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Home 2007/08 07, H, BL, St. Pauli
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Vorbericht, Spieltag 7: FC St. Pauli |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Sonntag, 23 September 2007 |
Es war
einer dieser Momente, in denen ein schon an sich nicht übermäßig intelligenter Gag
durch explizite Erläuterung der Pointe besonders nervt. Der Kommentator hatte
auf die stete Steigerung der Gladbacher Torproduktion in den letzten fünf Spielen
hingewiesen - erst kein Treffer, dann einer, dann zwei, dann drei, dann vier -
und suggestiv gefragt, wie das wohl weiter gehen würde. Den verbalen
Querschläger aufnehmend, hielt es die Moderatorin im Studio für nötig, laut auszurechnen,
was das für das Spiel am Millerntor bedeuten müsste. Nach derselben Logik müsste
der SC Paderborn allein am letzten Spieltag 32 Gegentreffer kassieren - eine
Prognose, die auch nicht viel unwahrscheinlicher wäre als die von den fünf Gladbacher
Toren am Millerntor. Nach den bisherigen Leistungen zu urteilen, wartet dort nämlich
der bisher stärkste Gegner dieser Spielzeit.
Borussia
Drei Siege in Folge, gleich mehrere
Stürmertore pro Spiel, weitere Torchancen en masse, eine Mannschaft, die sich
auch von völlig unnötigen Gegentoren nicht beirren lässt und die keine „Ein
Teams"-Shirts nötig hat, um Teamgeist vorzuleben: Es gäbe schon einige Gründe,
um sich zur Euphorie verführen zu lassen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie die
nicht immer sattelfeste Defensive sich gegen stärkere Gegner behauptet und ob
man sich dort einen so fahrlässigen Umgang mit den eigenen Tormöglichkeiten
noch wird leisten können.
Borussias
Defensive
Seitdem Jos Luhukay die Rotation ausgerufen
hat - und angesichts der Größe und Leistungsdichte des Kaders wohl auch
ausrufen musste - kommen Prognosen über mögliche Aufstellungen der
Kaffeesatzleserei gleich. Vor dem Hintergrund der letzten Spiele darf man wohl
annehmen, dass Christofer Heimeroth und Roel Brouwers ihre Plätze vorerst
sicher haben, auch wenn am Freitag der Keeper beim ersten Gegentor und der
Innenverteidiger bei Vorbecks Großchance böse patzten. Tobias Levels leistete
sich diesmal eine schwächere Partie, dennoch käme es überraschend, wenn statt
seiner Kasper Bøgelund zum Einsatz käme. Kein Weg vorbei führt derzeit an
Alexander Voigt, der nicht nur kämpferisch überragt, sondern immer mehr auch zu
einem der Motoren des Offensivspiels wird.
Spannend wird die Frage nach Brouwers
Partner in der Innenverteidigung. Gegen St. Paulis ungemein variables
Offensivspiel wären Spieler mit Übersicht und Gedankenschnelle hilfreich, und
das könnte dafür sprechen, wie in Aue wieder Patrick Paauwe nach hinten zu
ziehen. Andererseits lieferte die Niederländer am Freitag im defensiven
Mittelfeld eine bärenstarke Leistung ab. Eine Alternative wäre Filip Daems, aber das Risiko, den Belgier nach einjähriger Verletzungspause ohne
Punktspielpraxis gleich in die Startelf zu befördern, wird Luhukay schwerlich
eingehen.
Steht Paauwe für die Sechserposition nicht
zur Verfügung, dürfte dort die Entscheidung zwischen Sebastian Svärd und Eugen
Polanski fallen, der nach seiner Einwechslung am Freitag endlich einmal wieder
andeutete, warum sich namhafte Vereine für ihn interessieren.
Borussias
Offensive
Marko Marin eine Pause zu gönnen, ist das
eine, ihn im dritten Spiel in Folge draußen zu lassen, wäre dagegen schwer zu
vermitteln. Andererseits hat sich Marcel Ndjeng vorerst unverzichtbar gemacht,
und eine Aufstellung mit Marin und Ndjeng gemeinsam könnte Luhukay am
Millerntor zu offensiv erscheinen. Denkbar also, dass Svärd oder Polanski auf
einer der Halbpositionen zum Einsatz kommen. Dann müsste entweder Marin weiter
zusehen oder Rösler bekäme eine Auszeit, so dass Ndjeng wieder hinter den
Spitzen spielen würde. Coulibaly, Baumjohann und Lamidi sind momentan wohl
keine Optionen für die Startelf. Mittelfristig erwächst aus der Größe und
Leistungsdichte des Kaders ein Luxusproblem, insbesondere wenn ein Sharbel
Touma seinen Trainingsrückstand aufgeholt hat.
