Die Fans sind egal, die im Stadion am egalsten. Diesen Eindruck bestätigt am vergangenen Wochenende die Berichterstattung im Rahmen der „Football Leaks“ erneut. Diesen Eindruck bestätigt aber leider auch Borussia zunehmend und an diesem Wochenende im Besonderen. Was war passiert? Wenige Minuten vor 15:30 ertönt im Stadion die „Elf vom Niederrhein“. Vor den Stadiontoren macht sich ungläubiges Erstaunen breit. Erwachsene fluchen, Kinder weinen. Als Schiedsrichter Felix Brych die Partie anpfeift, stehen noch tausende Fans vor den Stadiontoren. Und warten. Und warten. Offenbar gab es an diesem Spieltag verschärfte Sicherheitskontrollen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Menschentrauben vor den Eingängen Ost und Nord mindestens fünfmal so groß waren, wie bei jedem anderen Heimspiel. Nun ist gegen Sicherheit wenig zu sagen, und wenn es einen konkreten Anlass gibt, sich Sorgen zu machen, ist es nur korrekt, dass das Personal an den Stadioneingängen intensiver kontrolliert, als sonst. Nur war es in der Vergangenheit guter Brauch, dass so etwas im Vorhinein kommuniziert wurde. Wenn Derby gegen Köln war, empfahl Borussia den Anhängern eine frühere Anreise. So hatte es jeder selbst in der Hand, ob er pünktlich zum Anpfiff an seinem Platz war. Vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gab es keinerlei Hinweise darauf, dass man intensiver zu kontrollieren gedenkt. Und bei allem Respekt vor dem Nachbarverein aus der Landeshauptstadt: Fortuna ist nicht der FC, auch erfahrene Stadiongänger erwarten vor dem Duell gegen Düsseldorf keine erhöhte Gefahr für Leib und Leben, keine extraordinären Auseinandersetzungen zwischen den Fans und infolgedessen auch keine ausufernden Leibesvisitationen am Stadioneingang. Warum es diesmal anders war, erschließt sich nicht – und vor allem, warum Borussia nichts gesagt hat. Wenn aber um 15:30 noch tausende Fans draußen vor dem Stadion warten – ist es wirklich unmöglich, mit dem Anpfiff zu warten? Es gab Zeiten, da war es selbstverständlich, dass ein Spiel etwas später begann, wenn Verhältnisse herrschen, wie an diesem Sonntag. Nun haben wir 2018 und vermutlich ist ein späterer Anpfiff mit Rücksicht auf die Fernsehübertragung nicht vorgesehen. Man möchte es beweinen, aber es hat wohl keinen Sinn. Die Fans im Stadion, bzw. in diesem Fall vor dem Stadion, spielen in den Überlegungen derjenigen, die im Fußball die größeren Räder drehen, keine nennenswerte Rolle mehr. Wer ins Stadion geht, gilt als Statist für die schöne bunte Folklore, die man den ungleich wichtigeren Kunden an den Bildschirmen - gerne in Fernost - vorführen kann. Wer einen Text wie diesen schreibt, gilt in den Büros unter der Westtribüne vermutlich als Naivling aus den 90ern – wenn man dort überhaupt weiß, dass es Menschen gibt, die noch so denken. Wie egal den Verantworlichen bei Borussia die Stadion-Fans inzwischen leider sind, konnte man schon an der Reaktion von Max Eberl angesichts der Häufung von Sonntagsspielen ablesen. Die Ereignisse vom Sonntag vervollständigen dieses Bild noch.

Übrigens: Vollumfänglich veräppelt fühlte sich der um 15:40 am Eingang Ost leibesvisitierte Anhänger dann, als er erleben musste, wie intensiv die Kontrollen offenbar zeitgleich am Eingang Süd waren. Denn die Anhänger von Fortuna Düsseldorf hatten es geschafft, ganze Wagenladungen von Pyrotechnik in den eigenen Block zu schmuggeln – offenbar unbehelligt vom Sicherheitsdienst der Borussia.

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