Wie in jedem Jahr versuchen wir uns an einer Einschätzung der Konkurrenz für die kommende Saison. Der SEITENWAHL-Bundesligacheck erscheint in drei Teilen und orientiert sich an der Tabelle der abgelaufenen Saison. Wir beginnen mit den Mannschaften, die Borussia Mönchengladbach zuletzt enteilt sind, also den sechs besten Mannschaften des letzten Jahres:

FC Bayern München

Wo kommen sie her?

Von ganz oben. Natürlich. Wobei die vergangene Saison für die Bayern gefühlt ein Misserfolg war. Ein Titel? Darüber freut man sich in München höchstens noch, wenn es die Champions League ist. Die zu gewinnen, will den Bayern einfach nicht mehr gelingen. Selbst Triple-Trainer Jupp Heynckes ist das in der abgelaufenen Saison nicht gelungen und jeden anderen hätten sie dafür in München geteert und gefedert. Heynckes blieb das erspart, wegen seiner großen Verdienste, weil er sich ohnehin für den Verein (der für ihn freilich immer noch nicht „seiner“ ist) geopfert hatte und weil er seinen Rückzug, diesmal in echt, selbst bestimmt hatte. Wegen dieses freiwilligen Rückzugs, gegen den Willen des Patriarchen Uli Hoeneß, hatte Bayern zum Ende der Saison ein echtes Problem: Es war kein Trainer zu finden, der nach München passte, sollte und auch wollte. Niko Kovac wirkte für viele wie eine Not- oder Zwischenlösung – bis zum Pokalfinale. Da übertölpelte der Ex-Bayernspieler in seinem letzten Spiel als Trainer von Eintracht Frankfurt seinen künftigen Arbeitgeber und verhagelte Jupp Heynckes das letzte Spiel seiner Karriere. Seitdem ahnen sie in München, dass der Neue vielleicht doch etwas kann.

Was passiert gerade?

Nutzt Kovac das, was er kann, auch beim Starensemble der Bayern? Aus einem zusammengewürfelt wirkenden Haufen teilbegabter Treter und Kicker eine vor allem über den Kampf funktionierende Einheit zu schmieden, war eine großartige Leistung. Die Probleme, die sich einem Trainer in München stellen, sind aber andere. Welchen Weltmeister setzt man auf die Bank oder gar auf die Tribüne? Was macht man, wenn die Lewandowski-Berater mal wieder steil gehen? Und wie reagiert man auf die erste Saisonniederlage am 07. Spieltag? Und wie reagieren die Bayern-Stars auf den neuen Stil nach dem väterlichen des Jupp Heynckes? Der erste Eindruck ist ein guter. Gegen das, was von Eintracht Frankfurt übrig geblieben ist, hatten die Bayern im Supercup-Finale keine Probleme. Und dass bei einem Fußballverein der Abgang eines Spielers wie Arturo Vidal – den man eigentlich als Kovac-Kicker erster Güte eingeschätzt hätte - noch nicht einmal ein Schulterzucken hervorruft, zeigt, wie es um Selbstbewusstsein und Personaldecke bei den Bayern weiterhin bestellt ist. Ebenso ist es mit dem weiterhin möglichen Verlust von Jerome Boateng.

Wo gehen sie hin?

Nach ganz oben. Zwar hoffen einige Unverbesserliche darauf, dass Borussia Dortmund dank Lucien Favre der Hegemonie der Bayern ein Ende bereiten wird, aber das gehört vermutlich in die Ablage Wunschdenken. Allenfalls das Alter einiger Stammspieler taugt als Argument gegen die Annahme der andauernden Bayern-Vormacht, aber noch hat der Kader sein Ablaufdatum nicht überschritten, zumal mit Goretzka und Gnabry auch hoffnungsvolle jüngere Spieler den Kader ergänzen. In diesen Fällen ist, wie immer, wenn junge deutsche Spieler ihr Glück beim Rekordmeister versuchen, Abwarten angesagt. Nicht wenige Karrieren sind durch einen Wechsel nach München ins Stocken geraten, im Fall Goretzka zumindest ist aber Zuversicht angebracht, dass der Nationalspieler sich bei den Bayern etablieren kann. Außerdem gelang das den beiden Hoffenheimern, die im vergangenen Jahr den Schritt an die Isar gewagt haben, wider Erwarten gut. Ob die Qualität der jüngeren Spieler in Summe allerdings ausreicht, um eine weitere Generation der Marke „unschlagbar“ zu züchten, ist jedoch fraglich. Irgendwann könnte auch das Meisterschafts-Abo der Bayern auslaufen, in dieser Saison aber nicht. Gleichzeitig wird auch Niko Kovac maximal zwei Titel mit seinem neuen Arbeitgeber holen können.