Das könnte auch im Sturm gelten, sobald
Roberto Colautti endlich wieder mehr Zeit auf dem Trainingsplatz als in der
Arztpraxis verbringt. Oliver Neuville beeindruckt mit nachgerade unheimlicher
Effektivität. Rob Friend vergibt zwar noch zu viele Großchancen, ist aber
dennoch für das eine oder andere Tor gut und arbeitet eminent viel für die
Mannschaft. Nando Rafael schließlich, von vielen schon abgeschrieben, behielt
bei zwei Kontern die Nerven und hatte nur beim ersten Pech, als der Herr mit
der Fahne eine Abseitsstellung gesehen haben wollte.
Der
Gegner aus St. Pauli
So was hört die Generation Praktikum doch
gern. Als „eifrig und wissbegierig" lobte der Chef den neuen Praktikanten, den
man gleich „voll" habe einbinden können. Der gab das Kompliment artig zurück:
„Super-engagiert und professionell" sei der Chef, da werde er sich „viel
abgucken" können. Auch privat, so waren sich beide einig, liege man auf „einer
Wellenlänge" und wolle gern „mal ein Bier" miteinander trinken. Das sollte zu
organisieren sein, denn St. Paulis Cheftrainer praktiziert derzeit bei sich
selbst. Es ist dies eine weitere Posse in der an bürokratischen Kuriositäten
nicht eben armen Historie des DFB. Vor der Saison hatte man sich von den
großzügigen Ausnahmeregelungen der Vergangenheit abgewandt und entschieden,
dass fortan im Profifußball ausschließlich der ein Team trainieren darf, der
eine entsprechende Lizenz besitzt oder zeitnah erwerben kann. Für St. Paulis
Aufstiegstrainer Holger Stanislawski galt das nicht, weshalb sich die Hamburger
eine Kombi-Lösung mit dem offiziell zum Chef beförderten André Trulsen bastelten.
Während Stanislawski erstmal mit der B-Lizenz beginnt, absolviert Trulsen,
bereits A-Lizenz-Inhaber, in Köln die Fußballlehrerausbildung. Das dabei
vorgesehene Praktikum wurde ihm zwar nicht erlassen (da könnte ja jeder
kommen), netterweise darf er es aber beim eigenen Club absolvieren.
Mit Holger Stanislawski ist Trulsen zwar
nicht ganz so intim verbandelt wie mit seinem Praktikanten; zumindest wohnen
die beiden noch nicht zusammen. Ansonsten aber ist das enge Verständnis
zwischen beiden Trainern - offiziell Chef und Assistent, faktisch wohl
gleichberechtigte Partner - sicher einer der Gründe dafür, warum der FC St.
Pauli so stark in diese Saison gestartet ist. Im Pokal Bayer Leverkusen
auszuschalten und dann in der zweiten Liga die Hälfte der ersten sechs Spiele
zu gewinnen, das wäre für einen Aufsteiger mit einem gesamten Transfervolumen
von 150.000 Euro schon respektabel genug. Aber selbst gegen den 1. FC Köln,
Greuther Fürth und 1860 München waren die Hamburger jeweils mindestens
ebenbürtig und die Niederlagen unglücklich. Wenn man das ‚Wir sind doch nur ein
Aufsteiger‘-Denken aus den Köpfen bekomme, könne das eine große Saison werden,
hatte Holger Stanislawski angekündigt, und die bisherigen Partien haben ihm
gute Argumente geliefert.
St.
Paulis Defensive
Es spricht für gewisse Fähigkeit zur
Selbstironie, wenn auf der eigenen clubeigenen Homepage der Spitzname des
Torwarts mit „Prinz Valium" angegeben ist. Gerecht wurde ihm Patrick Borger vor
allem bei der überaus unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Greuther Fürth, als er
einem langen Ball derart sediert begegnete, dass dies den Fürthern in letzter
Minute den Siegtreffer ermöglichte. Auch beim nächsten Spiel, einem Sieg gegen
Offenbach, wirkte Borger beim zwischenzeitlichen Ausgleich desorientiert.
