Es hätte so einfach sein können. Bis vor einer Weile noch war die Stoßrichtung dieses Berichts im Geist des Vorberichterstatters klar. Der HSV als unverbesserlicher Chaos-Verein, der seit Jahren um den Abstieg bettelt. Der für Borussias Verantwortliche insofern ein Glücksfall ist, als er als abschreckendes Beispiel dient: Seht mal, kann man den ob der mauen Gladbacher Saison Vergrätzten sagen, wie gut es uns doch im Vergleich zum HSV geht. Hier die Gladbacher, die wie unbeugsame Gallier gegen den Tod von 50+1 kämpfen, dort die Hamburger, die sich seit Jahren den unberechenbaren Launen eines Mäzens ausliefern und doch nicht vom Fleck kommen. Hier personelle Kontinuität auch bei scharfem Gegenwind, dort Übungsleiter-Wechsel von der Frequenz italienischer Neuwahlen und eine Sportdirektoren-Suche, die langsam zur öffentlichen Demütigung für den Verein wird. Hier eine Erfolgsgeschichte entdeckter und entwickelter Talente, dort eine Serie teurer Fehleinkäufe. Hier vielleicht „nur“ Einstelligkeit, dort mit einiger Wahrscheinlichkeit zweite Liga. Hier gelebtes Understatement, dort ein Hang zum Größenwahn. Und dann verkompliziert der HSV das alles.

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„Ich will auch einfach für mich eine Bestätigung haben, dass es hätte anders laufen können, wenn wir alle an Bord gehabt hätten“, so sprach Dieter Hecking nach dem überzeugenden letzten Heimsieg mit Blick auf die noch drei ausstehenden Spiele. Es folgte ein 1:1 auf Schalke, das ihm diese Bestätigung zunächst einmal versagte, wenngleich die vernichtende Kritik mancher Fans an der Leistung übertrieben wirkte. In den vergangenen Monaten hat die Fohlenelf schon weit schlechtere Auftritte hingelegt und auch gegen nur 10 Mann ist ein verdienter Punkt beim Tabellen-Zweiten kein so schlechtes Ergebnis. Zumal, da sich dieser Tabellen-Zweite spätestens nach dem Platzverweis auf das beschränkte, was er am besten kann: Defensiv solide zu stehen und das Spiel des Gegners zu zerstören, um mit einer oder zwei der wenigen Offensivaktionen den entscheidenden Punch zu setzen. Den 1.FC Köln führte diese Strategie in der vergangenen Saison in die Europa League. Durch den Weggang von Torjäger Modeste fiel der zweite Teil des Plans in sich zusammen, was am vergangenen Wochenende zum verdienten Abstieg führte.

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Stimmungen und Gefühle spielen seit dem Siegeszug der sozialen Medien eine immer größere Rolle. Gefühlt wird unsere Welt immer unsicherer, auch wenn offizielle Kriminalstatistiken zuletzt einen deutlichen Rückgang der Verbrechenrate aufwiesen. Danke Merkel. Gefühlt gab es noch nie so viele Fehlentscheidungen in der Bundesliga wie in diesem Jahr, auch wenn der VAR nachweislich eine Vielzahl an Fehlern korrigiert hat. Danke DFB. Doch solche Stimmungen können auch positiver Natur sein. So darf der HSV nach einem glücklichen 1:0-Heimsieg über den SC Freiburg auf einmal wieder vom Klassenerhalt träumen, der in der schnelllebigen Medienwelt noch ein paar Tage zuvor als unerreichbar galt. Und auch Borussia reichte ihr erstes rundum überzeugendes Spiel seit Monaten gegen einen unterirdischen Gegner, um die Träume vom europäischen Fußball auf einen Schlag wieder aufleben zu lassen. Aber Vorsicht: Eine nicht ganz so unwahrscheinliche Niederlage am Samstag bei Schalke 04 könnte die Stimmungslage sehr schnell wieder in die andere Richtung kippen lassen und allerhöchstens noch den Eberlschen Traum von der Einstelligkeit am Leben erhalten.

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Von der Resthoffnung war nach dem Sieg gegen Freiburg zu lesen. Gemeint war die zwar kleine, aber mehr als nur rechnerische Chance der Gladbacher, am letzten Spieltag doch noch die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb zu erreichen. Dafür müsste freilich einiges zusammen kommen: Die Borussen selbst müssten den Mut der Hamburger Verzweiflung bändigen, während zeitgleich Bayern gegen Stuttgart und Schalke gegen Frankfurt gewinnen (vom Spiel der dahin siechenden Hertha gegen Leipzig sehen wir hier mal ab). Dummerweise stehen die Bayern als Meister und die Schalker als Vizemeister fest, so dass es für sie um nichts mehr geht als den sportlichen Anstand. In der Vergangenheit hielt sich diese motivationale Kraft insbesondere bei der "Mia san mia"-Fraktion in sehr überschaubaren Grenzen. Mit einigen kaum bekannte Namen in der Münchner wie der Gelsenkirchener Startelf ist wohl auch zu rechnen.

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Sportlich geht es für Borussia im Grunde nicht mehr um viel. Trotzdem herrscht im Umfeld in diesen Tagen eine Unruhe, wie es sie seit den Tagen der gescheiterten Effenberg-Revolte nicht mehr gab. Gleich mehrfach machen Verein und Anhänger negative Schlagzeilen. Da sind die Fan-Proteste gegen die Mannschaft und einzelne Spieler. Da ist die offenkundige Spaltung der Anhängerschaft. Da ist die Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Fan-Sonderzug. Da ist die Trainerdiskussion, die sich zu einer Debatte um die gesamte sportliche Führung auszuwachsen droht. Spätestens wenn mit Berti Vogts einer der Untoten aus den 70ern den Kopf aus der Gruft steckt, um „seinen“ Verein mal wieder öffentlich anzuschießen, dann weiß man in Mönchengladbach: Es ist ernst. Dass an diesem Freitag gegen Wolfsburg ein Bundesligaspiel ansteht, rückt dabei in den Hintergrund.

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