztlich ohne Torabschluss endete und die
Borussia eben nicht mit einer frühen Führung in eine von der sogleich aggressiv
zu Werke gehenden Heimelf stürmisch geführte Anfangsviertelstunde startete.
Hier entwickelten die Pfälzer optische Vorteile, vor allem weil die Borussia
nur selten in der Lage schien den Ball über mehrere Stationen sauber bis an den
Lauterer Strafraum zu spielen. Immer wenn sie dies aber tat, was sich vor allem
gegen Ende der ersten Halbzeit deutlicher abzeichnete - etwa bei einer Flanke
von Marko Marin im Dunstkreis des Pausenpfiffs - konnte sie sich sogleich gefährlicher
in Szene setzen.
So gehörte jedoch durch ihre optische Überlegenheit die
Anfangsviertelstunde den Gastgebern, die zwar hierbei zu keiner wirklich
nennenswerten Torgelegenheit kamen, die sich aber immer wieder kraftvoll in
Richtung des von Christopher Heimeroth gleich von Beginn an in souveräner
Manier gehüteten Gehäuses schoben. Hier gelang es der Borussia, die bemüht war
keine Hektik in ihrem Spiel zuzulassen, aufziehende Gefahr durch gegnerische
Angriffe meist noch vor dem Torabschluss zu unterbinden. Nicht so in der 19.
Spielminute, als plötzlich der Lauterer Neuzugang Jendrisek frei vor Heimeroth
auftauchte und zu einem Schuss ansetzte, den dieser parierte, der aber aufgrund
eines Abseitspfiffs des Schiedsrichtergespanns ohnehin zu einer Nichtigkeit
degradiert worden war.
Borussia versuchte in dieser Phase, wie erwähnt, zu selten
den Ball effektiv laufen zu lassen und die Gastgeber durch höhere individuelle
Klasse auf diesem Gebiet in eine defensivere Position zu drängen. Oftmals
blieben ihre Offensivbemühungen lange und hohe Anspiele auf den bei Ouattara in
guten Händen seienden Sascha Rösler, der nahezu überhaupt nicht ins Spiel
eingebunden war und mit der Zeit begann auf immer isolierterem Posten zu sein.
Kaum ein Kopfballduell entschied der ehemalige Aachener für sich, selten bekam
er in dem beinharten Duell mit seinem Gegenspieler zudem Schützenhilfe von
Referee Rafati, der in der 34. Spielminute Kasper Bögelund nach einem Vergehen
auf Höhe der Mittellinie eine Gelbe Karte zuerkannte und ansonsten Glück hatte,
dass die kampfbetonte Partie zu diesem Zeitpunkt größtenteils in den
vorgesehenen Bahnen verlief. So blieb Rafati für seine Verhältnisse eher
großzügig in der Foulbewertung und ließ hüben wie drüben manch rüde
erscheinendes Vorgehen des jeweils verteidigenden Spielers mit kaum mehr als
warnenden Worten vorüberziehen.
Neben einigen nicht einmal als Halbchancen zu
skizzierenden Torschußversuchen der Gastgeber zwischen der 20. und 35.
Spielminute sprang den Pfälzern in der 36. Spielminute eine Freistoßsituation
aus mehr als 25 Metern Torentfernung zur Erlangung einer echten Torgelegenheit
zur Seite, doch jener von Patrice Bernier zum Tor hin gezirkelte Freistoß
verfehlte sowohl den am langen Pfosten mit einem langen Bein hineinstürzenden Runström
wie das Aluminium des Borussengehäuses. Es war allerdings eine ernstzunehmende
Gelegenheit für die Gastgeber, die ihre Offensive in den restlichen Minuten der
ersten Spielhälfte nicht weiter zu beleben wussten und dafür wieder stärker in
der Defensive gefordert wurden.
Dazu hatte auch der lebendig wirkende Marko Marin
beigetragen, wenngleich der torgefährlichsten Situation der Borussia in diesen
Minuten ein Foul an Marcel Ndjeng vorausgegangen war. Der resultierende
Freistoß der Borussia mündete in einen krachenden Distanzschuß des zuvor vor
allem durch seine Ballsicherheit und seine fortwährende Anspielbarkeit
auffälligen Soumaila Coulibaly. Borussias Neuzugang donnerte nach einem kurzen
Zuspiel des erwähnten Marin hierbei den Ball in Richtung des Tores der
Gastgeber, die letztlich aber froh waren, dass Coulibalys Schuß rechts neben
dem rechten Pfosten in die Werbebande krachte und sie infolge einer
Spielhälfte, in der sie offensiver gefährlicher waren, nicht mit einem
Rückstand in die Pause zu gehen hatten.