Vorerst aber hält das Trainerteam an dem Keeper fest, der seine Stärken auf der
Linie, Schwächen aber in der Strafraumbeherrschung hat. In München war Borger
an beiden Gegentoren schuldlos. Erster Konkurrent wäre der im letzten Jahr aus
Ahlen verpflichtete Timo Reus, vorher lange zweiter Mann beim SC Freiburg.
So sehr das Trainerteam in der Offensive
rotiert, so sehr setzt es in der Defensive auf Kontinuität. Das hängt teils mit
dem Mangel an Alternativen zusammen, teils damit, dass man auf einen
eingespielten Abwehrverbund zurückgreifen kann, der in der vergangenen
Regionalligasaison die mit Abstand wenigsten Gegentore der Liga zuließ. Einzige
Variable ist die Position des linken Gliedes in der Viererkette, wo teils der
aus Mainz zurückgekehrte Ralph Gunesch, teils Ian Paul Joy zum Einsatz kamen.
Gunesch gilt dabei als die offensivstärkere, defensiv aber verwundbarere
Variante. Florian Lechner, Stammkraft der letzten Saison, fällt mit Wadenbeinbruch
längerfristig aus. Rechts hinten ist Carsten Rothenbach gesetzt. In der
Innenverteidigung leben Marcel Eger und der kopfballstarke, aber nicht
übermäßig schnelle Fabio Morena in erster Linie von ihrer Zweikampfstärke. In
der Spieleröffnung sind beide nicht herausragend und durch konsequentes
Pressing durchaus in Schwierigkeiten zu bringen.
Vor der Abwehr setzt St. Pauli auf einen
Doppelsechser, gebildet aus Thomas Meggle und Fabian Boll. Den einstigen Zehner
Meggle ins defensive Mittelfeld zurückzuziehen, war einer der Geniestreiche
Stanislawskis in der vergangenen Regionalligasaison. Meggle hatte hinter den
Spitzen vor allem in der Bundesligasaison 01/02 für Furore gesorgt, nicht
allein wegen seiner zehn Treffer. Nach dem Wechsel zu Hansa Rostock aber konnte
er an diese exzellenten Leistungen nie mehr wirklich anknüpfen. Auf seiner
neuen Position dagegen ist er für St. Pauli durch seine Erfahrung und Übersicht
immens wichtig. Befreit vom Druck, ständig den genialen Pass spielen zu müssen, ist Meggle immer mal wieder für
ein Zuspiel dieser Kategorie gut. Wie besonders beim Siegtreffer in Jena zu
besichtigen war, gilt dies inzwischen auch Fabian Boll. Lange ein Spieler des
Typs Markus Hausweiler, legte Boll in letzter Zeit auch spielerisch zu. Neben
dem Assist in Jena bereitete Boll in dieser Saison bereits zwei weitere Treffer
vor.
St.
Paulis Offensive
Traditionell ernteten am Millerntor oft
aufopferungsvoll kämpfende, spielerisch aber limitierte Fußballer Respekt. In
seiner aktiven Zeit war Holger Stanislawski einer der Prototypen des „Gras
fressen und lange Bälle nach vorne schaufeln"-Stils, weshalb es umso
bemerkenswerter ist, dass gerade er als Trainer ausdrücklich damit bricht. Das
von Stanislawski immer wieder geforderte variable und kreative Offensivspiel
demonstrierten die Paulianer in dieser Saison gerade auch gegen Spitzenteams
der zweiten Liga.
Dabei waren Personal und taktische
Ausrichtung durchaus variabel. In den ersten drei Partien lief St. Pauli mit
einer einzigen nominellen Spitze auf (erst Ahmet Kuru, dann René Schnitzler)
und dahinter mit einer offensiven Dreierreihe, die in verschiedenen
Kombinationen aus dem Quartett Timo Schultz, Björn Brunnemann, Charles Takyi
und Filip Trojan besetzt wurde. Ein 4-2-3-1-System also, aber wie wenig solche
Zahlenspiele darüber aussagen, was auf dem Platz tatsächlich passiert, war in den
folgenden Spielen zu begutachten. Je nach Betrachtungsweise spielt St. Pauli
inzwischen nämlich mit gar keiner, mit zwei oder mit vier Spitzen. In Fürth
agierten Alexander Ludwig und Marvin Braun - beide von Hause aus eher
Mittelfeldspieler - zwar weiter vorgezogen, rochierten aber permanent mit den
dahinter postierten Takyi und Trojan, sehr zur Verwirrung der gegnerischen Abwehr.
