Das Thema Abstieg dürfte sich für Borussia mit dem 1:0-Sieg über Hertha BSC Berlin erledigt haben. Sieben Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz, Mannschaften wie Augsburg und Mainz schwächeln enorm, so dass die Gladbacher mit diesem Thema nichts mehr zu tun bekommen dürften. Ob man den Blick tatsächlich, wie nach dem Spiel vielfach getan, wieder nach oben richten sollte, ist eine andere Frage. Die kommenden Wochen könnten hier schnell zu Ernüchterung führen. Das anstehende Derby gegen den 1.FC Köln ist fast noch die einfachste der demnächst anstehenden Aufgaben. Bei den zur Zeit bärenstarken Hoffenheimern ist Borussia ebenso Außenseiter wie im nachösterlichen Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Um so wichtiger war der Sieg gegen die Hertha, der durchaus höher hätte ausfallen müssen, als er es letzten Endes tat. Mit 36 Punkten bei noch sieben ausstehenden Spielen ist die Mannschaft von Dieter Hecking auf der sicheren Seite.

"Ausgerechnet". Dass dieses Wort heute vielfach zu hören und zu lesen sein würde, konnte man sich schon in der 16. Minute des Spiels ausrechnen. Denn es war Startelf-Debütant Laszlo Benes, der Borussia mit einem beherzten wenn auch haltbaren Fernschuss in Führung brachte. Auch vom Treffer abgesehen machte der Mittelfeldmann, der von Stadionsprecher Torsten Knippertz konsequent zu "Latzi" verniedlicht wird, ein bemerkenswertes Spiel. Auf der Sechserposition aufgeboten, wurde sehr deutlich, was Benes leisten kann. Er war extrem aktiv, bot sich mit großer Selbstverständlichkeit immer an, verarbeitete die Bälle teilweise bemerkenswert und verlagerte das Spiel mit einigen wunderbare Granit-Xhaka-Gedächtnis-Bällen. Perfekt war sein Aufritt freilich noch nicht. Nach dem Tor schwebte er kurze Zeit sichtlich auf Wolke Sieben und leistete sich ein paar Konzentrationsmängel, vor der Halbzeit passierte ihm ein unnötiges Foul in Strafraumnähe, was zum hochgefährlichen Latten-Freistoß von Kalou führte. Summa summarum war es dennoch ein herausragendes Spiel des jungen Slowaken, der die Sorgen auf der Sechserposition nach dem langfristigen Ausfall von Christoph Kramer geringer werden lässt und der eventuelle Angst vor der Zeit nach Dahoud reduziert.

Weitere Erkenntnisse aus dem Hertha Spiel: Nico Elvedi ist potenziell der beste Rechtsverteidiger im Team, würde er sich das regelmäßige Schießen von Böcken abgewöhnen, Borussias dänische Innenverteidigung ist schwer zu knacken, Jonas Hofmann hat eine Tor-Allergie, Lars Stindl ist nicht in Top-Form, ebenso Patrick Herrmann, die Effizienz vor dem gegnerischen Tor bleibt ein zentrales Problem. Die wichtigste Erkenntnis bleibt aber, wie eingangs gesagt: Borussia wird auch in der kommenden Saison in der ersten Bundesliga spielen. Das ist für einen Champions-League-Teilnehmer im Grunde nicht der Rede wert, aber wer schon einen längeren Weg mit Borussia zurückgelegt hat, wird es dennoch mit einiger Erleichterung zur Kenntnis nehmen.

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