augsburg

Wenn am Wochenende Borussia Mönchengladbach auf den FC Augsburg trifft, scheint die Ausgangslage klar. Der Tabellendritte, dem der Kicker unter der Woche eine absurde Umfrage unter dem Titel „Kann Gladbach noch ins Titelrennen eingreifen?“ widmete, hat mit dem Sieg in Leverkusen einen gelungenen Rückrundenstart gefeiert und schwimmt weiter auf einer Welle des Erfolgs durch die Saison. Augsburg dagegen verlor ein bisschen überraschend zuhause gegen Düsseldorf und versinkt tiefer im Abstiegskampf, als man sich das vor der Saison hätte träumen lassen.

Borussia Mönchengladbach geht also – auch angesichts der makellosen Heimbilanz von bisher 8 Siegen in 8 Spielen der Saison 2018/19 – als klarer Favorit in das Duell, daran lässt sich nicht rütteln, auch nicht mit Verweis auf den im kollektiven Bewusstsein fest verankerten Status des FC Augsburg als unangenehmer Gegner. Ergebnistechnisch schlägt sich dieser Status nämlich nur in Augsburg nieder, wohingegen zuhause in Mönchengladbach die Bilanz mit 4 Siegen, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen aus 8 Spielen ziemlich normal daher kommt.

Gladbach hat keinen Anlass, am System etwas zu ändern. Personell gibt es kleinere Unsicherheiten in Bezug auf die Einsatzfähigkeit von Thorgan Hazard und Denis Zakaria. Hazards Ausfall würde schmerzen, der von Zakaria könnte durch Neuhaus ohne Qualitätsverlust kompensiert werden. Ansonsten wird Dieter Hecking wohl auf die mittlerweile bewährte Stammelf vertrauen.

Augsburg muss aus der Stammelf auf Caiuby (wie jedes Jahr in Brasilien verschollen, nur dieses Mal besonders lange) sowie die beiden Koreaner Ji und Koo verzichten, die bei der Asienmeisterschaft sind. Seit der Winterpause gibt es mit dem aus Hoffenheim verpflichteten Gregor Kobel einen neuen Torwart, der Giefer und Luthe verdrängt hat. Ansonsten freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit André Hahn und Martin Hinteregger.

Der letzte Sieg der Augsburger datiert vom 30. Oktober, als man sich in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Mainz 05 durchsetzen konnte. Seither gelangen in Pflichtspielen nur noch 2 Unentschieden. Das nennt man Krise. Spieler reden öffentlich von Schlendrian oder davon, dass man „das Naive ablegen“ müsse (André Hahn). Der Trainer fordert eine Änderung im Abwehrverhalten vor allem der Offensivspieler und moniert, dass seine Mannschaft zu offensiv denke. Sollte dieser Befund zutreffen, wäre dem FC Augsburg in der Tat eine seiner wesentlichen Tugenden, nämlich ein extrem unangenehmes und diszipliniertes Defensivverhalten über den ganzen Platz hinweg, abhandengekommen. Das könnte uns recht sein, ist aber nicht die ganze Wahrheit und damit eher nicht ganz realistisch. Der Blick auf die Ergebnisse zeigt nämlich auch, dass der kommende Gegner die meisten seiner Spiele mit einem Tor Differenz, also extrem knapp verloren hat. Auch deshalb hat Augsburg unter den potentiellen Abstiegskandidaten mit das beste Torverhältnis. Zudem sind die Augsburger selbst torgefährlich – nur in drei Spielen dieser Saison gelang kein eigener Treffer, 26 geschossene Tore sind genauso viele wie Bayer Leverkusen hat bei ziemlich identischem Torverhältnis, jedoch satten 9 Punkten weniger. Das legt nahe, dass sich Augsburg in dieser Saison ziemlich unter Wert schlägt und deutlich stärker ist, als es der Tabellenplatz aussagt.

Insofern ist Borussia Mönchengladbach gut beraten, die Augsburger nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Dann wird auch die Aufgabe, die Heimserie zu verlängern, erfüllt werden.  

 

Potentielle Aufstellungen

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl - Neuhaus, Hofmann - T. Hazard (Herrmann), Stindl, Plea

FC Augsburg: Kobel - Danso, Khedira, Hinteregger - Schmid, Max - Moravek, D. Baier - Hahn, Gregoritsch – Finnbogason

 

Der SEITENWAHL-Tipp

Uwe Pirl: Borussia ist besser besetzt. Borussia ist heimstark wie niemand anderes in der Bundesliga. Dennoch tut sich Borussia schwer und wird nur mit Mühe der Favoritenrolle gerecht. 1:0, das wenig ansehnliche Spiel selbst wird schnell vergessen sein.

Claus-Dieter Mayer: Der 3:0 Endstand verschleiert ein wenig wieviel Arbeit der Sieg gegen Augsburg war, aber letztendlich kann Borussia ihre Heimserie fortsetzen

Christian Spoo: Haushoher Favorit, dieser Rolle wird das neue 11-Freunde-Covergirl Borussia nur bedingt gerecht. Zu einem mühsamen 2:1-Sieg langt es trotzdem.

Michael Heinen: Borussias Heimserie hält. Gegen Augsburg gibt es einen 2:1-Sieg.

 

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