Gegen Offenbach stand dann ein gelernter Stürmer im engeren Sinne (Schnitzler) in
der Startelf, um in München wieder durch einen Mittelfeldspieler (Brunnemann)
ersetzt zu werden.
Verletzungsbedingt passen musste in den
letzten beiden Partien Charles Takyi. Dem 22-jährige war schon beim Hamburger
SV großes Talent attestiert worden, wie schon bei Schalke 04 hatte er sich aber
in der Bundesliga nicht durchsetzen können. Nach seinem Wechsel ans Millerntor
im letzten Jahr schwang er sich dort zur spielerischen Zentralfigur auf, und da
sein Vertrag am Saisonende ausläuft, mehren sich die Stimmen, Takyi werde über
diese Spielzeit hinaus nicht zu halten sein. Ob er am Dienstag wieder
einsatzfähig ist, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Ausgehen kann man
dagegen vom Einsatz Marvin Brauns und Alexander Ludwigs. Braun, schon in der
letzten Regionalligasaison achtmal als Torschütze erfolgreich, führt mit drei
Treffern derzeit St. Paulis Torjägerliste an. Ludwig, der in der letzten
Regionalligasaison elf Treffer für Dynamo Dresden erzielte, war beim 3:1 gegen
Offenbach an allen drei Toren beteiligt und auch in München einer der großen
Aktivposten der Pauli-Offensive.
Da Trojan mit Bänderriss im Knie noch
ausfällt, streiten sich Schnitzler, Brunnemann und Schultz um die verbleibenden
Plätze. Schnitzler, der das Gladbach Angebot über einen Profivertrag bekanntlich
ablehnte, konnte im neuen Dress durchaus überzeugen, sich bislang aber noch
nicht fest in die Mannschaft spielen. Seinem Siegtor gegen Jena hätte er in
München beinahe mindestens einen weiteren Treffer folgen lassen, wurde aber zu
Unrecht wegen vermeintlichem Abseits zurückgepfiffen. Brunnemann, vor der
Saison aus Erfurt verpflichtet, ist am Millerntor schnell zum Publikumsliebling
avanciert; mit seiner kampfbetonten, technisch aber limitierten Spielweise
vertritt er den Stil, den Stanislawski eigentlich hinter sich lassen möchte. Schultz
dagegen wurde vom Trainer unlängst als einer von drei Paulianern geadelt, die
sich vor niemandem sonst in der zweiten Liga verstecken müssten (die anderen
beiden waren Meggle und Ludwig). Diese Lobeshymnen konnte der 30-jährige, der
in dieser Saison zum ersten Mal Spiele in einer Profiliga bestreitet, bisher
nur bedingt bestätigen.
Allenfalls als Joker schließlich dürften
Florian Bruns oder Ahmet Kuru zum Einsatz kommen. Bruns wurde bislang nur in
der Schlussphase eingewechselt, insbesondere wenn es Zeit zu gewinnen galt.
Kuru, im Jahr 2005 mit 24 Toren für Eintracht Braunschweig Torschützenkönig der
Regionalliga Nord, war zu Jahresbeginn nach Hamburg gewechselt, konnte die in
ihn gesetzten großen Hoffnungen aber bislang nicht erfüllen.
Schiedsrichter
stand bei Redaktionsschluss noch nicht
fest.
Bilanz
Zweimal trat die Borussia als Zweitligist
am Millerntor an, zweimal siegte sie, zweimal blieb sie ohne Gegentor, zweimal traf
sie selbst zweimal, zweimal war der Sieg richtungsweisend. Im September 1999 -
die frisch abgestiegene Borussia hatte die ersten vier Zweitligabegegnungen
allesamt verloren und reiste als Tabellenletzter nach Hamburg - schoss Marcel
Ketelaer sein Team mit zwei Toren zum ersten 2:0, das die Wende zum Besseren
einleitete: Aus den nächsten drei Spielen holten die Borussen damals sieben
Punkte. Im März 2001 sicherten Peter van Houdt und Bernd Korzynietz das zweite
2:0, das für die Borussia eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf war. St. Pauli
machte es spannender, begleitete Hans Meyers Team aber am Ende der Saison ins
Oberhaus. In der Bundesliga kam es zu sieben weiteren Pauli-Heimspielen gegen
Gladbach, von denen die Borussia drei gewann und dreimal remisierte, jedes Mal
mit 1:1. Den einzigen Sieg für die Gastgeber gab es im Dezember 1989, als
Hans-Jörg Criens zwar André Golkes Führungstor egalisierte, Ivo Knoflicek aber
nach einer Stunde den 2:1-Siegtreffer erzielte.