Aus dieser kam die Borussia unverändert, die Gastgeber
aber auf exakt einer Position verändert. In den Anfangsminuten zeichnete sich
ein ähnliches Bild ab wie zu Spielbeginn, die Pfälzer wollten den
Führungstreffer bisweilen in erheblicher Form erzwingen, die Borussia indes war
bemüht diese stürmischen Attacken möglichst unaufgeregt abzuwehren. Dies gelang
ihr hier jedoch weniger überzeugend als noch zu Spielbeginn, zu der vorher zu
verzeichnenden optischen Überlegenheit des 1. FC Kaiserslautern gesellte sich
deshalb bis zur 60. Spielminute auch ein anwachsendes Chancenplus für den
ehemaligen deutschen Fußballmeister.
Die Gelegenheiten des Björn Runström (47., 48.), die
seines slowakischen Mannschaftskollegen Erik Jendrisek (50.) und auch die Chance
des zur Pause gekommenen Stachnik (58.) beziehungsweise eine weitere
Möglichkeit für Runström (64.) sind der augenscheinlichste Beleg dafür.
Wenngleich diese - so sie nicht am Gehäuse vorbei flogen - alle letztlich
spätestens von Christofer Heimeroth entschärft werden konnten.
Unwidersprochen ist dennoch, dass der 1. FC Kaiserslautern
mittlerweile weit mehr zur Erringung des Sieges investierte als die Borussia,
die sich erst um die 70. Spielminute wieder wirksamer aus der Umklammerung der
gastgebenden Mannschaft entziehen konnte. Die dennoch nicht nachlässigen
Borussenspieler brachten die Partie damit wieder nachhaltiger unter ihre
Kontrolle, ihnen fehlte es aber in der Offensive merklich an Durchschlagskraft.
Wenn sie dahingehend so etwas wie Gefahr entwickelten, dann war meist Marko
Marin beteiligt. Doch der Youngster hatte in jener Phase des Spiels seinerseits
aber auch mit Konzentrationsschwächen zu jonglieren, durch die er seinem
geleisteten Kraftaufwand innerhalb des Borussenspiels Tribut zollen musste;
auch wenn Marin bis zum Spielende auf dem Feld verblieb, der von Jos Luhukay
initiierte Doppelwechsel eine Viertelstunde vor dem Ende war absolut notwendig
geworden.
Rob Friend (für Marcel Ndjeng) und Sharbel Touma (für
Soumaila Coulibaly) hießen Borussias neue Kräfte in einem zu dieser Zeit nicht
unmittelbar vor einem der beiden Tore stattfindenden Match. Touma orientierte
sich dabei auf die Ndjengsche Position rechts im Mittelfeld, Rob Friend rückte
für den ins Mittelfeld weichenden Rösler in die Sturmspitze. Vor allem das
Spiel Röslers profitierte von dieser Umstellung. Der als Kapitän aufgebotene
konnte nunmehr effizienter am Borussenspiel teilnehmen und sich positiver
einbringen als noch zuvor, als er als verkappte Sturmspitze größtenteils auf verlorenem
Posten war.
Bevor der Lauterer Coach Kjetil-André Rekdal zur 83.
Spielminute seinen letzten verbliebenen Wechsel vollzog, wurde es im
Borussenstrafraum erstmals wieder brenzliger, doch Roel Brouwers bekam zwischen
den Kopfball des Sebastian Stachnik und der Torlinie noch seinen Kopf und
verhinderte so - auf Kosten eines Eckballs - die mögliche Führung der
Hausherren. Diese fiel allerdings unmittelbar im Anschluss, bei einem Freistoß
aus größerer Torentfernung von der rechten Angriffsseite der Heimelf verfehlte
zunächst der eingewechselte Ziemer das hereinfliegende Spielgerät mit dem Kopf.
Dieser Umstand erwies sich als Fügung für seinen Mitspieler Bohl, der recht
gegenspielerfrei in cirka 20 Metern Torentfernung den Ball unter Kontrolle und
an dem machtlosen Heimeroth vorbei zur Führung seiner Elf in das äußere Toreck
schlenzen konnte.
Die Gastgeber schienen somit oben auf und nunmehr einem
wahrscheinlichen Heimsieg entgegenzusteuern. Das ohnehin enthusiastische
Publikum des Fritz-Walter-Stadions zeigte sich dementsprechend aufgewühlt und
so war es optimal, dass die Borussia im Grunde schon im Gegenzug zum
Ausgleichstreffer kam, erzielt von Sascha Rösler per Kopfball während eines von
Marko Marin ausgeführten Freistoß von der linken Seite. Aus dem Gewühl am
Fünfmeterraum zirkelte der in Tettnang geborene Borusse mit ein wenig Gefühl
den Ball an dem auf der Torlinie kauernden Kaiserslauterer Schlussmann
Fromlowitz vorbei in das Tor (85.) und versetzte damit nicht nur die
mitgereisten Borussenfans in Jubel - bei den Gastgebern stiftete das scheinbar
absolut nicht einkalkulierte Tor hernach merkliche Verwirrung.