CS

FC Schalke 04

Wo kommen sie her?

Eine Debütsaison wie Domenico Tedesco wünscht sich wohl jeder Trainer in seinem ersten Bundesligajahr. Nach der kontroversen Ausbootung der Knappen-Ikone Höwedes konnte Tedesco die Zech(en)brüder letztendlich zur Vizemeisterschaft führen, das beste Abschneiden seit 2010. Dass die Spielweise dabei meist eher unansehnlich war und Schalke auch vom Schwächeln der Konkurrenz profitiere, interessiert in Gelsenkirchen niemanden. Wie die letzte echte Schalker Trainer-Legende Huub Stevens war Tedescos Weg zum Erfolg die Defensive. Ein Beleg dafür ist die entscheidende Serie von 6 Siegen in Folge in der Rückrunde, für die S04 nur 9 Tore erzielen musste. Die Anerkennung, die Tedescos Team für seine Leistungen erhielt war zum Teil eher widerwillig, der Alt-Borusse Ewald Lienen sprach jüngst gar vom “Tod des Fußballs” im Zusammenhang mit Schalke 04.

Was passiert gerade?

Für Gelsenkirchener Verhältnisse ungewöhnlich geht man mit dem gleichen Trainer in die nächste Saison. Angesichts der bisherigen Bilanz, kann man davon ausgehen, dass Tedesco vermutlich auch kleinere Krisen überleben wird. Im Vergleich zu früheren Jahren verzichtet man auch auf Stareinkäufe wie Raul oder Prince Boateng, sondern bedient sich eher bundesligaintern mit etablierten Spielern wie Uth von Hoffenheim im Sturm, Serdar (Mainz), Mascarell (Madrid…aehh…. Frankfurt) im Mittelfeld oder Sané (Hannover) in der Innenverteidigung.

Zur gleichen Zeit verlassen mit Max Meyer (Chrystal Palace) und Leon Goretzka (Bayern München) zwei der großen Vertreter der Gelsenkirchener Talentschmiede den Verein. Dass dies rund um die Veltins-Arena nicht für großes Unbehagen sorgt, liegt wohl daran, dass beide in der sehr erfolgreichen Rückrunde (33 Punkte) eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Der soeben bekannt gewordene Abgang von Thilo Kehrer für 37 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain mag den Schatzmeister der Schalke jubeln lassen. Er belegt aber das Problem, welches man hat seine Talente längerfristig zu halten.

Wo gehen sie hin?

Wie eigentlich jedes Jahr zählt Schalke mit Sicherheit zu den Kandidaten für die internationalen Plätze. Ob man aber erneut eine so gute Rolle spielen kann, darf bezweifelt werden. Die Tatsache, dass nur Burgstaller zweitellige Torziffern erzielen konnte und Abwehrchef Naldo der zweitbeste Schütze war, deutet an, dass Schalke offensiv ausbaufähig ist. Ob Neuzugang Uth, der in der Rückrunde auch nicht mehr so oft traf wie noch im Herbst 2017, diese Probleme lösen kann oder ob der Schweizer Embolo endlich den großen Durchbruch schafft bleibt abzuwarten. Ob sie wollen oder nicht werden die Schalker 18/19 auf jeden Fall offensiver agieren müssen, da die Gegner sich auf ihr Spiel eingestellt haben und gegen den Vizemeister auch anders agieren werden als gegen den Vorjahreszehnten. Es wird interessant sein zu sehen, ob Tedesco es schafft, die Spielweise der Blau-Weißen erfolgreich umzustellen; Ralph Hasenhüttl kann ihm attestieren, dass dies nicht so ganz einfach ist, hatten die Leizpiger im Vorjahr doch ein sehr ähnliches Problem. Hinzu kommt noch die neue Belastung durch die Champions-League (ein dreckiges Auswärtsspiel ist nun einmal noch eine Runde weniger attraktiv, wenn man am Mittwoch noch gegen Manchester United gespielt hat), so dass ein erneuter Champions-League-Platz nicht selbstverständlich für den S04 sein sollte. Wir tippen auf ein Abschneiden irgendwo zwischen Platz 4 und 7.