Aufstellungen
FC St. Pauli:
Borger - Rothenbach, Eger, Morena, Joy - Boll, Meggle - Brunnemann, Schultz,
Ludwig, Braun.
Ersatz: Reus, Gunesch,
Kalla, Opoku-Karikari, Sall, Bourgault, Bruns, Prokoph.
Es fehlen:
Lechner, Trojan, Takyi, Sako (alle verletzt).
Borussia: Heimeroth - Levels,
Paauwe, Brouwers, Voigt - Svärd - Ndjeng, Marin - Rösler - Friend, Neuville.
Ersatz: Gospodarek,
Compper, Gohouri, Daems, Bøgelund, Schachten, Polanski, Fleßers, Baumjohann,
Coulibaly, Touma, van den Bergh, Rafael, Lamidi.
Es fehlt:
Colautti
(verletzt).
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Assistenten: Walter Hofmann, Markus Pflaum
SEITENWAHL-Meinung
Christoph Clausen: Nach einem
packenden, streckenweise mitreißenden Spiel trennen sich St. Pauli und Borussia
Mönchengladbach mit 2:2.
Thomas Zocher:
Zurückschlagen, das kann die Borussia. Die Konzentration sogleich zu behalten,
damit hat sie bisher ein Problem gehabt. Hält das an, wird sie am Millerntor
bei einem zu respektierenden Aufsteiger mit leeren Händen vom Platz gehen.
Allerdings hat die Mannschaft zuletzt bewiesen, dass sie schon Tugenden hat und
weiter Tugenden entwickeln will. Deshalb erreicht sie auch ein 1:1 in diesem
Spiel.
Michael Heinen:
Die Zeit der Hasenfüßigkeit ist vorbei. Borussia ist in einem Lauf und den
kannst selbst der gut spielende und überragend kämpfende FC St. Pauli nicht
bremsen. Es wird ein hitziges Klassespiel, das sehr eng zugehen wird. Und
erstmals gewinnt Borussia ein Spiel tatsächlich mal glücklich. Aber dennoch gewinnen
wir am Ende mit 2:1, wobei es von den Chancen her 4:4 hätte ausgehen müssen.
Mike Lukanz: Herrje, drei Siege in Folge, und es geht jetzt Schlag auf Schlag weiter. Euphorie im Rücken, zwei für die Fans reizvolle Partien vor der Brust. Ist die Offensive nun so stark, um die defensiven Patzer immer und immer wieder zu retten? Oder waren die Gegentreffer in Aue und gegen Augsburg nur Ausrutscher? Borussia spielt zurzeit insgesamt zu dominant, daran wird auch St. Pauli nichts ändern. So gewinnt man im Stile einer Spitzenmannschaft und souverän mit 2:0.
Christian Heimanns: Es ist zwar riskant, aber ich will auch endlich mal einen Auswärtssieg tippen. Wann kam man schon mal zuletzt dazu. Noch schöner wäre es natürlich, wenn der Tipp auch noch eintrifft, aber Borussias Form im Sturm kann auch ein Spiel in St. Pauli mit 1:2 für uns entscheiden, wenn die Mannschaft im Kampf dagegenhält.
Hans-Jürgen Görler:
Drei Siege in Folge, erst zwei, dann drei, dann vier Treffer - als Borussenfan
hat man derzeit eigentlich Grund zum Jubeln, aber die Zeit des zweiten
sportlichen Niedergangs schmerzt noch zu sehr. Und die bitteren Erfahrungen
lassen eine rundum optimistische Sichtweise einfach noch nicht zu, sodass die
Hoffnung auf einen erneuten Auswärtssieg eher gering ist. Mit einem 1:1 am
Millerntor können wir jedoch gut leben.
Der Gegner im Internet: www.fcstpauli.com
Der Gegner im Zweitligacheck: FC St. Pauli
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