dortmundMit 2:1 verlor die Gladbacher Borussia das Spitzenspiel beim Herbstmeister aus Dortmund. Auch wenn damit eine Blamage wie in den letzten Jahren verhindert werden konnte und das Spiel zumindest ergebnistechnisch bis zum Schluss offen war,zeigte die Partie doch einen Klassenunterschied zwischen den beiden Namensvettern. Vor allem offensiv fand Gladbach nie die Durchschlagskraft um die Favre-Elf in ernsthafte Bedrängnis zu bringen.

Borussia musste auf Nico Elvedi verzichten, der sich am Dienstag gegen Nürnberg am Kopf verletzt hatte und lief daher mit der Notinnenverteidigung  Beyer-Strobl auf. Auf der rechte Seite verteidigt wieder Fabian Johnsohn für Michael Lang, ein Indiz dafür dass die selbe Maβnahme gegen Nürberg keine Schonung für den Schweizer sondern eher die Generalprobe für den Amerikaner war. Weitere nicht mehr so gewohnte Gesichter in der der Startelf waren Christof Kramer, der Strobl auf der Sechs ersetzte und Patrick Herrmann, der für Traoré in die Mannschaft kam.

Zu Beginn des Spiels merkt man beiden Teams den Respekt voreinander an. Ballsicherung und Fehlervermeidung hatten Vorrang. Und so war es  dann auch ein Ballverlust von Kramer in der zwanzigsten Minute der den ersten richtig gefährlichen Dortmunder Angriff einleitete. Reus konnte auf der linken Seite Fahrt aufnehmen und kam nach einem Doppelpass frei vor Sommer zum Schuss, den der Schweizer jedoch parieren konnte. Der BVB machte nun mehr Druck ohne zunächst zu klaren Chancen zu kommen und so musste dann eine eher unklare Möglichkeit herhalten um in Führung zu gehen: In der 42. Minute schien ein schneller Dortmunder Angriff schon Entschärft als Sancho den Ball auf der äuβeren rechten Strafraumseite erhielt und dann nach Umspielen von Wendt aus extrem spitzen Winkel die Kugel eigentlich nur zu weissen Hemden im 5-Meter-Raum spielen konnte, es ihm aber gelang Sommer mit einem Flachschuss zu überwinden.

Wer gedacht, damit würde nun das übliche Gladbach-Schicksal in Dortmund seinen Lauf nehmen, sah sich zunächst getäuscht. Nur 3 Minuten später flankte Zakaria den Ball gefühlvoll in Strafraum wo ihn Kramer mit Kopf und Hand unter Kontrolle brachte und dann aus kurzer Distanz einschoss. Das Ergebnis der üblichen Handspiel-Lotterie im Keller in Köln ergab in diesem Fall ein Glückslos, so dass der Treffer zählte und die Borussia mit einem Unentschieden in die Pause gehen konnte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte Dortmund den Druck. Das 2:1 fiel aus einem klassischen Dortmunder Konter, nachdem Plea den Ball in Dortmuner Strafraumnähe verloren hatte. Nun sind diese BVB-Konter in diesem Jahr oft so gut wie nicht zu verteidigen, nur dieser fiel nicht in diese Kategorie. Zum Zeitpunkt als Götze den Ball von der rechten Strafraumgrenze flanken konnte, befanden sich schon wieder 3 Gladbacher Verteidiger mit dem Rücken zum Tor vor Sommer. Trotzdem konnte Götze den Ball so hinter die Borussenabwehr spielen, dass der anstürmende Reus ihn nur noch reingrätschen musste. Natürlich war das wie schon beim ersten Tor eine Klasseleistung der Dortmunder Stürmer, aber leider auch ebenso verhindbar.

Danach zog sich der BVB  etwas zurück und liess den Gladbachern mehr Raum, blieb aber in jeder Phase die gefährlichere Mannschaft, auch wenn man mit einem Pfosten-Freistoβ von Reus nur noch eine ganz klare Chance haben sollte. Der VFL war jederzeit bemüht das Blatt noch wenden und wechselte mit Hofmann, Cuisance und Traoré noch alles ein was hätte Hoffnung geben können, aber wie man aus eigener Erfahrung weiss, ist es gegen in Führung liegende Favre-Mannschaften enorm schwer und so hatte man eigentlich keinen Moment das Gefühl das Spiel könnte wirklich noch kippen.

Wenn man etwas Positives aus diesem Spiel mitnehmen will, dann ist es die Tatsache, dass man im Gegensatz zu den Vorjahren nicht untergegangen ist. Es war kein wirklich schlechter Auftritt der Hecking-Elf: Die zusammengewürfelte Defensive machte ihre Sache über weite Strecken ordentlich und zeigte in jeder Phase das Bemühen Situationen spielerisch zu lösen. Im Spielaufbau zeigte sich Borussia auch durchaus gefällig und liess den Ball phasenweise gut zirkulieren. Wenn es dann aber auf die wirklich gefährlichen Positionen ging, konnte man sich kaum durchsetzen. Das lag auch daran, dass  Florian Neuhaus – sonst der Meister der Vorlagen – einen ziemlich schwachen Tag erwischte. Aber selbst der in dieser Saison eigentlich durchgehend überzeugende Thorgan Hazard lief sich ein ums andere Mal im auch ersatzgeschwächtem Dortmunder Riegel fest. Letzten Endes fehlte der Borussia an diesem Abend einfach die Qualität, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Das ist ein bisschen schade, da auch Dortmund durchaus nicht brillierte, und ein Gladbach in bester Form und bester Besetzung mehr aus dieser Partie hätte holen können. All dies ist jedoch Jammern auf hohem Niveau, denn auch nach dieser Niederlage wird man mit 33 Punkten mindestens auf Platz 3 überwintern, was einiges mehr ist als die moisten von uns vor Saisonbeginn erhofft hätten.

 

Aufstellungen:

Falsche Borussia: Bürki - Piszczek , Weigl , Toprak , Hakimi - Witsel , Delaney – Sancho (91. Wolf) , Reus, Guerreiro (93. Larsen) - Alcacer (34. Götze)

Wahre Broussia:  Sommer - Johnson , Beyer , Strobl , Wendt – Kramer (68. Hofmann) - Zakaria , Neuhaus (82. Cuisance) – Herrmann (73. Traoré) , T. Hazard – Plea

Tore: 1:0 (Sancho, 42.), 1:1 (Kramer

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