CDM

TSG Hoffenheim

Wo kommen Sie her?

Die TSG Hoffenheim war eine der positiven Überraschungen der letzten Saison. Trotz der Abgänge von Sebastian Rudy, Niklas Süle und Sandro Wagner zum FC Bayern gelang es dem Team von Trainer Julian Nagelsmann, sich im vorderen Bereich der Tabelle festzusetzen. Auch wenn einige Durststrecken zu überwinden waren, während derer in der Presse schon der Abgesang auf das zuvor gehypte Wunderkind Nagelsmann angestimmt wurde, belegte die Mannschaft am Ende am Ende den dritten Tabellenplatz und konnte sich für die Champions League qualifizieren. Lediglich das frühe Ausscheiden aus der Euro League schlägt in der Gesamtbilanz negativ zu Buche.

Mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis: Die TSG Hoffenheim war auch in der abgelaufenen Saison eine der wenigen Mannschaften in der Bundesliga, die einen konstruktiven spielerischen Ansatz verfolgten und nicht allein auf Zerstörung des gegnerischen Spiels setzte.

Beim (vergleichenden) Blick auf das in der abgelaufenen Saison vorhandene fußballerische Potential liegt man sicherlich nicht falsch, wenn man in der für Hoffenheimer Verhältnisse erneut herausragend verlaufenen Saison in erster Linie eine Trainerleistung sieht. Nagelsmann macht sowohl einzelne Spieler als auch die Mannschaft besser: Nico Schulz, in Gladbach für nicht tauglich befunden, ist ein schönes Beispiel. Nagelsmann hat gezeigt, dass gutes Coaching den Verlust wichtiger Spieler kompensieren kann und somit den Unterschied macht.

Was passiert gerade?

Wie in der letzten Saison verliert Hoffenheim wichtige Spieler. Die Abgänge von Serge Gnabry und Mark Uth schmerzen sicherlich. Allerdings gibt es auch interessante Neuzugänge: Bittencourt (Köln), Belfodil (Bremen) und Vincenzo Grifo kennt man aus der Bundesliga, alle drei haben bewiesen, dass sie das Potential für gehobenes Bundesliganiveau haben. Grifo und Bittencourt sind allerdings nach einer mäßig verlaufenen Vorsaison keine uneingeschränkt sicheren Kandidaten für den „Einkauf des Jahres“, letztgenannter ist zudem sehr verletzungsanfällig. Hinzu kommen Felipe Pires (Austria Wien), Kasim Adams (Young Boys Bern) und Joshua Brenet (PSV Eindhoven), die sich sicherlich erst einmal in der Bundesliga zurechtfinden müssen. Ob die Qualität der Mannschaft gehalten werden kann, muss sich deshalb erst noch zeigen.

Der weit wichtigere Einschnitt ist der angekündigte Abgang von Julian Nagelsmann, der nach der kommenden Saison zu einem noch weitaus unbeliebteren Verein als Hoffenheim wechseln wird. So wird die Saison wahrscheinlich auch von Spekulationen über die zukünftige Besetzung des Traineramtes in Hoffenheim geprägt werden.

Wo gehen sie hin?

Nicht wieder nach Europa. Wunder oder auch Ausnahmeleistungen sind nicht beliebig wiederholbar. Hoffenheim verliert Spieler, andere rüsten massiv auf. Die Dreifachbelastung gab es zwar auch schon in der vergangenen Saison, Champions League ist aber gerade von der mentalen Seite her noch einmal eine andere Hausnummer als die Europa League – hier wird es noch schwerer fallen, die Balance zwischen den Festtagen der Champions League einerseits und der Konzentration auf das Kerngeschäft Bundesliga zu finden. Selbst wenn sich also die Trainerfrage nicht auswirken und Nagelsmann nicht zur „Lame Duck“ mutieren sollte: Wir tippen auf Platz 8-9 – Hoffenheim wandelt auf den Spuren des Einstelligkeitshattricks.

UP

Borussia Dortmund

Wo kommen sie her?