Diese Verwirrung entlud sich in einer für diese
Spielstätte längst typisch gewordenen Schlussphasenhektik, in der
Schiedsrichter Babak Rafati nicht immer den kühlsten Kopf behielt und so etwa
in der 88. Spielminute einen vielversprechenden Vorstoß Röslers zurückpfiff.
Unmittelbar davor hatte es einige Momente (und eine Rudelbildung) lang
gedauert, ehe die Borussia einen Freistoß ausführen konnte. Zu diesem war es
gekommen, weil Rösler den eingewechselten Touma mit einem sehenswerten Zuspiel
in den Raum auf die Reise geschickt hatte und der Pfälzer Bugera den
einigermaßen frei durchlaufenden Touma in seiner Not gleich einmal zu Boden
befördert hatte. Rafati hatte daraufhin dem Abwehrspieler gleich die Rote Karte
unter die Nase gehalten und ihn des Feldes verwiesen.
Jenes nach gut zweiminütiger Nachspielzeit für
Kaiserslauterer Verhältnisse geradezu pünktlich beendete erste Ligaspiel der
Borussia in der Zweitligasaison 2007/2008 endete auch somit mit einer
Punkteteilung, die sich die Borussenmannschaft aufgrund ihrer kämpferischen
Darbietung gewiss verdient hatte. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die
Heimelf die klareren Torchancen mitsamt dem erwähnten Chancenplus hatte, die
Borussia hielt ordentlich dagegen und ließ sich weder von der tönenden Kulisse,
noch von der Hektik unterkriegen.
Sieht man einmal von den fünfzehn Minuten zu Beginn der
zweiten Halbzeit ab, ermöglichte sie dem Gegner vor ihrem eigenen Tor für ein
Auswärtsspiel relativ wenig glasklare Aktionen. Ihrerseits nachdrücklich
offensiv war sie indes ebenso selten, etwas, dass auch daran lag, dass sie
bemüht war lediglich ein überschaubares Risiko in diesem Spiel einzugehen und
ihr Angriffsspiel darunter litt, dass der lange Zeit als Stoßstürmer
fungierende Rösler in dieser Rolle durch die Präsenz der Abwehr des Gegners
kaum ein Bein auf den Boden bekam. Dies änderte sich als er, nach der
Einwechselung von Rob Friend, zurückgezogener agieren konnte.
Neben der kämpferisch zufriedenstellenden Darbietung der
gesamten Mannschaft, alle Akteure waren bemüht und keiner fiel in diesem Aspekt
sonderlich ab, muss man offensiv sicherlich Marko Marin für einige wirklich
fein anzuschauende Aktionen ebenso lobend erwähnen wie defensiv Torwart
Christofer Heimeroth, der einen überzeugenden Eindruck vermittelte, die für ihn
haltbaren Bälle in kompetenter Weise entschärfte und dadurch auch eine nötige
Souveränität ausstrahlte, die dem Keller-Nachfolger richtig gut zu Gesicht
steht.
1. FC Kaiserslautern: Fromlowitz - S. Müller,
Beda, Ouattara, Bugera - Reinert (Neubauer 68), Bohl, Bernier, Bellinghausen
(Stachnik 46) - Runström (Ziemer 83), Jendrisek.
Borussia: Heimeroth - Bögelund, Paauwe,
Brouwers, Voigt - Svärd, Polanski (Neuville 88) - M. Ndjeng (Friend 77),
Coulibaly (Touma 77), Marin - Rösler.
Tore: 1:0 Bohl (83.), 1:1 Rösler (85.)
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer: 46.615
Gelbe Karten (Borussia): Bögelund
Rote Karten: Bugera (86., Notbremse)
Besondere Vorkommnisse: 2.276 Tage nach ihrem
bislang letzten Punktspiel in der 2. Bundesliga stand am heutigen 13. August
2007 wieder ein solches auf dem Programm. Damals spielte sie auf dem Bökelberg
3:0 gegen einen Chemnitzer FC um ihren späteren Spieler Peer Kluge, heute gegen
einen 1. FC Kaiserslautern um ihren Ex-Spieler Kjetil Rekdal. Ihr bislang
letztes Pflichtspiel an einem Montagabend bestritt die Borussia am 7. Mai 2001
bei Hannover 96 (0:0), ebenfalls auf fremdem Platz. Nachdem in Osnabrück Roel
Brouwers, Patrick Paauwe, Sascha Rösler und Soumaila Coulibaly ihr Debüt im
Borussendress vollzogen, taten dies am heutigen Tage Marcel Ndjeng, Alexander
Voigt, Rob Friend und Sharbel Touma. Wie schon in den vergangenen zwei Spielzeit
(Valerien Ismael und Lawrence Aidoo) musste am 1. Spieltag der Saison mit
Alexander Bugera ein gegnerischer Spieler innerhalb eines Borussenspiels
vorzeitig das Feld mit einem Platzverweis verlassen.
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