wappen vflwolfsburg 60x60Vor genau zwei Jahren stand Borussia Mönchengladbach mit 10 Punkten und 10:6 Toren auf dem vierten Platz der Bundesligatabelle und konnte stolz auf eine Serie von 10 Heimsiegen in Folge verweisen. Eine Sorge hingegen war die Auswärtsschwäche: von den vergangenen 16 Spielen in der Ferne hatte man nur eines gewonnen (und das war am letzten Spieltag der Vorsaison, ein für beide Teams komplett bedeutungsloses 2:0 in Darmstadt), nur 7 Punkte geholt. Lag es am Trainer? Unklar, denn die ersten 3 Auswärtsspiele unter Andre Schubert waren Siege in Stuttgart, Berlin und Frankfurt gewesen, noch dazu recht klare mit einem Torverhältnis von 12:3.

Wie sich die Zeiten ändern! Heutzutage steht Borussia Mönchengladbach mit 10 Punkten und 10:7 Toren auf dem vierten Platz der Bundesligatabelle und kann stolz auf eine Serie von 7 Heimsiegen in Folge verweisen. Eine Sorge hingegen ist die Auswärtsschwäche: von den vergangenen 13 Spielen in der Ferne hat man nur eines gewonnen und lediglich 6 Punkte geholt. Liegt es am Trainer? Unklar, denn in den ersten 16 Auswärtsspielen unter Dieter Hecking verlor man nur dreimal und holte stolze 29 Punkte (im Vergleich zu lediglich 24 Heimpunkten im gleichen Zeitabschnitt).

Was sagt uns diese Duplizität der Ereignisse? Zum einen vielleicht, dass 10 Punkte aus 5 Spielen noch lange keine Garantie für eine gute Saison sind (das die Wichtigkeit des Saisonstarts weit überschätzt wird, haben wir ja kürzlich erst diskutiert), aber auch, dass es nicht so einfach ist solch eine Periode der Auswärtsschwäche zu erklären. Dass eine Mannschaft die im Herbst 2017 noch relativ mühelos hintereinander bei Bremen, Hoffenheim und Berlin gewonnen hat dann monatelang auswärts kaum noch was reisst, bleibt mysteriös, zumal die Mannschaft von ihrer Ausrichtung und den Spielertypen für das auswärts nötige schnelle Konterspiel eigentlich gut geeignet sein sollte.

Vielleicht sollte man seine Zeit auch nicht damit verschwenden Dinge erklären zu wollen, die letztendlich keine schlüssige Erklärung haben und sich statt dessen an der Kehrseite der Medaille erfreuen, Borussias wiedergewonnener Heimstärke. Das schöne am Sieg gegen Frankfurt war, dass dies durchaus keine herausragende Leistung der Borussia war, ein Tag an dem ausnahmsweise mal alles stimmte  und klappte, sondern im Gegenteil, es war die Alltäglichkeit und Routiniertheit mit der man den Gegner fast die gesamte Zeit dominierte, geduldig auspielte und letztendlich dann auch zum Erfolg kam, die so befriedigend war. Im Prinzip genau das Spiel, dass man von einem Anwärter auf internationale Plätze gegen ein Team der unteren Hälfte (und das wird die Eintracht in dieser Saison wohl sein) erwarten kann, dass die Borussia in letzter Zeit aber so selten hinbekommen hat. Die Tatsache, dass man trotz einer eher schwachen Leistung von Patrick Herrmann zu keiner Zeit Lars Stindl und Raffael vermisste (wann hätte man das in den vergangenen 3 Jahren jemals sagen können?), sagt vieles über die Leistung der Gladbacher Offensivkräfte (vor allem Hazard und Plea) aus. Und als dann kurz vor Schluss Traoré zum ersten Mal in dieser Saison den Platz betrat, dachte man auf einmal “ach ja, den gibts ja auch noch” und konnte angesichts der Optionen die Borussia dieser Tage im Angriff hat ein Grinsen nicht unterdrücken. Ähnliches gilt furs Mittelfeld, wo Jonas Hofmann im Moment gesetzt zu sein scheint, aber mit Zakaria, Strobl, Kramer und Neuhaus die Positionen neben ihm hochkarätig doppelt besetzt sind, nimmt man dann noch Cuisance und Benes mit in die Rechnung sogar dreifach.