Beim BVB lief in der Vorsaison eigentlich fast alles schief. Umso erstaunlicher, dass es dennoch zu Platz 4 und dem erneuten Einzug in die Champions League reichte. Sowohl Peter Bosz als auch Peter Stöger gelang es nicht, die Möglichkeiten des qualitativ hochwertigen Kaders auszuschöpfen. International blamierte sich der Verein zunächst in der Champions League, wo nicht einmal Apoel Nikosia bezwungen werden konnte, und anschließend in der Europa League beim peinlichen Ausscheiden gegen Red Bull Salzburg. Auf nationaler Ebene war das 0:6-Debakel in München der Tiefpunkt, der das Aus für Stöger endgültig besiegelte. Seine Nachfolge tritt ausgerechnet Lucien Favre an, der auf seinen bisherigen Stationen stets ein Erfolgsgarant war. Mit ihm möchte der Verein wieder näher an den FC Bayern heranrücken und zudem gegenüber dem Vorjahres-Zweiten aus Gelsenkirchen die Vorherrschaft im Revier zurückerobern.

Was passiert gerade?

Rund 75 Mio. Euro hat der BVB in die Hand genommen, um diese Ziele zu erreichen. Das zentrale Mittelfeld hat mit Thomas Delaney (Bremen) sowie Axel Witsel (Quanjian) zwei interessante Spieler hinzugewonnen, die unter Verbesserer Favre eine herausragende Rolle im Team einnehmen könnten und den Konkurrenzkampf für Mo Dahoud weiter verschärfen. Die Innenverteidigung wird nach dem Abgang von Sokratis voraussichtlich durch das Jung-Duo Diallo und Akanji gebildet, die ebenfalls als entwicklungsfähig gelten. In der Offensive liegen die Hoffnungen allzu sehr darauf, dass Favre das ewige Talent Götze wieder in die richtige Bahn lenkt und sein einstiger Zögling aus besseren Tagen (und Verein) Marco Reus unter ihm weiter aufblüht. Fällt der Ex-Borusse allerdings verletzungsbedingt aus, ist die Qualitätsdichte ganz vorne etwas dünn. Leihstürmer Batshuayi konnte ebenso wenig gehalten werden wie die gefloppten Andriy Yarmolenko und André Schürrle. Lucien Favre ist es aber zuzutrauen, dass er auch in der Offensive einige der jungen Spieler zu Höchstleistungen treibt. Das wird ihm ebenso beim Torwart gelingen müssen, denn Roman Bürki gehört ebenso wie Neuzugang Marwin Hitz bislang nicht zur allerhöchsten Kategorie in der Liga.

Wo gehen sie hin?

Es wird schwer. Das ist klar. Die Konkurrenz ist groß in dieser Saison und hat personell ebenfalls zugelegt. Das meint was. Doch bei allem Understatement: Der BVB hat das Zeug, unter einem der besten Trainer wieder zur zweiten Kraft der Liga aufzusteigen. Sofern die Bayern im Jahr nach der WM schwächeln sollten, wäre Favre sogar der ganz große Coup zuzutrauen. Realistischer erscheint aber, dass er die Mannschaft auf Platz 2 zurückführt.

MH

Bayer Leverkusen

Wo kommen sie her?

Die Debütsaison von Heiko Herrlich als Bundesligatrainer verlief überwiegend erfolgreich. Die Krönung blieb ihr aber verwehrt, denn mit Platz 5 reichte es nicht ganz für den Einzug in die Champions League. Dieses Ziel, das zuvor in vier der letzten fünf Jahre erreicht worden war, soll jetzt im zweiten Anlauf wieder anvisiert werden.

Was passiert gerade?

Mit Torhüter Bernd Leno verließ bislang nur ein Stammspieler den Verein, der zudem noch durch Lukas Hradecky vom Pokalsieger aus Frankfurt gleichwertig ersetzt wurde. Schwieriger zu lösen wäre es, sofern doch noch ein verlockendes Angebot für den Shootingstar aus dem Vorjahr, Leon Bailey, eintrudeln sollte. Stand jetzt kann der Jamaikaner aber – genau wie die Nationalspieler Tah und Brandt – gehalten werden, sodass Herrlich weiter auf sein bereits eingespieltes Gerüst aufbauen kann. Da zudem die Außenbahnen mit den millionenschweren Zugängen Mitchell Weiser und Paulinho gestärkt wurden, scheint der Kader im Vergleich zum Vorjahr besser besetzt zu sein.

