Bundesliga 2011/2012

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SEITENwechsel, der 36. Drucken
Geschrieben von Mike Lukanz   
Mittwoch, 22 August 2007
ImageLieber Mike,

zwei Wochen ist die Saison jetzt alt, Halbzeit auf dem Weg zum nächsten Vfduell Anfang September im BorussiaPark. Gladbach hat zwei Mal unentschieden gespielt. Zwei Punkte also aus zwei Spielen, das ist nicht die Welt. Andere genauso ambitionierte Mannschaften in weniger starken Ligen haben allerdings noch weniger aufzuweisen (Stuttgart, Braunschweig). Dennoch ist mancherorts schon jetzt die Rede davon, die Borussia stehe am kommenden Wochenende in Mainz unter Siegzwang. Was für ein Quatsch!

Bislang spielt die Mannschaft von Jos Luhukay noch nicht den Fußball, den ihr Trainer sich wünscht. So waren denn auch die beiden Auftritte in Lautern und gegen Hoffenheim vor allem spielerisch eher schwach. In allen anderen Belangen kann man den Jungs keinen Vorwurf machen, was angesichts so manchem Kick in jüngerer Vergangenheit schon mal ein Schritt nach vorn ist. Was darüber hinaus positiv oder negativ ist, lässt sich leider schlecht sagen. Es sind nur Momentaufnahmen. Der ein oder andere vermeintliche Experte irrlichtert vielleicht mit gewagten Analysen durch Gazetten, die seit jeher irrlichternde, gewagte Analysen mögen, und er kommt so drum herum, sich eingestehen zu müssen, dass auch er über die Katze im Sack schreibt. Im Endeffekt nämlich ist alles Saisonanfangsgerede, vom jauchzenden Lob bis zum wütenden Tadel, unehrenhaft, je nachhaltiger es gemeint ist.

Gladbach hat zwei Punkte nach zwei Spielen, hat hinten mehr überzeugt als vorn und spielt beim nächsten Mal gegen Mainz und einen anderen Aufstiegsaspiranten, der einen Punkt mehr hat. Aufsteiger Osnabrück übrigens hat bereits vier Punkte gesammelt, überzeugt hinten mehr als vorn, spielt kommenden Freitag gegen Paderborn und einen anderen Abstiegskandidaten, der noch gar keinen Punkt hat. So viel dazu.

Rafael van der Vaart. Der spielt zwar nicht auf Augenhöhe mit den VfLs, er gehört nicht in die Bundesliga der Herzen, trotzdem lass mich kurz drauf zu sprechen kommen. (Es wäre übrigens ein leichtes, van der Vaart selbst zur Rede zu stellen. Schließlich hat er in den vergangenen Monaten derart oft Journalisten zu sich nach Hause eingeladen, dass mittlerweile jeder Hamburger weiß, wo der Mann wohnt. Aber was interessiert uns der vermeintliche Spielmacher eines vermeintlichen Bundesligisten?!) Die Frage, die mich an der Sache etwas ängstigt: Wäre das auch bei den VfLs denkbar? Dass sich ein Spieler offensiv bei anderen Vereinen ins Gespräch bringt und selbst versucht, Fakten zu schaffen, indem er sich mit dessen Trikot fotografieren lässt; dass er vor einem wichtigen UI-Cup-Spiel seine Tochter auf den Arm nimmt, sich dabei leider verhebt und nicht mitspielen kann, was ihm indes ermöglichte, künftig bei einem neuen Klub noch Champions League zu spielen; dass er dann mit einem frivolen Kunststoß vom Elfmeterpunkt (!) das 1:0-Siegtor in einem Ligaspiel schießt - und alle ihn wieder lieb haben! Hallo? Ist es denkbar, dass die VfLs einmal ebenso tief im Morast stecken, dass man einen Armleuchter als Leuchtturm missbraucht und völlig frei von Haltung jubelt, egal wer wann auf welche Weise ein Tor schießt? Herrgott ja, es ist möglich. Man muss hoffen, dass einer wie van der Vaart nie zu einem VfL wechselt.

Eine Frage habe ich noch. Wenn Gladbach und Osnabrück bald gegeneinander spielen: Wer hat nachher mehr Punkte?

Ungebremst froh und glücklich, dass der Ball wieder rollt, grüßt:
Maik


Neue Saison, neue (und gleiche) Liga, aber altes Prinzip. Auch in dieser Saison heißt es: Auf schillernde Juwelen kann man von vielen Seiten blicken und staunen. Seit 1997 bereits blickt SEITENWAHL für seine Leser auf das Gladbacher Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Beide Projekte haben ihren eigenen unverwechselbaren Charme. Seit Beginn der Saison 06/07 kommt es zum SEITENwechsel: SEITENWAHL und VfLog pflegen einen Briefwechsel, in dem alles möglich ist: Fachsimpelei, Verbalfouls, Streit und Harmonie. Solange die Tinte reicht, wird auf www.seitenwahl.de und www.VfLog.de künftig nach Spieltagen der Brief der jeweils anderen Seite veröffentlicht. Auch in der neuen Saison - wenn nicht jetzt, wann dann? - werden der VfLog und SEITENWAHL die Lage der VfLs aus ganz persönlicher Sicht kommentieren.