Sorgenkind bei der Borussia ist dann schon eher die Abwehr, die gegen Frankfurt nicht genug gefordert war um zu sagen, dass sie sich von dem schwachen Auftritt in Berlin gänzlich erholt hat. Auf jeden Fall erfreulich, dass Nico Elvedi seinen schwarzen Tag bei der Hertha gut verdaut hatte und diesmal in der Innerverteidigung eine souveräne Partie ablieferte und sogar mit einem Kopfball noch das dritte Tor erzielen konnte.

Schon morgen geht es dann nach Wolfsburg. Wenn Borussia eh schon ein Auswärtsproblem hat, ist dies ein eher ungünstiger Gegner, denn bei 18 Gastspielen in der VW-Stadt konnte Borussia nur zweimal gewinnen, das letzte Mal vor 15 Jahren unter Holger Fach (die Rentner unter unseren Lesern können sich vielleicht noch erinnern).

Bruno Labbadias Elf hatte mit Siegen gegen Schalke und in Leverkusen einen überraschend guten Start, ist aber nach nur 2 Punkten aus den folgenden 3 Spielen wieder auf dem besten Weg in die harte Realität, die in den Vorjahren Abstiegskampf bedeutete. Trotzdem ist der falsche VFL eine Mannschaft, die ernstzunehmen ist. Die Zeiten der Stars a la de Bruyne oder Draxler mögen vorbei sein, aber Wolfsburg hat immer noch einen gut besetzten Kader und die ersten Saisonspiele deuteten an, dass die jetzige Mannschaft mit erheblich mehr Engagement und Laufbereitschaft zur Sache geht als in der Vorsaison, wo man seine Lethargie nur für einen 3:0 Sieg gegen Borussia einmal kurzfrisitg unterbrach, und durchaus in der Lage ist, Gegner unter Druck zu setzen.

Bei der Borussia befindet sich Lars Stindl zwar schon wieder im Training, aber Dieter Hecking liess noch offen, ob er am Samstag schon wieder im Kader sein wird; eine Startelfnominierung kann man wohl eher ausschliessen. Hecking hat viele Optionen aber man kann sich durchaus vorstellen, dass die Aufstellung ähnlich wie gegen Frankfurt aussehen wird, mit der möglichen Ausname dass Fabian Johnson wieder für Patrick Herrmann ins Team rückt und vielleicht Michael Lang sein Debüt feiert und Jordan Beyer für ihn weichen muss.

Aufstellungen (die man nicht komplett ausschliessen kann):

Wolfsburg: Casteels - William, Knoche, Brooks, Roussillon - Camacho - Rexhbecaj, Arnold - Mehmedi, Brekalo – Ginczek

Borussia: Sommer – Beyer, Elvedi, Ginter, Wendt – Kramer, Hofmann, Neuhaus – Johnson, Plea, Hazard

Seitenwahltipps:

Claus-Dieter Mayer: Nach dem 3:1 Sieg in Wolfsburg geht Borussia unmittelbar zur Intensivorbereitung auf das vorweggenommene Endspiel um die deutsche Meisterschaft in München über.

Michael Heinen: Borussia spielt auswärts. Daher wird es leider nichts mit dem Festsetzen in der Spitzengruppe. Nach der 1:2-Niederlage trübt sich die Stimmung am Niederrhein wieder deutlich ein.

Christian Spoo:  Borussia zeigt sich deutlich aktiver als beim letzten Auswärtsspiel in Berlin. So gut spielt das Team, dass das 1:1 am Ende als Punktverlust empfunden wird.

Thomas Häcki: Die Voraussetzungen in Wolfsburg waren schon besser. Die Borussia zeigt auswärts erneut, dass sie in einer "Entwicklung" steckt. Mit einem 1:1 wäre man gut bedient.

 

 

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