Es hätte so einfach sein können. Bis vor einer Weile noch war die Stoßrichtung dieses Berichts im Geist des Vorberichterstatters klar. Der HSV als unverbesserlicher Chaos-Verein, der seit Jahren um den Abstieg bettelt. Der für Borussias Verantwortliche insofern ein Glücksfall ist, als er als abschreckendes Beispiel dient: Seht mal, kann man den ob der mauen Gladbacher Saison Vergrätzten sagen, wie gut es uns doch im Vergleich zum HSV geht. Hier die Gladbacher, die wie unbeugsame Gallier gegen den Tod von 50+1 kämpfen, dort die Hamburger, die sich seit Jahren den unberechenbaren Launen eines Mäzens ausliefern und doch nicht vom Fleck kommen. Hier personelle Kontinuität auch bei scharfem Gegenwind, dort Übungsleiter-Wechsel von der Frequenz italienischer Neuwahlen und eine Sportdirektoren-Suche, die langsam zur öffentlichen Demütigung für den Verein wird. Hier eine Erfolgsgeschichte entdeckter und entwickelter Talente, dort eine Serie teurer Fehleinkäufe. Hier vielleicht „nur“ Einstelligkeit, dort mit einiger Wahrscheinlichkeit zweite Liga. Hier gelebtes Understatement, dort ein Hang zum Größenwahn. Und dann verkompliziert der HSV das alles.

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Die Sommerpause ist vorbei. Alles steht auf Null. Die vergangene Saison ist abgehakt und die ähnlich unerfreuliche WM wäre längst vergessen, würden nicht nach und nach die Nationalspieler aus ihren Löchern kriechen und mit einigem Zeitverzug mehr oder weniger Qualifiziertes zur Causa Özil zum Besten geben. Bei Borussia soll in der neuen Spielzeit vieles besser und anders werden. Dass die Verletzungsseuche aus der Vorsaison schon wieder ausgebrochen ist, sorgt allerdings dafür, dass keine rechte Euphorie um den Saisonauftakt ausbrechen mag. Wer weiß, wofür es gut ist. Für Borussia startet die Saison 2018/19 mit dem Pokalspiel beim BSC Hastedt in Bremen. Nachdem es in der Vergangenheit immer mal wieder auch komplizierte Auftaktpartien im DFB-Pokal gab – man erinnere sich an eine erste Halbzeit gegen den FC St. Pauli die rückblickend das Ende der Ära Favre einläutete – ist der Bremenligist wohl das, was man einen dankbaren Gegner nennt.

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Von der Resthoffnung war nach dem Sieg gegen Freiburg zu lesen. Gemeint war die zwar kleine, aber mehr als nur rechnerische Chance der Gladbacher, am letzten Spieltag doch noch die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb zu erreichen. Dafür müsste freilich einiges zusammen kommen: Die Borussen selbst müssten den Mut der Hamburger Verzweiflung bändigen, während zeitgleich Bayern gegen Stuttgart und Schalke gegen Frankfurt gewinnen (vom Spiel der dahin siechenden Hertha gegen Leipzig sehen wir hier mal ab). Dummerweise stehen die Bayern als Meister und die Schalker als Vizemeister fest, so dass es für sie um nichts mehr geht als den sportlichen Anstand. In der Vergangenheit hielt sich diese motivationale Kraft insbesondere bei der "Mia san mia"-Fraktion in sehr überschaubaren Grenzen. Mit einigen kaum bekannte Namen in der Münchner wie der Gelsenkirchener Startelf ist wohl auch zu rechnen.

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„Ich will auch einfach für mich eine Bestätigung haben, dass es hätte anders laufen können, wenn wir alle an Bord gehabt hätten“, so sprach Dieter Hecking nach dem überzeugenden letzten Heimsieg mit Blick auf die noch drei ausstehenden Spiele. Es folgte ein 1:1 auf Schalke, das ihm diese Bestätigung zunächst einmal versagte, wenngleich die vernichtende Kritik mancher Fans an der Leistung übertrieben wirkte. In den vergangenen Monaten hat die Fohlenelf schon weit schlechtere Auftritte hingelegt und auch gegen nur 10 Mann ist ein verdienter Punkt beim Tabellen-Zweiten kein so schlechtes Ergebnis. Zumal, da sich dieser Tabellen-Zweite spätestens nach dem Platzverweis auf das beschränkte, was er am besten kann: Defensiv solide zu stehen und das Spiel des Gegners zu zerstören, um mit einer oder zwei der wenigen Offensivaktionen den entscheidenden Punch zu setzen. Den 1.FC Köln führte diese Strategie in der vergangenen Saison in die Europa League. Durch den Weggang von Torjäger Modeste fiel der zweite Teil des Plans in sich zusammen, was am vergangenen Wochenende zum verdienten Abstieg führte.

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Stimmungen und Gefühle spielen seit dem Siegeszug der sozialen Medien eine immer größere Rolle. Gefühlt wird unsere Welt immer unsicherer, auch wenn offizielle Kriminalstatistiken zuletzt einen deutlichen Rückgang der Verbrechenrate aufwiesen. Danke Merkel. Gefühlt gab es noch nie so viele Fehlentscheidungen in der Bundesliga wie in diesem Jahr, auch wenn der VAR nachweislich eine Vielzahl an Fehlern korrigiert hat. Danke DFB. Doch solche Stimmungen können auch positiver Natur sein. So darf der HSV nach einem glücklichen 1:0-Heimsieg über den SC Freiburg auf einmal wieder vom Klassenerhalt träumen, der in der schnelllebigen Medienwelt noch ein paar Tage zuvor als unerreichbar galt. Und auch Borussia reichte ihr erstes rundum überzeugendes Spiel seit Monaten gegen einen unterirdischen Gegner, um die Träume vom europäischen Fußball auf einen Schlag wieder aufleben zu lassen. Aber Vorsicht: Eine nicht ganz so unwahrscheinliche Niederlage am Samstag bei Schalke 04 könnte die Stimmungslage sehr schnell wieder in die andere Richtung kippen lassen und allerhöchstens noch den Eberlschen Traum von der Einstelligkeit am Leben erhalten.

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  • @guek62 Es dauert ausnahmsweise ein wenig länger sich auf den unbeteiligten Hinterbänkler zu verständigen, dem man…
  • @vollraute Das Perverse ist aber doch, dass sie immer noch weniger hässlich ist als das Trikot, das er seit einiger Zeit trägt.
  • @s_hermanns Wie in der guten, alten Zeit am Betzenberg. Wir spielen bis der FCK führt.
  • Warum liegt die Standard-Nachspielzeit eigentlich immer bei 5 Minuten, wenn #BVB oder #Bayern zurückliegen? #FußballmafiaDFB #SGFBVB
  • @12Mannbmg Das ist klar.
  • Lucien bereitet in Gedanken schon mal sein Rücktrittsschreiben vor. #SGFBVB
  • Jetzt wird’s schwäär. #SGFBVB

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