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SEITENwechsel, der 36. |
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Geschrieben von Mike Lukanz
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Mittwoch, 22 August 2007 |
Lieber Mike,
zwei Wochen ist die Saison jetzt alt, Halbzeit auf dem Weg zum nächsten
Vfduell Anfang September im BorussiaPark. Gladbach hat zwei Mal unentschieden
gespielt. Zwei Punkte also aus zwei Spielen, das ist nicht die Welt. Andere
genauso ambitionierte Mannschaften in weniger starken Ligen haben allerdings
noch weniger aufzuweisen (Stuttgart, Braunschweig). Dennoch ist mancherorts
schon jetzt die Rede davon, die Borussia stehe am kommenden Wochenende in Mainz
unter Siegzwang. Was für ein Quatsch!
Bislang spielt die Mannschaft von Jos Luhukay noch
nicht den Fußball, den ihr Trainer sich wünscht. So waren denn auch die beiden
Auftritte in Lautern und gegen Hoffenheim vor allem spielerisch eher schwach. In
allen anderen Belangen kann man den Jungs keinen Vorwurf machen, was angesichts
so manchem Kick in jüngerer Vergangenheit schon mal ein Schritt nach vorn ist.
Was darüber hinaus positiv oder negativ ist, lässt sich leider schlecht sagen.
Es sind nur Momentaufnahmen. Der ein oder andere vermeintliche Experte
irrlichtert vielleicht mit gewagten Analysen durch Gazetten, die seit jeher
irrlichternde, gewagte Analysen mögen, und er kommt so drum herum, sich
eingestehen zu müssen, dass auch er über die Katze im Sack schreibt. Im
Endeffekt nämlich ist alles Saisonanfangsgerede, vom jauchzenden Lob bis zum
wütenden Tadel, unehrenhaft, je nachhaltiger es gemeint ist.
Gladbach hat zwei Punkte nach zwei Spielen,
hat hinten mehr überzeugt als vorn und spielt beim nächsten Mal gegen Mainz und
einen anderen Aufstiegsaspiranten, der einen Punkt mehr hat. Aufsteiger
Osnabrück übrigens hat bereits vier Punkte gesammelt, überzeugt hinten mehr als
vorn, spielt kommenden Freitag gegen Paderborn und einen anderen
Abstiegskandidaten, der noch gar keinen Punkt hat. So viel dazu.
Rafael van der Vaart. Der spielt zwar nicht
auf Augenhöhe mit den VfLs, er gehört nicht in die Bundesliga der Herzen,
trotzdem lass mich kurz drauf zu sprechen kommen. (Es wäre übrigens ein
leichtes, van der Vaart selbst zur Rede zu stellen. Schließlich hat er in den
vergangenen Monaten derart oft Journalisten zu sich nach Hause eingeladen, dass
mittlerweile jeder Hamburger weiß, wo der Mann wohnt. Aber was interessiert uns
der vermeintliche Spielmacher eines vermeintlichen Bundesligisten?!) Die Frage,
die mich an der Sache etwas ängstigt: Wäre das auch bei den VfLs denkbar? Dass
sich ein Spieler offensiv bei anderen Vereinen ins Gespräch bringt und selbst
versucht, Fakten zu schaffen, indem er sich mit dessen Trikot fotografieren
lässt; dass er vor einem wichtigen UI-Cup-Spiel seine Tochter auf den Arm nimmt,
sich dabei leider verhebt und nicht mitspielen kann, was ihm indes ermöglichte,
künftig bei einem neuen Klub noch Champions League zu spielen; dass er dann mit
einem frivolen Kunststoß vom Elfmeterpunkt (!) das 1:0-Siegtor in einem
Ligaspiel schießt - und alle ihn wieder lieb haben! Hallo? Ist es denkbar, dass
die VfLs einmal ebenso tief im Morast stecken, dass man einen Armleuchter als
Leuchtturm missbraucht und völlig frei von Haltung jubelt, egal wer wann auf
welche Weise ein Tor schießt? Herrgott ja, es ist möglich. Man muss hoffen, dass
einer wie van der Vaart nie zu einem VfL wechselt.
Eine Frage habe ich noch. Wenn Gladbach und Osnabrück
bald gegeneinander spielen: Wer hat nachher mehr Punkte?
Ungebremst froh und glücklich, dass der Ball wieder
rollt, grüßt:
Maik
Neue Saison, neue (und gleiche) Liga, aber altes Prinzip. Auch in
dieser Saison heißt es: Auf schillernde Juwelen kann man von vielen
Seiten blicken und staunen. Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für
seine Leser auf das Gladbacher Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog
dazu. Beide Projekte haben ihren eigenen unverwechselbaren Charme. Seit
Beginn der Saison 06/07 kommt es zum SEITENwechsel:
SEITENWAHL und VfLog pflegen einen Briefwechsel, in dem alles möglich
ist: Fachsimpelei, Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte
reicht, wird auf www.seitenwahl.de und www.VfLog.de
künftig nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite
veröffentlicht. Auch in der neuen Saison - wenn nicht jetzt, wann dann?
- werden der VfLog und SEITENWAHL die Lage der VfLs aus ganz
persönlicher Sicht kommentieren.
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