Wo gehen sie hin?

Wie fast immer in den letzten Jahren ist Leverkusen ein natürlicher Kandidat für die Champions-League-Plätze. Der Kader lebt von seiner Ausgeglichenheit, Homogenität und Eingespieltheit. Besonders das offensive Mittelfeld mit den Jungstars Brandt-Havertz-Bailey bietet viel Fantasie für die Zukunft. Problematisch erscheint, dass die Stützen im defensiven Mittelfeld – die Bender-Zwillinge sowie Aranguiz – verletzungsanfällig sind. Sofern der Kader bis zum Transferschluss beisammen behalten wird und es die medizinisch-chemische Abteilung von Bayer besser macht als ihre Kollegen 70km nordwestlich, sollte es in dieser Saison für Platz 4 reichen.

MH

RB Leipzig

Wo kommen sie her?

Die Vizemeisterschaft in der ersten Bundesligasaison 2016/17 nährte bei Fußball-Traditionalisten die Befürchtung, der neureiche Verein aus Leipzig könnte dauerhaft zur zweiten Kraft im Lande aufsteigen und mittelfristig sogar den Bayern gefährlich werden. Diese Entwicklung wurde im Vorjahr zunächst einmal gebremst. Die Sachsen erlebten stattdessen eine sehr wechselhafte Saison, was insbesondere der anfälligen Defensive geschuldet war, die mit 53 Gegentoren sogar noch eines mehr kassierte als Borussia. Am Ende reichte es so nur zu einem 6. Platz und damit zur Qualifikation für die Qualifikation zur Europa League.

Was passiert gerade?

Aus diesem Grund muss die Mannschaft derzeit quer durch Europa tingeln, was eine geordnete Vorbereitung unmöglich macht. Nach einem relativ mühelosen Sieg in Schweden wird RB am Donnerstag beim rumänischen Traditionsverein Universitatea Craiova ihren 3:1-Hinspielerfolg verteidigen müssen, ehe es in den kommenden beiden Wochen zur ersten richtigen Hürde kommen könnte: Der portugiesische Vertreter Sporting Braga wartet voraussichtlich in den entscheidenden Play-Offs zur Gruppenphase. Ein Ausscheiden wäre ein erster Rückschlag für die Elf des neuen Interimstrainers Ralf Rangnick, der die einjährige Wartezeit bis zur Ankunft von Julian Nagelsmann überbrücken darf, nachdem sich Ralf Hasenhüttl zuvor geweigert hatte, diese Rolle als Platzhalter auszuüben.

Neben dem bisherigen Erfolgstrainer wird zur neuen Saison der beste Spieler fehlen, denn Naby Keita wechselte für rund 60 Mio. Euro nach Liverpool. Für die Neubesetzung seiner Position gilt Bayerns Edelreservist Sebastian Rudy als aussichtsreichster Kandidat. Während dieser mit seinen 28 Jahren ein für Leipziger Gepflogenheiten erstaunlich stattliches Alter hätte, passen die bisherigen Neuzugänge eher in die übliche Transferphilosphie. Nordi Mukiele, Matheus Cunha und Marcelo Saracchi sind allesamt hierzulande unbekannte Talente im Alter von 19-20 Jahren, die Rangnick und seine Scouts für entwicklungsfähig halten.

Wo gehen sie hin?

Für einen Europapokalteilnehmer, der ein sehr laufintensives, kräftezehrendes Spiel pflegt und schon im Vorjahr sichtlich unter der Belastung litt, erscheint der aktuelle Kader quantitativ sehr dünn aufgestellt. Kaum vorstellbar, dass die junge Mannschaft eine ganze Saison in allen drei Wettbewerben auf höchstem Niveau durchhalten kann. Schwankende Leistungen sind daher auch in diesem Jahr vorprogrammiert. Allerdings ist zu erwarten, dass der Verein aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt haben wird. Rangnick ist es zuzutrauen, den Fokus auf die Bundesliga zu legen und den wenig prestigeträchtigen Wettbewerb der Europa League zu vernachlässigen. Auch wenn es so offen nicht formuliert wird: Ziel muss es sein, wieder um die Champions League Plätze mitzuspielen. Am Ende wird ein enges Rennen, in dem die Leipziger knapp scheitern, sich aber immerhin auf den 5. Platz verbessern.

MH

 

 

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