500px FSV Mainz 05 Logo.svgNach 93 Minuten, die den Titel “Topspiel der Woche” ad absurdum führten, konnte Borussia Mönchengladbach am Samstagabend letztendlich verdient ein unansehnliches Spiel gegen einen noch schwächeren Gegner mit 1:0 gewinnen und so die Negativserie von zuletzt vier sieglosen Spielen stoppen und damit -zumindest nach den Regeln des Präsidenten des momentanen “Tabellenzweiten”- wieder auf den dritten Platz klettern.

Dieter Hecking nahm mit Strobl für Kramer, Zakaria für Neuhaus, Jantschke für den angeschlagenen Ginter undJohnson für den zuletzt entäuschenden Lang vier relativ offensichtliche Wechsel in der Startelf vor. Wie häufig in dieser Saison hatte die Borussia einen guten Start. Mainz kam in den Auftaktminuten kaum an den Ball und schon in der zweiten Minute gab es die erste Riesenchance für Gladbach - ach was gleich 3 Chancen auf einmal! -nachdem Hazard Stindl schön im Strafraum freigespielt hatte und dieser zweimal aus spitzem Winkel an Müller scheiterte, bevor Zakaria dann aus etwas besserer Position wiedereinmal bewies, dass er kein geborener Goalgetter ist und den Mainzer Torhüter zum dritten Mal anschoss. Ein Treffer zu diesem frühen Zeitpunkt hätte den Fohlen hervorragend in die Karten gespielt und vielleicht das dringend nötige Selbstvertrauenaber zurückgebracht, aber bekannterweise findet das wahre Leben nicht im Konjunktiv statt und so nahm das Spiel den Gladbach-typischen Verlauf, dass man den Gegner nach guter Anfangsphase langsam besser ins Spiel kommen lieβ.

Man half den Mainzern dabei mit Ungenauigkeiten im Umschaltspiel aus der Abwehr, so dass der FSV sich immer wieder phasenweise in der Gladbacher Hälfte festsetzen konnte, ohne dabei allerdings groβe Gefahr ausstrahlen zu können. Wenn die Borussia gelegentlich doch einen verheiβungsvollen Gegenangriff ansetzen konnte wurde dieser durch einen Stockfehler oder einen Fehlpass selbst verdaddelt. Je länger die erste Halbzeit dauerte umso mehr hatte man das Gefühl,, dass der Gastgeber das auf dürftigem Niveau statt findende Spiel gut im Griff hatte.

Die zweite Hälfte begann keinesfalls besser. Ganz typisch eine Szene in der 48. Minute als Zakaria auf der rechten Seite mal gut durchgekommen war und versuchte Stindl im Strafraum anzuspielen, aber den Ball zu steil vorlegte, so dass der heute oft unglücklich agierende Kapitän nicht ans Leder kam. Ebenso stellvertretend wie wenige Minuten später eine katastrophaler Ballverlust der Mainzer in der eigenen Hälfte von Hofmann nicht genutzt werden konnte, weil er sich den Ball zu weit vorlegte und dann abgedrängt wurde. Es war die Art von Grottenkick, der eigentlich nur durch ein Glückstor oder Standard entschieden werden kann. Und folgerichtig  war es dann auch ein Glückstor nach einem Standard, welches die Borussia in der 62. Minute in Führung brachte. Nach einem kurz ausgeführtem Eckball fand Hazards gute Flanke zunächst im Strafraumzentrum keinen Abnehmer, aber Strobl gelang es mit seinem nach hinten stochernden Bein, den Ball wieder zurück gen Fünfmeterraum zu bugsieren, wo Elvedi ihn direkt abnahm und den chancenlosen Müller aus kurzer Distanz überwinden konnte. Der Schweizer krönte damit eine sowieso gute Leistung, die  angesichts seiner Horrorvorstellung gegen die Bayern durchaus bemerkenswert war.

Wer gedacht hätte die Borussia würde nun befreit aufspielen und die schwachen Mainzer wie im Hinspiel auseinandernehmen, sah sich zwar getäuscht, aber immerhin gelang es dem VFL im letzten Spieldrittel sehr gut die Mainzer von ernsthaften Angriffen abzuhalten und den Vorsprung routiniert über die Zeit zu bringen.

Insgesamt war es ein uninspirierter Auftritt in einem weitestgehend ereignisfreim  Fuβballspiel, das aber immerhin 3 ganz wichtige Punkte im Kampf um die CL-Plätze und gegen die Krise einbrachte. Ausser dem Sieg kann man noch positiv herausheben, dass man defensiv diesmal einigermassen stabil stand – allerdings auch kaum von den Mainzern gefordert wurde – und dass die Mannschaft sich trotz der offensichtlichen Verunsicherung durchbeiβen konnte. Wer gegen Wolfsburg spielerisch stark auftritt und trotzdem verliert, darf sich auch mal über einen Sieg in einem durchwachsenen Spiel freuen. Um ein Anwärter für die Champions-League zu bleiben wird es aber in den nächsten Spielen einer Leistungssteigerung bedürfen.

 

Aufstellungen:

Mainz: F. Müller - Brosinski , Bell, Niakhaté , Aaron - Gbamin – Öztunali (71. Onisiwo) , Latza (84. Kunde) - Boetius – Ujah (55. Mateta) , Quaison

Borussia: Sommer - F. Johnson , Jantschke , Elvedi , Wendt - Strobl - Zakaria , Hofmann (89. Kramer) - T. Hazard (69. Herrmann) , Stindl, Plea (91. Lang)

Tore: 0:1 (Elvedi, 62.)

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